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Thomas Schwietring

Seminar
Einführung in die Wissenschaftstheorie
Wintersemester 1998/99



Inhalt
1. Kommentar

2. Seminarplan
3. Allgemeine Literatur
4. Literatur und Hinweise zu den einzelnen Themen und Sitzungen
 
 

1. Kommentar

Das Seminar soll eine basale Einführung in die wissenschaftstheoretischen bzw. methodologischen Grundlagen der Sozial- und Kulturwissenschaften geben.
Aufbauend auf einigen erkenntnistheoretischen Grundlagen sollen grundlegende Begriffe und  Positionen geklärt werden: Begriffe, Hypothesen, Theorien, Erklären, Verstehen, Kausalität, Empirie, Induktion, Deduktion, deduktiv-nomologisch, Bestätigung, Falsifizierung, Paradigma und Paradigmenwechsel, Positivismus, Wertbeziehung und Wertfreiheit, Entdeckungszusammenhang- und Begründungs-(/Geltungs-)zusammenhang usw.
 
 
 

2. Seminarplan
 
1
29.10.98
Vorstellung des Seminars und der Themen
2
5.11.98
Geschichte der Wissenschaftstheorie
3
12.11.98
Grundbegriffe, Teil 1 (Begriffe, Definition, Theorien, Hypothesen, Gesetze)
4
19.11.98
Grundbegriffe, Teil 2 (Induktion, Deduktion, Erklärung und Prognose, Kausalität)
5
26.11.98
Karl R. Popper (kritischer Rationalismus; Falsifikationismus)
6
3.12.98
Hempel / Oppenheim (klassisches Schema deduktiv-nomologischer Erklärungen)
7
10.12.98
Willard van Orman Quine (die holistische Wende der Wissenschaftstheorie)
8
17.12.98
Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (die historische Wende der Sissenschaftstheorie)
9
7.1.99
Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (Fortsetzung)
10
14.1.99
Diskussion um die Paradigma-These Kuhns (Auseinandersetzung mit Popper, Imre Lakatos u. a.)
11
21.1.99
Max Weber: Werturteil und Wertbeziehung
12
28.1.99
Georg Henrik von Wright: Erklären und Verstehen
13
4.2.99
Georg Henrik von Wright: Erklären und Verstehen (Fortsetzung)
14
11.2.99
Sozial- und Naturwissenschaften
15
18.2.99
Zusammenfassende Diskussion, Seminarkritik
alternative oder ergänzende Themen
- Positivismusstreit / Werturteilsstreit

- Gaston Bachelard / Georges Canguilhem (epistemoliogische Brüche)

- Hans Albert u. a. (konstruktivistische Wissenschaftstheorie)

- P. Bourdieu (Prozeß der Hypothesenfindung)


 
 
 

3. Allgemeine Literatur

Im Semesterapparat zu diesem Seminar finden sich Exemplare der im Seminar behandelten Werke sowie eine Vielzahl von Einführungen in die Wissenschaftstheorie. Zu einzelnen Aufsätzen befinden sich außerdem Kopiervorlagen in einem Ordner im Semesterapparat.

Nützlich als Einführung sind auch diverse Nachschlagewerke, die jedoch nicht in den Semesterapparat gestellt werden können da es sich ohnehin um Präsenzbestand handelt.
 
 

Nachschlagewerke

Braun, E. / Radermacher, H. (Hrsg.): Wissenschaftstheoretisches Lexikon, Graz 1978

Mittelstraß, Jürgen (Hrsg.): Enzyklopädie: Philosophie und Wissenschaftstheorie. 4 Bde., Mannheim 1980ff Sig.: GhK 25 Phi AA 0019 & GhK 32 Phi A 0046 Lesesaal

Sandkühler, Hans Jörg (Hrsg.): Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften. 4 Bde., Hamburg 1990
Sig.: GhK 25 Phi AA 0036

Seiffert, Helmut: Einführung in die Wissenschaftstheorie 4: Wörterbuch der wissenschaftstheoretischen Terminologie, München 1997
Sig.: Semesterapparat

Seiffert, Helmut / Radnitzky, Gerard (Hrsg.): Handlexikon der Wissenschaftstheorie, München 1992
Sig.: GhK 25 Wis AA 0005

Speck, Josef (Hrsg.): Handbuch wissenschaftstheoretischer Begriffe. 3 Bde., Stuttgart 1980
Sig.: GhK 25 Phi AA 0021
 
 

Allgemeine Einführungen

Neben Auszügen aus den oben genannten Lexika und Handbüchern (die wir u. a. auch für die gemeinsame Lektüre verwenden werden) sind praktisch alle Einführungen in die Wissenschaftstheorie, die sich im Semesterapparat finden, systematisch und nicht historisch aufgebaut, d. h. sie geben keinen Überblick über die (philosophie-)geschichtliche Entwicklung, aber sie können als Einführung in die Begriffe benutzt werden.

