10 Jahre ITeG: Festliches Symposium am 19. Mai 2015

Seit 2005 wird am ITeG interdisziplinär erforscht, wie man IT-Systeme so gestaltet, dass sie im Spannungsfeld zwischen Chance und Risiko gleichzeitig der Frage gesellschaftlicher Akzeptanz und Akzeptabilität standhalten. Das ITeG wurde nun zum Wissenschaftlichen Zentrum an der Universität Kassel.

Am 19.05.2015 fand die Eröffnungsfeier des Wissenschaftlichen Zentrums ITeG im Rahmen eines Festlichen Sympoiums statt.

Mit dem Symposium, welches der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep eröffnete, wurde zugleich das zehnjährige Bestehen des ITeG gefeiert, das zunächst die Form eines interdisziplinären Forschungs-zentrums hatte.

Zu den Gratulanten zählten der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates, Prof. em. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult Paul J. Kühn, der die in Deutschland einzigartige interdisziplinäre Plattform des ITeG hervorhob. Rückblickend auf die ersten Anfänge interdisziplinärer Diskurse sagte Kühn, „dass durch die digitale Wirklichkeit das interdisziplinäre Konzept heute wirklich gebraucht wird“. Das Kasseler Modell könne hierbei eine Vorreiterrolle spielen.

Auch die folgenden Gäste machten in Ihren Vorträgen deutlich, wie das Thema der gesellschaftlich wünschenswerten IT-Gestaltung immer aktueller und greifbarer wird. In seinem Gastvortrag „Die Digitalisierung  und die Zukunft der Arbeit“ verdeutlichte Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot von der Forschungs-stelle für Information, Organisation und Management an der LMU München - ausgehend von den exponentiellen Entwicklungen in der Digitalisierung - welche Veränderungen in den individuellen Arbeitsformen und Organisationsstrukturen gerade passieren bzw. als Herausforderungen für Management und Gesellschaft noch vor uns stehen.

Ebenso unterstrich der Vizepräsident der Gesellschaft für Informatik, Prof. Dr. Andreas Oberweis, dass das ITeG-Thema auch zu einem Kernanliegen der Gesellschaft für Informatik geworden ist. „Die Sichtweisen haben sich geändert“, sagt Oberweis, während Anfang der 80er Jahre Informations-systeme noch pur als Systeme zur Aufnahme, Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe von Information definiert wurden, wird es heute immer deutlicher, dass Informationssysteme als soziotechnische Systeme betrachtet werden müssen. Hier sei das ITeG in Kassel an den zentralen Fragestellungen dran.

Prof. Dr. Matthias Jarke aus dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Aachen hob in seinem Vortrag „Informatik, Inklusion und Innovation“ im Spannungsfeld zwischen Chance und Risiko insbesondere auch auf die Chancen der Digitalisierung ab und stellte eine in Aachen entwickelte einzigartige Lernsoftware für bisher benachteiligte gehörlose Schüler vor. Ganz im Bild des Lernzyklusses gratulierte auch Jarke dem ITeG zum 10. Geburtstag und beschied ihm klar die Gymnasialreife.

In weiteren Vorträgen aus dem ITeG stellten Prof. Dr. Alexander Roßnagel die Entwicklung des ITeG über die vergangenen 10 Jahre vor und Prof. Dr. Kurt Geihs insbesondere die "Soziotechnische Systemgestaltung mit VENUS", dem 2013 erfolgreich abgeschlossenen LOEWE-Forschungsschwerpunkt. Prof. Dr.-Ing. Klaus David griff das Thema "Chance und Risiken mobiler Anwendungen für die Work-Life Balance" auf und berichtete aus dem neuen LOEWE-Forschungs-schwerpunkt Social Link. 

Die Rechtswissenschaftlerin Dr. Silke Jandt und die Informatikerin Olga Kieselmann widmeten sich gemeinsam der Frage "Vergessen im Internet - Rechtlich gefordert und technisch möglich?".

Durch den Tag führte Prof. Dr. Jan Marco Leimeister und für die musikalische Umrahmung sorgte die Band "Topper Mo & The Mission 69" aus dem Institut für Musik an der Universität Kassel.

Impressionen vom ITeG-Symposium am 19. Mai 2015