| Thomas
Schwietring M.A.
Literatur-
und Informationsrecherche
für
die Sozialwissenschaften in elektronischen Datenbanken,
in
Bibliothekskatalogen und im Internet
Informationen und Links
zu einer Einführung
Achtung: Viele Verlinkungen in diesem Skript aus dem Jahr 2000 sind inzwischen leider überholt. Es existiert daher eine > aktualisierte Fassung, die allerdings knapper ausfällt. Unverändert gültig sind in diesem Skript die Ausführungen zu "Recherchetechniken" und zur Formulierung von Datenbankabfragen.
0
Vorbemerkung
1
Literaturrecherche
1.1
Bibliothekskataloge
1.2
Bibliographische Datenbanken
1.3
Recherchetechniken
2
Informationsrecherche im Internet
2.1
Allgemeine Suchdienste
2.2
Sammlung von Internetadressen zu den Sozialwissenschaften
2.3
Sozialwissenschaftliche Institutionen u. andere Institutionen mit
sozialwiss. Informationen
2.3.1
Fachverbände
2.4
Mailinglisten und Diskussionsgruppen
3
Literaturhinweise
0
Vorbemerkung
Bei den folgenden Hinweisen
handelt es sich ume eine aktualisierte Fassung eines Seminarskripts,
das als Grundlage einer erstmals im Wintersemester 1999/2000
durchgeführten Einführungsveranstaltung zur "Literatur- und
Informationsrecherche in den Sozialwissenschaften" verwendet wurde.
"Literatur- und
Informationsrecherche" deshalb, weil es sowohl um die
Möglichkeiten der Suche nach wissenschaftlicher Literatur gehen
soll (Teil 1) als auch allgemeiner um die Suche nach
sozialwissenschaftlich relevanten Informationen wie statistischen
Daten, Gesetzestexten, unpublizierten Texte usw. gehen soll (Teil 2).
Neben einer knappen
Einführung in die Recherche in verschiedenen Bibliothekskatalogen
(Teil 1.1) wird der Schwerpunkt auf der Recherche nach
unselbständig erschienener Literatur (Aufsätze in
Büchern und Zeitschriften sowie Rezensionen) mit Hilfe von
Bibliographien bzw. bibliographischen Datenbanken (Tei 1.2) liegen. In
einem weiteren Abschnitt (Teil 1.3) wird auf Techniken der Formulierung
von Abfragen (verschiedene Datenbankfelder, Verknüpfungen mehrerer
Suchbegriffe usw.) eingegangen.
Ferner soll die Sammlung von
Links einen Einstieg in die fachbezogene Recherche nach
wissenschaftlich verwertbaren Informationen im Internet bieten (Teil 2).
Für Hinweise auf
Fehler und Ergänzungen bin ich jederzeit sehr dankbar. E-Mail: thomas.schwietring@nexgo.de.
1
Literaturrecherche
Als eine der vielen
möglichen Einteilungen von Wissenschaften hat jemand einmal
vorgeschlagen, bestimmte Wissenschaften als "Buchwissenschaften" zu
bezeichnen, weil sich ihre Forschung, die Speicherung von Daten
für weitere Forschungen, die Niederlegung und Diskussion von
Hypothesen, offenen Fragen, Zwischenergebnissen und Ergebnissen zu
einem wesentlichen Teil in Form gedruckter Texte ereignet. Die
Soziologie wird in diesem Schema zu den Buchwissenschaften gerechnet.
Auch jenseits dieser
Kategorisierung sind die verschiedenen Formen der Literaturrecherche
absolute Kerntechniken des wissenschaftlichen Arbeitens.
Literaturrecherche kann grundsätzlich auf verschiedene Arten
stattfinden. An dieser Stelle soll keine Einführung in allgemeine
Techniken des Bibliographierens gegeben werden (systematisches oder
unsystematisches Bibliographieren, Verwalten der eigenen Literatur
usw.), sondern es geht nur um das Auffinden von Literatur mit
elektronischen Hilfsmitteln.
Auch hierbei gibt es
wesentliche Unterschiede: Eine erste Anlaufstelle für die Suche
nach Literatur ist der Bibliothekskatalog (1.1). (Ein
Einführung in die Benutzung der Kasseler Kataloge wurde allen
Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern bereits angeboten.) In
Bibliothekskatalogen finden sich jedoch nur eigenständige
Publikationen (Bücher, Sammelbände, Zeitschriften usw.); in
einem Bibliothekskatalog kann man aber nicht nach einem einzelnen
Aufsatz in einem Sammelband oder in einer Zeitschrift suchen;
außerdem verzeichnet jeder Bibliothekskatalog nur die
Bücher, Zeitschriften usw., die in der entsprechenden Bibliothek vorhanden
sind.
Um herauszufinden, welche
eigenständigen Publikationen es sonst noch gibt, gibt es mehrere
Möglichkeiten: Man kann die Kataloge anderer, größerer
oder auf ein bestimmtes Gebiet spezialisierter Bibliotheken
heranziehen, oder man kann in entsprechenden Bibliographien suchen
(etwa dem Verzeichnis lieferbarer Bücher für die neu
erschienene Literatur oder in Nationalbibliographien für
ältere Literatur). Der Nachteil an diesen Bibliographien ist,
daß sie die Bücher nur unvollkommen und unsystematisch
verschlagworten, so daß die systematische Recherche nach
Literatur zu einem (engen) Themengebiet nicht immer einfach
ist. Der Vorteil von Bibliothekskatalogen ist hingegen, daß sie
öffentlich über das Internet von überall aus
erreichbar sind.
