Tan­dem-In­itia­ti­ve

Was be­deu­tet Tan­dem?

Sprachenlernen im Austausch! Sie bringen Ihre Muttersprache einem/einer Studierendem/r bei, der/die umgekehrt Ihnen beim Erwerb seiner Muttersprache hilft.
Das Tandem-Lernen hat viele Vorteile: Es findet auf Augenhöhe statt: Ihr/e Lehrer*in ist auch Ihr/e Schüler*in und umgekehrt. Und im Kontakt zu einem/einer Muttersprachler*in lernen Sie neben der Sprache auch viel über Land und Leute, interkulturelle Kommunikation und finden vielleicht sogar Freunde fürs Leben.

Das Sprachenzentrums unterstützt Sie bei der Suche nach geeigneten Sprachpartner*innen. Zusätzlich bieten wir verschiedene Veranstaltungen an, z. B. den Kennenlern-Abend.

Für Studierende der Universität Kassel ist die Tandem-Initiative kostenlos.

Bild: Vanessa Schröder

Prin­zi­pi­en

Sprachenlernen im Tandem geschieht in einer Lernpartnerschaft, in die jede/r Partner/-in Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringt, die die/der andere erwerben will, und in der sich beide Partner gegenseitig beim Lernen unterstützen. Wichtig  bleibt dabei, dass sie sich so engagieren, dass beide möglichst gleich viel aus der gemeinsamen Arbeit profitieren. Wir haben hier einige Tipps gesammelt, die Ihnen bei Ihrem Tandem helfen werden.

Wis­sens­wer­tes über Tan­dem-Part­ner­schaf­ten

So funkionierts! 

Wenn sich zwei Menschen mit verschiedenen Muttersprachen circa einmal in der Woche treffen und dann eine Stunde lang in der einen und eine Stunde lang in der anderen Sprache miteinander reden, dann bilden die beiden zusammen ein Tandem. Am besten funktioniert so ein Sprachaustausch, wenn beide schon Grundkenntnisse in der anderen Sprache besitzen, und wenn beide die jeweilige Fremdsprache ungefähr gleich gut beherrschen.

 

Der große Vorteil
Gegenüber konventionellen Sprachlehrmethoden, die vom frontalen und einseitigen Unterricht mit Lehrbuch beherrscht werden, hat Tandem viele Vorteile: die Partner können den "Unterricht" genau auf ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse abstimmen. Sie können sich die Themen ihrer Gespräche selbst aussuchen. All das macht Tandem zu einer sehr authentischen, und daher auch sehr effektiven Lernmethode – denn mit einem Tandempartner ist die Fremdsprache plötzlich nicht mehr irgendeine abstrakte Masse, sondern sie ist das Mittel, mit dem ich mit einem echten Menschen echte Gespräche führe.

 

Die Kultur kennenlernen
All das macht Tandem zu noch viel mehr als "nur" einem innovativen Sprachaustausch. Tandem kann vor allem sehr viel zur Integration von Migrant*innen beitragen. Denn in Tandem steckt die Essenz davon, was Integration eigentlich sein sollte: nicht einseitige Assimilation der Minderheit an die Mehrheit, sondern ein gegenseitiges und vor allem gleichberechtigtes Kennenlernen, ein Prozess, in dem keine der beiden Sprachen oder Kulturen als wichtiger oder gar besser gewertet wird oder mehr Platz einnimmt als die andere.

 

Tandem weltweit
Seit den Anfängen in den späten 60-er Jahren hat sich das Tandem-Netzwerk auf 15 Länder auf drei Kontinenten (Europa, Süd- und Nordamerika) ausgebreitet. 1994 wurde die TANDEM®Fundazioa mit Sitz im baskischen San Sebastian gegründet, eine Dachorganisation, die eine Schnittstelle für Sprachschulen, die Tandems organisieren, bildet, und für die registrierten Schulen auch die Einhaltung von Qualitätskriterien garantiert.
 

