IndustrieKulturCampus

Ein Rundgang über den Campus am Holländischen Platz

Blick über den Campus am Holländischen Platz

Der Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte vom Industrie- zum Wissenschaftsstandort gewandelt. Das Hochschulquartier wurde als durchlässiges städtisches Viertel angelegt, das den Stadtteil Nordstadt und die Kasseler City verbindet. In den nächsten Jahren wächst der Campus weiter: Neben dem Henschel-Gelände wurde das Hochschulgelände um die Grundstücke der früheren Industriebetriebe „Gottschalk“ und „Kohlen-Koch“ erweitert.

Die im Folgenden beschriebene Tour über den Campus Holländischer Platz leitet zu interessanten Gebäuden und Kunstwerken.


Übersicht


Starten Sie Ihre Tour über den Campus an der Ecke Kurt-Wolters-Straße/Henschelstraße, nur wenige Meter von der Straßenbahn-Haltestelle Holländischer Platz/Universität entfernt. Direkt am Eingang zum Campusgelände sehen Sie das…

K10, Henschelstraße 2

Hinter der Fassade verbirgt sich ein alter Kern: Das K10

Die 1810 gegründete Firma Henschel entwickelte sich in kurzer Zeit zum größten Lokomotivbauer Deutschlands. Stammareal war das Gelände am Holländischen Platz, wo sich heute ein Großteil der Gebäude der Kasseler Universität befindet. Während des Nationalsozialismus wurde aus dem Lokomotivbauer ein Rüstungsbetrieb, der auch Zwangsarbeiter beschäftigte.

In dem Gebäude K10 war früher die Hauptverwaltung der Firma Henschel untergebracht. Es wurde zwischen 1902 und 1904 als dreigeschossiger Bau errichtet. Den Buchstaben „K“ für Werk Kassel trugen alle Bauten auf dem Henschel-Gelände am Holländischen Platz, zusätzlich wurden sie durchnummeriert.

Während der Bombardierung Kassels im Zweiten Weltkrieg wurde die Henschel-Verwaltung schwer getroffen, der Dachstuhl brannte völlig aus. Im Winter 1944/45 zerstörten zwei Bombentreffer das imposante Eingangsportal und das Treppenhaus, wodurch das Gebäude zweigeteilt wurde.

Schon kurz nach Kriegende begann man, das K10 wieder Instand zu setzen: Der am Holländischen Platz gelegene Gebäudeteil wurde aufgestockt. Der Langbau an der Henschelstraße erhielt im Jahr 1962 ein Laternengeschoss, darüber hinaus wurde der gesamte Bau mit hellen Steinplatten verkleidet. Seit 1977 hat hier der Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung seinen Sitz. Außerdem befindet sich in dem Gebäude das Bistro K10 des Studentenwerks.

Folgen Sie nun der Diagonale, der Hauptachse über den Campus, in Richtung Bibliotheksplatz. Rechts sehen Sie das Gebäude…


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Ingenieurwissenschaften I, Kurt-Wolters-Straße 3

Der "Glaskasten"
Ingenieurswissenschaften I

Es bildet einen Gegenpol zur kleinteilig anmutenden Universitätsarchitektur entlang der Diagonale. Der etwa 165 Meter lange, sachlich kühle Baukörper entspricht nicht dem postmodernen Baustil des übrigen Geländes, sondern ist ein funktionales Gebäude mit viel Glas. In der Fassade des Baus, der zwischen 1988 und 1995 errichtet wurde, finden sich kaum gliedernde Details.

Der Baukomplex schließt das Universitätsgelände zur Kurt-Wolters-Straße hin ab, sorgt für Schutz vor dem Lärm der vielbefahrenen Straße und bietet durch die großen Fensterflächen interessante Einblicke in die Hallen. Zu Henschel-Zeiten stand an dieser Stelle die langgestreckte Werkshalle K42.

