Wolfgang Ayaß,
"Gemeinschaftsfremde". Quellen zur Verfolgung von "Asozialen" 1933-1945,
Eigenverlag des Bundesarchivs, Koblenz 1998 (= Materialien aus dem Bundesarchiv Nr. 5)
ISBN 3-89192-072-5, 401 Seiten, € 18

Verzeichnis der abgedruckten Quellen
 

Nr. 1
Protokoll einer Tagung der Landesfürsorgeverbände (Erfurt, 20. Januar 1933)
BArch R 36/1171, n. fol. (Vervielfältigung in Maschinenschrift)
[Forderung nach hartem Vorgehen gegen Wohnungslose]

Nr. 2
Erlaß des preußischen Innenministers Hermann Göring an die Polizeibehörden (Berlin, 22. Februar 1933)
Ministerialblatt für die Innere Verwaltung 1933, S. 227-230 (Druck)
[Mit der Bekämpfung der Straßenprostitution soll schon vor einer beabsichtigten Verschärfung der strafrechtlichen Bestimmungen begonnen werden]

Nr. 3
Gesetz zur Abänderung strafrechtlicher Vorschriften (Berlin, 26. Mai 1933)
Reichsgesetzblatt I, 1933, S. 295-298, hier S. 297 (Druck)
[Verschärfung der Strafbestimmungen gegen Prostituierte]

Nr. 4
Erlaß des preußischen Innenministers Hermann Göring an die Polizeibehörden (Berlin, 1. Juni 1933)
Ministerialblatt für die Innere Verwaltung 1933, S. 656 (Druck)
[Bettelei soll verstärkt bekämpft werden]

Nr. 5
Rede des Reichsinnenministers Dr. Wilhelm Frick auf der ersten Sitzung des Sachverständigenbeirats für Bevölkerungs- und Rassenpolitik (Berlin, 28. Juni 1933)
BArch R 43 II/720 a, fol. 60-66 Rs.(Maschinenschrift)
[Grundlegende Programmatik nationalsozialistischer Rassenhygiene]

Nr. 6
Schreiben des Leiters der Abteilung Propaganda im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Wilhelm Haegert an den Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick (Berlin, 12. Juli 1933)
BArch R 36/1034, n. fol. (Abschrift)
[Zur propagandistischen Unterstützung des geplanten Winterhilfswerks soll die Bettelei mit Polizeirazzien bekämpft werden]

Nr. 7
Schreiben des Leiters der Abteilung Propaganda im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Wilhelm Haegert an den Stabschef der SA Ernst Röhm (Berlin,12. Juli 1933)
BayHStA München Reichsstatthalter 384, n. fol. (Abschrift)
[Die SA wird um Mitwirkung bei den geplanten Razzien gegen Bettler ersucht]

Nr. 8
Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (Berlin, 14. Juli 1933)
Reichsgesetzblatt I 1933, S. 529-531 (Druck)
[Bei Diagnose bestimmter, als vererbbar qualifizierter Krankheiten und bei schwerem Alkoholismus können Zwangssterilisationen vorgenommen werden; Einrichtung von Erbgesundheitsgerichten zur Beschlußfassung]

Nr. 9
Begründung zum Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (Berlin, 26. Juli 1933)
Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 1933 Nr. 172,  S. 1-2 (Druck)
[Geburtenrückgang und „hemmungslose“ Vermehrung von „Minderwertigen“ machen das Erbgesundheitsgesetz zur bevölkerungspolitischen Notwendigkeit]

Nr. 10
Protokoll der 1. Sitzung des Wohlfahrtsausschusses des Deutschen Gemeindetags (Berlin, 28. Juli 1933)
BArch R 36/928, n. fol.(Maschinenschrift)
[Der Deutsche Gemeindetag fordert ein Bewahrungsgesetz und ein Wandererfürsorgegesetz]

Nr. 11
Vorarbeiten für den Erlaß eines Reichsgesetzes zur Regelung der Wandererfürsorge und eines Reichsgesetzes zur Bewahrung verwahrloster und gemeinschädlicher Personen (Frankfurt/M., 31. Juli 1933)
Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge 14 (1933), Nr. 7, S. 134-136 (Druck)
[Unter Hinweis auf langjährige Vorarbeiten fordert der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge ein Wandererfürsorgegesetz und ein Bewahrungsgesetz]

Nr. 12
Rundfrage des Deutschen Gemeindetags zur Pflichtarbeit in der öffentlichen Fürsorge (Berlin, 31. Juli 1933)
BArch R 36/785, n. fol.(Maschinenschrift)
[Verschiedene Stadtverwaltungen schildern ihre Erfahrungen mit der Pflichtarbeit von Fürsorgeempfängern nach § 19 Reichsfürsorgepflichtverordnung]

Nr. 13
Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Belästigung durch Zigeuner, Landfahrer und Arbeitsscheue (Zigeuner- und Arbeitsscheuengesetz) (Bremen, 11. August 1933)
Gesetzblatt der Freien Hansestadt Bremen, 1933, S. 288-290 (Druck)
[Weitgehendes Ausnahmerecht für „Zigeuner“ und „Landfahrer“]

Nr. 14
Schreiben des Reichsinnenministers Dr. Wilhelm Frick an die Landesregierungen und den preußischen Innenminister Hermann Göring (Berlin, 15. August 1933)
BayHStA München Reichsstatthalter 384, n. fol. (Ausfertigung)
[Die Landesregierungen werden zur Durchführung einer einheitlichen Razzia gegen Bettler aufgefordert]

Nr. 15
Schreiben des Oberregierungsrats bei der Zentralleitung für Wohltätigkeit in Württemberg Karl Mailänder an den württembergischen Innenminister Dr. Jonathan Schmid (Stuttgart, 25. August 1933)
StA Ludwigsburg PL 413 Bü 296, n. fol. (Abschrift)
[Die geplanten Razzien gegen Bettler werden begrüßt]

Nr. 16
Schreiben des Leiters der Wohlfahrtsabteilung der Reichsführung der NSV Hermann Althaus an den Zentralausschuß für die Innere Mission, den Deutschen Caritasverband und das Deutsche Rote Kreuz (Berlin, 28. August 1933)
Archiv des Diakonischen Werks Berlin CA 1859 VII, fol. 222a-222b (Ausfertigung)
[Die Verbände werden zur Mitwirkung an der geplanten Razzia gegen Bettler aufgefordert]

Nr. 17
Erlaß des preußischen Innenministers Hermann Göring an die Polizeibehörden (Berlin, 2. September 1933)
Ministerialblatt für die Innere Verwaltung 1933, S. 1033 (Druck)
[Für die zweite Septemberhälfte wird eine Razzia gegen Bettler angekündigt]

Nr. 18
Erlaß des württembergischen Innenministers Dr. Jonathan Schmid und des württembergischen Wirtschaftsministers Dr. Oswald Lehnich an das Polizeipräsidium Stuttgart und die Oberämter (Stuttgart, 12. September 1933)
StA Ludwigsburg F 164 II Bü 688, n. fol. (Ausfertigung für das Oberamt Esslingen)
[Detaillierte Anweisungen an die Polizeibehörden zur Durchführung einer Razzia gegen Bettler]

Nr. 19
Ein Parasitengesetz? Als Ergänzung des Sterilisierungsgesetzes (Berlin, 14. September 1933)
Wohlfahrts-Korrespondenz Nr. 74 (Vervielfältigung in Maschinenschrift)
[Das vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge geforderte Bewahrungsgesetz soll „Parasitengesetz“ genannt werden]

Nr. 20
Aufruf der bayerischen Staatsregierung (München, 18. September 1933)
Völkischer Beobachter, Münchener Ausgabe, Nr. 261, Beiblatt (Druck)
[Die Bevölkerung wird aufgefordert, die Razzien gegen Bettler zu unterstützen]

