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Thomas Schwietring M.A.

Literatur- und Informationsrecherche 
für die Sozialwissenschaften in elektronischen Datenbanken, 
in Bibliothekskatalogen und im Internet

Informationen und Links zu einer Einführung  

Achtung: Viele Verlinkungen in diesem Skript aus dem Jahr 2000 sind inzwischen leider überholt. Es existiert daher eine > aktualisierte Fassung, die allerdings knapper ausfällt. Unverändert gültig sind in diesem Skript die Ausführungen zu "Recherchetechniken" und zur Formulierung von Datenbankabfragen.



0       Vorbemerkung

1       Literaturrecherche
1.1    Bibliothekskataloge
1.2    Bibliographische Datenbanken
1.3    Recherchetechniken

2        Informationsrecherche im Internet
2.1     Allgemeine Suchdienste
2.2     Sammlung von Internetadressen zu den Sozialwissenschaften
2.3     Sozialwissenschaftliche Institutionen u. andere Institutionen mit sozialwiss. Informationen
2.3.1  Fachverbände
2.4     Mailinglisten und Diskussionsgruppen

3        Literaturhinweise
 
 

0  Vorbemerkung

Bei den folgenden Hinweisen handelt es sich ume eine aktualisierte Fassung eines Seminarskripts, das als Grundlage einer erstmals im Wintersemester 1999/2000 durchgeführten Einführungsveranstaltung zur "Literatur- und Informationsrecherche in den Sozialwissenschaften" verwendet wurde.
"Literatur- und Informationsrecherche" deshalb, weil es sowohl um die Möglichkeiten der Suche nach wissenschaftlicher Literatur gehen soll (Teil 1) als auch allgemeiner um die Suche nach sozialwissenschaftlich relevanten Informationen wie statistischen Daten, Gesetzestexten, unpublizierten Texte usw. gehen soll (Teil 2).
Neben einer knappen Einführung in die Recherche in verschiedenen Bibliothekskatalogen (Teil 1.1) wird der Schwerpunkt auf der Recherche nach unselbständig erschienener Literatur (Aufsätze in Büchern und Zeitschriften sowie Rezensionen) mit Hilfe von Bibliographien bzw. bibliographischen Datenbanken (Tei 1.2) liegen. In einem weiteren Abschnitt (Teil 1.3) wird auf Techniken der Formulierung von Abfragen (verschiedene Datenbankfelder, Verknüpfungen mehrerer Suchbegriffe usw.) eingegangen.
Ferner soll die Sammlung von Links einen Einstieg in die fachbezogene Recherche nach wissenschaftlich verwertbaren Informationen im Internet bieten (Teil 2).

Für Hinweise auf Fehler und Ergänzungen bin ich jederzeit sehr dankbar. E-Mail: thomas.schwietring@nexgo.de.
 
 

1  Literaturrecherche

Als eine der vielen möglichen Einteilungen von Wissenschaften hat jemand einmal vorgeschlagen, bestimmte Wissenschaften als "Buchwissenschaften" zu bezeichnen, weil sich ihre Forschung, die Speicherung von Daten für weitere Forschungen, die Niederlegung und Diskussion von Hypothesen, offenen Fragen, Zwischenergebnissen und Ergebnissen zu einem wesentlichen Teil in Form gedruckter Texte ereignet. Die Soziologie wird in diesem Schema zu den Buchwissenschaften gerechnet.

Auch jenseits dieser Kategorisierung sind die verschiedenen Formen der Literaturrecherche absolute Kerntechniken des wissenschaftlichen Arbeitens. Literaturrecherche kann grundsätzlich auf verschiedene Arten stattfinden. An dieser Stelle soll keine Einführung in allgemeine Techniken des Bibliographierens gegeben werden (systematisches oder unsystematisches Bibliographieren, Verwalten der eigenen Literatur usw.), sondern es geht nur um das Auffinden von Literatur mit elektronischen Hilfsmitteln.

Auch hierbei gibt es wesentliche Unterschiede: Eine erste Anlaufstelle für die Suche nach Literatur ist der Bibliothekskatalog (1.1). (Ein Einführung in die Benutzung der Kasseler Kataloge wurde allen Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern bereits angeboten.) In Bibliothekskatalogen finden sich jedoch nur eigenständige Publikationen (Bücher, Sammelbände, Zeitschriften usw.); in einem Bibliothekskatalog kann man aber nicht nach einem einzelnen Aufsatz in einem Sammelband oder in einer Zeitschrift suchen; außerdem verzeichnet jeder Bibliothekskatalog nur die Bücher, Zeitschriften usw., die in der entsprechenden Bibliothek vorhanden sind.
Um herauszufinden, welche eigenständigen Publikationen es sonst noch gibt, gibt es mehrere Möglichkeiten: Man kann die Kataloge anderer, größerer oder auf ein bestimmtes Gebiet spezialisierter Bibliotheken heranziehen, oder man kann in entsprechenden Bibliographien suchen (etwa dem Verzeichnis lieferbarer Bücher für die neu erschienene Literatur oder in Nationalbibliographien für ältere Literatur). Der Nachteil an diesen Bibliographien ist, daß sie die Bücher nur unvollkommen und unsystematisch verschlagworten, so daß die systematische Recherche nach Literatur zu einem (engen) Themengebiet nicht immer einfach ist. Der Vorteil von Bibliothekskatalogen ist hingegen, daß sie öffentlich  über das Internet von überall aus erreichbar sind.