Während Sie der Diagonale weiter bis zum Bibliotheksplatz folgen, sehen Sie auf der linken Seite eines von drei Hörsaalzentren der Universität Kassel, rechts befindet sich das Bibliotheksgebäude. Sie befinden sich nun am Bibliotheksplatz, rechter Hand erstreckt sich das Gebäude…


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K9 Universitätsbibliothek, Diagonale 10

Zentraler Knotenpunkt am Campus: Bibliotheksvorplatz mit Café Pavillon

Die 1988 auf dem Gelände der ehemaligen Henschel-Halle  fertiggestellte Bibliothek liegt im Zentrum des Universitätsgeländes. Das Gebäude mit seinem kleeblattartigen Grundriss ist architektonisch in drei Teile aufgegliedert und verfügt dadurch über zahlreiche Erker und Innenhöfe. Die Universitätsbibliothek Kassel versorgt Forschung, Lehre und Studium der Universität sowie die Bevölkerung in Nordhessen mit Literatur und Information. Als große wissenschaftliche Universitätsbibliothek (ca. 1,9 Mio. Bände, ca. 25.000 E-Books, ca. 3000 gedruckte Zeitschriften, ca. 27.000 aktive Nutzer) ist sie auch Lernort und  bietet in ihrer Mediathek zahlreiche Computerarbeitsplätze u. a.m..

Direkt gegenüber können Sie bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse der Cafeteria Pavillon, die das Studentenwerk Kassel unterhält, eine Pause einlegen. Biegen Sie danach hinter dem Pavillon am Bibliotheksgebäude rechts ab und gehen bis zu einem Bach, die…


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Ahna

Die Ahna schlängelt sich quer über den Campus

Zu Zeiten der Firma Henschel floss die Ahna in einem großen Bogen über das Werksgelände. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ihr Lauf begradigt und verrohrt, um Hofflächen zu gewinnen. Heute ist die Ahna wieder freigelegt. Sie fließt in einem tiefeingeschnittenen, von Mauern aus Naturstein umgebenen Bett. Mit wechselnd eingebrachten Steinschüttungen wurde die Ahna innerhalb der Mauern in einen sich schlängelnden Bachlauf verwandelt.

Gehen Sie nun rechts und folgen Sie der Ahna bis Sie links über ein Brückchen gehen. Dann sehen Sie einen Kubus, ummantelt von einer historischen Backsteinfassade. Sie befinden sich nun vor dem…


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K 13 Sophie-Henschel-Haus, Ingenieurwissenschaften II, Mönchbergstraße 3

Alte und neue Architektur vereint...
Das Sophie-Henschel-Haus

Auf dem vor Ihnen liegenden Areal stand vormals das viergeschossige Wohnhaus der Familie Henschel, in dem sich auch Büros der Firmenverwaltung befanden. In der oberen Etage hatte der Bildhauer Werner Henschel sein Atelier. An das Wohnhaus schloss ein langgestrecktes, zweigeschossiges Werkstattgebäude an, in dem Dreherei, Schlosserei, Modellschreinerei und das technische Büro der Firma untergebracht waren. 1855 und 1906 wurde dieser Bau nochmals erweitert, um Platz für einen Teil der Gießerei zu schaffen. So entstand der Hallenkomplex K 13.

Das Henschel-Wohnhaus wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in den fünfziger Jahren abgerissen. Von der früheren Henschel-Halle K 13 stehen heute nur noch die Außenmauern mit ihren großen Rundbögen. Auf der Innenfläche entstand zwischen 1993 und 1995 ein Gebäude des Fachbereichs Maschinenbau, das unter anderem das Institut für Werkstofftechnik beherbergt. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel für das Neben- und Miteinander von alter und neuer Architektur auf dem Campus. Im Jahr 2004 erhielt das Haus, in Erinnerung an die Unternehmerin Sophie Henschel, den Namen „Sophie-Henschel-Haus“.

Gegenüber dem Sophie-Henschel-Haus erblicken Sie einen kleinen Rundbau, das…


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Gießhaus, Mönchbergstraße 5

Das Gießhaus
Blick in die Kuppel

Das Gießhaus ist eines der wenigen noch erhaltenen Baudenkmäler aus der Zeit der Frühindustrialisierung in Kassel. Es wurde von Carl-Anton Henschel geplant und 1836/37 als Mittelpunkt der Fabrikanlage errichtet. Der Zentralbau hat einen Innendurchmesser von 16 Metern, die Wände sind bis zum Mauerkranz fünf Meter hoch. Eine Besonderheit des Baus ist das kuppelförmige Dach, das an seiner höchsten Stelle ungefähr 13 Meter erreicht und an dessen Innenseite Tonröhrchen eingebettet sind. Mit dieser Konstruktion wollte Carl-Anton Henschel verhindern, dass beim Schmelzen und Gießen entstehende Funken das Dach in Brand setzten. Als 1918 im Henschel-Werk Mittelfeld eine neue, große Gießerei entstand, wurde das Gießhaus am Möncheberg geschlossen. Im Jahr 1935 richtete das Unternehmen Henschel & Sohn in dem Bau sein Werksmuseum ein. Ende der siebziger Jahre übernahm die Hochschule das Henschel-Gelände, das Gießhaus wurde saniert und mit einem Kupferdach versehen. Heute nutzt es die Universität für repräsentative Veranstaltungen.

