SIDAP

Projektverantwortlicher im ITeG: Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Ansprechpartner: Kevin Marschall, LL.M.
Laufzeit: Mai 2015 - August 2018
Fördernde Einrichtung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Projektwebsite: Projektwebeite von SIDAP,
Projektwebseite beim BMWi

SIDAP – Skalierbares Integrationskonzept zur Datenaggregation, -analyse, -aufbereitung von großen Datenmengen in der Prozessindustrie – Rechtsfragen eines unternehmensübergreifenden Datenaustauschs

SIDAP erforscht eine standort-, betreiber- und branchenübergreifende Integration existierender IT-Systeme sowie die automatische service- und agentenorientierte Datenkopplung und Aggregation großer Datenmengen für industrielle Prozesse. Das Ergebnis des Projekts soll eine datengetriebene strategische Partnerschaft von Unternehmen aus den Bereichen der Herstellern und der Nutzer industrieller Fertigungsmittel (z.B. Düsen und Ventile) sein. Hierzu soll auf vorhandene Daten aus dem Produktionsprozess von Herstellern und der Wartung von Anlagenbetreiben zugegriffen werden. Die Rohdaten der unterschiedlichen IT-Systeme, die für den Datenaustausch und die Übermittlung bestimmt sind, sollen in einen Datencontainer übermittelt und dort inklusive einer Beschreibung der Daten gesammelt und gespeichert werden. Die Analyse der Daten soll mit Hilfe von Big Data Mining- und Analytics-Technologien erfolgen. Die dadurch aufbereiteten Informationen (Smart Data) sollen sodann zielgruppenspezifisch an die involvierten Akteure ausgegeben werden. Folglich geht es bei SIDAP um die Sammlung und Auswertung von vielen Prozess- und Umgebungsdatenbeständen  unterschiedlichster branchen- und betriebsübergreifender Herkunft in einer Hochleistungsdatenbank (Datencontainer). 

Das Ziel des Projekts ist es, Gerätestörungen und fehlerhafte Geräte zu erkennen, zu analysieren und konstruktiv oder organisatorisch einzugreifen, um sodann Zusammenhänge und Gründe für (etwaige) Ausfälle abzuleiten. Darauf aufbauend sollen „gemeinsam“ (Gerätehersteller und Geräteanwender) Maßnahmen zur Verbesserung des Produkts und des Einsatzes erarbeitet werden. Es sollen darüber hinaus entsprechende Empfehlungen zur Minimierung von Ausfall- und Stillstandzeiten gegeben werden können. Die aus der Datenanalyse gewonnenen Erkenntnisse sollen im Hinblick auf das Diagnosemodell daher zu einer Art „präventiver Zustandsüberwachung von Geräten“ aber auch zur Diagnose bei einem schon erfolgten Geräteausfall verwendet werden. 

Neben insbesondere technischen Problemen stellen sich im Rahmen des Projektes auch zahlreiche rechtliche Probleme und Fragestellungen, die mit einer beabsichtigten Kommerzialisierung des beschriebenen Verfahrens einhergehen. Diese werden durch die Projektgruppe für verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet) näher untersucht.  Darauf aufbauend werden Gestaltungsempfehlungen erarbeitet, die die Interessen der beteiligten Akteure im Rahmen der (rechtsverträglichen) Kommerzialisierung am besten berücksichtigen. Die zu untersuchenden rechtlichen Fragen betreffen insbesondere das Dienstleistungs- und Haftungsrecht, das Urheberrecht und den Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen sowie gesetzliche Datenverfügungsmöglichkeiten und -beschränkungen im Hinblick auf die bei SIDAP involvierten Daten der beteiligten Akteure.