Eine bessere
Verschlagwortung bieten bibliographische Datenbanken (1.2), die zumeist
die Literatur zu einer Fachdisziplin (oder sogar nur zu einer
Unterdisziplin) verzeichnen. Solche Datenbanken enthalten
außerdem auch unselbständig erschienene Literatur, d.h. die
einzelnen Aufsätze von Sammelbänden und Zeitschriften, die in
Bibliothekskatalogen nicht verzeichnet sind. Außerdem ist es hier
beispielsweise möglich, Rezensionen über ein bestimmtes Buch
zu finden, die Auskunft darüber geben können, wie das Buch in
der jeweiligen Disziplin aufgenommen und bewertet wurde.
Diese Bibliographien sind fast
alle zunächst als gedruckte Bände erschienen und wurden erst
in den letzten Jahren durch die Möglichkeit der Publikation auf
CD-ROMs als bibliographische Datenbanken verfügbar. Der Nachteil
an diesen Datenbanken ist, daß ihre Erstellung aufwendig und
teuer ist und sie somit nicht öffentlich sind, sondern nur in
geschlossenen Netzwerken nach dem Kauf von Nutzungslizenzen genutzt
werden können. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie also nicht von
überall her über das Internet verfügbar.
Vollständigkeit bieten
auch diese Fachdatenbanken nicht, so daß es auf jeden Fall
sinvoll ist, mehrere verschiedene Datenbanken zu konsultieren.
Insbesondere Veröffentlichungen, die in Grenzbereichen
verschiedener Disziplinen angesiedelt sind (etwa zwischen Soziologie
und Geschichte, Soziologie und Politik, Soziologie und Psychologie)
fallen häufig durch das Raster einer soziologischen Bibliographie
und können auf anderen Wegen entdeckt werden.
Insbesondere aber gilt
für alle Kataloge und Bibliographien, daß sie die Literaturangaben,
aber nicht die Texte selbst zur Verfügung stellen. Die
elektronischen Medien erleichtern somit nur das Auffinden von
Literatur, nicht aber den Zugang.
1.1
Bibliothekskataloge
Neben der Recherche im OPAC
der Bibliothek der Universität Gesamthochschule Kassel (telnet://opac.bibliothek.uni-kassel.de/)
bietet es sich an, auch in anderen Bibliothekskatalogen nach Literatur
zu einem Thema zu suchen. Insbesondere bei älteren Titeln, die in
bibliographischen Datenbanken häufig noch nicht erfaßt sind,
ist dies ein wichtiger Zugang.
Informationen über den
Bestand der Kasseler Bibliothek, über Zugänge,
Recherchemöglichkeiten und weitere angebote finden sich auf der
Homepage der Bibliothek: (http://www.uni-kassel.de/bib/).
Es gibt im Internet
Sammlungen mit den Adressen deutscher, europäischer und weltweiter
Bibliotheken. Eine sehr umfangreiche Liste mit Adressen unterhält
das Hochschulbibliothekszentrums Nordrhein-Westfalen (http://www.hbz-nrw.de/). Hier findet
sich eine vollstänige Liste aller deutschen Bibliotheken (http://www.hbz-nrw.de/hbz/germlst/Welcome.html).
Außerdem bietet des Hochschulbibliothekszentrum einen
"Bibliographischen Werkzeugkasten" (http://www.hbz-nrw.de/hbz/toolbox/)
an, der zahlreiche Verweise auf internationale Bibliotheken und andere
bibliographische Recherchemöglichkeiten enthält.
Neben der Recherche in
einzelnen Bibliotheken gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit,
in Verbundkatalogen zu recherchieren. Das sind Kataloge, in die die
Bibliotheken einzelner Bundesländer gemeinsam ihren Bestand
eingeben. Besonders nützlich ist die Recherche im "Karlsruher
Virtuellen Katalog", der eine Art Meta-Katalog einer Vielzahl anderer
Kataloge darstellt: Gibt man hier in die Recherchemaske eine
Suchanfrage ein, kann mit einer Anfrage gleichzeitig in den deutschen
Verbundkatalogen, in der Deutschen Bibliothek, in europäischen und
in amerikanischen Katalogen gesucht werden (http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html).
Ein weltweites Verzeichnis
von Bibliotheken (LibWeb) findet sich unter: http://sunsite.berkeley.edu/Libweb/.
1.2
Bibliographische Datenbanken
In den Sozialwissenschaften
gibt es eine Reihe von Datenbanken, die die sozialwissenschaftliche
(sowohl Monographien und Sammelbände als auch Aufsätze in
Büchern und Zeitschriften) systematisch erfassen, verschlagworten
und mit kurzen Zusammenfassungen (Abstracts) versehen. Diese
Bibligraphien sind ursprünglich als gedruckte Bibliographien
erschienen und wurden in den letzten Jahren auf die elektronische
Publikation umgestellt. Zu nennen sind vor allem drei Datenbanken: SOLIS
für die deutschsprachige Literatur und SOCIOLOGICAL ABSTRACTS
für die internationale (auch deutschsprachige) Literatur und Social
Work Abstracts für internationale Literatur aus dem Bereich
der angewandten Sozialwissenschaften und Sozialarbeit.
SOLIS
In Deutschland werden vom
"Informationszentrum Sozialwissenschaften" (http://www.bonn.iz-soz.de/index.htm)
zwei bibliographische Datenbanken erstellt: SOLIS
(Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem; eine
Bibliographie vor allem deutschsprachiger sozialwissenschaftlicher
Literatur) und Foris
(Forschungsinformationssystem Sozialwissenschaften, ein Verzeichnis
laufender und abgeschlossener Forschungsprojekte). In der Datenbank SOLIS
ist die ab Ende der 1980er Jahre erschienene deutschsprachige
sozialwissenscahftliche Literatur relativ umfassend enthalten.
