22.09.2011 11:50

Fraunhofer Testzentrum für intelligente Netze und Elektromobilität fertiggestellt

Das neue Fraunhofer Testzentrum für Intelligente Netze und Elektromobilität IWES-SysTec in Fuldatal-Rothwesten ist fertig. Dort wird das Kasseler Fraunhofer IWES neue Betriebsmittel für intelligente Nieder- und Mittelspannungsnetze sowie Komponenten für die Elektromobilität entwickeln und testen.

Foto: Andreas Fischer

Für den Aufbau von Anlagen bietet das etwa 80.000 Quadratmeter große Freigelände genügend Platz mit sehr guten Bedingungen für Solar- und Windenergie. Weiterhin gibt es konfigurierbare Verteilnetzabschnitte und eine Fahrstrecke auf der induktive Ladesysteme für Elektrofahrzeuge getestet werden können. In einer Halle mit zwei Laborbereichen sind Prüfplätze für Nieder- und Mittelspannungs-Stromrichter, elektrische Maschinen oder Netzbetriebsmittel, mobile Prüf-Container und Experimentieranlagen zur Netzintegration von Elektrofahrzeugen und Stromspeichern eingerichtet.  

„Mit dem neuen Testzentrum konnten wir eine einzigartige Forschungsumgebung konfigurieren und aufbauen, mit der wir zukünftig neue Betriebsmittel und Betriebsverfahren für intelligente Nieder- und Mittelspannungsnetze testen und qualifizieren können. Die Verlässlichkeit neuer Systemkomponenten für eine Stromversorgung mit erneuerbaren Energien ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den anstehenden Umbau der Netze“, so Dr. Philipp Strauß, Forschungsbereichsleiter Anlagentechnik und Netzintegration am Fraunhofer IWES in Kassel und Dr. Thomas Degner, Leiter Elektrische Verteilnetze am IWES. Darüber hinaus könnten die Netzintegration und –koppelung von Elektrofahrzeugen und deren Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien unter realen Bedingungen untersucht werden. Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Eva Kühne-Hörmann sagte, dass Hessen bereits zu den führenden Ländern im Bereich Elektromobilität zähle. „Die Hessische Landesregierung will diese Stellung weiter ausbauen, wir wollen Hessen zum Modellland für die nachhaltige Nutzung von Elektromobilität machen. Hierbei ist der Status Hessens als eine der zentralen Verkehrsdrehscheiben Deutschlands und als Ideenschmiede und Experimentierfeld für Neuentwicklungen im Bereich des Mobilitätswesens von besonderem Nutzen“, so die Ministerin bei der Einweihung des Testzentrums, die mit über 250 Gästen und weiteren Gästen wie Dr. Knut Kübler, Referatsleiter Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Kerstin Deller, Referatsleiterin Bundesministerium für Umweltschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefeiert wurde.

Das Projekt wurde vom Land Hessen mit rund 1,5 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket II des Bundes unterstützt. Neben den Baukosten hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mit insgesamt rund 3,2 Mio. Euro Förderung im Rahmen der FuE-Projekte „Erprobung neuer Netze“ und „Stromparkplätze für Elektrofahrzeuge“ zu den modernen Testeinrichtungen beigetragen. Auch diese Investitionen stammen aus dem Konjunkturpaket II des Bundes. Das Bundesumweltministerium (BMU) fördert seit 2007 den Auf- und Ausbau von Testeinrichtungen im SysTec im Gesamtumfang von rund 4,5 Mio. Euro im Rahmen einiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte. 350.000 Euro hat Fraunhofer als Eigenmittel für Grundstück und Werkstattausrüstung eingebracht. Die Gesamtinvestition der Hauptausbaustufe betragen somit 9,5 Mio. Euro.