Eine bessere Verschlagwortung bieten bibliographische Datenbanken (1.2), die zumeist die Literatur zu einer Fachdisziplin (oder sogar nur zu einer Unterdisziplin) verzeichnen. Solche Datenbanken enthalten außerdem auch unselbständig erschienene Literatur, d.h. die einzelnen Aufsätze von Sammelbänden und Zeitschriften, die in Bibliothekskatalogen nicht verzeichnet sind. Außerdem ist es hier beispielsweise möglich, Rezensionen über ein bestimmtes Buch zu finden, die Auskunft darüber geben können, wie das Buch in der jeweiligen Disziplin aufgenommen und bewertet wurde.
Diese Bibliographien sind fast alle zunächst als gedruckte Bände erschienen und wurden erst in den letzten Jahren durch die Möglichkeit der Publikation auf CD-ROMs als bibliographische Datenbanken verfügbar. Der Nachteil an diesen Datenbanken ist, daß ihre Erstellung aufwendig und teuer ist und sie somit nicht öffentlich sind, sondern nur in geschlossenen Netzwerken nach dem Kauf von Nutzungslizenzen genutzt werden können. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie also nicht von überall her über das Internet verfügbar.

Vollständigkeit bieten auch diese Fachdatenbanken nicht, so daß es auf jeden Fall sinvoll ist, mehrere verschiedene Datenbanken zu konsultieren. Insbesondere Veröffentlichungen, die in Grenzbereichen verschiedener Disziplinen angesiedelt sind (etwa zwischen Soziologie und Geschichte, Soziologie und Politik, Soziologie und Psychologie) fallen häufig durch das Raster einer soziologischen Bibliographie und können auf anderen Wegen entdeckt werden.

Insbesondere aber gilt für alle Kataloge und Bibliographien, daß sie die Literaturangaben, aber nicht die Texte selbst zur Verfügung stellen. Die elektronischen Medien erleichtern somit nur das Auffinden von Literatur, nicht aber den Zugang.
 
 

1.1  Bibliothekskataloge

Neben der Recherche im OPAC der Bibliothek der Universität Gesamthochschule Kassel (telnet://opac.bibliothek.uni-kassel.de/) bietet es sich an, auch in anderen Bibliothekskatalogen nach Literatur zu einem Thema zu suchen. Insbesondere bei älteren Titeln, die in bibliographischen Datenbanken häufig noch nicht erfaßt sind, ist dies ein wichtiger Zugang.

Informationen über den Bestand der Kasseler Bibliothek, über Zugänge, Recherchemöglichkeiten und weitere angebote finden sich auf der Homepage der Bibliothek: (http://www.uni-kassel.de/bib/).

Es gibt im Internet Sammlungen mit den Adressen deutscher, europäischer und weltweiter Bibliotheken. Eine sehr umfangreiche Liste mit Adressen unterhält das Hochschulbibliothekszentrums Nordrhein-Westfalen (http://www.hbz-nrw.de/). Hier findet sich eine vollstänige Liste aller deutschen Bibliotheken (http://www.hbz-nrw.de/hbz/germlst/Welcome.html). Außerdem bietet des Hochschulbibliothekszentrum einen "Bibliographischen Werkzeugkasten" (http://www.hbz-nrw.de/hbz/toolbox/) an, der zahlreiche Verweise auf internationale Bibliotheken und andere bibliographische Recherchemöglichkeiten enthält.

Neben der Recherche in einzelnen Bibliotheken gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, in Verbundkatalogen zu recherchieren. Das sind Kataloge, in die die Bibliotheken einzelner Bundesländer gemeinsam ihren Bestand eingeben. Besonders nützlich ist die Recherche im "Karlsruher Virtuellen Katalog", der eine Art Meta-Katalog einer Vielzahl anderer Kataloge darstellt: Gibt man hier in die Recherchemaske eine Suchanfrage ein, kann mit einer Anfrage gleichzeitig in den deutschen Verbundkatalogen, in der Deutschen Bibliothek, in europäischen und in amerikanischen Katalogen gesucht werden (http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html).

Ein weltweites Verzeichnis von Bibliotheken (LibWeb) findet sich unter: http://sunsite.berkeley.edu/Libweb/.
 
 
 

1.2  Bibliographische Datenbanken

In den Sozialwissenschaften gibt es eine Reihe von Datenbanken, die die sozialwissenschaftliche (sowohl Monographien und Sammelbände als auch Aufsätze in Büchern und Zeitschriften) systematisch erfassen, verschlagworten und mit kurzen Zusammenfassungen (Abstracts) versehen. Diese Bibligraphien sind ursprünglich als gedruckte Bibliographien erschienen und wurden in den letzten Jahren auf die elektronische Publikation umgestellt. Zu nennen sind vor allem drei Datenbanken: SOLIS für die deutschsprachige Literatur und SOCIOLOGICAL ABSTRACTS für die internationale (auch deutschsprachige) Literatur und Social Work Abstracts für internationale Literatur aus dem Bereich der angewandten Sozialwissenschaften und Sozialarbeit.