Früher erschienene Literatur (ab 1945) wird inzwischen zwar auch
nachträglich erfaßt, ist aber nur unvollständiger
enthalten). Neben der Literaturangabe selbst findet sich zu praktisch
jedem Titel eine kurze Zusammenfassung (ein sog. "Abstract")
Beide Datenbanken sind aus
Lizenzgründen nicht öffentlich über das Internet
zugänglich, sondern nur innerhalb der Hochschule, und zwar unter
der Bezeichnung "WISO 3" über den CD-RROM-Server der
Bibliothek, der nur innerhalb der Hochschule mit einer speziellen
Software zugänglich ist (Information hierzu finden sich auf der
Homepage der Bibliothek unter: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/).
Dort findet sich auch eine Auflistung aller Datenbanken, die über
diesen Server der Kasseler Bibliothek verfügbar sind, und zwar
unter der Adresse: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/cd_liste_ext.htm.
Dort finden sich vor allem auch Angaben über den Inhalt der
einzelnen Datenbanken.
Zur Bedienung an dieser Stelle
nur soviel: Der CD-Rom-Server ist icht nur von innerhalb der
Bibliothek, sondern von allen Rechnern im Hochschulnetz aus
zugänglich (z.B. auch von denen im PC-Pool des Fachbereich 5).
Wichtig beim Zugang ist: Beim Starten des Programms erscheint ein
Fenster, in dem man einen Benutzernamen und ein Kennwort eingeben
muß: Der Benutzername ist immer: "ghbib", das Feld "Kennwort"
läßt man frei!
Sociological Abstracts
Unter den internationalen
Fachbibliographien Fachbibliographien stellen die "Sociological
Abstracts" die umfangreichste und wichtigste dar. Diese Datenbank
erscheint unter dem gleichen Namen auch als gedruckte Version und
erfaßt in der Datenbankversion internationale (vor allem
englischsprachige, aber auch deutschsprachige) Literatur seit 1963 in
sehr umfassender Form. Zu praktisch jedem Literaturtitel findet sich
eine Zusammenfassung, ein "Abstract".
Social Work Abstracts
Für die angewandten
Sozialwissenchaften und die Sozialarbeit ist darüber hinaus die
Datenbank "Social Work Abstracts" (Literatur ab 1977) von
Bedeutung.
Diese beiden
internationalen Datenbanken sind nicht über den CD-ROM-Server der
Bibliothek, sondern allgemein über das Internet, d.h. auch von
außerhalb der Hochschule zu erreichen, und zwar unter der
Adresse: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/silver.html.
Dort kann über eine einzige Suchmaske gleichzeitig in weiteren
Bibliographien des gleichen Herstellers (Silverplatter) gesucht werden,
die teilweise auch sozialwissenschaftliche Literatur enthalten
(Humanities Index, Psyclit u.a.; Informationen zum Inhalt der
Silverplatter-Datenbanken finden sich ebenfalls unter: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/silverplatter.html).
Weitere Datenbanken in
Kassel
Auf dem CD-ROM-Server der
Bibliothek finden sich neben den genannten noch einige weitere
sozialwissenschaftliche Bibliographien oder Bibliographien, die neben
anderer auch sozialwissenschaftliche Literatur enthalten können.
Da sie aber aber (zumindest in der in Kassel vorliegenden Fassung)
einen deutlich geringeren Umfang haben als die zuvor genannten, werden
sie hier zur kurz erwähnt. Eine Liste aller in Kasel
verfügbaren Datenbanken findet sich, wie erwähnt, unter: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/cd_liste_ext.htm.
Weitere Fachdatenbanken sind:
- Index to Social
Sciences and Humanities Proceedings (ISSHP, 1990-1997)
- Pro Arbeit
- Social Science
Citation Index (1996-1997)
- Solex
- SRM Database of
Social Research Methodology
- Index to Social
Science & Humanities Proceedings (1990-1997)
Über diese
Fachdatenbanken hinaus, sind auch einige allgemeine
fachübergreifend Bibliographien von Interesse für
Soziologinnen und Soziologen (alle nur über den CD-ROM-Server der
Bibliothek und nicht über das Internet zu erreichen):
- Internationale
Bibliographie der Rezensionen (1995 ff)
Hier kann man nach
Rezensionen zu Büchern suchen.
- Internationale
Bibliographie der Zeitschriftenliteratur (1983-1988, 1989-1993,
1994 ff)
Hier werden
Zeitschriftenaufsätze zu verschiedenen Themen gesammelt.
- Zeitschriftendatenbank
Diese Datenbank ist
Verzeichnis der Namen und Erscheinungsdaten von Zeitschriften, nicht
der in Zeitschriften erschienenen Aufsätze. Nützlich ist
diese Datenbank u.a. für die Suche nach Abkürzungen von
Zeitschriftentiteln, sog. "Siglen".
- Zeitschriftendienst
(1987-1995)
Die folgenden Datenbanken enthalten Verzeichnisse aktuell lieferbarer
Bücher und Zeitschriften (nicht aber des Inhaltes, der einzelnen
Aufsätze usw. in oder Zeitschriften):
- Verzeichnis
lieferbarer Bücher (VLB) und Verzeichnis lieferbarer
Zeitschriften (VLZ)
Im Internet auch unter der
Adresse http://www.buchhandel.de/.
- Books in Print
(englische lieferbare Bücher)
Wissenschaftliche Literatur, die nicht über den Buchhandel
veröffentlicht wurde (wie beispielsweise einige Dissertationen)
findet sich in follgenden Datenbanken:
- Deutsche
Hochschulschriften (1945-1992)
- Dissertation
Abstracts International (1861 ff.)
