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Inhalt Das Seminar soll eine
basale Einführung in die wissenschaftstheoretischen bzw.
methodologischen Grundlagen der Sozial- und Kulturwissenschaften geben.
Im Semesterapparat zu diesem Seminar finden sich Exemplare der im Seminar behandelten Werke sowie eine Vielzahl von Einführungen in die Wissenschaftstheorie. Zu einzelnen Aufsätzen befinden sich außerdem Kopiervorlagen in einem Ordner im Semesterapparat. Nützlich als
Einführung sind auch diverse Nachschlagewerke, die jedoch nicht in
den Semesterapparat gestellt werden können da es sich ohnehin um
Präsenzbestand handelt. Nachschlagewerke Braun, E. / Radermacher, H. (Hrsg.): Wissenschaftstheoretisches Lexikon, Graz 1978 Mittelstraß, Jürgen (Hrsg.): Enzyklopädie: Philosophie und Wissenschaftstheorie. 4 Bde., Mannheim 1980ff Sig.: GhK 25 Phi AA 0019 & GhK 32 Phi A 0046 Lesesaal Sandkühler, Hans
Jörg (Hrsg.): Europäische Enzyklopädie zu Philosophie
und Wissenschaften. 4 Bde., Hamburg 1990 Seiffert, Helmut:
Einführung in die Wissenschaftstheorie 4: Wörterbuch der
wissenschaftstheoretischen Terminologie, München 1997 Seiffert, Helmut /
Radnitzky, Gerard (Hrsg.): Handlexikon der Wissenschaftstheorie,
München 1992 Speck, Josef (Hrsg.):
Handbuch wissenschaftstheoretischer Begriffe. 3 Bde., Stuttgart 1980
Allgemeine Einführungen Neben Auszügen aus den oben genannten Lexika und Handbüchern (die wir u. a. auch für die gemeinsame Lektüre verwenden werden) sind praktisch alle Einführungen in die Wissenschaftstheorie, die sich im Semesterapparat finden, systematisch und nicht historisch aufgebaut, d. h. sie geben keinen Überblick über die (philosophie-)geschichtliche Entwicklung, aber sie können als Einführung in die Begriffe benutzt werden. Besonders zu empfehlen sind: Chalmers, Alan F.: Wege der Wissenschaft. Einführung in die Wissenchaftstheorie, 3. durchges. Aufl. Berlin 1994 Sehr gut verständliche, aber auch ausführliche und detaillierte systematische EinführungCharpa, Ulrich: Grundprobleme der Wissenschaftsphilosophie, Paderborn 1996 Ebenfalls sehr gut verständlich, allerdings etwas allgemeiner als die von Chalmers
Verfaßt von Soziologen; Schwerpunkt auf analytisch-nomologische Wissenschaftstheorie (eher Wissenschaftslogik und -methodologie als umfassende Wissenschaftstheorie)Giesen, Bernard / Schmid, Michael: Basale Soziologie: Wissenschaftstheorie, Opladen 1977 4.
Literatur und Hinweise zu den
einzelnen Themen und Sitzungen 1. Sitzung: Vorstellung des Seminars,
der Gliederung und der einzelnen Themen; Verteilung von Arbeitsaufgaben
und Referaten 2. Sitzung: Zur Geschichte der Wissenschaftstheorie (5.11.1998) Detel, Wolfgang: Wissenschaft, in: E. Martens u. H. Schnädelbach (Hrsg.): Philosophie. Ein Grundkurs, Reinbek b. Hamburg 1985, S. 173-216 Knapper aber guter historischer Überblick; als Kopiervorlage im Ordner im Semesterapparat
Dieser und der folgende Titel enthalten jeweils einen ausführlichen Überblick über die Richtungen der Wissenschaftstheorie im 20. Jahrhundert; jeweils gegliedert in Kapitel nach Autoren und SchulenStegmüller, Wolfgang: Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie. Bd. II, 8. Aufl. Stuttgart 1987 Außerdem können
als erster Überblick auch die Artikel "Wissenschaftstheorie" in
den üben genannten Handbüchern von Mittelstraß und von
Sandkühler benutzt werden (mit den entsprechenden Verweisen.