SOLIS
In Deutschland werden vom "Informationszentrum Sozialwissenschaften" (http://www.bonn.iz-soz.de/index.htm) zwei bibliographische Datenbanken erstellt: SOLIS (Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem; eine Bibliographie vor allem deutschsprachiger sozialwissenschaftlicher Literatur) und Foris (Forschungsinformationssystem Sozialwissenschaften, ein Verzeichnis laufender und abgeschlossener Forschungsprojekte). In der Datenbank SOLIS ist die ab Ende der 1980er Jahre erschienene deutschsprachige sozialwissenscahftliche Literatur relativ umfassend enthalten. Früher erschienene Literatur (ab 1945) wird inzwischen zwar auch nachträglich erfaßt, ist aber nur unvollständiger enthalten). Neben der Literaturangabe selbst findet sich zu praktisch jedem Titel eine kurze Zusammenfassung (ein sog. "Abstract")
Beide Datenbanken sind aus Lizenzgründen nicht öffentlich über das Internet zugänglich, sondern nur innerhalb der Hochschule, und zwar unter der Bezeichnung "WISO 3" über den CD-RROM-Server der Bibliothek, der nur innerhalb der Hochschule mit einer speziellen Software zugänglich ist (Information hierzu finden sich auf der Homepage der Bibliothek unter: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/). Dort findet sich auch eine Auflistung aller Datenbanken, die über diesen Server der Kasseler Bibliothek verfügbar sind, und zwar unter der Adresse: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/cd_liste_ext.htm. Dort finden sich vor allem auch Angaben über den Inhalt der einzelnen Datenbanken.
Zur Bedienung an dieser Stelle nur soviel: Der CD-Rom-Server ist icht nur von innerhalb der Bibliothek, sondern von allen Rechnern im Hochschulnetz aus zugänglich (z.B. auch von denen im PC-Pool des Fachbereich 5). Wichtig beim Zugang ist: Beim Starten des Programms erscheint ein Fenster, in dem man einen Benutzernamen und ein Kennwort eingeben muß: Der Benutzername ist immer: "ghbib", das Feld "Kennwort" läßt man frei!

Sociological Abstracts
Unter den internationalen Fachbibliographien Fachbibliographien stellen die "Sociological Abstracts" die umfangreichste und wichtigste dar. Diese Datenbank erscheint unter dem gleichen Namen auch als gedruckte Version und erfaßt in der Datenbankversion internationale (vor allem englischsprachige, aber auch deutschsprachige) Literatur seit 1963 in sehr umfassender Form. Zu praktisch jedem Literaturtitel findet sich eine Zusammenfassung, ein "Abstract".

Social Work Abstracts
Für die angewandten Sozialwissenchaften und die Sozialarbeit ist darüber hinaus die Datenbank "Social Work Abstracts" (Literatur ab 1977) von Bedeutung.

Diese beiden internationalen Datenbanken sind nicht über den CD-ROM-Server der Bibliothek, sondern allgemein über das Internet, d.h. auch von außerhalb der Hochschule zu erreichen, und zwar unter der Adresse: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/silver.html. Dort kann über eine einzige Suchmaske gleichzeitig in weiteren Bibliographien des gleichen Herstellers (Silverplatter) gesucht werden, die teilweise auch sozialwissenschaftliche Literatur enthalten (Humanities Index, Psyclit u.a.; Informationen zum Inhalt der Silverplatter-Datenbanken finden sich ebenfalls unter: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/silverplatter.html).

Weitere Datenbanken in Kassel
Auf dem CD-ROM-Server der Bibliothek finden sich neben den genannten noch einige weitere sozialwissenschaftliche Bibliographien oder Bibliographien, die neben anderer auch sozialwissenschaftliche Literatur enthalten können. Da sie aber aber (zumindest in der in Kassel vorliegenden Fassung) einen deutlich geringeren Umfang haben als die zuvor genannten, werden sie hier zur kurz erwähnt. Eine Liste aller in Kasel verfügbaren Datenbanken findet sich, wie erwähnt, unter: http://www.uni-kassel.de/bib/datenbanken/cd_liste_ext.htm.

Weitere Fachdatenbanken sind: 

  • Index  to Social Sciences and  Humanities Proceedings (ISSHP, 1990-1997)
  • Pro Arbeit
  • Social Science Citation Index (1996-1997)
  • Solex
  • SRM Database of Social  Research Methodology
  • Index to Social Science & Humanities Proceedings (1990-1997)


Über diese Fachdatenbanken hinaus, sind auch einige allgemeine fachübergreifend Bibliographien von Interesse für Soziologinnen und Soziologen (alle nur über den CD-ROM-Server der Bibliothek und nicht über das Internet zu erreichen):

  • Internationale Bibliographie der Rezensionen (1995 ff)
    Hier kann man nach Rezensionen zu Büchern suchen.
  • Internationale Bibliographie der Zeitschriftenliteratur (1983-1988, 1989-1993, 1994 ff)
    Hier werden Zeitschriftenaufsätze zu verschiedenen Themen gesammelt.
  • Zeitschriftendatenbank
    Diese Datenbank ist Verzeichnis der Namen und Erscheinungsdaten von Zeitschriften, nicht der in Zeitschriften erschienenen Aufsätze. Nützlich ist diese Datenbank u.a. für die Suche nach Abkürzungen von Zeitschriftentiteln, sog. "Siglen".
  • Zeitschriftendienst (1987-1995)
Die folgenden Datenbanken enthalten Verzeichnisse aktuell lieferbarer Bücher und Zeitschriften (nicht aber des Inhaltes, der einzelnen Aufsätze usw. in oder Zeitschriften): 
  • Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) und Verzeichnis lieferbarer Zeitschriften (VLZ)
    Im Internet auch unter der Adresse http://www.buchhandel.de/.
  • Books in Print (englische lieferbare Bücher)
Wissenschaftliche Literatur, die nicht über den Buchhandel veröffentlicht wurde (wie beispielsweise einige Dissertationen) findet sich in follgenden Datenbanken: 
  •  Deutsche Hochschulschriften (1945-1992)
  •  Dissertation Abstracts International (1861 ff.)
Ein vollständiges Verzeichnis der in einzelnen Ländern erschienenen Literatur findet sich in den Nationalbibliographien, die sowohl in gedruckter Form als auch als Datenbank erscheinen. Ältere Jahrgänge gibt es nur in gedruckter Form (in der GhK-Bibliothek vorhanden). Anders als die zuerst genannten Fachdatenbanken enthalten solche Bibliographien keine Zusammenfassung der aufgeührten Literaturangaben und keine systematische fachbezogene Verschlagwortung. Deshalb sollen sie an dieser Stelle nur kurz erwähnt werden. 
  •  Deutsche Nationalbibliographie
  •  Nationalbibliographien anderer Länder