  1. Erstes Treffen an einem neutralen Ort!                                                                                                                             Die ersten Male sollten Sie sich an einem neutralen Ort (im Café, auf dem Campus, im Leo) treffen und erstmal kennen lernen.
  2. Dein/e Schüler*in wird dein Meister sein.
    Das Geniale bei dem Fremdsprachenlernen im Tandem ist, dass der/die Lerner*in gleichzeitig auch der/die Lehrer*in ist. Also braucht sich niemand unter Druck zu fühlen, da der/die Partner*in auch eine fremde Sprache lernt, in der man Fehler macht. Wie bei jedem/r Lehre*inr ist die Geduld geboten!
  3. Hälfte für dich, Hälfte für mich!
    Das Tandem-Prinzip beruht auf der GEGENSEITIGKEIT: Es ist wichtig, dass beide Tandem-Partner*innen genauso viel von den gemeinsamen Treffen profitieren können, wenn auch in unterschiedlicher Art und Weise. Die Zeit der Treffen wird so aufgeteilt, dass für jede Sprache die Hälfte der Zeit zur Verfügung steht.
  4. Es lebe die Autonomie!
    Für eine erfolgreiche Arbeit im Tandem ist bedeutsam, dass die Tandem-Partner*innen Freude und Spaß bei autonomem Lernen haben. Das bedeutet, dass sie selbst eigene Schwäche kennen und erkennen  und sagen, welche Fertigkeiten (Hören, Lesen, Schreiben, Sprechen) sie in der jeweiligen Fremdsprache verbessern wollen. Jede/r Tandem-Partner*in ist für sein/ihr Lernen selbst verantwortlich und bestimmt in „eigenem“ Teil der Tandemarbeit, was er/sie lernen möchte. Erreichbare Ziele setzten!
  5. Unser Thema - unser Weg! Tolle Plattformen als Hilfe nutzen
    Beide Tandem-Partner*innen überlegen sich vor jedem Treffen, wie sie den eigenen Teil der Sitzung gestallten wollen (welches Thema wollen wir besprechen, wie und was soll korrigiert werden – dazu sehe Abschnitt: Fehlerkorrektur). Solche Besprechung vermeidet Enttäuschung und verbessert die Vorbereitung der Tandem-Partner*innen. Nutzen Sie die kostenlose Plattform seagull, die Ihren Lernprozess strukturieren kann, Materialien und Tipps zur Verfügung stellt: https://www.seagull-tandem.eu
  6. Die Muttersprache ist der Schlüssel!
    Erklären Sie schwierige Sachverhalte aus Ihrem Land am besten in der Muttersprache. Der Partner*innen lernen auch durch Zuhören.
  7. Notiere für die Zukunft!
    Wenn die Partner*innen in der Muttersprache spricht, notiere dir kurz wichtig scheinende Wörter, Sätze, Redewendungen, die du lernen möchtest, weil sie für das jeweilige Thema wichtig sind oder weil sie in anderen Zusammenhängen leicht und oft wieder verwendet können.
  8. Fehler! - Wir machen euch platt!
    Nach Abschluss eines sinnvollen Themenabschnitts sollten Sie eine gemeinsame Phase der Nachbereitung einschalten, in der Fehler besprochen und korrigiert und die notierten Ausdrücke und Redewendungen sowie ihre Anwendungsbereiche noch einmal genauer erläutert werden.
  9. Andere Länder, andere Sitten.
    Wenn Konflikte auftreten, sollten diese offen besprochen und möglichst schnell geklärt werden. Bedenken Sie dabei, dass sich viele Probleme aus kulturellen Unterschieden in Bezug auf Verhaltensweisen und Erwartungen ergeben.
  10. Eine gesunde Mischung.
    Der Wechsel von Trefforten (Kneipe, Bibliothek usw.), ein gemeinsamer Kinoabend, Museumsbesuch oder ein gemeinsames Kochen geben neue Anstöße und vermeiden Monotonie. Beachten Sie bitte dabei auch die offiziellen Tandem- Veranstaltungen.

Und nach den 10 Geboten nun noch eine Regel:  
Sie müssen zu zweit Ihren ganz persönlichen Rhythmus und Lernstil finden. Daher dürfen Sie getrost auch einmal das eine oder andere Gebot umstoßen.

Eine "gute" Korrektur führt zur verbesserten Leistung.

Jeder Tandem-Partner möchte seine Fremdsprachkenntnisse verbessern. Dies kann nur dadurch erreicht werden, wenn er die Fehler, die immer bei der Anwendung der Fremdsprache entstehen, merkt und bemüht sich die korrekte Form anzuwenden. Dabei spielt der Tandem-Partner eine wichtige Rolle.

Weniger ist besser! 
Die sprachlichen Korrekturen sollten auf den Sprachstand abgestimmt sein, das bedeutet, dass es nur bei einem fortgeschrittenen Niveau sinnvoll ist, möglichst alle Fehler zu korrigieren.

Bewusste Selektion
In vielen Fällen ist es geboten, selektiv zu korrigieren, also sich auf einen Fehlertyp zu konzentrieren (z.B. Aussprache, Wortstellung, Wortwahl usw.), da man nicht alles gleichzeitig lernen kann.

Das Ziel vor den Augen
Das Korrekturverhalten kann themen- oder situationsabhängig gestaltet werden. Das bedeutet, wenn ein interessantes Thema besprochen wird (also der Inhalt ist im Vordergrund), sollte sich der Tandem-Partner bei der Korrektur nur auf grobe Fehler oder die Klärung von Verständnisproblemen beschränken. Bei Aufgaben oder in Situationen, wo die Korrektheit der Aussage wichtig ist, kann dagegen ein intensiveres Verbessern sinnvoll sein.

Die Form vor dem Inhalt
Eine Korrektur sollte in erster Linie in der korrekten Formulierung der Äußerung (nicht in ausführlichen grammatischen Erklärungen) bestehen.

Oft genügt ein Zeichen
Es muss nicht immer mündlich signalisiert werden, dass der Tandem-Partner einen Fehler gemacht hat. Wenn eine Erklärung schon gefallen ist, aber die korrekte Form noch nicht so richtig „sitzt“ reicht ein Zeichen (z.B. eine Hand hochheben), damit der Sprechende sich selbst verbessert. So wirkt die Fehlerkorrektur nicht so störend für den Gesprächverlauf.

Die Geduld des Papiers
Eine andere Möglichkeit bietet das Aufschreiben der Fehler, die nach der Äußerung oder der abgeschlossenen Aufgabe gemeinsam besprochen werden können.

Vorsicht!
Am sinnvollsten ist, wenn die Tandem-Partner selbst bestimmen würden, welche Fehler, wie oft und wann korrigiert werden sollten. Die gegenseitige Verbesserung soll letztendlich helfen und nicht stören. Das ständige Korrigieren könnte die Moral und Motivation des Tandem-Partners und auch die Beziehung zueinander negativ beeinflussen.


An­mel­dung

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