3. Sitzung: Grundbegriffe, Teil I: Begriffe und Theorien (12.11.1998) Textgrundlage: Neben Auszügen aus den oben genannten Lexika und Handbüchern (die wir u. a. auch für die gemeinsame Lektüre verwenden werden) sind praktisch alle Einführungen in die Wissenschaftstheorie, die sich im Semesterapparat finden, systematisch und nicht historisch aufgebaut, d. h. sie geben keinen Überblick über die (philosophie-)geschichtliche Entwicklung, aber sie können als Einführung in die Begriffe benutzt werden. Kommentierte Empfehlungen zu den einzelnen Einführungen finden sich oben im abschnitt "Allgemeine Literatur". 4. Sitzung: Grundbegriffe, Teil 2 (19.11.98): Induktion, Deduktion, Erklärung, Prognose, Kausalität Textgrundlage: siehe 12.11.98 bzw. Abschnitt "Allgemeine Literatur: Allgemeine Einführungen" 5. Sitzung: Karl Raymond Popper: Kritischer Rationalismus (26.11.98) Textgrundlage: Anknüpfend an die begriffliche Einführung der vorangegangenen Sitzungen geht es hier vor allem um den Begriff der Falsifikation und Poppers Vorstellung der Vorläufigkeit und des Hypothesencharakters wissenschaftlichen Wissens. 6. Sitzung: Carl Gustav Hempel: Deduktiv-nomologische Erklärungen (3.12.98) Textgrundlage: Carl G. Hempel: Typologische Methoden in den Sozialwissenschaften, in: Ernst Topitsch (Hrsg.): Logik der Sozialwissenschaften, 12. Aufl. Frankfurt a. M. 1993, S. 85-103
Carl Gustav Hempel, geb. 1905, studierte bei Rudolf Carnap und hatte Kontakte zum Wiener Kreis; emigrierte 1934, ab 1955 Professur an der Princeton University. Er entwickelte zusammen mit Oppenheim ein Standardmodell wissenschaftlicher Erklärungen, das sog. deduktiv-nomologische Erklärungen beschreibt. 7. Sitzung: Willard van Orman Quine: Holismus (10.12.98) Textgrundlage: Der im Seminar relevante Kerngedanke Quines ist, daß eine Hypothese nicht isoliert überprüft werden kann. Denn jede theoretische Aussage steht im Kontext eines komplexen Gefüges anderer Theorien und grundlegender Annahmen, die unter anderem vorgeben, mit welchen Methoden eine Hypothese zu testen ist und wie die darin enthaltenen Merkmale der Wirklichkeit definiert und zu erfassen sind. Stellt sich eine einzelne Hypothese als nicht zutreffend heraus, läßt sich aus diesem Befund daher nicht eindeutig schließen, an welcher Stelle in dem zugrundeliegenden Theoriegebäude der Fehler lag – oder ob das ganze Theoriegebäude möglicherweise auf einem Konstruktionsfehler beruht. 8. Sitzung: Thomas S. Kuhn: Paradigmenwechsel, 1. Teil (17.12.98) Textgrundlage: Kuhn entwirft ein Modell der historischen Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnis. Demnach wechseln sich Phasen der an einem bestimmten dominierenden Paradigma orientierten "Normalwissenschaft" mit "revolutionären" Phasen des "Paradigmenwechsels" ab, auf die erneut eine Phase der Durchsetzung eines Paradigmas als Normalwissenschaft folgt. 9. Sitzung: Thomas S. Kuhn: Paradigmenwechsel, 2. Teil (7.1.99) Textgrundlage: Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 2., rev. Aufl. Frankfurt a. M. 1976 (daraus die Kapitel VI. Anomalien und das Auftauchen wissenschaftlicher Entdeckungen)
s. o.
s. o. 10. Sitzung: Thomas S. Kuhn: Kritik und Diskussion (14.1.99) Textgrundlage: Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 2., rev. Aufl. Frankfurt a. M. 1976 (daraus das Kapitel IX. Das Wesen und die Notwendigkeit wissenschaftlicher Revolutionen)
s. o.
s. o. 11. Sitzung: Max Weber: Werturteil und Wertbeziehung (21.1.99.) Textgrundlage: Max Weber: Die "Objektivität" sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis (1904), in: ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, 7. Aufl. 1988, S. 146-214 (zuerst 1922)
Zwei miteinander verknüpfte Aspekte stehen im Vordergrund: Erstens Webers Unterscheidung zwischen der für jede Wissenschaft unabdingbaren Wertfreiheit, d. h. dem Verzicht der Wissenschaftlerin / des Wissenschaftlers auf Wertungen, und der Notwendigkeit einer Wertbeziehung bei der Auswahl und Konstitution des Gegenstandes einer wissenschaftlichen Untersuchung. Der zweite Begriff erfolgt notwendig aus dem zweiten zentralen Aspekt der Wissenschaftslehre Webers, dem sinnhaften Charakter des Gegenstandes der Sozial- und Kulturwissenschaften, d. h. der sozialen Wirklichkeit. An diese Unterscheidung kann eine Diskussion des Verhältnisses von naturwissenschaften einerseits und Sozial- und Kulturwissenschaften andererseits anknüpfen. 12. Sitzung: Georg Henrik von Wright: Erklären und Verstehen (28.1.99) Textgrundlage: (Das Buch insgesamt kann auch mögliches Referatsthema sein)
Einleitend entwirft von Wright zwei wissenschaftliche Traditionen: die "aristoteleische Tradition", die finalistisch oder teleologisch argumentierend verfährt und in den Begriff des Verstehens als wissenschaftliches Prinzip mündet, und die galileische Tradition, die mechanistisch oder kausal argumentiert und in den Begriff des Erklärens mündet. Von Wright analysiert beide Vorgehensweisen und stellt dann die Frage nach der Möglichkeit "echter Erklärungen" in den Geschichts- und Sozialwissenschaften. 13. Sitzung: Georg Henrik von Wright: Erklären und Verstehen (4.2.99) Textgrundlage: (Fortsetzung der Diskussion über von Wright) s.o.
s.o. 14. Sitzung: Sozial-, Kultur- und Naturwissenschaften (11.2.99) Textgrundlage: 15. Sitzung: Zusammenfassende Diskussion (18.2.99) Textgrundlage: Seminarleitfaden Kontakt: schwietr@uni-kassel.de
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Stand: 9.9.1999
Thomas Schwietring