Nr. 21
Arbeitsordnung des Frankfurter Oberbürgermeisters Dr. Friedrich Krebs für Fürsorgepflichtarbeiter (Frankfurt/M., 1. Oktober 1933)
Stadtarchiv Frankfurt/M. Magistratsakte Nr. 7743, n. fol. (Vervielfältigung in Maschinenschrift).
[Umfassende Regelung der Fürsorgepflichtarbeit; Kürzung bzw. Streichung von Fürsorgeleistungen bei Arbeitsversäumnissen]

Nr. 22
Das erste Konzentrationslager für Bettler in Deutschland (Berlin, 4. Oktober 1933)
Völkischer Beobachter  Nr. 277, Norddeutsche Ausgabe (Druck)
[Bericht über ein Haftlager für Bettler und Landstreicher]

Nr. 23
Bericht der Inspektion 19 der Hamburger Kriminalpolizei (Hamburg, 25. Oktober 1933)
StA Hamburg Sozialbehörde I EF 60.40, fol. 86 (Ausfertigung)
[Bericht über die Ergebnisse der Razzien gegen Bettler in Hamburg]

Nr. 24
Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der Sicherung und Besserung (Berlin, 24. November 1933)
Reichsgesetzblatt I 1933, S. 995-999, hier S. 996 f. (Druck)
[Die Arbeitshausunterbringung wird Angelegenheit des Strafvollzugs; bei wiederholter Unterbringung ist die Haftzeit nunmehr an keine Fristen mehr gebunden]

Nr. 25
Rundschreiben des Deutschen Gemeindetags an die Gemeinden und Gemeindeverbände (Berlin, 15. Januar 1934)
Archiv des Landeswohlfahrtsverbands Hessen Bestand 2 Nr. 9745 (Abschrift)
[Für Unheilbare, „Asoziale“ und „Minderwertige“ sollen die Fürsorgeleistungen auf ein Minimum reduziert werden]

Nr. 26
Gespräch mit Vizepräsident Martini: „Die Wohlfahrt bezahlt alles!“ Fürsorge nicht mehr unter Terror. Maßnahmen gegen Asoziale (Hamburg, 1. Februar 1934)
Hamburger Fremdenblatt Nr. 31 (Druck)
[Im Gegensatz zur Zeit der Weimarer Republik ist im NS-Staat ein harter Zugriff auf „Asoziale“ möglich]

Nr. 27
Schreiben des Kommandeurs der Politischen Polizei Bayerns Heinrich Himmler an das Referat 18 des bayerischen Innenministeriums (München, 27. März 1934)
BayHStA München MInn 73635, n. fol. (Ausfertigung)
[Im Konzentrationslager Dachau werden auch Arbeitshausgefangene untergebracht]

Nr. 28
Brief des Geschäftsführers des Deutschen Herbergsvereins Paul Gerhard Braune an den Vorsitzenden des Deutschen Herbergsvereins Friedrich von Bodelschwingh (Lobetal, 23. Mai 1934)
Hauptarchiv der von Bodelschwinghschen Anstalten Bestand 2 Nr. 12-23, n. fol. (Ausfertigung)
[Braune glaubt, durch Eingehen auf die Vorstellungen des Vorsitzenden des neugegründeten bayerischen Landesverbands für Wanderdienst, eine Unterstellung der Wandererfürsorgeverbände unter die NSV verhindern zu können]

Nr. 29
Brief des Arbeitshausgefangenen Antonius S. an seine Mutter (Breitenau, 8. Juli 1934)
Archiv des Landeswohlfahrtsverbands Hessen Bestand 2 Nr. 9157 (eigenhändig)
[Der Gefangene macht unverschuldete Arbeitslosigkeit und unsoziale Richter für seine Arbeitshauseinweisung verantwortlich]

Nr. 30
Verfügung des Leiters des Berliner Landeswohlfahrts- und Jugendamts Eduard Karl Spiewok an das Städtische Obdach, das Pflegeamt, die zentralverwalteten Heil- und Pflegeanstalten und die Bezirksämter (Berlin, 11. Juli 1934)
Dienstblatt des Magistrats von Berlin 1934, Teil II-VIII, S. 172, Verfügung Nr. VII/307 (Druck)
[Berlin erweitert sein Arbeitshaus zu einem städtischen Arbeits- und Bewahrungshaus zur Internierung von „Asozialen“ auf unterschiedlicher Rechtsgrundlage]

Nr. 31
Vollzugsvorschrift des bayerischen Innenministers Adolf Wagner (München, 16. Oktober 1934)
Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Bayern, 1934, S. 401 (Druck)
[Der fürsorgerechtliche Arbeitszwang kann bei Männern auch im Konzentrationslager Dachau vollstreckt werden]

Nr. 32
Verfügung des Dezernenten des Frankfurter Stadtgesundheits- und Fürsorgeamts Dr. Werner Fischer-Defoy an die Kreisstellenvorsteher und Abschnittsführer des Fürsorgeamts (Frankfurt/M, 30. November 1934)
Stadtarchiv Frankfurt/M. Magistratsakte 7020, fol. 197 (Vervielfältigung in Maschinenschrift)
[Die Akten „asozialer“ Fürsorgeempfänger sollen gekennzeichnet werden]

Nr. 33
Verfügung des Reichs- und preußischen Justizministers Dr. Franz Gürtner an die Staatsanwälte (Berlin, 13. April 1935)
Richtlinien für das Strafverfahren. Allgemeine Verfügung des Reichsministers der Justiz vom 13. April 1935, in: Amtliche Sonderveröffentlichungen der Deutschen Justiz, Nr. 7 Berlin o.J. (1935) (Druck)
[Anweisung zur verschärften Strafverfolgung von Bettlern, Landstreichern, Zigeunern und Prostituierten]

Nr. 34
Rede des Stadtrats Friedrich Ettwein vor Ratsherren der Stadt Stuttgart (Stuttgart, 24. Oktober 1935)
HStA Stuttgart E 151 I Bü 53, n. fol.(Maschinenschrift)
[Bericht über ein Lager für „asoziale“ Fürsorgeempfänger]

Nr. 35
Bekanntmachung des Leiters des Wiesbadener Wohlfahrtsamts Arno Irrgang an die Fürsorgeempfänger (Wiesbaden, 1. November 1935)
Deutsche Zeitschrift für Wohlfahrtspflege 11 (1935/36), S. 488 f. (Druck)
[Fürsorgeleistungen werden als Opfer der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft bezeichnet; dies erfordert als Gegenleistung den Willen zur Verbesserung der eigenen sozialen Lage und ehrliches Verhalten der Hilfeempfänger]

Nr. 36
Zeitungsmeldung (Berlin, 9. November 1935)
Germania Nr. 312 (Druck)
[Zeitungsmeldung über KZ-Einweisung von säumigen Unterhaltspflichtigen und Alkoholikern]

Nr. 37
Entwurf des Referenten im Hauptamt für Volkswohlfahrt bei der Reichsleitung der NSDAP Dr. Dr. Bruno Gerl für ein Bewahrungsgesetz (Berlin, 1. Januar 1936)
Blätter für öffentliche Fürsorge 21 (1936), S. 36-37 (Druck)
[Einweisung von Verwahrlosten in Bewahranstalten auf unbestimmte Zeit. Die Einweisungen erfolgen durch die Strafrichter bzw. Vormundschaftsrichter]

Nr. 38
Bekanntmachung des bayerischen Innenministers Adolf Wagner (München, 20. Februar 1936)
Bayerischer Regierungsanzeiger Nr. 55 vom 24.2.1936 (Druck)
[Reglementierung von Wohnungslosen durch Wanderbücher, ohne deren Besitz das Umherziehen untersagt ist. Der bayerische Landesverband für Wanderdienst wird Träger der Wandererfürsorge]

Nr. 39
Haus- und Arbeitsordnung des Vorsitzenden des bayerischen Landesverbands für Wanderdienst Alarich Seidler für die Wanderhöfe (München, 31. März 1936)
StA Ludwigsburg PL 413 Bü 236, n. fol. (Druck)
[Androhung von Einweisung in Konzentrationslager bei Verstößen gegen die Haus- und Arbeitsordnung]

