Forum 2017

Forum 2017: Die Fortentwicklung des Datenschutzes - Interdisziplinäre Konferenz des Forums Privatheit

Das „Forum Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt“, dessen Sprecher seit März 2017 Prof. Dr. Alexander Roßnagel ist, hatte am 2. und 3. November 2017 in das Tagungswerk Berlin zu einer interdisziplinären Konferenz zum Thema „Die Fortentwicklung des Datenschutzes“ eingeladen.
Auf diesem "Forum 2017" wurde konstruktiv und gestaltungs-orientiert, kritisch und richtungsoffen über die Zukunft des Datenschutzes diskutiert.

Auf der Webseite es Forum Privatheit findet sich eine vollständige Dokumentation zur Konferenz "Die Fortentwicklung des Datenschutzes" in Bild und Vortragspräsentationen.

Im ihrem Call for Papers machten die Organisatoren der Konferenz - Alexander Roßnagel (ITeG, Universität Kassel), Michael Friedewald (Fraunhofer ISI, Karslruhe) und Marit Hansen (Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein) - sehr deutlich, dass die gegenwärtigen digitalen Innovationen, die mit einer explosionsartigen Zunahme personen-bezogener Daten einhergehen, für den Schutz unserer Grundrechte und Freiheiten eine gewaltige Herausforderung bedeuten - soweit, dass sie das Schutzprogramm des bisherigen Datenschutzes als solches ganz grundlegend in Frage stellen.

"Im Text der Datenschutzgesetze mag dieses Schutzprogramm weiterhin stehen, in der Lebenswirklichkeit wird es aber durch die neuen Herausforderungen immer weiter an Kraft verlieren", so die Organisatoren. Also: (Wie) Geht Datenschutz in Zukunft ? "Soviel ist klar" meinen die Organisatoren, "Rein rechtliche Lösungen reichen nicht aus. Gefordert ist nichts weniger als eine zukunftsadäquate Konzeption für eine Governance des Datenschutzes."

Die Konferenz des Forums Privatheit sollte daher in einem breiten interdisziplinären Dialog die Herausforderungen der digitalen Welt für einen modernen Datenschutz und eine zum ihm passende Governance analysieren sowie konstruktive Bausteine für eine zukunftsgerechte Gewährleistung von individueller und kollektiver Selbstbestimmung erörtern.

Zu der vorgeschlagenen Liste von Themen, die auf der Konferenz im November bearbeitet und diskutiert wurden, zählten Fragestellungen wie diese:

  • Wo liegen die Herausforderungen für den Datenschutz der Zukunft?
  • Welche Schutzprinzipien sind notwendig und möglich, um auch künftig Privatheit und informationelle Selbstbestimmung zu gewährleisten?
  • Was bestimmt den öffentlichen Diskurs über informationelle Selbstbestimmung?
  • Wo liegen die normativen Aufgaben der Demokratie und wie müsste diese sich zukünftig entwickeln, um den Anforderungen gerecht zu werden?
  • Welche alternativen Schutzkonzepte werden den spezifischen Herausforderungen unterschiedlichen Technikanwendungen gerecht?
  • Wie können sich rechtliche Steuerungsansätze und technische, soziale, kulturelle, pädagogische, organisatorische, ökonomische und politische Datenschutzansätze ergänzen?
  • Kann der Kommerzialisierung von Daten Grenzen gesetzt werden?

Der Call for Papers richtete sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der technischen und ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen, der Rechtswissenschaft, Soziologie, Psychologie, Philosophie, Wirtschafts-, Medien- und Kommunikationswissenschaften.