CamInSens: Verteilte vernetzte Kamerasysteme zur in situ-Erkennung Personen-induzierter Gefahrensituationen

Ansprechpartner: Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Laufzeit: April 2010 bis März 2013
Fördernde Einrichtung: Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektwebseite: Homepage CamInSens

In öffentlichen Bereichen nimmt infolge des gesteigerten Bedürfnisses der Bürgerinnen und Bürger nach erhöhter Sicherheit die Anzahl von Überwachungskameras kontinuierlich zu. Häufig dienen die (gespeicherten) Videodaten lediglich den nachträglichen Ermittlungen der Täter, bzw. des Tathergangs, da es mit den konventionellen Überwachungssystemen nur selten möglich ist, akute Bedrohungssituationen im Moment ihrer Entstehung zu erfassen. Ziel des Projektes ist es, verteilte und vernetzte Kamerasysteme zu entwickeln, die dieses Bedürfnis befriedigen, indem sie öffentliche Bereiche visuell überwachen und in Bezug auf potentielle Gefahrensituationen automatisiert analysieren. Dazu sollen Kameranetze konstruiert werden, die sich selbst organisieren und mit weiteren Sensoren kommunizieren, um bestimmte oder bestimmbare Personen zu detektieren und verfolgen zu können. Weiterhin sollen die Kamerasysteme das Verhalten der Personen erfassen und mit bekannten Mustern abgleichen und bewerten können, um automatisch auf Grundlage der Bewertung konkrete Maßnahmen von staatlichen oder privaten Akteuren einleiten zu können. Die rechtswissenschaftliche und politische Diskussion um die Fragen der Videoüberwachung in den letzten Jahren hat gezeigt, dass bereits die heute eingesetzten Systeme eine Fülle von Problemen in den Spannungsfeldern von Sicherheitsinteressen und informationeller Selbstbestimmung, Datenschutz und Datensicherheit, Durchsetzung und Akzeptanz aufwerfen. Diese Probleme werden im Projekt CamInSens durch die gesteigerte Qualität der gewonnenen Daten nochmals erweitert und verschärft. So stellen sich grundsätzliche Rechtsfragen des Persönlichkeitsschutzes, die in der bisherigen rechtswissenschaftlichen Forschung allenfalls in Umrissen behandelt wurden. Aufgabe von provet ist es, diese Rechtsfragen zu untersuchen, rechtliche Anforderungen an die Basistechnologien und das Gesamtsystem zu beschreiben und die so gewonnenen Anforderungen in konkrete technische Gestaltungsvorschläge zu überführen. Hierdurch wird nicht nur die Rechtskonformität des entwickelten Gesamtsystems sichergestellt, sondern auch ein Beitrag zu dessen späterer Akzeptanz geleistet.

Das Projekt wird von April 2010 bis März 2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und zusammen mit der Leibniz Universität Hannover, dem Fraunhofer Institut für Informations- und Datenverarbeitung, Karlsruhe, dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme, Sankt Augustin, der Ingenieurgesellschaft für Verkehrs- und Eisenbahnwesen mbH, dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg und der Vitracom AG durchgeführt.