 
 

1.3  Recherchetechniken

Unabhängig davon, in welchem Bibliothekskatalog bzw. in welcher Datenbank man recherchiert, soll es in diesem Abschnitt um die Formulierung von mehr oder minder komplexen Rechercheanfragen gehen
 

a) Felder

Die einzelnen Datensätze eines Bibliothekskatalogs bzw. einer Datenbank enthalten ihre Daten in mehr oder minder vielen "Feldern" (Autor, Titel, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr; bei Zeitschriftenartikeln: Name der Zeitschrift, Seitenzahlen usw.). Die Zahl, Aufteilung und Benennung der Felder ist dabei von Bibliothek zu Biblothek und Datenbank zu Datenbank sehr unterschiedlich.

Bei der Recherche kann im allgemeinen nach einem Suchbegriff entweder in bestimmten einzelnen Feldern oder mehreren (bzw. allen) Feldern gleichzeitig gesucht werden. Sucht man beispielsweise nach dem Suchbegriff "Luhmann" im Feld "Autor", findet man Literatur von Niklas Luhmann; sucht man hingegen nach dem Suchbegriff "Luhmann" im Feld "Titel", findet man Literatur über Niklas Luhmann.

Beispiel:
Im OPAC der GhK-Bibliothek kann man in bestimmten Feldern oder gleichzeitig im Titel und in den Schlagworten suchen (Suchschlüssel "tsw" = Titelstichwörter und Schlagwörter".

In der Datenbank "Sociological Abstracts" kann man als Suchoptionen wählen: "Words anywhere", "Title", "Author", "Subject". Ferner kann man das Erscheinungsjahr einschränken und die Sprache der gefundenen Titel.

In der Datenbank SOLIS kann man wählen zwischen einer Recherche "Freitext", d.h. in allen Feldern, und einer Recherche in konkreten Feldern.
 

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Suche nach einzelnen Stichwörtern und nach einer genauen Wortfolge (String).

Beispiel:
Im OPAC der GhK-Bibliothek gibt es die Suchschlüssel "tit" = Titelstichwörter und "tis" = Titelstring.

In der Datenbank SOLIS kann man eine Folge von Begriffen in Anführungzeichen setzen, z.B. den Titel einer Zeitschrift; nach den in Anführungszeichen gesetzen Begriffen wird dann als "String" gesucht.
 
 
Feld Eingabe Suchergebnis
Quelle Berliner Journal für Soziologie es werden alle Datensätze gefunden, bei denen im Feld "Quelle" einer der Suchbegriffe auftaucht.
Quelle "Berliner Journal für Soziologie" es werden nur die Datensätze gefunden, bei denen im Feld "Quelle" genau der in Anführungszeichen gesetzte Titel vorkommt

 
 

b) Trunktierungszeichen

Gleichbedeutend spricht man auch von "Maskierungszeichen" oder "Jokern": Man kann bei der Recherche einen Teil des zu suchenden Begriffs oder Namens durch ein "Trunktierungszeichen" ersetzen, das für ein oder beliebig viele andere Zeichen stehen kann.
Es gibt zwei Typen: entweder kann das Trunktierungszeichen für ein beliebiges einzelnes Zeichen stehen, oder es kann für beliebig viele andere Zeichen stehen. Meist werden die folgenden Zeichen als Trunktierungszeichen verwendet:

?    für ein einzelnes Zeichen;       *    für beliebig viele Zeichen

Allerdings werden je nach Bibliothekskatalog bzw. Datenbank auch andere Zeichen für diese Funktion verwendet. Beispielsweise kann das Zeichen "?" als Trunktierungszeichen für beliebig viele Zeichen statt nur für einen definiert sein (z. B. im OPAC der GhK-Bibliothek). Genauere Hinweise findet man in der Hilfe zu dem jeweiligen bibliothekskatalog bzw. zu der jeweiligen Datenbank.

Beispiel (Datenbank SOLIS):
 
Feldname Eingabe Suchergebnis
Autor Weiss, Konrad alle Einträge des entsprechenden Autors
Autor Weiss, K* alle Einträge von Autoren mit Nachnamen "Weiss" und Vornamen wie Konrad, Karin, Karl usw.
Titel kulturwiss* findet alle Dokumente, in deren Titel "Kulturwissenschaft" oder "Kulturwissenschaften" oder "kulturwissenschaftlich" oder "kulturwissenschaftliches" usw. vorkommt.
Jahr 199?  /  199* findet alle Literaturtitel, die in den 1990er Jahren erschienen sind




 
 

c) Verknüpfung mehrerer Suchbegriffe

Mehrere Suchbegriffe können miteinander verknüpft werden, so daß nach den Dokumenten gesucht wird, in denen entweder alle oder mindesten einer von mehreren Suchbegriffen vorhanden sind. Dies geschieht durch sog. Operatoren, die drei verschiedene Verknüpfungen von Suchbegriffen ausdrücken können:
 
