Notfall-Kommunikationsnetze auf Basis von Mobiltelefonen (SMARTER)

Projektverantwortlicher im ITeG: Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Ansprechpartner: Fabian Schaller, LL.M.; Dr. Christian Geminn
Laufzeit: März 2015 - Februar 2018
Fördernde Einrichtung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektwebsite: SMARTER

Kurzbeschreibung

Zentrales Ziel des Vorhabens „Notfall-Kommunikationsnetze auf Basis von Mobiltelefonen (SMARTER)“ ist es, die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung im Katastrophenfall zu steigern. Hierzu soll eine zuverlässige Kommunikationsplattform auf Basis von Smartphones entwickelt werden, die auch bei Ausfall der Kommunikationsinfrastruktur funktioniert. Es werden Basismechanismen und Anwendungen für ein dezentrales, infrastrukturloses Netz entwickelt, das die spontanen Helfer aus der Bevölkerung unterstützt. Hierbei werden Sicherheitsaspekte und die rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Erkenntnisse aus bisherigen Katastrophenereignissen sollen bei der technischen Gestaltung berücksichtigt werden. Insbesondere die Rolle von Social Media bei jüngsten Ereignissen, wie zum Beispiel bei der Hochwasserkatastrophe von 2013 in Deutschland, ist hier von besonderer Bedeutung.

Ziel ist es, technische Möglichkeiten zu schaffen, mit denen mobile Endgeräte, trotz Ausfall der Mobilfunkinfrastruktur, miteinander in sogenannten dezentralen, infrastrukturlosen Kommunikationsnetzen betrieben werden können. Das resultierende Netz ist in seiner Ausbreitung lokal begrenzt. So können im Katastrophenfall mehrere Netze entstehen, welche mit verzögerungstoleranten Kommunikationsmechanismen verbunden werden sollen. Außerdem soll eine Schnittstelle zu den Netzen von Behörden und Einsatzkräften geschaffen werden. Die Kommunikation soll zunächst rein textbasiert ablaufen. Allerdings wird auch geprüft, ob multimediale Dienste angeboten werden können. Auch sollen die Sensoren von Smartphones über eine automatisierte Datenerhebung eingesetzt werden, um zum Beispiel über Standortdaten Opfer zu finden. Die "Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung" (provet) im Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) der Universität Kassel ist verantwortlicher Partner für die Rechtsforschung im Projekt SMARTER. Es wird übergreifend das Ziel verfolgt, dass alle technischen Komponenten in diesem Vorhaben, von der Entwicklung an, rechtsverträglich gestaltet werden. Hierzu erfolgt zunächst die juristische Einordnung des Projekts und die Auswertung, welche rechtlichen Anforderungen sich für die technische Umsetzung daraus ergeben. Um die Rechtsverträglichkeit des Vorhabens zu gewährleisten, werden durch die Anwendung der Methode KORA (Konkretisierung rechtlicher Anforderungen) aus diesen rechtlichen Anforderungen konkrete technische Gestaltungsvorschläge abgeleitet. Es wird ebenfalls untersucht, ob für die im Projekt entwickelte Technik ergänzende rechtliche Vorschriften notwendig sind, damit diese im Einklang mit der deutschen Rechtsordnung eingesetzt werden kann. Hierzu werden konkrete Vorschläge zur Rechtsgestaltung erarbeitet.

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zu dem Themenfeld „Zivile Sicherheit – Schutz und Rettung bei komplexen Einsatzlagen“ im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit 2012 - 2017“.

Eine weitere Projektbeschreibung finden Sie hier.

Projektpartner:

Pressemitteilung zur Abschlusskonferenz :