Ein vollständiges Verzeichnis der in einzelnen Ländern
erschienenen Literatur findet sich in den Nationalbibliographien, die
sowohl in gedruckter Form als auch als Datenbank erscheinen.
Ältere Jahrgänge gibt es nur in gedruckter Form (in der
GhK-Bibliothek vorhanden). Anders als die zuerst genannten
Fachdatenbanken enthalten solche Bibliographien keine Zusammenfassung
der aufgeührten Literaturangaben und keine systematische
fachbezogene Verschlagwortung. Deshalb sollen sie an dieser Stelle nur
kurz erwähnt werden.
- Deutsche
Nationalbibliographie
- Nationalbibliographien
anderer Länder
1.3
Recherchetechniken
Unabhängig davon, in
welchem Bibliothekskatalog bzw. in welcher Datenbank man recherchiert,
soll es in diesem Abschnitt um die Formulierung von mehr oder minder
komplexen Rechercheanfragen gehen
a) Felder
Die einzelnen
Datensätze eines Bibliothekskatalogs bzw. einer Datenbank
enthalten ihre Daten in mehr oder minder vielen "Feldern" (Autor,
Titel, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr; bei Zeitschriftenartikeln:
Name der Zeitschrift, Seitenzahlen usw.). Die Zahl, Aufteilung und
Benennung der Felder ist dabei von Bibliothek zu Biblothek und
Datenbank zu Datenbank sehr unterschiedlich.
Bei der Recherche kann im
allgemeinen nach einem Suchbegriff entweder in bestimmten einzelnen Feldern
oder mehreren (bzw. allen) Feldern gleichzeitig gesucht werden. Sucht
man beispielsweise nach dem Suchbegriff "Luhmann" im Feld "Autor",
findet man Literatur von Niklas Luhmann; sucht man hingegen
nach dem Suchbegriff "Luhmann" im Feld "Titel", findet man Literatur über
Niklas Luhmann.
Beispiel:
Im OPAC der GhK-Bibliothek
kann man in bestimmten Feldern oder gleichzeitig im Titel und in den
Schlagworten suchen (Suchschlüssel "tsw" = Titelstichwörter
und Schlagwörter".
In der Datenbank
"Sociological Abstracts" kann man als Suchoptionen wählen: "Words
anywhere", "Title", "Author", "Subject". Ferner kann man das
Erscheinungsjahr einschränken und die Sprache der gefundenen Titel.
In der Datenbank SOLIS kann
man wählen zwischen einer Recherche "Freitext", d.h. in allen
Feldern, und einer Recherche in konkreten Feldern.
Außerdem gibt es
einen Unterschied zwischen der Suche nach einzelnen Stichwörtern
und nach einer genauen Wortfolge (String).
Beispiel:
Im OPAC der GhK-Bibliothek
gibt es die Suchschlüssel "tit" = Titelstichwörter und "tis"
= Titelstring.
In der Datenbank SOLIS kann
man eine Folge von Begriffen in Anführungzeichen setzen, z.B. den
Titel einer Zeitschrift; nach den in Anführungszeichen gesetzen
Begriffen wird dann als "String" gesucht.
| Feld |
Eingabe |
Suchergebnis |
| Quelle |
Berliner Journal
für Soziologie |
es werden alle
Datensätze gefunden, bei denen im Feld "Quelle" einer der
Suchbegriffe auftaucht. |
| Quelle |
"Berliner Journal
für Soziologie" |
es werden nur die
Datensätze gefunden, bei denen im Feld "Quelle" genau der in
Anführungszeichen gesetzte Titel vorkommt |
b) Trunktierungszeichen
Gleichbedeutend spricht man
auch von "Maskierungszeichen" oder "Jokern": Man kann bei der Recherche
einen Teil des zu suchenden Begriffs oder Namens durch ein
"Trunktierungszeichen" ersetzen, das für ein oder beliebig viele
andere Zeichen stehen kann.
Es gibt zwei Typen: entweder
kann das Trunktierungszeichen für ein beliebiges einzelnes Zeichen
stehen, oder es kann für beliebig viele andere Zeichen stehen.
Meist werden die folgenden Zeichen als Trunktierungszeichen verwendet:
?
für ein einzelnes Zeichen;
* für beliebig viele Zeichen
Allerdings werden je nach
Bibliothekskatalog bzw. Datenbank auch andere Zeichen für diese
Funktion verwendet. Beispielsweise kann das Zeichen "?" als
Trunktierungszeichen für beliebig viele Zeichen statt nur für
einen definiert sein (z. B. im OPAC der GhK-Bibliothek). Genauere
Hinweise findet man in der Hilfe zu dem jeweiligen bibliothekskatalog
bzw. zu der jeweiligen Datenbank.