Nr. 40
Die öffentliche Fürsorge keine Versorgung für Arbeitsscheue (München, 20. Juli 1936)
Völkischer Beobachter, Münchener Ausgabe (Druck)
[Gegen „Fürsorgeausbeuter“ soll rigoros vorgegangen werden]

Nr. 41
Protokoll der Hauptversammlung des Gesamtverbands deutscher Wanderarbeitsstätten (Bielefeld, 14. Oktober 1936)
Der Wanderer 53 (1936), S. 294-306, hier S. 306 (Druck)
[Das Organisationsmodell des bayerischen Landesverbands für Wanderdienst soll auf das gesamte Reich ausgedehnt werden]

Nr. 42
Entwurf des Leiters des Berliner Landeswohlfahrts- und Jugendamts Eduard Karl Spiewok für ein Bewahrungsgesetz mit Erläuterungen der Redaktion des Nachrichtendienstes des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge (Berlin, 15. Dezember 1936)
Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge 17 (1936), Heft 12, S. 341-343 (Druck)
[Einweisung von Verwahrlosten in Bewahranstalten auf unbestimmte Zeit. Die Einweisungen erfolgen durch die Vormundschaftsrichter]

Nr. 43
Beschluß des Bezirksamts Dachau (Dachau, 23. Dezember 1936)
Staatsarchiv München LRA 128373, n. fol. (Handschriftliche Ausfertigung)
[Einweisung eines alkoholsüchtigen Familienvaters ins Konzentrationslager Dachau zur Verbüßung von Arbeitszwang auf fürsorgerechtlicher Grundlage]

Nr. 44
Bericht der Abteilung VII d an den Präsidenten der Hamburger Fürsorgebehörde Oskar Martini (Hamburg, 26. Januar 1937)
StA Hamburg Sozialbehörde I VG 54.36, n. fol.(Ausfertigung)
[Die speziell zur Schikane alleinstehender Fürsorgeempfänger errichtete Abteilung berichtet über ihre Tätigkeit seit 1934]

Nr. 45
Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler im Reichstag (Berlin, 30. Januar 1937)
Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Deutschen Reichstags, 1937, Bd. 459, S. 2-17, hier S. 7 (Druck)
[Über den Individualinteressen von „Asozialen“ steht das Gemeinschaftsinteresse des Volks]

Nr. 46
Entwurf des Regierungsrats im Reichsarbeitsministerium Dr. Heinrich Schmidt-Schmiedebach für ein Wandererfürsorgegesetz (Berlin, 1. Februar 1937)
BArch R 22/1026, fol. 19-29 (Maschinenschrift)
[Einheitliche Regelung der Wandererfürsorge; mittelloses Umherziehen wird genehmigungspflichtig; arbeitsunfähige und „gemeinschädliche“ Wohnungslose sollen in Anstalten interniert werden]

Nr. 47
Vermerk des Verwaltungsdirektors beim Frankfurter Fürsorgeamt Hermann Baldes über eine Besprechung beim Wiesbadener Regierungspräsidenten Friedrich Pfeffer von Salomon (Frankfurt/M, 4. März 1937)
Stadtarchiv Frankfurt/M. Magistratsakte Nr. 7002, n. fol. (Maschinenschrift)
[Absprache über ein „Schnellverfahren“ bei der Einweisung von „arbeitsscheuen“ Fürsorgeempfängern in das Arbeitshaus Breitenau]

Nr. 48
Gestern Not - heute Faulheit (Berlin, 9. Oktober 1937)
Das Schwarze Korps Nr. 36 (Druck)
[Aufgrund der nunmehr vorhandenen Arbeitsplätze ist soziale Not allenfalls bei „notorischen Nichtstuern“ zu finden]

Nr. 49
Die Ausscheidung der Asozialen (Hamburg, 13. Oktober 1937)
Hamburger Fremdenblatt (Druck)
[Zur Verfolgung von „Asozialen“ reichen die vorhandenen strafrechtlichen Bestimmungen nicht aus]

Nr. 50
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Landesregierungen, den Reichskommissar für das Saarland, (in Preußen an den Ministerpräsidenten, die Ober- und Regierungspräsidenten, den Polizeipräsidenten von Berlin), an das Reichskriminalpolizeiamt, die Kriminalpolizei(leit)stellen und die Kriminalabteilungen (Berlin, 14. Dezember 1937)
BArch R 36/1864, n. fol. (Abschrift)
[Grunderlaß Vorbeugende Verbrechensbekämpfung: Möglichkeit der Verhängung von Vorbeugungshaft gegen „Asoziale“]

Nr. 51
Referentenentwurf des Ministerialrats im Reichsinnenministerium Fritz Ruppert für ein Gesetz über die Wandererfürsorge (Berlin, 15. Dezember 1937)
BArch R 18/5599, fol. 33-51 (Maschinenschrift)
[Einheitliche Regelung der Wandererfürsorge; mittelloses Wandern wird genehmigungspflichtig; Wanderunfähige können in Anstalten interniert werden; detaillierte Regelung von Zuständigkeit und Kostenübernahme]

Nr. 52
Denkschrift des Geschäftsführers des Deutschen Herbergsvereins Paul Gerhard Braune (Lobetal, 1. Januar 1938)
Hauptarchiv der von Bodelschwinghschen Anstalten Bestand 2 Nr. 63-55, n. fol.(Ausfertigung)
[Schwerwiegende Bedenken gegen den vom Reichsinnenministerium vorgelegten Gesetzentwurf zur Regelung der Wandererfürsorge]

Nr. 53
Protokoll einer vom Reichs- und preußischen Innenminister Dr. Wilhelm Frick einberufenen Sachverständigenkonferenz zur Beratung des Referentenentwurfs eines Wandererfürsorgegesetzes (Berlin, 10. Januar 1938)
BArch R 18/5599, fol. 87-95.
[Der vorgelegte Entwurf eines Wandererfürsorgegesetzes wird von der Mehrheit der Redner begrüßt; Ablehnung durch die Vertreter Bayerns]

Nr. 54
Bericht des Geschäftsführers des Deutschen Herbergsvereins Paul Gerhard Braune an den Vorsitzenden des Deutschen Herbergsvereins Friedrich von Bodelschwingh (Lobetal, 12. Januar 1938)
Hauptarchiv der von Bodelschwinghschen Anstalten Bestand 2 Nr. 63-55, n. fol. (Ausfertigung)
[Bericht über die Besprechung im Reichsinnenministerium vom 10.1.1938]

Nr. 55
Schreiben des Vorsitzenden des bayerischen Landesverbands für Wanderdienst Alarich Seidler an den Chef des Reichskriminalpolizeiamts Arthur Nebe (München, 14. Januar 1938)
BayHStA München MInn 79918, n. fol. (Durchschrift)
[Nach seiner Niederlage auf der Konferenz im Reichsinnenministerium versucht Seidler das Reichskriminalpolizeiamt für eine Ausweitung der Kompetenzen des bayerischen Landesverbands für Wanderdienst auf das Reich zu gewinnen]

Nr. 56
Erlaß des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei Heinrich Himmler an den Münchener Polizeipräsidenten SS-Obergruppenführer Friedrich Karl Freiherr von Eberstein (Berlin, 15. Januar 1938)
BayHStA München MInn Nr. 71576, n.fol. (Telegramm)
[Bettler sollen in Konzentrationslager eingewiesen werden]

Nr. 57
Erlaß des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei Heinrich Himmler an das Geheime Staatspolizeiamt und die Leiter der Staatspolizei(leit)stellen (Berlin, 26. Januar 1938)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 46-47 (Druck)
[Gegen Arbeitsscheue soll in einer einmaligen Verhaftungsaktion Schutzhaft verhängt werden]