Besonders zu empfehlen sind:

Chalmers, Alan F.: Wege der Wissenschaft. Einführung in die Wissenchaftstheorie, 3. durchges. Aufl. Berlin 1994

Sehr gut verständliche, aber auch ausführliche und detaillierte systematische Einführung
 
Charpa, Ulrich: Grundprobleme der Wissenschaftsphilosophie, Paderborn 1996
Ebenfalls sehr gut verständlich, allerdings etwas allgemeiner als die von Chalmers


Esser, H. / Klenovits, K. / Zehnpfennig: Wissenchaftstheorie. 2 Bde. Stuttgart 1977

Verfaßt von Soziologen; Schwerpunkt auf analytisch-nomologische Wissenschaftstheorie (eher Wissenschaftslogik und -methodologie als umfassende Wissenschaftstheorie)
 
Giesen, Bernard / Schmid, Michael: Basale Soziologie: Wissenschaftstheorie, Opladen 1977 Systematische Einführung von zwei Soziologen, die knapper ist als die von Esser, allerdings ebenso wie diese neuere Entwicklungen nicht mehr umfaßt
 
Seiffert, Helmut: Einführung in die Wissenschaftstheorie. 4. Bde., München 1969-1997 (zahlreiche überarb. u. erw. Auflagen) Gegliedert nach thematischen Bereichen bzw. Disziplinen und Schulen; Bd. 4 ist ein knappes Wörterbuch
 
Ströker, Elisabeth: Einführung in die Wissenschaftstheorie, 4. Aufl., Darmstadt 1992 Bekannte und verbreitete Einführung, etwas allgemeiner als die vorher genannten
 
Wenturis, Nikolaus / Van hove, Walter / Dreier, Volker: Methodologie der Sozialwissenschaften, Tübingen 1992 Umfassende Einführung, allerdings nicht sehr didaktisch aufgebaut
 
 

4. Literatur und Hinweise zu den einzelnen Themen und Sitzungen
 

1. Sitzung:

Vorstellung des Seminars, der Gliederung und der einzelnen Themen; Verteilung von Arbeitsaufgaben und Referaten
 
 
 

2. Sitzung: Zur Geschichte der Wissenschaftstheorie (5.11.1998)

Detel, Wolfgang: Wissenschaft, in: E. Martens u. H. Schnädelbach (Hrsg.): Philosophie. Ein Grundkurs, Reinbek b. Hamburg 1985, S. 173-216

Knapper aber guter historischer Überblick; als Kopiervorlage im Ordner im Semesterapparat


Hügli, Anton / Lübcke, Poul (Hrsg.): Philosophie im 20. Jahrhundert. Bd. 2: Wissenschaftstheorie und Analytische Philosophie, Reinbek. b. Hamburg 1993

Dieser und der folgende Titel enthalten jeweils einen ausführlichen Überblick über die Richtungen der Wissenschaftstheorie im 20. Jahrhundert; jeweils gegliedert in Kapitel nach Autoren und Schulen
 
Stegmüller, Wolfgang: Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie. Bd. II, 8. Aufl. Stuttgart 1987
 

Außerdem können als erster Überblick auch die Artikel "Wissenschaftstheorie" in den üben genannten Handbüchern von Mittelstraß und von Sandkühler benutzt werden (mit den entsprechenden Verweisen.
 