Auf dem kleinen Platz neben dem Gießhaus sehen sie eine schwarze Metallskulptur, ein


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Stehpult

Metallskulptur „Hommage an Sophie Henschel“

Die Kasseler Künstlerin Hildegard Jaekel schuf im Jahr 2007 die Metallskulptur „Hommage an Sophie Henschel“ aus schwarz gestrichenem Stahl, in den mit roter Farbe die Unterschrift Sophie Henschels eingraviert wurde. Mit dem typischen Büromöbel aus der Zeit Sophie Henschels (1841-1915) wird auf dem ehemaligen Stammsitz der Firma Henschel an eine außergewöhnliche Frau erinnert, die in den 16 Jahren als Firmenchefin den Lokomotivbauer zum größten Unternehmen seiner Art in Deutschland machte und sich darüber hinaus für soziale Belange einsetzte.

Von hier aus erklimmen Sie die Stufen, die auf die Mönchebergstraße führen. Wenden Sie sich nach links und gehen Sie entlang des Gebäudes Ingenieurwissenschaften III mit seinen charakteristischen orangefarbenen Fenstern aus den 1970er Jahren. Nach circa zweihundert Metern stehen Sie vor einem…


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Blauen Tor

Skulptur „Tor des irdischen Friedens“

Kunstprofessor Eberhard Fiebig, der von 1974 bis 1995 an der Kunsthochschule Kassel lehrte, trägt 1987 mit seinem riesigen Metall-Kunstwerk „Tor des irdischen Friedens“ - heute auch als Treffpunkt „Blaues Tor“ bekannt - zur Aufwertung des Campus bei.

Die 100 Tonnen schwere, sieben Meter hohe und zehn Meter breite Stahlskulptur gilt als Symbol der Öffnung der Hochschule nach außen. Zugleich ist das Tor aber auch Aufruf, die Wissenschaft in den Dienst des Friedens zu stellen. Der Name des Kunstwerks erinnert an sein berühmtes Pendant, das „Tor des himmlischen Friedens“ in Peking. Das Werk gilt als eine der schwersten und monumentalsten Stahlskulpturen seiner Epoche.

Durch das „Blaue Tor“ führt die Georg-Forster-Straße. Folgen Sie dieser bergab in Richtung Ahna. Auf der rechten Seite sehen Sie zunächst ein architektonisches Schmuckstück der Universität, das…


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International House, Mönchebergstraße 11a

Architektonisches Schmuckstück als Begegnungsstätte: Das International House

Der rot getünchte Bau ist Gästehaus und interkulturelle Begegnungsstätte an der Universität Kassel. Es entstand mit der Unterstützung von Sponsoren, insbesondere durch die Universitätsgesellschaft Kassel. Hier können bis zu 36 Gastwissenschaftler, die oftmals nur für ein oder zwei Semester an die Kasseler Hochschule kommen, direkt am Campus wohnen – sogar mit ihren Familien. Entworfen wurde das International House vom Kasseler Architekturbüro Schultze + Schulze – beides Alumni der Universität Kassel. Seit seiner Fertigstellung 2001 wurde es bereits mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet.

Der Backsteinbau nebenan beherbergt das…


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K44 IT Servicezentrum, Mönchebergstraße 11

Das K44
Rundgangshalbzeit: Das Torcafé lädt zur Pause ein

Das Gebäude wurde 1939 als Anbau an die Werkshalle K44 errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die US-Armee die Halle als Kulturzentrum „Montgomery Hall“, wo Filme und Theaterstücke aufgeführt wurden und kulturelle Veranstaltungen stattfanden. Zunächst war dies den Soldaten vorbehalten, danach aber auch für die Kasseler Bevölkerung zugänglich. Heute befindet sich hier das IT Servicezentrum der Universität Kassel und das TorCafé, eine Cafeteria des Studentenwerks. Beim Umbau ab 1976 wurden bis auf die Außenhaut in Richtung Mönchebergstraße alle Fassadenteile neu gestaltet.

Wenn Sie nun die Ahna über die kleine Brücke am Ende der Straße überqueren und sofort danach rechts abbiegen, können Sie einen Schornstein, ein Wahrzeichen des Campus, erblicken.