 
UND / AND / & die Dokumente, nach denen gesucht wird, müssen alle mit UND verknüpften Suchbegriffe enthalten
ODER / OR  die Dokumente, nach denen gesucht wird, müssen mindestens einen von den mit ODER verknüpften Suchbegriffen enthalten
NICHT / NOT / 
UND NICHT / 
AND NOT
die Dokumente, nach denen gesucht wird, sollen den ersten, aber nicht den zweiten Suchbegriff enthalten

Beispiele (OPAC der GhK)
 
f per goffman, erving und tit asyle findet Bücher des Autors Erving Goffman, in deren Titel der Begriff "Asyle " vorkommt

Beispiele (Datenbank SOLIS):
 
Feldname Eingabe gefundene Dokumente
Stichwort Asyle ODER asylums findet alle Dokumente, die den einen oder den anderen (oder beide) Begriffe enthalten; d.h. in diesem Fall sowohl deutsche wie englische Titel zum Thema
Stichwort Goffman UND Stigma findet alle Dokumente, in denen die Suchebegriffe "Goffman" und "Stigma" vorkommen, die sich also mit ziemlicher sicherheit sowohl auf den Autor Erving Goffman als auch auf sein Buch "Stigma" beziehen.
Stichwort Netzwerk UND NICHT Computer findet alle Dokumente, in denen das Stichwort Netzwerk (oder: Netzwerke, Netzwerken usw.) vorkommt, aber nicht der Begriff "Computer", so daß mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nur Literatur über soziale Netzwerke, nicht über Computernetzwerke gefunden wird (das ist nur ein Beispiel, denn die Einschränkung ist durch die Suche in einer sozialwissenschaftlichen Fachdatenbank ohnehin schon gegeben).

 
 

d) komplexe Anfragen

Man kann Suchbegriffe nicht nur durch eine Kette von UND bzw. ODER-Verknüpfungen miteinander verbinden, sondern man kann die Suchanfrage durch Klammern auch "verschachteln".

Beispiele (OPAC der GhK):
 
Feld Eingabe Suchergebnis
tsw 
(Titelstichwörter
u. Schlagwörter)
f tsw Kunstsoziologie ODER (tsw soziologie UND kunst) Die Suche nach dem tsw "Kunstsoziologie" allein ergibt 38 Titel; die Suche nach der Kombination "Soziologie UND Kunst" ergibt 14 gefundene Titel; eine Kombination aus beiden mit ODER ergibt 47 Titel.

Beispiel (Datenbank SOLIS):
 
Freitext Goffman UND (Asyle ODER asylums) findet alle Dokumente, in denen der Suchbegriff "Goffman" und mindestens einer der Suchbegriffe in der Klammer vorkommt. Es werden also sowohl deutsche wie auch englische Titel zum Thema gefunden.
Freitext Goffman UND Asyl* diese Suchanfrage hat praktisch das gleiche Ergebnis erzielen wie die zuvor mit Klammern formulierte, sie würde also sowohl die Dokumente mit den Begriffen "Asyle" und "asylums", aber auch "Asylrecht", Asylbewerberheim" usw. finden.




 
 
 

2  Informationsrecherche im Internet

Die folgende Liste mit Internetadressen wird fortlaufend vervollständigt werden.

Im letzten Teil der Einführung (2) soll es um allgemeine Informationsrecherchen im Internet gehen. Gibt man bei einem Suchdienst ein Stichwort ein, findet man u. U. eine ausgesprochen große Zahl von Verweisen hierzu. Wissenschaftlich ist diese Information jedoch nur begrenzt brauchbar. Zwar findet sich evtl. irgendwo in den Vereinigten Staaten ein Dozent, der beispielsweise eine Liste mit Veröffentlichungen über ein Thema oder über einen Autor zusammengestellt hat, aber eine solche Liste kann die eigenen Recherche nicht ersetzen, da natürlich niemand für ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit der Liste garantieren kann. Noch extremer ist dies bei Texten, die sich auf irgendeiner Internetseite finden (beispielsweise Hausarbeiten anderer Studierender), denn es gibt keinerlei Gewähr für die Qualität, Aktualität, Richtigkeit, den Urheber usw. der Texte. Nicht zuletzt ist eine zentrale Anforderung an wissenschaftliche Texte häufig nicht gewährleistet: die Überprüfbarkeit durch Zitieren. Benutzt man einen Text aus dem Internet als Quelle, muß man (analog zu gedruckten Texten), den URL als Publikationsort angeben. Häufig verschwinden einzelne Seiten oder sogar ganze Server schon nach relativ kurzer zeit wieder aus dem Internet, so daß das Wiederauffinden und damit die Zitation ein ungelöstetes Problem bleibt (von Ausnahmen seriöser wissenschaftlicher Publikationen im Internet abgesehen). Deshalb wird der Schwerpunkt bei der Informationsrecherche im Internet auch nicht auf die allgemeine Informationsrecherche, sondern auf die Informationsangebote wissenschaftlicher und anderer Institutionen gelegt.