 
 

3. Sitzung: Grundbegriffe, Teil I: Begriffe und Theorien (12.11.1998)

Textgrundlage:

Artikel "Begriff", "Definition", "Gesetz", "Hypothese", "Theorie" aus: Helmut Seiffert: Einführung in die Wissenschaftstheorie 4: Wörterbuch der wissenschaftstheoretischen Terminologie, München 1997   Kapitel 4 "Wissenschaftliche Begriffe" und Kap. 5 "Theorien" aus: Ulrich Charpa, Grundprobleme der Wissenschaftsphilosophie, Paderborn 1996 weitere Literatur:
Neben Auszügen aus den oben genannten Lexika und Handbüchern (die wir u. a. auch für die gemeinsame Lektüre verwenden werden) sind praktisch alle Einführungen in die Wissenschaftstheorie, die sich im Semesterapparat finden, systematisch und nicht historisch aufgebaut, d. h. sie geben keinen Überblick über die (philosophie-)geschichtliche Entwicklung, aber sie können als Einführung in die Begriffe benutzt werden. Kommentierte Empfehlungen zu den einzelnen Einführungen finden sich oben im abschnitt "Allgemeine Literatur".

 

4. Sitzung: Grundbegriffe, Teil 2 (19.11.98): Induktion, Deduktion, Erklärung, Prognose, Kausalität

Textgrundlage:

Kapitel 6 "Prinzipien" aus: Ulrich Charpa, Grundprobleme der Wissenschaftsphilosophie, Paderborn 1996   Artikel "Kausalität" aus: Helmut Seiffert: Einführung in die Wissenschaftstheorie 4: Wörterbuch der wissenschaftstheoretischen Terminologie, München 1997 weitere Literatur:
 
siehe 12.11.98 bzw. Abschnitt "Allgemeine Literatur: Allgemeine Einführungen"

 

5. Sitzung: Karl Raymond Popper: Kritischer Rationalismus (26.11.98)

Textgrundlage:

Karl R. Popper: Die Zielsetzung der Erfahrungswissenschaft, in: Hans Albert (Hrsg.): Theorie und Realität, Tübingen 1972, S. 29-41   Ders.: Logik der Forschung, 6., verb. Aufl. Tübingen 1976, Kapitel I bis IV (S. 3-59)   Ders.: Prognose und Prophetie in den Sozialwissenschaften, in: Ernst Topitsch (Hrsg.): Logik der Sozialwissenschaften, 12. Aufl. Frankfurt a. M. 1993, S.113-125 weitere Literatur: Prim, Rolf / Tilmann, Geribert: Grundlagen einer kritisch-rationalen Sozialwissenschaft. Studienbuch zur Wissenschaftstheorie Karl R. Poppers, München 1996   Giesen, Bernhard: Nekrolog auf Karl R. Popper, in: Berliner Journal für Soziologie 5, 1995, S. 133   Geier, Manfred: Karl Popper, Reinbek bei Hamburg 1994   Speck, Josef (Hrsg.): Philosophie der Gegenwart I: Frege, Carnap, Wittgenstein, Popper, Russel, Whitehead. Mit einer Einführung "Die Sprache der Logik", 3., tw. überarb. Aufl., Göttingen 1985 [Grundprobbleme der großen Philosophen] zum Thema:
Anknüpfend an die begriffliche Einführung der vorangegangenen Sitzungen geht es hier vor allem um den Begriff der Falsifikation und Poppers Vorstellung der Vorläufigkeit und des Hypothesencharakters wissenschaftlichen Wissens.

 

6. Sitzung: Carl Gustav Hempel: Deduktiv-nomologische Erklärungen (3.12.98)

Textgrundlage:

Carl. G. Hempel: Wissenschaftliche und historische Erklärungen, in: Hans Albert (Hrsg.): Theorie und Realität, Tübingen 1972, S. 237-261 weitere Literatur:
Carl G. Hempel: Typologische Methoden in den Sozialwissenschaften, in: Ernst Topitsch (Hrsg.): Logik der Sozialwissenschaften, 12. Aufl. Frankfurt a. M. 1993, S. 85-103


zum Thema:

Carl Gustav Hempel, geb. 1905, studierte bei Rudolf Carnap und hatte Kontakte zum Wiener Kreis; emigrierte 1934, ab 1955 Professur an der Princeton University. Er entwickelte zusammen mit Oppenheim ein Standardmodell wissenschaftlicher Erklärungen, das sog. deduktiv-nomologische Erklärungen beschreibt.