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Schornstein / Zentrale Betriebstechnik, Georg-Forster-Straße 7

Industriedenkmal und Orientierungspunkt: Der Schornstein des ehemaligen Kesselhauses

Der 64 Meter hohe Schornstein des ehemaligen Zentralkesselhauses der Henschelei ist ein weithin sichtbarer Orientierungspunkt auf dem Campus. Anders als das ebenfalls 1902 erbaute Kesselhaus wurde er nicht abgerissen und erinnert auch heute noch als Industriedenkmal an die frühere Nutzung des Geländes.

Die blauen Stahlstreben in ca. 25 Metern Höhe bilden den Wasserbehälter nach, der früher den Schornstein kühlte und bis zu einhundert Kubikmeter Wasser aufnehmen konnte. Wasser aus der Ahna wurde in den Behälter gepumpt und dann in das Kesselhaus geleitet. Der im Kesselhaus erzeugte Dampf trieb Stromgeneratoren an und beheizte die Fabrikgebäude. Als die Kasseler Universität an das Fernwärmenetz der Stadt angeschlossen wurde, riss man das Zentralkesselhaus ab. An gleicher Stelle steht heute das optisch an den Vorgängerbau angelehnte Gebäude für die Zentrale Betriebstechnik der Hochschule.

Links daneben, auf dem Hügel, erblicken Sie einen weiteren Backsteinbau, die…


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K36 Universitätsverwaltung, Mönchebergstraße 19

Fast im Original erhalten: Das K36 mit der Universitätsverwaltung

Hier war zu Zeiten der Firma Henschel die Kranken- und Sozialkasse des Unternehmens untergebracht. Mit der Erweiterung der Henschel-Fabrik um die Werke in Rothenditmold und Mittelfeld stieg auch die Zahl der Mitarbeiter. Bald schon reichten die Büroräume in der Hauptverwaltung an der Henschelstraße 2 nicht mehr aus, 1922 erbaute man daher das Bürohaus an der Mönchebergstraße. Im Krieg kaum beschädigt, ist der Bau fast im Originalzustand erhalten und beherbergt heute die Verwaltung der Universität. Hier befindet sich u.a. das Präsidium, die Personal-, Haushalts- und Bauabteilung, das Justitiariat, die Pressestelle sowie der Geschenkeladen der Universität Kassel.

Neben der Treppe, die vom Hügel hinabführt, liegt die…


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K11 Zentralmensa, Arnold-Bode-Straße

Blick auf die Zentralmensa

Die Hauptmensa auf dem Campus an der Ecke Arnold-Bode-Straße/Moritzstraße wurde 1988 eingeweiht. Auffällig am Mensagebäude sind seine pagodenartige Architektur und die Holzdeckenkonstruktion mit dem aufgesetzten Glasdach. 2012 wurde der Backsteinbau um einen futuristischen Anbau von Augustin und Frank Architekten erweitert. Nun können auf über 1.000 Sitzplätzen und bis zu 4.700 Essen pro Tag ausgegeben werden.

An der links liegenden Gebäudeseite der Zentralmensa entlang erreichen Sie die Moritzstraße und entdecken auf der linken Seite den…


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Hörsaal- und Campus Center, Campus Center III, Moritzstraße 18

Der neue Campus Center

Das Gebäude an der Moritzstraße bildet die neue Mitte des nach Norden wachsenden Campus am Holländischen Platz. Mit rund 4900 Quadratmetern Nutzfläche bietet es sechs Hörsäle mit zusammen etwa 2420 Plätzen sowie sechs Seminarräume mit weiteren rund 230 Plätzen. Hinzu kommen Büros und viel Platz für zentrale Beratungs- und Serviceeinrichtungen  der Universität und des Studentenwerks. Dazu zählen beispielsweise die Studienberatung, das International Office, der Career Service, die Abteilung Wohnen des Studentenwerks, das BAföG-Info-Büro und die Sozialberatung. Ein Eltern-Kind-Bereich unterstreicht
die Familienfreundlichkeit der Universität.

Tipp: Links hinter dem Gebäude finden Sie das Café DesAStA, ein vom Asta, dem Allgemeinen Studierendenausschuss betriebenes Café.

Gehen Sie nun die Moritzstraße weiter entlang, sehen Sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Mahnmal…


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Die Rampe

Mahnmal "Die Rampe"

Der Waggon des Mahnmals „Die Rampe“ wurde am 13. März 2017 an der Universität Kassel an seinen endgültigen Ort versetzt. Das Werk der renommierten Künstlerin E.R. Nele das an Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert, steht nun im neuen Herzen des Campus Holländischer Platz vor dem Lernzentrum LEO.