Beispiel (Datenbank SOLIS):
| Feldname |
Eingabe |
Suchergebnis |
| Autor |
Weiss, Konrad |
alle Einträge
des entsprechenden Autors |
| Autor |
Weiss, K* |
alle Einträge
von Autoren mit Nachnamen "Weiss" und Vornamen wie Konrad, Karin, Karl
usw. |
| Titel |
kulturwiss* |
findet alle
Dokumente, in deren Titel "Kulturwissenschaft" oder
"Kulturwissenschaften" oder "kulturwissenschaftlich" oder
"kulturwissenschaftliches" usw. vorkommt. |
| Jahr |
199? /
199* |
findet alle
Literaturtitel, die in den 1990er Jahren erschienen sind |
|
|
|
c) Verknüpfung
mehrerer Suchbegriffe
Mehrere Suchbegriffe
können miteinander verknüpft werden, so daß nach den
Dokumenten gesucht wird, in denen entweder alle oder mindesten
einer von mehreren Suchbegriffen vorhanden sind. Dies geschieht
durch sog. Operatoren, die drei verschiedene Verknüpfungen von
Suchbegriffen ausdrücken können:
| UND /
AND / & |
die Dokumente, nach
denen gesucht wird, müssen alle mit UND verknüpften
Suchbegriffe enthalten |
| ODER / OR |
die Dokumente, nach
denen gesucht wird, müssen mindestens einen von den mit ODER
verknüpften Suchbegriffen enthalten |
NICHT / NOT /
UND NICHT /
AND NOT |
die Dokumente, nach
denen gesucht wird, sollen den ersten, aber nicht den zweiten
Suchbegriff enthalten |
Beispiele (OPAC der GhK)
| f per
goffman, erving und tit asyle |
findet Bücher
des Autors Erving Goffman, in deren Titel der Begriff "Asyle " vorkommt |
Beispiele (Datenbank SOLIS):
| Feldname |
Eingabe |
gefundene
Dokumente |
| Stichwort |
Asyle ODER asylums |
findet alle
Dokumente, die den einen oder den anderen (oder beide) Begriffe
enthalten; d.h. in diesem Fall sowohl deutsche wie englische Titel zum
Thema |
| Stichwort |
Goffman UND Stigma |
findet alle
Dokumente, in denen die Suchebegriffe "Goffman" und "Stigma" vorkommen,
die sich also mit ziemlicher sicherheit sowohl auf den Autor Erving
Goffman als auch auf sein Buch "Stigma" beziehen. |
| Stichwort |
Netzwerk UND NICHT
Computer |
findet alle
Dokumente, in denen das Stichwort Netzwerk (oder: Netzwerke, Netzwerken
usw.) vorkommt, aber nicht der Begriff "Computer", so daß mit
einer gewissen Wahrscheinlichkeit nur Literatur über soziale
Netzwerke, nicht über Computernetzwerke gefunden wird (das ist nur
ein Beispiel, denn die Einschränkung ist durch die Suche in einer
sozialwissenschaftlichen Fachdatenbank ohnehin schon gegeben). |
d) komplexe Anfragen
Man kann Suchbegriffe nicht
nur durch eine Kette von UND bzw. ODER-Verknüpfungen miteinander
verbinden, sondern man kann die Suchanfrage durch Klammern auch
"verschachteln".
Beispiele (OPAC der GhK):
| Feld |
Eingabe |
Suchergebnis |
tsw
(Titelstichwörter
u. Schlagwörter) |
f tsw
Kunstsoziologie ODER (tsw soziologie UND kunst) |
Die Suche nach dem
tsw "Kunstsoziologie" allein ergibt 38 Titel; die Suche nach der
Kombination "Soziologie UND Kunst" ergibt 14 gefundene Titel; eine
Kombination aus beiden mit ODER ergibt 47 Titel. |
Beispiel (Datenbank SOLIS):
| Freitext |
Goffman
UND (Asyle ODER asylums) |
findet alle
Dokumente, in denen der Suchbegriff "Goffman" und mindestens einer der
Suchbegriffe in der Klammer vorkommt. Es werden also sowohl deutsche
wie auch englische Titel zum Thema gefunden. |
| Freitext |
Goffman UND Asyl* |
diese Suchanfrage
hat praktisch das gleiche Ergebnis erzielen wie die zuvor mit Klammern
formulierte, sie würde also sowohl die Dokumente mit den Begriffen
"Asyle" und "asylums", aber auch "Asylrecht", Asylbewerberheim" usw.
finden. |
|
|
|
2
Informationsrecherche im Internet
Die
folgende Liste mit Internetadressen wird fortlaufend
vervollständigt werden.
Im letzten Teil der
Einführung (2) soll es um allgemeine Informationsrecherchen im
Internet gehen. Gibt man bei einem Suchdienst ein Stichwort ein, findet
man u. U. eine ausgesprochen große Zahl von Verweisen hierzu.
Wissenschaftlich ist diese Information jedoch nur begrenzt brauchbar.
Zwar findet sich evtl. irgendwo in den Vereinigten Staaten ein Dozent,
der beispielsweise eine Liste mit Veröffentlichungen über ein
Thema oder über einen Autor zusammengestellt hat, aber eine solche
Liste kann die eigenen Recherche nicht ersetzen, da natürlich
niemand für ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit der Liste
garantieren kann. Noch extremer ist dies bei Texten, die sich auf
irgendeiner Internetseite finden (beispielsweise Hausarbeiten anderer
Studierender), denn es gibt keinerlei Gewähr für die
Qualität, Aktualität, Richtigkeit, den Urheber usw. der
Texte. Nicht zuletzt ist eine zentrale Anforderung an wissenschaftliche
Texte häufig nicht gewährleistet: die
Überprüfbarkeit durch Zitieren. Benutzt man einen Text aus
dem Internet als Quelle, muß man (analog zu gedruckten Texten),
den URL als Publikationsort angeben. Häufig verschwinden einzelne
Seiten oder sogar ganze Server schon nach relativ kurzer zeit wieder
aus dem Internet, so daß das Wiederauffinden und damit die
Zitation ein ungelöstetes Problem bleibt (von Ausnahmen
seriöser wissenschaftlicher Publikationen im Internet abgesehen).
Deshalb wird der Schwerpunkt bei der Informationsrecherche im Internet
auch nicht auf die allgemeine Informationsrecherche, sondern auf die
Informationsangebote wissenschaftlicher und anderer Institutionen
gelegt.
Im Internet finden sich
zahllose Listen mit Links (Internet-Adressen) zu den verschiedensten
sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Praktisch keine der Liste
bietet einen auch nur annähernd vollständigen und über
einen längeren Zeitraum aktuell gehaltenen Überblick. Jedes
Informationsangebot ist daher mit dieser Einschränkung und mit
Vorsicht zu betrachten. Sehr viele Links verweisen auch nur auf andere
Sammlungen von Links, die nach drei Stufen wieder auf die Ausgansseite
zurückverweisen, ohne je an eine handfeste Information gekommen zu
sein.