 

7. Sitzung: Willard van Orman Quine: Holismus (10.12.98)

Textgrundlage:

W. v. O. Quine: Wort und Gegenstand, Stuttgart 1980 (Kapitel I, Abschnitt 1: Alltägliche Dinge zuerst)   Ders.: Unterwegs zur Wahrheit, Paderborn 1995 (Teil I: Belege, S. 1-29; zumindest aber aus diesem Teil den § 6 Holismus, S. 18-22)   Ders.: Zwei Dogmen des Empirismus, in: ders.: Von einem logischen Standpunkt, Frankfurt a. M. 1979, S. 27-50 u. 173 f. (nur zusätzlich und freiwillig) weitere Literatur: Peter Bosch: Synonymie im Kontext. Ein Nachwort, in: W. v. O. Quine: Von einem logischen Standpunkt, Frankfurt a. M. 1979, S. 161-172 u. 178 f. zum Thema:
Der im Seminar relevante Kerngedanke Quines ist, daß eine Hypothese nicht isoliert überprüft werden kann. Denn jede theoretische Aussage steht im Kontext eines komplexen Gefüges anderer Theorien und grundlegender Annahmen, die unter anderem vorgeben, mit welchen Methoden eine Hypothese zu testen ist und wie die darin enthaltenen Merkmale der Wirklichkeit definiert und zu erfassen sind. Stellt sich eine einzelne Hypothese als nicht zutreffend heraus, läßt sich aus diesem Befund daher nicht eindeutig schließen, an welcher Stelle in dem zugrundeliegenden Theoriegebäude der Fehler lag – oder ob das ganze Theoriegebäude möglicherweise auf einem Konstruktionsfehler beruht.

 

8. Sitzung: Thomas S. Kuhn: Paradigmenwechsel, 1. Teil (17.12.98)

Textgrundlage:

Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 2., rev. Aufl. Frankfurt a. M. 1976 (daraus die Kapitel IV. Normale Wissenschaft als das Lösen von Rätseln; V. Die Priorität der Paradigmata) weitere Literatur: Andersson, Gunnar: Kritik und Wissenschaftsgeschichte. Kuhns, Lakatos und Feyerabends Kritik des Kritischen Rationalismus, Tübingen 1988   Ritsert, Jürgen: Die Kuhnsche Wende in der Wissenschaftstheorie und ihre Folgen, Frankfurt a. M. 1994 [= Studientexte zur Sozialwissenschaft 9/III]   Hoyningen-Huene, Paul: Die Wissenschaftsphilosophie Thomas S. Kuhns. Rekonstruktion und Grundlagenprobleme, Braunschweig 1989 [= Wissenschaftstheorie, Wissenschaft und Philosophie 27] zum Thema:
Kuhn entwirft ein Modell der historischen Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnis. Demnach wechseln sich Phasen der an einem bestimmten dominierenden Paradigma orientierten "Normalwissenschaft" mit "revolutionären" Phasen des "Paradigmenwechsels" ab, auf die erneut eine Phase der Durchsetzung eines Paradigmas als Normalwissenschaft folgt.

Ein Paradigma kann – darin durchaus ähnlich wie Quines Holismus – als Gesamtheit der Annamen eines Wissenschaft darüber definiert werden, was die für diese Wissenschaft relevanten Gegenstände sind und welche Fragen an diese Wirklichkeit gestellt werden können. Die Tätigkeit der "Normalwissenschaft" gleicht dadurch dem "Lösen von Rätseln" innerhalb eines vorgegebenen Rahmens möglicher sinnvoller Fragen. Ein Paradigma kann auch durch nicht erklärbare Befunde ("Anomalien") nicht sofort erschüttert werden. Erst durch ihre Häufung und das gleichzeitige Entstehen eines alternativen Paradigmas gerät ein Paradigma in eine "Krise". Der daraus resultierende Wettstreit zwischen konkurrierenden Paradigmata kann jedoch nicht argumentativ ausgetragen werden, da die Vertreter eines jeden Paradigmas nur Argumente verwenden können, die durch die Annahmen ihres eigenen Paradigmas Sinn erhalten, d. h. innerhalb des eigenen Paradigmas gelten. Ein argumentativer Vergleich zwischen mehrere Paradigmata ist somit nicht möglich.


 

9. Sitzung: Thomas S. Kuhn: Paradigmenwechsel, 2. Teil (7.1.99)

Textgrundlage:

Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 2., rev. Aufl. Frankfurt a. M. 1976 (daraus die Kapitel VI. Anomalien und das Auftauchen wissenschaftlicher Entdeckungen)


weitere Literatur:

s. o.


zum Thema:

s. o.