Nr. 58
Beschluß des Erbgesundheitsgerichts Kassel (Kassel, 9. März 1938)
Archiv des Landeswohlfahrtsverbands Hessen Bestand 2 Nr. 8212 (Abschrift)
[Zwangssterilisation eines im Arbeitshaus Breitenau inhaftierten Landstreichers]

Nr. 59
Schreiben des Oberbürgermeisters der Stadt Görlitz Dr. Hans Damrau an den Leiter des Arbeitsamts Görlitz Dr. Dr. Lothar Freiherr von Biedermann (Görlitz, 10. März 1938)
BArch R 36/1860, n. fol. (Abschrift)
[Der Oberbürgermeister weigert sich, dem Arbeitsamt arbeitsscheue Personen zur Einweisung in ein Konzentrationslager zu melden]

Nr. 60
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Landesregierungen, den Reichskommissar für das Saarland, die preußischen Regierungs- und Oberpräsidenten, den Stadtpräsidenten und den Oberbürgermeister von Berlin (Berlin, 14. März 1938)
BArch R 36/1860, n. fol (Vervielfältigung in Maschinenschrift)
[Ein Teil der aufgrund des fürsorgerechtlichen Arbeitszwangs in Anstalten untergebrachten Personen soll der Gestapo zur Überführung in Konzentrationslager zur Verfügung gestellt werden]

Nr. 61
Dienstvorschrift des Berliner Oberbürgermeisters Dr. Julius Lippert an die Bezirksbürgermeister (Berlin, 29. März 1938)
Dienstblatt des Magistrats von Berlin, Teil II-VIII, S. 114-116, Verfügung Nr. VII/105 (Druck)
[Das Vorgehen gegen „Asoziale“ wird neu geordnet und zentralisiert]

Nr. 62
Erlaß des Chefs der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes Reinhard Heydrich an die Landesregierungen, den Reichskommissar für das Saarland, (für Preußen den Ministerpräsidenten, die Ober- und Regierungspräsidenten, den Berliner Polizeipräsidenten) und an die Kriminalpolizeistellen (Berlin, 4. April 1938)
StA Marburg 180 Hofgeismar 3652, n. fol. (Abschrift)
[Durchführungsrichtlinien zum Grunderlaß Vorbeugende Verbrechensbekämpfung mit einer Definition der als „Asoziale“ in Vorbeugungshaft zu nehmenden Personengruppen]

Nr. 63
Protokoll der konstituierenden Sitzung des Ausschusses für Wohlfahrtsrecht der Akademie für Deutsches Recht (Berlin, 29. April 1938)
BArch R 36/992, n. fol.(Maschinenschrift)
[Eine Neuordnung des Fürsorgerechts soll angestrebt werden; die Schaffung eines Bewahrungsgesetzes wird als dringlichste Aufgabe des Ausschusses bezeichnet]

Nr. 64
Bericht des Amtmanns Friedrich Piwitt an den Präsidenten der Hamburger Fürsorgebehörde Oskar Martini (Hamburg, 16. Mai 1938)
StA Hamburg Sozialbehörde I EF 60.10, n. fol. (Abschrift)
[Bericht über eine Besichtigung des Arbeitszwangslagers Teufelsmoor und der Wohnungsfürsorgeanstalt Hashunde in Bremen]

Nr. 65
Richtlinien des Deutschen Gemeindetags (Würzburg, 25. Mai 1938)
BArch R 36/933, fol. 145-148 Rs.(Vervielfältigung in Maschinenschrift)
[Die Höhe der Fürsorgeunterstützung soll nach dem Wert der Hilfesuchenden für die Volksgemeinschaft bemessen werden]

Nr. 66
Erlaß des Chefs der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizeileitstellen (Berlin, 1. Juni 1938)
StA Marburg 180 Hofgeismar 3652, n. fol. (Abschrift)
[Arbeitsfähige männliche „Asoziale“ und vorbestrafte Juden sollen in Vorbeugungshaft genommen werden]

Nr. 67
Schreiben des Leiters der Kriminalpolizeistelle Gleiwitz Dr. Richard Schulze an den Oberstaatsanwalt in Neisse (Gleiwitz, 15. Juni 1938)
BArch R 22/947, fol. 32-33 (Abschrift)
[Auch Gefangene der Gerichtsgefängnisse sollen der Kriminalpolizei gemeldet werden, um sie als „Asoziale“ in die Konzentrationslager abtransportieren zu können]

Nr. 68
Schreiben des Oberbürgermeisters der Stadt Münster Albert Hillebrand an die Provinzialdienststelle Westfalen-Lippe des Deutschen Gemeindetags (Münster, 17. Juni 1938)
BArch R 36/1860, n. fol. (Abschrift)
[Die Verschleppung von Fürsorgeempfängern in Konzentrationslager wird begrüßt und eine Weiterführung der Verhaftungen gefordert]

Nr. 69
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Kassel Josef Nitsche (Kassel, 17. Juni 1938)
StA Marburg 180 Marburg 3539, n. fol. (Abschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen einen Bettler]

Nr. 70
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen Alfred Amelung (Essen, 18. Juni 1938)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 217/340, n. fol. (Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen einen wohnungslosen Gelegenheitsarbeiter]

Nr. 71
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen Alfred Amelung (Essen, 18. Juni 1938)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 144/54, n. fol. (Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen einen Fürsorgeempfänger]

Nr. 72
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen Alfred Amelung (Essen, 18. Juni 1938)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 167/150, n. fol. (Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen einen Zuhälter]

Nr. 73
Vermerk des Verwaltungsdirektors beim Frankfurter Fürsorgeamt Hermann Baldes über eine Besprechung mit dem Oberbürgermeister Dr. Friedrich Krebs (Frankfurt/M., 1. Juli 1938)
Stadtarchiv Frankfurt/M. Magistratsakte Nr. 7002, n. fol. (Maschinenschrift)
[Bericht über die KZ-Verbringung „asozialer“ Fürsorgeempfänger]

Nr. 74
Protokoll der I. Arbeitstagung des Ausschusses für Wohlfahrts- und Fürsorgerecht der Akademie für Deutsches Recht (Hamburg, 19. August 1938)
BArch R 36/1829, n. fol.(Maschinenschrift)
[Diskussion über die weitere Notwendigkeit eines Bewahrungsgesetzes nach den KZ-Einweisungen „Asozialer“]

Nr. 75
Brief des Geschäftsführers des Deutschen Herbergsvereins Paul Gerhard Braune an den Vorsitzenden des Deutschen Herbergsvereins Friedrich von Bodelschwingh (Lobetal, 26. August 1938)
Hauptarchiv der von Bodelschwinghschen Anstalten Bestand 2 Nr. 63-55, n. fol. (Ausfertigung)
[Nach der Verhängung von Vorbeugungshaft gegen Wohnungslose wird eine besondere Wandererfürsorge keine Existenzberechtigung mehr haben]

Nr. 76
Schreiben des Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der Wanderarbeitsstätten in Württemberg Karl Mailänder an den württembergischen Innenminister Dr. Jonathan Schmid (Stuttgart, 1. September 1938)
HStA Stuttgart E 151 III Bü. 2511, fol. 136 (Ausfertigung)
[Für „asoziale Wanderer“ fordert Mailänder Einweisung in Konzentrationslager]

Nr. 77
Erlaß des Chefs des Reichskriminalpolizeiamts Arthur Nebe an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 1. September 1938)
StA Marburg 180 Marburg Nr. 4115, n. fol. (Abschrift)
[Übernachtungsgelegenheiten für Wohnungslose sollen nach Arbeitsscheuen durchsucht werden]

Nr. 78
Dienstvorschrift des Präsidenten der Hamburger Fürsorgebehörde Oskar Martini für die Bezirksämter (Hamburg, 2. September 1938)
StA Hamburg Sozialbehörde I VG 28.67, n. fol.(Vervielfältigung in Maschinenschrift)
[Neuordnung der Behandlung „Asozialer“ unter Einbeziehung der Vorbeugungshaft]

