MyCPS: Migrationsunterstützung für die Umsetzung menschzentrierter Cyber-Physical-Systems

Projektverantwortlicher im ITeG: Prof. Dr. Gerrit Hornung, LL.M.
Laufzeit: Januar 2016 - Dezember 2018
Fördernde Einrichtung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektwebsite: Projektseite auf der Homepage des Fachgebiets
Projektseite Fraunhofer IAO

Kurzbeschreibung

Abgesehen von einzelnen Insellösungen in abgeschlossenen Testumgebungen, steht eine breite Anwendung von Industrie 4.0 auf dem betrieblichen Hallenboden derzeit noch aus. Ein Grund dafür ist, dass sich bisherige Ansätze nur auf die Gestaltung der notwendigen technischen Lösungen in den Fabriken konzentrieren. Die direkt betroffenen Mitarbeiter in Produktion und Logistik sind kaum in die Konzeption und Gestaltung innovativer Lösungen eingebunden. Aus Betroffenen müssen jedoch Beteiligte werden, um eine langfristig erfolgreiche Umsetzung zu erzielen.

Ziel des Forschungsprojekts MyCPS ist die Erarbeitung und pilothafte Erprobung systematischer Vorgehensweisen zur praktikablen, auf den Menschen zentrierten Umstellung („Migration“) digitalisierter Produktionsprozesse hin zu cyber-physischen Systemen (CPS). Im Mittelpunkt steht dabei die Einbindung der Mitarbeiter in die gemeinsame Gestaltung, Nutzung und Weiterentwicklung der Lösungen, um die notwendige Vertrauensbasis für den Anwendungserfolg zu schaffen. In Kooperation mit den Sozialpartnern sind dabei die Informationssicherheit und der Datenschutz zu berücksichtigen.

Der Universität Kassel, Fachgebiet Öffentliches Recht, IT-Recht und Umweltrecht, obliegt die Bearbeitung der rechtswissenschaftlichen Fragestellungen des Projekts. Dazu werden zunächst der allgemeine rechtliche Rahmen und spezifische Anforderungen an den Einsatz von cyber-physischen Produktionssystemen auf dem betrieblichen Hallenboden untersucht. Auf dieser Basis können konkrete rechtliche Vertrauensgrenzen beschrieben werden, d.h. vor allem Anforderungen an die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten der Beschäftigten. Daneben soll eine Analyse rechtlich angeleiteter Diskussions- und Partizipationsprozesse einen wichtigen Beitrag zur Herstellung von Transparenz und zur Ausrichtung der Migrationsprozesse auf die an ihnen beteiligten Menschen bieten. Sämtliche datenschutzrechtliche Teilergebnisse werden auf etwaige Auswirkungen der aktuellen europäischen Datenschutzreform hin analysiert. Als Gesamtergebnis entsteht ein rechtswissenschaftlicher Beitrag zur Migration-Toolbox sowie ein Leitfaden für den Umgang mit personenbezogenen („menschbezogenen“) Daten beim Einsatz von CPS.

  • Projektleitung: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Stuttgart

  • Weitere Projektpartner: Universität Stuttgart, Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT); Ingenics AG; Trebing & Himstedt Prozeßautomation GmbH & Co.KG; ifp Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg Institut für Produktion und Logistik GmbH & Co. KG; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

  • MyCPS-Pilotlösungen werden entwickelt durch folgende Unternehmen: BITZER Kühlmaschinenbau GmbH; BorgWarner Ludwigsburg GmbH; Presspart GmbH & Co. KG; Siemens AG, Werk Chemnitz; Spindelfabrik Süßen GmbH; viastore software GmbH; Wittenstein AG