An dieser Stelle soll
keinesfalls eine zusätzliche Sammlung versucht werden, sondern es
werden nur einige ausgewählte Links zu einschlägigen
Linksammlungen gegeben, die dann als eigentliche Startseiten dienen
sollen.
2.1
Allgemeine Suchdienste
Es gibt eine Viezahl von
allgemeinen Suchdiensten im Internet, über die man Informationen
zu beliebigen Themen finden kann. Eine Übersicht über
Suchdienste (mehr als 700) und Hinweise zur Suche finden sich
beispielsweise auf der Seite der "Suchfibel": http://www.suchfibel.guj.de/maschinisten/.
Ähnlich wie der
Karlsruher Virtuelle Katalog, der als virtueller Meta-Katalog
gleichzeitig in vielen 'realen' Bibliothekskatalogen sucht, gibt es
auch allgemeine "Meta-Suchmaschinen", die eine Anfrage gleichzeitig an
verschiedene Suchmaschinen schicken und dann die Ergebnisse sammeln.
Eine solche Meta-Suchmaschine wird beispielsweise vom Rechenzentrum der
Universität Hannover betrieben: Deutsche Meta-Suchmaschine (http://meta.rrzn.uni-hannover.de/).
Unter den verschiedenen
Suchdiensten, die alle bestimmte Schwerpunkte, Auswahlkriterien und
unterschiedliche Arbeitsweisen haben, ist eine renommierte, über
die sich vielleicht auch am ehesten Seiten mit wissenschaftlichen
Informationen finden lassen: http://www.altavista.com/.
Allerdings ist dieser Hinweis nur sehr eingeschränkt gültig.
Bei Suchmaschinenen ist entscheidend: Herumprobieren!
2.2
Sammlung von Internetadressen (Links) zu den Sozialwissenschaften
Die folgende Liste ist
nicht selbst eine Auflistung von sozialwissenschaftlichen
Informationsquellen, weil das den Rahmen einer Einführung bei
weitem sprengen würde; sondern sie verweist auf einschlägige
Adressenlisten und Startseiten, die sehr umfangreich sind und sich gut
als Ausgangspunkte für eine Informationsrecherche eignen (zu
Institutionen, Texten, Daten, Veranstaltungen usw.). Es handelt sich
sozusagen um eine Liste von Adressenlisten:
GESIS SocioGuide - http://www.bonn.iz-soz.de/navigation/socsci/
Eine
umfassende Sammlung von weltweiten Adressen ist der SocioGuide, der von
Informationszentrum Sozialwissenschaften erstellt wird (dieselbe
Institution, die auch die Datenbanken SOLIS und FORIS erstellt). Die
Verweise sind nach nach Ländern, thematisch und nach
Informationskategorien (Bibliotheken, statistisches Material, Tagungen
u.a.) gegliedert.
SOZIOLAND -
Reiseführer für Soziologen - http://infosoc.uni-koeln.de/sozioland/
Eine sehr
übersichtlich gegliederte Adressensammlung, die in Zusammenarbeit
der Universität Köln und des ZUMA in Mannheim als
Arbeitsgrundlage für Internet-Einführungen entstanden ist.
Sie enthält auch Verweise auf grundlegende allgemeine
Informationen im und zum Internet. Unter amderem findet man hier auch
Verweise auf Skripte zu Lehrveranstaltungen, Einführungen und alle
erdenklichen Informationsquellen im Internet, die für
Soziologinnen und Soziologen interessant sein könnten.
SOZIOLOGIE-FAQ - http://www.netzservice.de/Home/maro/sozfaq.html
Sammlung mit
Links zu verschiedensten Informationsquellen, u.a.
Online-Publikationen. Enthält auch allgemein Informationen zur
Netzwelt.
SocioSite der
Universität Amsterdam - http://www.pscw.uva.nl/sociosite/
Die Seite
enthält eine Vielzahl von Adressen und Verweisen auf verschiedene
Informationsquellen, sozialwissenschaftliche Institute,
sozialwissenschaftliche Fachbereiche an Universitäten usw. in
aller Welt und eignet sich somit sehr gut als Startseite für eine
Recherche.
Research Resources for the
Social Sciences - http://www.socsciresearch.com/
Ein
ähnliche umfassendes Verzeichnis enthält diese Seite; die
Links sind hier grob thematisch geordnet.
Julian Dierkes' Sociology
Links at Princeton - http://www.princeton.edu/~sociolog/links.html
Sammlung u. a.
der Adressen sozialwissenschaftlicher Departments an Universitäten
in den USA, sozialwissenschaftlicher Forschungseinrichtungen und
Fachverbände in den USA und international
WWW Virtual Library:
Sociology - http://vlib.org/SocialSciences.html
Innerhalb des
WWW Virtual Library-Projekts finden sich hier die Seiten mit Adressen
zur den verschiedenen Social Sciences. Leider ist die umfangreiche
Adressensammlung nicht so vollständig, wie man es bei dem Namen
und Anspruch des Projekts erwarten könnte, und leider findet sich
auch eine Reihe 'toter' Links zu Seiten, die nicht mehr auffindbar sind.
Yahoo: Social Sciences - http://dir.yahoo.com/social_science/
Eine Sammlung
von Adressen, geordnet nach verschiedenen Kategorien, findet sich auch
auf der entsprechenden Seite des Suchdienstes Yahoo.