Nr. 79
Schreiben des Oberbürgermeisters der Stadt Eisleben Ernst Heinrich an die Provinzialdienststelle Sachsen des Deutschen Gemeindetags (Eisleben, 10. Oktober 1938)
BArch R 36/1864, n. fol. (Abschrift)
[Sexuell freizügige Frauen sollen in Lagern interniert werden]

Nr. 80
Fahndungskartei für Asoziale (Bethel bei Bielefeld, 1. November 1938)
Der Wanderer 55 (1938), Nr. 11/12 (Druck)
[In einer in der Fachzeitschrift „Der Wanderer“ regelmäßig abgedruckten „Fahndungskartei für Asoziale“ fordern verschiedene Fürsorgeverbände zur Verhaftung von „asozialen Wanderern“ auf]

Nr. 81
Beschluß des Erbgesundheitsgerichts Kassel (Kassel, 2. November 1938)
Archiv des Landeswohlfahrtsverbands Hessen Bestand 2 Nr. 8793 (Abschrift)
[Zwangssterilisation eines im Arbeitshaus Breitenau inhaftierten Landstreichers]

Nr. 82
Bericht des Dezernenten des Frankfurter Fürsorgeamts Dr. Werner Fischer-Defoy an den Oberbürgermeister Dr. Friedrich Krebs (Frankfurt/M., 8. November 1938)
Stadtarchiv Frankfurt/M. Magistratsakte Nr. 7002, n. fol.(Ausfertigung)
[KZ-Verbringung von „Asozialen“ ist kostengünstiger als die Einweisung in Arbeitshäuser]

Nr. 83
Erlaß des Chefs des Reichskriminalpolizeiamts Arthur Nebe an die Kriminalpolizeistelle in N. (Berlin, 21. November 1938)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 105 (Druck)
[Vorbeugungshaft für Alkoholiker]

Nr. 84
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die ärztlichen Begutachter der Ehestandsdarlehensbewerber (Berlin, 14. Januar 1939)
Reichsgesundheitsblatt 1939, Nr. 5, S. 70-71 (Druck)
[Die zinslosen Darlehen für junge Ehepaare dürfen nur gesunden und erbtüchtigen Antragstellern gewährt werden; bei Auftreten vom „Erbkrankheiten“ in der Verwandtschaft und bei als „asozial“ eingeschätzten Familien müssen die Anträge abgelehnt werden]

Nr. 85
Disposition des Amtschefs der Dienststelle Vierjahresplan im Persönlichen Stab des Reichsführers-SS Oberführer Ulrich Greifelt für einen Vortrag auf einer Tagung von SS-Gruppenführern (Berlin, 25. Januar 1939)
BArch NS 19/1669, fol. 129-153, hier fol. 139-140 (Maschinenschrift)
[KZ-Einweisung von „Arbeitsscheuen“ und „Asozialen“ ist aus Gründen der „nationalen Arbeitsdisziplin“ zur Verwirklichung des Vierjahresplans notwendig]

Nr. 86
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Landesregierungen, den Reichskommissar für das Saarland, den Reichskommissar für die sudetendeutschen Gebiete, die Regierungspräsidenten, den Berliner Polizeipräsidenten, die Landeshauptmänner in Österreich, die Landräte, die Gemeinden und die Gesundheitsämter (Berlin, 28. Januar 1939)
Reichsministerialblatt für die Innere Verwaltung 1939, S. 205 f. (Druck)
[An Frauen aus „asozialen“ und „erbkranken“ Familien darf kein „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ verliehen werden]

Nr. 87
Entwurf des Vorsitzenden des bayerischen Landesverbands für Wanderdienst Alarich Seidler für ein Gesetz über die Behandlung Gemeinschaftsfremder mit Begründung (München, 1. Februar 1939)
BArch R 36/1162, n. fol.(Maschinenschrift)
[„Gemeinschaftsfremde“ sollen in Anstalten interniert werden; Hinweis auf entsprechende Erfahrungen des bayerischen Landesverbands für Wanderdienst]

Nr. 88
Leitsätze des Ausschusses für Wohlfahrts- und Fürsorgerecht der Akademie für Deutsches Recht zur Neugestaltung des Bewahrungsrechts (Berlin, 2. März 1939)
BArch R 22/1915, fol. 254-264 (Vervielfältigung in Maschinenschrift)
[Bewahrung von „Verwahrlosten“ als Aufgabe der Landesfürsorgeverbände; Errichtung von Bewahrungsgerichten]

Nr. 89
Bericht der Bezirksfürsorgerin Margarete Reinert an die Stadtverwaltung Detmold (Detmold, 10. März 1939)
StA Detmold L 80 I c Gruppe XXIV Fach 11 Nr. 40 a, n. fol. (Ausfertigung)
[Der Antrag einer Frau aus einer „asozialen Großfamilie“ für ein „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ soll abgelehnt werden]

Nr. 90
Kriminalpolizeiliche Vorbeugungshaft als Mittel zur Bewahrung Asozialer (Berlin, 15. März 1939)
Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge 20 (1939) Nr. 3 S. 90-92 (Druck)
[In der Fürsorgezeitschrift wird die Möglichkeit der Verbringung von „Asozialen“ in Konzentrationslager umfassend dargestellt. Ein Bewahrungsgesetz wird weiterhin als notwendig erachtet]

Nr. 91
Urteil des Amtsgerichts Vilbel (Vilbel, 22. März 1939)
Archiv des Landeswohlfahrtsverbands Hessen Bestand 2, Nr. 8359 (Abschrift)
[Verurteilung eines Bettlers zu sechs Wochen Haft und anschließender Unterbringung in einem Arbeitshaus]

Nr. 92
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Landesregierungen, den Reichskommissar für das Saarland, den Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich (Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten), den Reichsstatthalter in Hamburg und alle Polizeibehörden (Berlin, 24. Mai 1939)
Reichsministerialblatt für die Innere Verwaltung 1939, S. 1181 (Druck)
[Das Reichskriminalpolizeiamt richtet eine „Reichszentrale zur Bekämpfung der Jugendkriminalität“ ein]

Nr. 93
Dienstvorschrift des Nürnberger Oberbürgermeisters Willy Liebel an die Stadtverwaltung (Nürnberg, 1. August 1939)
Maßnahmen gegen Asoziale. Zusammengestellt für den Dienstgebrauch bei der Verwaltung der Stadt der Reichsparteitage Nürnberg, (Nürnberg) 1939 (Druck)
[Umfassende Darstellung der in Bayern geltenden Gesetze und Verordnungen, die zur Bekämpfung der „Asozialen“ herangezogen werden können]

Nr. 94
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Landesregierungen, den Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich, den Reichskommissar für das Saarland, den Reichsstatthalter im Sudetengau, den Reichsstatthalter in Hamburg, das Reichskriminalpolizeiamt, die Regierungspräsidenten und Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 9. September 1939)
BArch R 22/1515, fol. 8-9 Rs. (Abschrift)
[Straßenprostitution soll völlig unterdrückt werden; Prostitution in Bordellen wird streng reglementiert; bei Verstößen gegen ausgesprochene Vorschriften kann Vorbeugungshaft verhängt werden]

Nr. 95
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Landesregierungen, den Reichskommissar für das Saarland, die Regierungspräsidenten, die Landräte, die staatlichen und kommunalen Gesundheitsämter, den Polizeipräsidenten und den Oberbürgermeister der Stadt Berlin (Berlin, 18. September 1939)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 149 f. (Druck)
[Verstärkte Kontrolle von potentiell geschlechtskranken Personen; gegen Personen, die sich den Kontrollen entziehen, kann Vorbeugungshaft verhängt werden]

Nr. 96
Erlaß des Chefs des Reichskriminalpolizeiamts Arthur Nebe an die Kriminalpolizei(leit)stellen, den Kriminalpolizeilichen Verbindungsstab in Prag und die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei (Berlin, 21. September 1939)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 151-153 (Druck)
[Prostituierten und Bordellbesitzern werden Merkblätter mit Reglementierungsvorschriften ausgehändigt; Androhung von Vorbeugungshaft bei Verstößen]