Im Internet finden sich zahllose Listen mit Links (Internet-Adressen) zu den verschiedensten sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Praktisch keine der Liste bietet einen auch nur annähernd vollständigen und über einen längeren Zeitraum aktuell gehaltenen Überblick. Jedes Informationsangebot ist daher mit dieser Einschränkung und mit Vorsicht zu betrachten. Sehr viele Links verweisen auch nur auf andere Sammlungen von Links, die nach drei Stufen wieder auf die Ausgansseite zurückverweisen, ohne je an eine handfeste Information gekommen zu sein.
An dieser Stelle soll keinesfalls eine zusätzliche Sammlung versucht werden, sondern es werden nur einige ausgewählte Links zu einschlägigen Linksammlungen gegeben, die dann als eigentliche Startseiten dienen sollen.
 
 

2.1  Allgemeine Suchdienste

Es gibt eine Viezahl von allgemeinen Suchdiensten im Internet, über die man Informationen zu beliebigen Themen finden kann. Eine Übersicht über Suchdienste (mehr als 700) und Hinweise zur Suche finden sich beispielsweise auf der Seite der "Suchfibel": http://www.suchfibel.guj.de/maschinisten/.

Ähnlich wie der Karlsruher Virtuelle Katalog, der als virtueller Meta-Katalog gleichzeitig in vielen 'realen' Bibliothekskatalogen sucht, gibt es auch allgemeine "Meta-Suchmaschinen", die eine Anfrage gleichzeitig an verschiedene Suchmaschinen schicken und dann die Ergebnisse sammeln. Eine solche Meta-Suchmaschine wird beispielsweise vom Rechenzentrum der Universität Hannover betrieben: Deutsche Meta-Suchmaschine (http://meta.rrzn.uni-hannover.de/).

Unter den verschiedenen Suchdiensten, die alle bestimmte Schwerpunkte, Auswahlkriterien und unterschiedliche Arbeitsweisen haben, ist eine renommierte, über die sich vielleicht auch am ehesten Seiten mit wissenschaftlichen Informationen finden lassen: http://www.altavista.com/. Allerdings ist dieser Hinweis nur sehr eingeschränkt gültig. Bei Suchmaschinenen ist entscheidend: Herumprobieren!
 
 

2.2  Sammlung von Internetadressen (Links) zu den Sozialwissenschaften

Die folgende Liste ist nicht selbst eine Auflistung von sozialwissenschaftlichen Informationsquellen, weil das den Rahmen einer Einführung bei weitem sprengen würde; sondern sie verweist auf einschlägige Adressenlisten und Startseiten, die sehr umfangreich sind und sich gut als Ausgangspunkte für eine Informationsrecherche eignen (zu Institutionen, Texten, Daten, Veranstaltungen usw.). Es handelt sich sozusagen um eine Liste von Adressenlisten: 

GESIS SocioGuide - http://www.bonn.iz-soz.de/navigation/socsci/
Eine umfassende Sammlung von weltweiten Adressen ist der SocioGuide, der von Informationszentrum Sozialwissenschaften erstellt wird (dieselbe Institution, die auch die Datenbanken SOLIS und FORIS erstellt). Die Verweise sind nach nach Ländern, thematisch und nach Informationskategorien (Bibliotheken, statistisches Material, Tagungen u.a.) gegliedert.

SOZIOLAND - Reiseführer für Soziologen - http://infosoc.uni-koeln.de/sozioland/
Eine sehr übersichtlich gegliederte Adressensammlung, die in Zusammenarbeit der Universität Köln und des ZUMA in Mannheim als Arbeitsgrundlage für Internet-Einführungen entstanden ist. Sie enthält auch Verweise auf grundlegende allgemeine Informationen im und zum Internet. Unter amderem findet man hier auch Verweise auf Skripte zu Lehrveranstaltungen, Einführungen und alle erdenklichen Informationsquellen im Internet, die für Soziologinnen und Soziologen interessant sein könnten.

SOZIOLOGIE-FAQ - http://www.netzservice.de/Home/maro/sozfaq.html
Sammlung mit Links zu verschiedensten Informationsquellen, u.a. Online-Publikationen. Enthält auch allgemein Informationen zur Netzwelt.

SocioSite der Universität Amsterdam - http://www.pscw.uva.nl/sociosite/
Die Seite enthält eine Vielzahl von Adressen und Verweisen auf verschiedene Informationsquellen, sozialwissenschaftliche Institute, sozialwissenschaftliche Fachbereiche an Universitäten usw. in aller Welt und eignet sich somit sehr gut als Startseite für eine Recherche.

Research Resources for the Social Sciences - http://www.socsciresearch.com/
Ein ähnliche umfassendes Verzeichnis enthält diese Seite; die Links sind hier grob thematisch geordnet.

Julian Dierkes' Sociology Links at Princeton - http://www.princeton.edu/~sociolog/links.html
Sammlung u. a. der Adressen sozialwissenschaftlicher Departments an Universitäten in den USA, sozialwissenschaftlicher Forschungseinrichtungen und Fachverbände in den USA und international

WWW Virtual Library: Sociology - http://vlib.org/SocialSciences.html
Innerhalb des WWW Virtual Library-Projekts finden sich hier die Seiten mit Adressen zur den verschiedenen Social Sciences. Leider ist die umfangreiche Adressensammlung nicht so vollständig, wie man es bei dem Namen und Anspruch des Projekts erwarten könnte, und leider findet sich auch eine Reihe 'toter' Links zu Seiten, die nicht mehr auffindbar sind.

Yahoo: Social Sciences - http://dir.yahoo.com/social_science/
Eine Sammlung von Adressen, geordnet nach verschiedenen Kategorien, findet sich auch auf der entsprechenden Seite des Suchdienstes Yahoo.