Wissenschaftliches
Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung (WZ I) - http://www.uni-kassel.de/wz1/doc/Verbinde.htm
Eine kleine
Sammlung von Links, mit einem besonderen Schwerpunkt auf empirischer
Sozialforschung, bietet auch das Wissenschaftliche Zentrum für
Berufs- und Hochschulforschung (WZ I), hier an der GhK.
2.3
Sozialwissenschaftliche Institutionen und Institutionen mit
sozialwissenschaftlich interessanten Informationen
Die zuvor genannten
Adressensammlungen enthalten auch Hinweise auf alle erdenklichen
Institutionen im Bereich der Sozialwissenschaften. Im folgenden sollen
nur einige wenige besonders zentrale eigens erwähnt werden:
Gesellschaft
sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS) - http://www.social-science-gesis.de/
Die GESIS ist
die Dachorganisation dreier deutscher Serviceeinrichtungen für die
Sozialwissenschaftliche Forschung, nämlich der folgenden drei (IZ,
ZA, ZUMA):
Informationzentrum
Sozialwissenschaften (IZ) - http://www.bonn.iz-soz.de/
Das IZ ist
eine Sammelstelle für sozialwissenschaftliche Informationen der
unterschiedlichsten Art. U.a. gibt es die deutsche Bibliographie zur
sozialwissenschaftlichen Literatur heraus (SOLIS,
Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem) undeine Datenbank
mit sozialwissenschaftlichen forschungsprojekten (FORIS,
Forschungsinformationssystem Sozialwissenschaften)
Zentralarchiv für
Sozialwissenschaften (ZA) - http://www.za.uni-koeln.de/
Das ZA sammelt
sozialwissenschaftliche Daten aus empirischen Untersuchungen (fast
ausschließlich quantitative Daten) und stellt sie
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung.
Zentrum für Umfrage,
Methoden und Analysen (ZUMA) - http://www.zuma-mannheim.de/
Das ZUMA
beschäftigt sich mit Methoden empirischer Sozialforschung und
bietet u.a. hierzu Schulungen an
Wissenschaftszentrum Berlin
für Sozialwissenschaften (WZB) - http://www.wz-berlin.de/
Das WZB ist
ein großes staatliches Forschungszentrum mit einer Reihe
unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Forschungsschwerpunkte. Es
gibt eine Reihe von Publikationen heraus, die teilweise im Internet
erscheinen.
Projektgruppe Kulturraum
Internet - http://duplox.wz-berlin.de/
Die
Projektgruppe Kulturraum Internet ist ein Projekt des WZB, das sich mit
dem Internet beschäftigt, zahlreiche Informationen und
Publikationen im Internet anbietet und sozialwissenchaftliche Studien
zum Internet durchführt.
2.3.1
Fachverbände
Ferner gibt es
Berufsverbände von Sozialwissenschaftlerinnen und
Sozialwissenschaftlern, die sich tw. in Untergruppen zu bestimmten
Themen gliedern, die eigene Publikationen herausgeben, auf ihren Seiten
Informationsangebote bieten und Tagungen veranstalten:
Deutsche Gesellschaft
für Soziologie (DGS) - http://www.soziologie.de/
Die DGS ist
die wichtigste Organisation von Soziologinnen und Soziologen, die in
der Wissenschaft tätig sind; in ihr gibt es eine Vielzahl von sog.
Sektionen und Arbeitsgruppen, die über bestimmte Themen arbeiten
und auf ihren Internetseiten teilweise sehr ausfürliche
Informationen zum jeweiligen Thema anbeiten; eine Liste der Sektionen
und Arbeitsgruppen findet sich auf der Homepage der DGS.
Berufsverband deutscher
Soziologen (BDS) - http://userpage.fu-berlin.de/~ifs/bds/bds.html
Anders als die
DGS ist der BDS nicht primär ein Zusammenschluß von
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern von
berufstätigen Soziologinnen und Soziologen aus den
unterschiedlichsten bereichen.
European Sociological
Association (ESA) - http://www.qub.ac.uk/esa/
American Sociological
Association (ASA) - http://www.asanet.org/default.htm
International Sociological
Association (ISA) - http://www.ucm.es/info/isa/
2.4
Mailing-Listen und Newsgroups (Diskussionsgruppen)
Mailingliste sind
automatische elektronische "Briefverteiler": Alle Mails, die an eine
bestimmte Mailadresse geschrieben werden, werden dann automatisch
weitergeleitet (verteilt) an alle diejenigen, die sich als
Empfänger eingeschrieben haben. Wenn man sich als Empfänger
angemeldet hat, kann man bei den meisten Listen auch selbst Mails an
die Adresse der Liste schreiben, die dann an alle anderen
Empfänger verteilt werden. Jede Mailing-Liste hat ein bestimmtes
Thema, und als Empfänger schließen sich diejenigen zusammen,
die an diesem Thema interessiert sind. Das Thema kann
unterschiedlich weit gesteckt sein. Wenn man auf einer solchen Liste
Mails nur empfangen aber nicht selbst schreiben kann, nennt man sie
eine "Newsletter".
Eine Liste mit deutschen
Mailinglisten zur Soziologie und einzelnen sozialwissenschaftlichen
Themen findet sich auf der entsprechenden Seite von SOZIOLAND: http://infosoc.uni-koeln.de/sozioland/mailinglisten.html.
Es gibt eine Vielzahl
solcher Diskussionlisten mit den unterschiedlichsten Themen (nicht nur
in der Wissenschaft). Auf einer Seite der SocioSite (http://www.pscw.uva.nl/sociosite/MailingLists.html,
s.o.) findet sich eine Liste internationaler sozialwissenschaftlicher
Mailinglisten. Eine allgemeine Suchmöglichkeit nach Mailinglisten
(mit Schwerpunkt auf deutschen Listen) findet sich unter: "LISde -
Mailinglisten & Newsletter" (http://www.lisde.de/home.shtml).