Nr. 97
Vermerk des Ministerialrats im Reichsjustizministerium Otto Rietzsch mit Entwurf einer Verordnung über die Bewahrung Asozialer (Berlin, 23. Februar 1940)
BArch R 22/943, fol. 69 (Vermerk), fol. 71-75 (Entwurf der Verordnung) (beides Maschinenschrift)
[Der Entwurf für ein Gemeinschaftsfremdengesetz ist für die Justiz untragbar; Entwurf eines Gegenvorschlags]

Nr. 98
Vortrag des Leiters des Rassenpolitischen Amts Dr. Walter Groß auf einer Kundgebung des Gaus Oberdonau des Rassenpolitischen Amts (Linz, 14. März 1940)
Deutsches Rundfunkarchiv Frankfurt/M. Band Nr. 77 U 3537/1 (Tonaufnahme)
[Ausmerzung der „Asozialen“ ist bevölkerungspolitische Notwendigkeit]

Nr. 99
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizei(leit)stellen und die Kriminalabteilungen (Berlin, 1. April 1940)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 175 (Druck)
[Die Errichtung von Jugendschutzlagern für „kriminelle und asoziale Minderjährige“ wird angekündigt]

Nr. 100
Schreiben des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, den Reichsjustizminister Dr. Franz Gürtner, den Reichs- und preußischen Arbeitsminister Franz Seldte,  den Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk mit Entwurf eines Gesetzes zur Behandlung Gemeinschaftsfremder mit Durchführungsverordnung (Berlin, 10. Mai 1940)
BArch R 22/943, fol. 20-20 Rs. (Ausfertigung des Anschreibens) fol. 21-23 Rs. (Anlagen)
[Das Reichsinnenministerium legt erstmals einen Entwurf für ein Gemeinschaftsfremdengesetz den beteiligten Ressortministern vor]

Nr. 101
Schreiben des Leiters des Gesundheitsamts Detmold Dr. Otto Augener an den Reichsstatthalter von Lippe und Schaumburg-Lippe Dr. Alfred Meyer (Detmold, 17. Juni 1940)
StA Detmold L 80 I c Gruppe XXIV Fach 6 Nr. 17, n. fol. (Durchschrift)
[Ablehnung eines Ehestandsdarlehens aufgrund „Asozialität“ und „erblicher Belastung“ des Bewerberehepaars]

Nr. 102
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 18. Juni 1940)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 190 (Druck)
[Strenge Maßstäbe bei der Entlassung von „Asozialen“ aus der Vorbeugungshaft; keine Entlassung von Juden und „Zigeunern“]

Nr. 103
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 26. Juni 1940)
BArch R 58/1027, fol. 134a-134b (Abschrift)
[Mit der Einweisung von männlichen Jugendlichen in ein Jugendschutzlager kann begonnen werden]

Nr. 104
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die vorgesetzten Dienstbehörden der Gesundheitsämter, die Gesundheitsämter und den Präsidenten des Reichsgesundheitsamts (Berlin, 18. Juli 1940)
Reichsministerialblatt für die Innere Verwaltung 1940, S. 1519-1524 (Druck)
[Die Gewährung von sozialen Leistungen ist von rassenhygienischen Kriterien abhängig]

Nr. 105
Ordnung des Leiters des Bremer Wohlfahrts- und Jugendamts Reinhold Löffler für das Arbeitszwangslager Teufelsmoor (Bremen, 1. August 1940)
BArch R 36/1864, n. fol.(Abschrift)
[Rigide Lagerordnung mit weitreichenden Strafmöglichkeiten in Kompetenz des Personals]

Nr. 106
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 16. August 1940)
BArch R 58/1027, fol. 138a (Abschrift)
[Es sollen weitere Anträge zur Einweisung von Jugendlichen in Jugendschutzlager gestellt werden]

Nr. 107
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 7. Oktober 1940)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 206 (Druck)
[Das Gemeinschaftsfremdengesetz wird angekündigt; die Zahl der für eine „Verwahrung“ in Frage kommenden Personen soll festgestellt werden]

Nr. 108
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 8. November 1940)
BArch R 58/1027, fol. 138b (Abschrift)
[Weitere Vorschläge zur Einweisung Jugendlicher in Jugendschutzlager sollen eingereicht werden]

Nr. 109
Schreiben des Leiters des Wohlfahrtsamts der Stadt Kassel Johannes Harms an den Deutschen Gemeindetag (Kassel, 2. Dezember 1940)
BArch R 36/1864, n. fol. (Ausfertigung)
[Bericht über das Vorgehen gegen „Asoziale“ in Kassel]

Nr. 110
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen Alfred Amelung (Essen, 7. Dezember 1940)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 155/95, n. fol. (Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen eine Gelegenheitsarbeiterin]

Nr. 111
Erlaß des Berliner Oberbürgermeisters Ludwig Steeg an die Bezirksbürgermeister (Berlin, 13. Januar 1941)
Dienstblatt des Magistrats der Stadt Berlin, Teil II-VIII, Teil VII, S. 11-15 (Druck)
[Regelung der Bewahrung „Asozialer“ in Berlin unter Einbeziehung der Einweisung in Konzentrationslager und Jugendschutzlager]

Nr. 112
Vermerk des Ministerialrats im Reichsjustizministerium Otto Rietzsch über eine Chefbesprechung unter Vorsitz des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich (Berlin, 21. März 1941)
BArch R 22/943, fol. 100-107 (Maschinenschrift mit handschriftlichen Abänderungen)
[Trotz schwerer Bedenken werden die Grundzüge des Entwurfs für ein Gemeinschaftsfremdengesetz akzeptiert]

Nr. 113
Erlaß des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei Heinrich Himmler an die Befehlshaber und Inspekteure der Sicherheitspolizei, die Beauftragten des Chefs der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in Paris und Brüssel, die Staatspolizei(leit)stellen und das Einsatzkommando der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in Luxemburg (Berlin, 28. Mai 1941)
BArch R 58/1027, fol. 168-172 (Ausfertigung für den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes Den Haag)
[Zur Bekämpfung von „Arbeitsverweigerern und arbeitsunlustigen Elementen“ werden Arbeitserziehungslager unter Aufsicht der Gestapo errichtet]

Nr. 114
Schreiben des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an den Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Chef der Reichskanzlei Dr. Hans Heinrich Lammers mit Entwurf eines Gesetzes über die Behandlung Gemeinschaftsfremder mit Begründung (Berlin, 24. Juni 1941)
BArch R 22/943, fol. 122 (Ausfertigung des Anschreibens) fol. 123-134 (Anlagen)
[Ein überarbeiteter Entwurf für ein Gemeinschaftsfremdengesetz soll auf dem Umlaufweg verabschiedet werden]

Nr. 115
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen (Essen, 14. August 1941)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 168/151, n. fol. (Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen eine obdachlose Frau]

Nr. 116
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen (Essen,15. August 1941)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 192/241, n. fol. (Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen einen Bergmann aufgrund von Fehlzeiten bei der Arbeit]

Nr. 117
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Gau-(Landes-)jugendämter (Fürsorgeerziehungsbehörden), Jugendämter und ihre Aufsichtsbehörden (Berlin, 3. Oktober 1941)
Reichsministerialblatt für die Innere Verwaltung 1941, S. 1773 f. (Druck)
[Die Jugendämter sollen Vorschläge zur Einweisung von Jugendlichen in das Jugendschutzlager Moringen vorlegen]

Nr. 118
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick und des Reichs- und preußischen Arbeitsministers Franz Seldte an die Bezirksfürsorgeverbände und ihre Aufsichtsbehörden (Berlin, 31. Oktober 1941)
Reichsministerialblatt für die Innere Verwaltung 1941, S. 1951-1954 (Druck).
[Unterschiedliche materielle Versorgung von „erbtüchtigen“ und „asozialen“ Fürsorgeempfängern]