Wissenschaftliches Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung (WZ I) - http://www.uni-kassel.de/wz1/doc/Verbinde.htm
Eine kleine Sammlung von Links, mit einem besonderen Schwerpunkt auf empirischer Sozialforschung, bietet auch das Wissenschaftliche Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung (WZ I), hier an der GhK.
 
 

2.3  Sozialwissenschaftliche Institutionen und Institutionen mit sozialwissenschaftlich interessanten Informationen

Die zuvor genannten Adressensammlungen enthalten auch Hinweise auf alle erdenklichen Institutionen im Bereich der Sozialwissenschaften. Im folgenden sollen nur einige wenige besonders zentrale eigens erwähnt werden: 

Gesellschaft sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS) - http://www.social-science-gesis.de/
Die GESIS ist die Dachorganisation dreier deutscher Serviceeinrichtungen für die Sozialwissenschaftliche Forschung, nämlich der folgenden drei (IZ, ZA, ZUMA):

Informationzentrum Sozialwissenschaften (IZ) - http://www.bonn.iz-soz.de/
Das IZ ist eine Sammelstelle für sozialwissenschaftliche Informationen der unterschiedlichsten Art. U.a. gibt es die deutsche Bibliographie zur sozialwissenschaftlichen Literatur heraus (SOLIS, Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem) undeine Datenbank mit sozialwissenschaftlichen forschungsprojekten (FORIS, Forschungsinformationssystem Sozialwissenschaften)

Zentralarchiv für Sozialwissenschaften (ZA) - http://www.za.uni-koeln.de/
Das ZA sammelt sozialwissenschaftliche Daten aus empirischen Untersuchungen (fast ausschließlich quantitative Daten) und stellt sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung.

Zentrum für Umfrage, Methoden und Analysen (ZUMA) - http://www.zuma-mannheim.de/
Das ZUMA beschäftigt sich mit Methoden empirischer Sozialforschung und bietet u.a. hierzu Schulungen an

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialwissenschaften (WZB) - http://www.wz-berlin.de/
Das WZB ist ein großes staatliches Forschungszentrum mit einer Reihe unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Forschungsschwerpunkte. Es gibt eine Reihe von Publikationen heraus, die teilweise im Internet erscheinen.

Projektgruppe Kulturraum Internet - http://duplox.wz-berlin.de/
Die Projektgruppe Kulturraum Internet ist ein Projekt des WZB, das sich mit dem Internet beschäftigt, zahlreiche Informationen und Publikationen im Internet anbietet und sozialwissenchaftliche Studien zum Internet durchführt.
 
 

2.3.1  Fachverbände

Ferner gibt es Berufsverbände von Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern, die sich tw. in Untergruppen zu bestimmten Themen gliedern, die eigene Publikationen herausgeben, auf ihren Seiten Informationsangebote bieten und Tagungen veranstalten:

Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) - http://www.soziologie.de/
Die DGS ist die wichtigste Organisation von Soziologinnen und Soziologen, die in der Wissenschaft tätig sind; in ihr gibt es eine Vielzahl von sog. Sektionen und Arbeitsgruppen, die über bestimmte Themen arbeiten und auf ihren Internetseiten teilweise sehr ausfürliche Informationen zum jeweiligen Thema anbeiten; eine Liste der Sektionen und Arbeitsgruppen findet sich auf der Homepage der DGS.

Berufsverband deutscher Soziologen (BDS) - http://userpage.fu-berlin.de/~ifs/bds/bds.html
Anders als die DGS ist der BDS nicht primär ein Zusammenschluß von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern von berufstätigen Soziologinnen und Soziologen aus den unterschiedlichsten bereichen.

European Sociological Association (ESA) - http://www.qub.ac.uk/esa/

American Sociological Association (ASA) - http://www.asanet.org/default.htm

International Sociological Association (ISA) - http://www.ucm.es/info/isa/
 
 

2.4  Mailing-Listen und Newsgroups (Diskussionsgruppen)

Mailingliste sind automatische elektronische "Briefverteiler": Alle Mails, die an eine bestimmte Mailadresse geschrieben werden, werden dann automatisch weitergeleitet (verteilt) an alle diejenigen, die sich als Empfänger eingeschrieben haben. Wenn man sich als Empfänger angemeldet hat, kann man bei den meisten Listen auch selbst Mails an die Adresse der Liste schreiben, die dann an alle anderen Empfänger verteilt werden. Jede Mailing-Liste hat ein bestimmtes Thema, und als Empfänger schließen sich diejenigen zusammen, die  an diesem Thema interessiert sind. Das Thema kann unterschiedlich weit gesteckt sein. Wenn man auf einer solchen Liste Mails nur empfangen aber nicht selbst schreiben kann, nennt man sie eine "Newsletter".

Eine Liste mit deutschen Mailinglisten zur Soziologie und einzelnen sozialwissenschaftlichen Themen findet sich auf der entsprechenden Seite von SOZIOLAND: http://infosoc.uni-koeln.de/sozioland/mailinglisten.html.

Es gibt eine Vielzahl solcher Diskussionlisten mit den unterschiedlichsten Themen (nicht nur in der Wissenschaft). Auf einer Seite der SocioSite (http://www.pscw.uva.nl/sociosite/MailingLists.html, s.o.) findet sich eine Liste internationaler sozialwissenschaftlicher Mailinglisten. Eine allgemeine Suchmöglichkeit nach Mailinglisten (mit Schwerpunkt auf deutschen Listen) findet sich unter: "LISde - Mailinglisten & Newsletter" (http://www.lisde.de/home.shtml). Ein internationales Verzeichnis findet sich unter: "Liszt - the mailing list directory" http://www.liszt.com/.