Ein internationales Verzeichnis findet sich unter: "Liszt - the mailing
list directory" http://www.liszt.com/.
Bekannt und renommiert sind
die Diskussionslisten des "Humanities Network" (http://h-net2.msu.edu/ bzw. http://www2.h-net.msu.edu/lists/)
von dem Mailinglisten zu mehr als hundert Themen verwaltet werden (da
es sich um internationale, weltweite Diskussionslisten handelt, sind
die meisten englischsprachig). Von besonderem Interesse dürfte
beispielsweise die Diskussionsliste "H-Soz-u-Kult" sein, die
deutschsprachig ist und sich mit "Methoden, Theorie und Ergebnisse
neuerer Sozial- und Kulturgeschichte" befaßt: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.htm#Deutsche
Version.
Neben den Mailinglisten
sind Newsgroup der zweite Bereiche des Internet, der die aktive
Kommunikation ermöglicht. Newsgroups (es gibt über 20.000
verschiedene) stellen einen eigenen Bereich des Internet dar, der nicht
über einen normalen Browser, sondern über eine spezielle
Software (oder eine Komponente eines Internetbrowsers) abgerufen wird.
Ein solcher Server ist beispielsweise: news.hrz.uni-kassel.de.
Newsgroups sind virtuelle schwarze Bretter, an die jede und jeder eine
Nachricht schicken kann, die dann von allen, die eine Newsgroup mit
einem bestimmten Thema aufrufen, gelesen und ggf. kommentiert werden
kann.
Die einzelnen Newsgroups sind
wie ein Baum geordnet. Die jeweiligen Namen der Newsgroups sind von
links nach rechts zu lesen, wobei links zunächst eine
Oberkategorie steht, die dann weiter aufgeschlüsselt wird.
Für die einzelnen Kategorien gibt es festgelegte Abkürzungen.
Beispielsweise steht die Endung "soc" für "Society" (hier geht es
um die verschiedensten gesellschaftlichen und politischen Themen) und
die Endung "sci" für "Science". Zu "soc" und "sci" gibt es dann
diverse Untergruppen, z.B.: soc.culture.europe (Gesellschaft - Kultur -
Europa) oder soc.culture.germen (Gesellschaft - Kultur - Deutschland).
Wissenschaftliche Foren beginnen mit der Endung "sci", beispielsweise
"sci.philosophy.tech". Die Newsgroups sind international, daher
normalerweise englischsprachig. Newsgroups in Landessprachen, die sich
auf einzelne Länder beziehen, beginnen vor dem thematischen
Kürzel (soc, sci o.ä.) mit dem Kürzel des Landes, z.B.
sind "de.sci.soziologie" und "de.sci.geschichte" die deutschsprachigen
Diskussionsgruppen zur Soziologie bzw. zur Geschichte.
Newsgroups sind sehr offen und
demokratisch organisiert. Das bedeutet aber auch, daß die in den
Newsgroups behandelten Themen sind sehr heterogen sind. Jeder kann eine
Frage stellen - und jeder kann eine Antwort dazu formulieren. Ob sich
dann in der Diskussion etwas findet, das inhaltlich tatsächlich
von Nutzen beispielsweise für die eigene Arbeit ist, ist damit
nicht gesagt.
Vor allem aber sollten
Informationen, die man auf einen solchen Weg erhält, niemals
ungeprüft in die eigene Arbeit übernommen werden, da es
natürlich keinerlei Gewähr dafür gibt, daß die
Auskünfte, die man von einer Diskussionsteilnehmerin oder einem
Diskussionsteilnehmer erhält, tatsächlich stimmen.
Informationen über den
Umgang mit Newsgroups finden sich in einer speziellen Newsgroup:
"de.newusers.questions".
3 Literaturhinweise
Es ist eigentlich ein
Widerspruch, wenn man als Einführung zur Informationsrecherche im
Internet gedruckte Literaturtitel nennt. Tatsächlich ist es auch
so, daß sich die Informationsangebote und Adressen im Internet
schneller ändern, als die gedruckte Einführungsliteratur
aktualisiert werden kann. Ein einführendes Buch zu kaufen, lohnt
sich daher nur bedingt, und auch nur dann, wenn es sich um eine
wirklich aktuelle Auflage handelt. Außerdem ist das Niveau der
Bücher so, daß sie sich nur als absolute Einführung
eignen.
Es gibt 2 deutschsprachige
Titel, die speziell in das Internet für Soziologinnen und
Soziologien einführen. Beide sind vom Niveau her etwa gleich,
nämlich absolut einführend. Mindestens die Hälfte der
beiden Bücher wird jeweils auf sehr grundlegende Fragen verwendet
(Was ist eine Internetadresse? Was ist eine E-Mail" Wie funktioniert
ein Webrowser). Wer das Internet schon benutzt, profitiert von diesen
Büchern nur durch die Nennung einiger Internetadressen:
- Dietmar Sittek: Internet
für Soziologen, Frankfurt a. M. (Campus Verlag) 1997, 218 S., DM
29,80
- Christian Stegbauer u.
Paul Tiedemann: Internet für Soziologen. Ein praxisorientierte
Einführung,
Darmstadt (Primus) 1999,
164 S., DM 34,-
Eine allgemeine
Einführung in das Internet, die den Vorzug hat, kurz und billig zu
sein und dennoch einen guten Überblick zu geben, ist:
- Martin Kimmig: Internet.
Auf Datenreise im weltweiten Netz, 3. Aufl. München (Beck) 1999,
366 S., DM 26,90
Thomas Schwietring
thomas.schwietring@nexgo.de
Stand: 8.3.2000
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