Nr. 119
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 12. November 1941)
BArch R 22/1176, fol. 183-184 (Abschrift)
[Eine Erweiterung des Jugendschutzlagers Moringen macht weitere Einweisungen möglich]

Nr. 120
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Polizeibehörden, die Gesundheitsämter, die Gemeinden und Gemeindeverbände (Berlin, 21. Dezember 1941
Reichsministerialblatt für die Innere Verwaltung 1942, S. 41-43 (Druck)
[Errichtung eines Kriminalbiologischen Instituts der Sicherheitspolizei im Reichskriminalpolizeiamt]

Nr. 121
Bekanntmachung des Reichsstatthalters in Niederdonau Dr. Hugo Jury an die Landräte und Oberbürgermeister (Wien, 6. Februar 1942)
Verordnungs- und Amtsblatt für den Reichsgau Niederdonau, 1942, S. 61-63 (Druck)
[Einrichtung von Asozialenkommissionen]

Nr. 122
Bericht des Betriebsarztes der Focke-Wulf Flugzeugbau GmbH Dr. Herbert Warning an das Rassenpolitische Amt des Gaus Weser-Ems (Bremen, 23. Februar 1942)
BArch R 22/1932, fol. 78-81 (Ausfertigung)
[„Asoziale“ Arbeiter bedrohen die Produktivität und werden als Träger potentieller revolutionärer Erhebungen gesehen; zur Abwehr wird die „physische Vernichtung“ von „Asozialen“ vorgeschlagen]

Nr. 123
Schreiben des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an den Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Chef der Reichskanzlei Dr. Hans Heinrich Lammers mit Entwurf eines Gemeinschaftsfremdengesetzes (Berlin, 19. März 1942)
BArch R 22/943, fol. 181-181 Rs. (Ausfertigung des Anschreibens) fol. 182-185 (Anlage)
[Das Reichsinnenministerium legt erneut einen Entwurf für ein Gemeinschaftsfremdengesetz zur Verabschiedung auf dem Umlaufweg vor]

Nr. 124
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 30. März 1942)
BArch R 22/1176, fol. 198-199 (Abschrift)
[Eröffnung eines Jugendschutzlagers für Mädchen]

Nr. 125
Schreiben des Ministerialrats im Reichsinnenministerium Fritz Ruppert an den Regierungsdirektor im württembergischen Innenministerium Paul Dallinger (Berlin, 4. April 1942)
HStA Stuttgart E 151 III Bü 2525, fol. 119 (Ausfertigung)
[Die Landesfürsorgeverbände können Anträge auf Verhängung von Vorbeugungshaft gegen „Asoziale“ stellen]

Nr. 126
Schreiben des Reichsministers ohne Geschäftsbereich und Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht Dr. Hans Frank an den Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Chef der Reichskanzlei Dr. Hans Heinrich Lammers (Berlin, 7. April 1942)
BArch R 22/943, fol. 197-198 (Abschrift)
[Frank widerspricht dem vom Reichsinnenministerium am 19.3.1942 vorgelegten Entwurf eines „Gesetzes über die Behandlung Gemeinschaftsfremder“]

Nr. 127
Bericht der Ministerialräte im Reichsjustizministerium Dr. Heinz Kümmerlein und Dr. Johannes Eichler über eine Besichtigung des Jugendschutzlagers Moringen (Berlin, 16. April 1942)
BArch R 22/1176, fol. 206-210 (Maschinenschrift)
[An der Notwendigkeit des Jugendschutzlagers besteht kein Zweifel]

Nr. 128
Erbbiologische Auslese und politische Bewährung. Stellungnahme des Rassenpolitischen Amts der NSDAP (Berlin, 20. Mai 1942)
Informationsdienst Nr. 125. Rassenpolitisches Amt der NSDAP. Reichsleitung (Druck)
[Politische Zuverlässigkeit ist allein noch kein Beweis für Erbtüchtigkeit]

Nr. 129
Die Bekämpfung der Gemeinschaftsunfähigen (Berlin, 20. Juni 1942)
Informationsdienst Nr. 126. Rassenpolitisches Amt der NSDAP. Reichsleitung (Druck)
[Die Bekämpfung von „Asozialen“ wird als Aufgabe des Rassenpolitischen Amts der NSDAP bezeichnet]

Nr. 130
Bekanntgabe der Parteikanzlei der NSDAP (München, 25. Juni 1942)
Partei-Kanzlei (Hrsg.), Verfügungen, Anordnungen, Bekanntgaben, II. Band, München 1942, S. 49-51 (Druck)
[Ob eine Person als „asozial“ anzusehen ist, kann nur aus dem Gesamtbild der „Sippe“ ermittelt werden]

Nr. 131
Bekanntgabe der Parteikanzlei der NSDAP (München, 30. Juni 1942)
Partei-Kanzlei (Hrsg.), Verfügungen, Anordnungen, Bekanntgaben, II. Band, München 1942, S. 81 (Druck)
[„Asoziale“ können nicht „kinderreich“ sein]

Nr. 132
Vermerk des Reichsjustizministers Dr. Otto Thierack über ein Gespräch mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Joseph Goebbels (Berlin, 14. September 1942)
Archiv des Instituts für Zeitgeschichte, München, Nürnberger Dokument PS 682 (Abschrift)
[„Asoziales Leben“ soll durch Arbeit vernichtet werden]

Nr. 133
Vermerk des Reichsjustizministers Dr. Otto Thierack über ein Gespräch mit dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler (Berlin, 18. September 1942)
BArch R 22/5029, fol. 54-55 (Maschinenschrift)
[Auslieferung „asozialer Elemente“ aus dem Strafvollzug zur Vernichtung durch Arbeit in den Konzentrationslagern; Bedenken gegen Definitionen im Gemeinschaftsfremdengesetz]

Nr. 134
Bericht der Abteilung Arbeitsfürsorge des Wohlfahrtsamts der Stadt Stuttgart (Stuttgart, 22. September 1942)
Stadtarchiv Stuttgart, Sozialamt 412, n.fol.(Ausfertigung)
[Asozialenbekämpfung durch das Stuttgarter Wohlfahrtsamt]

Nr. 135
Erlaß des Chefs des Reichssicherheitshauptamts Heinrich Himmler an die Kriminalpolizei(leit)stellen (Berlin, 28. November 1942)
BArch R 22/1191, fol. 422-423 (Ausfertigung für das Reichsjustizministerium)
[In Lodz wird ein Lager für verwahrloste polnische Kinder und Jugendliche errichtet]

Nr. 136
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an den Oberpräsidenten der Provinz Oberschlesien, die Reichsstatthalter im Warthegau, in Danzig-Westpreußen und im Sudetenland (Berlin, 3. Dezember 1942)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 313-313 Rs. (Druck)
[Bei polnischen Jugendlichen soll keine Fürsorgeerziehung mehr verhängt werden; sie sollen statt dessen in das „Polenjugendverwahrlager“ in Lodz eingewiesen werden]

Nr. 137
Vermerk des Ministerialrats im Reichsjustizministerium Otto Rietzsch über eine Besprechung zwischen dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler und Reichsjustizminister Dr. Otto Thierack (Berlin, 21. Dezember 1942)
BArch R 22/943, fol. 269-269 Rs. (Maschinenschrift)
[Das Gemeinschaftsfremdengesetz soll nunmehr gemeinsam vom Reichssicherheitshauptamt und vom Reichsjustizministerium ausgearbeitet werden]

Nr. 138
Erlaß des Reichsjustizministers Dr. Otto Thierack an die Richter (Berlin, 1. Januar 1943)
BArch R 22/4002, fol. 13-14 Rs.(Druck)
[Vernichtung „Asozialer“ als Aufgabe der Justiz]

Nr. 139
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an die Gau- und Landesjugendämter (Berlin, 26. Januar 1943)
Erlaßsammlung Vorbeugende Verbrechensbekämpfung, S. 322 (Druck)
[In das Polenjugendverwahrlager Lodz können Kinder ab dem 8. Lebensjahr eingeliefert werden]