Bekannt und renommiert sind die Diskussionslisten des "Humanities Network" (http://h-net2.msu.edu/ bzw. http://www2.h-net.msu.edu/lists/) von dem Mailinglisten zu mehr als hundert Themen verwaltet werden (da es sich um internationale, weltweite Diskussionslisten handelt, sind die meisten englischsprachig). Von besonderem Interesse dürfte beispielsweise die Diskussionsliste "H-Soz-u-Kult" sein, die deutschsprachig ist und sich mit "Methoden, Theorie und Ergebnisse neuerer Sozial- und Kulturgeschichte" befaßt: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.htm#Deutsche Version.
 

Neben den Mailinglisten sind Newsgroup der zweite Bereiche des Internet, der die aktive Kommunikation ermöglicht. Newsgroups (es gibt über 20.000 verschiedene) stellen einen eigenen Bereich des Internet dar, der nicht über einen normalen Browser, sondern über eine spezielle Software (oder eine Komponente eines Internetbrowsers) abgerufen wird. Ein solcher Server ist beispielsweise: news.hrz.uni-kassel.de. Newsgroups sind virtuelle schwarze Bretter, an die jede und jeder eine Nachricht schicken kann, die dann von allen, die eine Newsgroup mit einem bestimmten Thema aufrufen, gelesen und ggf. kommentiert werden kann.
Die einzelnen Newsgroups sind wie ein Baum geordnet. Die jeweiligen Namen der Newsgroups sind von links nach rechts zu lesen, wobei links zunächst eine Oberkategorie steht, die dann weiter aufgeschlüsselt wird. Für die einzelnen Kategorien gibt es festgelegte Abkürzungen. Beispielsweise steht die Endung "soc" für "Society" (hier geht es um die verschiedensten gesellschaftlichen und politischen Themen) und die Endung "sci" für "Science". Zu "soc" und "sci" gibt es dann diverse Untergruppen, z.B.: soc.culture.europe (Gesellschaft - Kultur - Europa) oder soc.culture.germen (Gesellschaft - Kultur - Deutschland). Wissenschaftliche Foren beginnen mit der Endung "sci", beispielsweise "sci.philosophy.tech". Die Newsgroups sind international, daher normalerweise englischsprachig. Newsgroups in Landessprachen, die sich auf einzelne Länder beziehen, beginnen vor dem thematischen Kürzel (soc, sci o.ä.) mit dem Kürzel des Landes, z.B. sind "de.sci.soziologie" und "de.sci.geschichte" die deutschsprachigen Diskussionsgruppen zur Soziologie bzw. zur Geschichte.
Newsgroups sind sehr offen und demokratisch organisiert. Das bedeutet aber auch, daß die in den Newsgroups behandelten Themen sind sehr heterogen sind. Jeder kann eine Frage stellen - und jeder kann eine Antwort dazu formulieren. Ob sich dann in der Diskussion etwas findet, das inhaltlich tatsächlich von Nutzen beispielsweise für die eigene Arbeit ist, ist damit nicht gesagt.
Vor allem aber sollten Informationen, die man auf einen solchen Weg erhält, niemals ungeprüft in die eigene Arbeit übernommen werden, da es natürlich keinerlei Gewähr dafür gibt, daß die Auskünfte, die man von einer Diskussionsteilnehmerin oder einem Diskussionsteilnehmer erhält, tatsächlich stimmen.
Informationen über den Umgang mit Newsgroups finden sich in einer speziellen Newsgroup: "de.newusers.questions".
 
 
 

3  Literaturhinweise

Es ist eigentlich ein Widerspruch, wenn man als Einführung zur Informationsrecherche im Internet gedruckte Literaturtitel nennt. Tatsächlich ist es auch so, daß sich die Informationsangebote und Adressen im Internet schneller ändern, als die gedruckte Einführungsliteratur aktualisiert werden kann. Ein einführendes Buch zu kaufen, lohnt sich daher nur bedingt, und auch nur dann, wenn es sich um eine wirklich aktuelle Auflage handelt. Außerdem ist das Niveau der Bücher so, daß sie sich nur als absolute Einführung eignen. 

Es gibt 2 deutschsprachige Titel, die speziell in das Internet für Soziologinnen und Soziologien einführen. Beide sind vom Niveau her etwa gleich, nämlich absolut einführend. Mindestens die Hälfte der beiden Bücher wird jeweils auf sehr grundlegende Fragen verwendet (Was ist eine Internetadresse? Was ist eine E-Mail" Wie funktioniert ein Webrowser). Wer das Internet schon benutzt, profitiert von diesen Büchern nur durch die Nennung einiger Internetadressen: 

  • Dietmar Sittek: Internet für Soziologen, Frankfurt a. M. (Campus Verlag) 1997, 218 S., DM 29,80
     
  • Christian Stegbauer u. Paul Tiedemann: Internet für Soziologen. Ein praxisorientierte Einführung,
    Darmstadt (Primus) 1999, 164 S., DM 34,-
Eine allgemeine Einführung in das Internet, die den Vorzug hat, kurz und billig zu sein und dennoch einen guten Überblick zu geben, ist: 
  • Martin Kimmig: Internet. Auf Datenreise im weltweiten Netz, 3. Aufl. München (Beck) 1999, 366 S., DM 26,90

 

Thomas Schwietring
thomas.schwietring@nexgo.de
Stand: 8.3.2000