 

10. Sitzung: Thomas S. Kuhn: Kritik und Diskussion (14.1.99)

Textgrundlage:

Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 2., rev. Aufl. Frankfurt a. M. 1976 (daraus das Kapitel IX. Das Wesen und die Notwendigkeit wissenschaftlicher Revolutionen)


weitere Literatur:

s. o.


zum Thema:

s. o.

 

11. Sitzung: Max Weber: Werturteil und Wertbeziehung (21.1.99.)

Textgrundlage:

Max Weber: Die "Objektivität" sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis (1904), in: ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, 7. Aufl. 1988, S. 146-214 (zuerst 1922)


weitere Literatur:

Henrich, Dieter: Die Einheit der Wissenschaftslehre Max Webers, Tübingen 1952   Wagner, Gerhard / Zipprian, Heinz (Hrsg.): Max Webers Wissenschaftslehre, Frankfurt a. M. 1994 zum Thema:
Zwei miteinander verknüpfte Aspekte stehen im Vordergrund: Erstens Webers Unterscheidung zwischen der für jede Wissenschaft unabdingbaren Wertfreiheit, d. h. dem Verzicht der Wissenschaftlerin / des Wissenschaftlers auf Wertungen, und der Notwendigkeit einer Wertbeziehung bei der Auswahl und Konstitution des Gegenstandes einer wissenschaftlichen Untersuchung. Der zweite Begriff erfolgt notwendig aus dem zweiten zentralen Aspekt der Wissenschaftslehre Webers, dem sinnhaften Charakter des Gegenstandes der Sozial- und Kulturwissenschaften, d. h. der sozialen Wirklichkeit.
An diese Unterscheidung kann eine Diskussion des Verhältnisses von naturwissenschaften einerseits und Sozial- und Kulturwissenschaften andererseits anknüpfen.

 

12. Sitzung: Georg Henrik von Wright: Erklären und Verstehen (28.1.99)

Textgrundlage:

Georg Henrik von Wright: Kapitel IV. Erklärung in den Geschichts- und Sozialwissenschaften, in: ders.: Erklären und Verstehen, Frankfurt a. M. 1974, S. 122-150
(Das Buch insgesamt kann auch mögliches Referatsthema sein)


weitere Literatur:

Schneider, Hans J.: Zum Begriff der Ursache in den Sozialwissenschaften, in: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Methodenprobleme der Wissenschaften vom gesellschaftlichen Handeln Frankfurt a. M. 1979, S. 215-222   Oh, In-Je: Das Kausalproblem bei Max Weber und in der neueren Wissenschaftstheorie: Eine Untersuchung über die Rolle von Gesetzlichkeit, Teleologie und Kausalität in der kulturwissenschaftlichen Erklärung, Diss., Univ. Gh. Kassel 1997, Frankfurt a. M. 1997 zum Thema:
Einleitend entwirft von Wright zwei wissenschaftliche Traditionen: die "aristoteleische Tradition", die finalistisch oder teleologisch argumentierend verfährt und in den Begriff des Verstehens als wissenschaftliches Prinzip mündet, und die galileische Tradition, die mechanistisch oder kausal argumentiert und in den Begriff des Erklärens mündet.
Von Wright analysiert beide Vorgehensweisen und stellt dann die Frage nach der Möglichkeit "echter Erklärungen" in den Geschichts- und Sozialwissenschaften.

 

13. Sitzung: Georg Henrik von Wright: Erklären und Verstehen (4.2.99)

Textgrundlage:

Georg Henrik von Wright: Kapitel IV. Erklärung in den Geschichts- und Sozialwissenschaften, in: ders.: Erklären und Verstehen, Frankfurt a. M. 1974, S. 122-150
(Fortsetzung der Diskussion über von Wright)
weitere Literatur:
s.o.


zum Thema:

s.o.

 

14. Sitzung: Sozial-, Kultur- und Naturwissenschaften (11.2.99)

Textgrundlage:

Snow, Charles P.: Die zwei Kulturen. Rede Lecture 1959, in: H. Kreuzer (Hrsg.): Literarische und naturwissenschaftliche Intelligenz. Dialog über die "zwei Kulturen" Stuttgart 1969, S. 11-25   Lepenies, Wolf: Die drei Kulturen. Soziologie zwischen Literatur und Wissenschaft, München/Wien 1985)
 

15. Sitzung: Zusammenfassende Diskussion (18.2.99)

Textgrundlage:

Seminarleitfaden

 

Kontakt: schwietr@uni-kassel.de







Stand: 9.9.1999
Thomas Schwietring