Es erinnert an den Transport von Menschen in die Vernichtungslager und die Deportation von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, wie sie während des Zweiten Weltkriegs auch die Firma Henschel einsetzte. Der Campus Holländischer Platz befindet sich zum großen Teil auf einem ehemaligen Henschel-Werksgelände.

E.R. Nele, eine Tochter des documenta-Begründers Arnold Bode, hatte das Kunstwerk für die Ausstellung „Stoffwechsel K18“ geschaffen, die 1982 auf dem Henschel-Gelände stattfand und eine kritische Ergänzung zur damaligen documenta 7 darstellte. 1985 war es auf Initiative einiger Mitglieder der damaligen Gesamthochschule Kassel auf dem Campus aufgestellt worden.

Links hinter der Rampe steht etwas versetzt das Gebäude


Das LEO, Universitätsplatz 2

Das neue Selbstlernzentrum "LEO"

Die Abkürzung „LEO“ für das jüngste Gebäude auf dem Campus steht kurz für „Lernort“. Das „LEO“ befindet sich im Herzen des zentralen Campus am Holländischen Platz. Vor und neben dem Bau entsteht ein Hain aus Zürgelbäumen und Zierkirschen. Im LEO finden Studierende auf 950 Quadratmetern Nutzfläche Einzelarbeitsplätze für individuelles Lernen und kabinenartige Rückzugsorte für kleinere und größere Lerngruppen. In der unteren von zwei Etagen betreibt das Studentenwerk Kassel eine Cafeteria, die „LernBar“. Das Servicecenter Lehre der Universität nutzt das Gebäude außerdem für Kurse rund um
die Lern- und Prüfungsberatung.

Hinter dem LEO steht etwas versetzt das


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K19

Heute studentisches Kulturzentrum: Industriedenkmal Werkshalle K19

Die 1913 erbaute Werkshalle K19, die unter Denkmalschutz steht, vermittelt einen guten Eindruck von der Industriearchitektur,  die im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert das gesamte Areal beherrschte. Die Halle hat der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Kassel (AStA) mit Unterstützung der Hochschule instandgesetzt und betreibt dort seit April 2002 das studentische Kulturzentrum K19.

Gehen Sie nun weiter über den Nordcampus, dann erblicken Sie den...


Neubau Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung (ASL), Universitätsplatz 9

Das neue ASL Gebäude

Der Neubau ASL liegt zentral im nördlichen Bereich des Campus Holländischer Platz. Mit Büro-, Seminar-, CAD-und Archivräumen ist es das neue Hauptgebäude des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung  und Landschaftsplanung (ASL). Auf dem Dach wurde ein Fassadenprüfstand realisiert. Das Gebäude wird zwischenzeitlich teilweise mit Instituten anderer Fachbereichen belegt.

Er bietet auf 2.500 Quadratmetern Nutzfläche Platz für Seminarräume, Büros der Fachgebiete, einen Literaturraum und für weitere zentrale Einrichtungen des Fachbereichs. Das Gebäude nimmt eine markante, etwas erhöhte und damit prägende Position auf dem Nordteil des Campus ein. 

Hinter diesem Gebäude treffen Sie auf die ehemalige...


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ASL 4 Produktionshalle

Die einstige Zwirnerei und Näherei wird demnächst umgebaut zu Studienarbeitsräumen, Praktikumsflächen und Architekturwerkstätten

Die 1889 errichtete, schräg hinter dem Torhaus A gelegene Produktionshalle diente der Firma Gottschalk als Zwirnerei und Näherei. Bauliche Besonderheit ist das stützenfreie Dachgeschoss. In dem denkmalgeschützten Gebäude werden nach einer Umbau- und Sanierungsphase auf rund 2.200 Quadratmetern Studienarbeitsräume, Praktikumsflächen und die Werkstatt des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung untergebracht. Während der documenta 11 lebten hier die vom chinesischen Künstler Ai Weiwei eingeladenen 1001 chinesischen Gäste des Projekts ‚Fairy tales“.

