Verbraucherdaten als Gegenleistung – Der ökonomische Wert von Kundendaten

Projektverantwortlicher im ITeG: Prof. Dr. Ali Sunyaev
Ansprechpartner: Manuel Schmidt-Kraepelin; Tobias Dehling
Fördernde Einrichtung: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)
Projektwebsite: Verbraucherdaten als Gegenleistung

Im Zeitalter der digitalen Informationen hinterlassen wir bei jeder Onlineaktivität Spuren von personenbezogenen Daten. Diese geben Aufschluss über unsere Charakterzüge, Vorlieben, Überzeugungen und Intentionen und werden vielfach von gewerblichen Organisation gesammelt. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind sich dieser Problematik im Allgemeinen bewusst. Unklar bleibt für sie jedoch häufig, welche Daten genau über sie erhoben werden, wer Zugriff auf ihre persönlichen Daten hat, wie ihre persönlichen Daten weiterverarbeitet werden und an wen und zu welchem Preis Datenhändler ihre persönlichen Daten gewinnbringend weiterverkaufen. Personenbezogene Daten können für Unternehmen aus mehreren Gründen einen großen ökonomischen Wert besitzen. So werden sie bspw. eingesetzt, um das Kaufverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern vorherzusagen und so durch reduzierte Lagerhaltung von Produkten erhebliche Kosteneinsparung zu erzielen. Des Weiteren können die Daten genutzt werden, um das Kaufverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern auch aktiv, durch gezielte, personalisierte Marketingmaßnahmen, zu beeinflussen. Aufgrund dieses erheblichen ökonomischen Potentials von personenbezogenen Daten hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Markt etabliert, auf dem Unternehmen von Datenhändlern personenbezogene Daten erwerben und diese anschließend für eigene Zwecke weiterverwenden. Personenbezogene Daten werden für Unternehmen so zur standardisierten Handelsware, die je nach Bedarf flexibel und schnell erworben werden können, um bestehende Prozesse zu optimieren oder die Schaffung neuer Produkte und Services zu ermöglichen.

Die Universität Kassel führt das Forschungsvorhaben „Verbraucherdaten als Gegenleistung – Der ökonomische Wert von Kundendaten“ für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) durch. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, zu untersuchen und zu ermitteln, welchen ökonomischen Wert personenbezogene Daten als Handelsware haben, auf welche Art und Weise Unternehmen aus Verbraucherdaten Wertschöpfung erzielen sowie welchen ökonomischen Nutzen und Wert die Unternehmen aus diesen Wertschöpfungen ziehen. Zum einen kann Transparenz erzeugt und so eine breite Öffentlichkeit für den offenen Handel und die ökonomische Verwertung von Verbraucherdaten sensibilisiert werden. Insbesondere Verbraucherinnen und Verbrauchern kann bewusstgemacht werden, was mit ihren Daten im Hintergrund passiert und zu welchen Preisen sie gehandelt werden. Zum anderen kann die Studie als empirische Grundlage für die politische und rechtliche Diskussion in Bezug auf die Stärkung des Verbraucherschutzes in der digitalen Welt herangezogen werden.