Nr. 140
Entwurf des Ministerialrats im Reichsjustizministerium Otto Rietzsch für ein Gesetz über die Behandlung Asozialer (Berlin, 1. Februar 1943)
BArch R 22/943, fol. 295-299 (Durchschrift)
[Verknüpfung  polizeilicher und strafrechtlicher Asozialenbekämpfung unter Abänderung des Strafrechts]

Nr. 141
Entwurf des Reichskriminalpolizeiamts für ein Gesetz über die Behandlung Gemeinschaftsfremder (Berlin, 4. März 1943)
BArch R 22/943, fol. 302-307 (Vervielfältigung in Maschinenschrift)
[Verknüpfung polizeilicher und strafrechtlicher Asozialenbekämpfung ohne Abänderung des Strafrechts]

Nr. 142
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen Kurt Damm (Essen, 5. März 1943)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 139, fol. 38-38 Rs. (Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen einen Alkoholiker]

Nr. 143
Vermerk des Ministerialrats im Reichsjustizministerium Otto Rietzsch über eine Besprechung über den vom Reichskriminalpolizeiamt vorgelegten Entwurf eines Gemeinschaftsfremdengesetzes (Berlin, 8. Mai 1943)
BArch R 22/943, fol. 316-317 Rs. (Maschinenschrift)
[Verhandlungen über die Abgrenzung der Aufgaben von Justiz und Polizei; Definition der „Gemeinschaftsfremden“]

Nr. 144
Bekanntgabe der Parteikanzlei der NSDAP (München, 11. Mai 1943)
Partei-Kanzlei (Hrsg.), Verfügungen, Anordnungen, Bekanntgaben, 1. Teil aus 1943, IV. Band, München o.J. (1943), S. 249-251 (Druck)
[Bericht über die Jugendschutzlager Moringen und Uckermark und über das Polenjugendverwahrlager Lodz]

Nr. 145
Vortrag des Obermedizinalrats Dr. Richard Günther auf einem Fortbildungslehrgang von Volkspflegerinnen des Sudetengaus (Prag, 24. Mai 1943)
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Bestand Rassenpolitisches Amt der NSDAP, A 1/7. (Maschinenschrift)
[Asozialenbekämpfung als bevölkerungspolitische Aufgabe]

Nr. 146
Vortrag des Leiters des Hauptwohlfahrtsamts der Stadt Wien Dr. Robert Linke auf einem Fortbildungslehrgang von Volkspflegerinnen des Sudetengaus (Prag, 24. Mai 1943)
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Bestand Rassenpolitisches Amt der NSDAP, A 1/7 (Abschrift)
[Bekämpfung der „Asozialen“ in Wien; Schilderung der Tätigkeit der „Asozialenkommission“]

Nr. 147
Protokoll einer Sitzung der Wiener Asozialenkommission (Wien, 6. Juli 1943)
Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen, Ludwigsburg, Ordner IV, Verschiedenes (1950 von der Staatsanwaltschaft Wien  angefertigte Fotokopie der Ausfertigung)
[Eine Kommission unter Federführung der Gauführung des Rassenpolitischen Amts entscheidet über das Vorgehen gegen „Asoziale“]

Nr. 148
Bericht des Oberregierungsrats Hermann Schmidhäuser  an den Ministerialrat im Reichsjustizministerium Dr. Johannes Eichler (Heilbronn, 31. Juli 1943)
BArch R 22/1306, fol. 12-20 (Ausfertigung)
[Bericht über eine Besichtigung des Jugendschutzlagers Moringen]

Nr. 149
Schreiben des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Wilhelm Frick an den Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Chef der Reichskanzlei Dr. Hans Heinrich Lammers mit Entwurf eines Gemeinschaftsfremdengesetzes (Berlin, 9. August 1943)
BArch R 18/3386, fol. 2 (Ausfertigung des Anschreibens) fol.3-4 (Druck der Anlage)
[Gemeinsamer Entwurf des Reichsinnenministeriums und des Reichsjustizministeriums für ein Gemeinschaftsfremdengesetz]

Nr. 150
Schreiben des Reichsministers ohne Geschäftsbereich und Chefs der Reichskanzlei Dr. Hans Heinrich Lammers an den Reichs- und preußischen Innenminister Heinrich Himmler (Berlin, 14. Oktober 1943)
BArch R 18/3386, fol. 12 (Abschrift)
[Hitler widerspricht dem Gemeinschaftsfremdengesetz]

Nr. 151
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen Kurt Damm (Essen, 10. November 1943)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 96, fol. 77-77 Rs.(Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen einen Bettler]

Nr. 152
Rede des Reichs- und preußischen Innenministers Heinrich Himmler vor Journalisten (Weimar, 4. Dezember 1943)
Deutsches Rundfunkarchiv, 76 U 3394/1 (Tonaufnahme)
[Die Bekämpfung von „Berufsverbrechern“ und „Asozialen“ hat die Kriminalität gesenkt]

Nr. 153
Schreiben des SS-Standartenführers und Obersten der Polizei im Reichskriminalpolizeiamt Paul Werner an den Ministerialdirigenten im Reichsjustizministerium Fritz Grau mit Entwurf eines Gesetzes über die Behandlung Gemeinschaftsfremder mit Begründung und Durchführungsverordnung (Berlin, 17. März 1944)
BArch R 22/944, fol. 224 (Ausfertigung des Anschreibens) fol. 225-229 Rs.(Druck der Anlagen)
[Ein letzter Entwurf für ein Gemeinschaftsfremdengesetz wird vorgelegt]

Nr. 154
Erlaß des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei Heinrich Himmler an die Polizeibehörden (Berlin, 25. April 1944)
Reichsministerialblatt für die Innere Verwaltung 1944, S. 431-436 (Druck)
[Umfassende Bestimmung der Aufgaben und der Zielgruppen der Jugendschutzlager, Regelung des Einweisungsverfahren, Abgrenzung zu den Aufgaben der Justiz]

Nr. 155
Erlaß des Reichs- und preußischen Innenministers Heinrich Himmler an die Landes-(Gau-)jugendämter, die Jugendämter und deren Aufsichtsbehörden (Berlin, 26. April 1944)
Reichsministerialblatt für die Innere Verwaltung 1944, S. 445 f.(Druck)
[Anweisung an die Jugendämter zum Einweisungsverfahren in die Jugendschutzlager]

Nr. 156
Brief des Geschäftsführers des Zentralvorstands deutscher Arbeiterkolonien Paul Gerhard Braune an den Stuttgarter Regierungsdirektor Karl Mailänder (Lobetal, 18. Juli 1944)
StA Ludwigsburg PL 411 Bü 61, n. fol. (Ausfertigung)
[Das Gemeinschaftsfremdengesetz kann „jeden Augenblick“ erscheinen]

Nr. 157
Vermerk des Oberlandesgerichtsrats im Reichsjustizministerium Karl Meinhof (Berlin,  8. August 1944)
BArch R 22/949, fol. 135 Rs. (eigenhändig)
[Das Gemeinschaftsfremdengesetz ist gescheitert]

Nr. 158
Anordnung des Leiters der Kriminalpolizeistelle Essen Kurt Damm (Essen, 25. August 1944)
HStA Düsseldorf BR 1111 Nr. 94, fol. 60-60 Rs. (Durchschrift)
[Verhängung von Vorbeugungshaft gegen eine Prostituierte]

Nr. 159
Protokoll einer Tagung von Beamten des Reichsjustizministeriums mit bayerischen Generalstaatsanwälten (Bamberg, 16. November 1944)
Archiv des Instituts für Zeitgeschichte, München, MA 1563/20, Nürnberger Dokument NG 1546 (Maschinenschrift)
[Gefangene mit körperlichen Mißbildungen sollen ermordet werden; für ein Museum sollen Fotographien solcher Gefangener gesammelt werden]