Gehen Sie weiter richtung Gottschalkstraße 28, Sie stehen nun direkt in dem Innenhof vom…


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ASL 2 Kolben-Seeger, Gottschalkstraße 28

Beispiel für gelungene Sanierung und Umnutzung: Das Kolben-Seeger-Haus
Blick in den Innenhof
Noch aus vorindustrieller Zeit: Das Gartenhaus

Das sogenannte Kolben-Seeger-Haus, erbaut 1903 bis 1905, wurde als Konservenfabrik errichtet und diente seit 1935 als Produktionsort für Kolben- und Motorteile. Der aus Backstein gemauerte Industriebau aus der Zeit um die Jahrhundertwende wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich durch Brandbomben beschädigt. In dem 1984 für die Universität erworbenen und daraufhin sanierten Gebäude hat der Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung  Büros und Seminarräume. Im Jahr 2000 erhielt das denkmalgeschützte Haus einen Anbau in Niedrig-Energie-Bauweise, der sich optisch klar vom Altbau abgrenzt. Dort ist das Zentrum für Umweltbewusstes Bauen (ZUB) an der Universität Kassel mit den Fachgebieten Bauphysik, Experimentelles Bauen und Technische Gebäudeausrüstung untergebracht.

Im Hof vor dem Eingang zum Kolben-Seeger-Haus befindet sich in der Gottschalkstraße 30 ein zweistöckiges Gartenhaus aus dem Jahr 1830. Es ist ein verputztes Fachwerkhaus und einer der frühesten Zeugen der vorindustriellen Zeit Kassels. Zusammen mit dem Gießhaus und der Henschel-Halle K13 gilt das Ensemble in der Gottschalkstraße als gelungenes Beispiel für die Sanierung und Umnutzung von alten Industriebauten für die Universität Kassel.

Verlassen Sie nun wieder den Hof und gehen Sie zur Gottschalkstraße 26. Sie stehen nun direkt vor der ehemaligen Häute- und Fettverwertungsfabrik...


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ASL 7 HaFeKa, Gottschalkstraße 26

In den ehemaligen Büroräumen der Häute- und Fettverwertungsfabrik (HaFeKa) studiert man heute Architektur

Von der ehemaligen an dieser Stelle beheimateten Häute- und Fettverwertungsfabrik (HaFeKa) ist nur der frühere Büroteil erhalten. Der Bau wurde nach den Vorgaben der „Planungsgruppe freischaffender Architekten in Kassel“ (Architekturbüros M. Bode, Braun & Säckl, W. Haesler, Hasper & Weymann, Seidel & Kluthe) saniert und 1991 an den Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung übergeben.

Gehen Sie die Straße noch ein Stück weiter abwärts, dann erblicken Sie die sogenannten Torhäusern des ehemaligen Industrie-Areals Gottschalk.


ASL 6 Torhaus B, Gottschalkstraße 22

Ehemalige Pack- und Versandhalle: Das Torhaus B

Das seit 1989 denkmalgeschützte Torhaus B in der Gottschalkstraße 22 wurde 1911 als Pack- und Versandhalle der Firma Gottschalk errichtet. Auch das Torhaus B ist dem Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung vorbehalten und bietet unter anderem Platz für Ateliers.

ASL 5 Torhaus A, Gottschalkstraße 20

Ehemals Fabrikverwaltung: Das Torhaus A

Das Torhaus A wurde 1893 errichtet und 1989 unter Denkmalschutz gestellt. Es ist ein schlichter, gleichwohl repräsentativer Massivbau, in dem sich einst die Verwaltung der ehemaligen Schwerweberei Gottschalk befand. Heute ist hier der Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung (ASL) mit Fachgebieten und Studienseminarräumen zu Hause.


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Exkurs: Campus Nord

Baustelle Campus Nord
Bauplanung Campus Nord

Während die oben beschriebenen Gebäude in der Gottschalkstraße bereits in den siebziger Jahren von der Hochschule genutzt wurden, entstand durch den Erwerb des Gottschalk-Fabrikgeländes im Jahr 2000 ein Erweiterungsareal für die Universität. Die Landesregierung sagte 2007 zu, die Hochschule als Campus-Universität am Holländischen Platz weiterzuentwickeln und zu konzentrieren. Der bisherige Standort für die Naturwissenschaften an der Heinrich-Plett-Straße in Oberzwehren soll aufgegeben werden. Zudem wurde 2009 das angrenzende Grundstück Mombachstraße 1 - das sogenannte „Kohlen-Koch-Grundstück“ - vom Land Hessen erworben. Auch hier wird die Universität in den nächsten Jahren weiter wachsen. Die Bebauung des Gottschalk-Geländes erfolgt in Bauabschnitten. Bitte verfolgen Sie diese unter

www.uni-kassel.de/projekte/die-universität-kassel-baut/startseite.html

Text: Annette Ulbricht und Patrick Brückel