Ver­zah­nung der Stu­di­en­werk­stät­ten

Die Universität Kassel verfügt über insgesamt 20 Studienwerkstätten in nahezu jeder lehrerbildenden Fachdidaktik. Studienwerkstätten bieten Studierenden –  je nach Ausrichtung auch Schüler/innen, Referendar/innen und Lehrkräften – Materialien und Lernarrangements, die selbstreguliertes und Forschendes Lernen fördern.

Hier finden Sie Informationen rund um die einzelnen Studienwerkstätten, Veranstaltungen und andere Angebote. Durch Anklicken der jeweiligen Werkstatt erhalten Sie eine Kurzinformation. Darin finden Sie auch eine Verlinkung zu den Werkstätten, wo Sie Informationen über den Standort, die Öffnungszeiten und die Kontaktdaten erhalten.

An­sprech­per­son

Clemens Griesel


Raum 2213
Kurt-Schumacher-Str. 25
Telefon +49 561 804-2889
clemens.griesel@uni-kassel.de


Hier finden Sie unsere Publikation "Studienwerkstätten der Lehrerbildung" in der aktualisierten Fassung von 2014

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Die 20 Kas­se­ler Stu­di­en­werk­stät­ten und Lehr-Lern-La­bo­re

FOR­GOS

Forschungsstelle gymnasiale Oberstufe

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SELF

Sekundarstufe in Forschung und Lehre

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Grund­schul­werk­statt/ Päd­ago­gi­sches La­bor

För­der­dia­gnos­ti­sche Werk­statt

Si­La

Studienwerkstatt Lehramt

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FLOX

Experimentier-Werkstatt Biologie

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Lern­werk­statt La­bor Che­mie

Lern­werk­statt Phy­sik

Lern­werk­statt Tech­ni­sche Ele­men­tar­bil­dung

Ma­the­ma­tik­di­dak­ti­sches La­bor für die Grund­schu­le

Stu­di­en­werk­statt Ma­the­ma­tik in den Se­kun­dar­stu­fen

ISW

Integrierte Studienwerkstatt Sprachen

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Lern­werk­statt Mu­sik

SWET

Studienwerkstatt Evangelische Theologie

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Pro­jekt­Werk_PB/ Po­li­ti­sche Bil­dung

BiG

Bibel im Gespräch

BiG : Mehr lesen

Stu­di­en­werk­statt Be­we­gungs­ana­ly­se

Lehr-Lern-La­bor Sport

Be­rufs­schul­werk­statt

PRO­NET²-Teil­pro­jekt P05 - "Ver­zah­nung und Wei­ter­ent­wick­lung der Stu­di­en­werk­stät­ten zur Lehr-Lern-La­bo­ren"

Ziel des PRONET²-Teilprojekts ist die Weiterentwicklung von Studienwerkstätten zu Lehr-Lernlaboren, und zwar sowohl im MINT-Bereich als auch in den geistes – und sozialwissenschaftlichen und ästhetischen Fachgebieten. Die Lehr-Lernlabor-Arbeit besteht darin, dass Studierende - zumeist im Rahmen von Lehrveranstaltungen - für Schüler*innen herausfordernde Lehr-Lernsettings entwickeln, und zwar fokussiert auf die Schwerpunkte „Kognitive Aktivierung“ und „Nutzung digitaler Medien“. Mit eingeladenen Schülergruppen werden die entwickelten Settings anschließend von den Studierenden durchgeführt. Die entwickelten Lehr-Lern-Szenarien stellen komplexitätsreduzierte Praxissituationen dar, bei denen die Studierenden die Schüler*innen in ihrem Lernen anleiten, unterstützen und beobachten. Diese Lehr-Lern-Situationen können auch videografiert werden. Es folgt eine theoriebasierte Reflexion und kriterienbezogene Evaluation der durchgeführten Lernsettings. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Lehr-Lern-Settings ein. Somit kann in den rahmenden Lehrveranstaltungen ein zirkulärer Prozess theoriebasierter Praxiserprobungen entstehen. Die Weiterentwicklung von Studienwerkstätten zu Lehr-Lernlaboren wird von der zentralen „Studienwerkstatt Lehramt“ unterstützt.

Was sind Stu­di­en­werk­stät­ten?

Studien- und Lernwerkstätten bilden einen komplementären Teil der Lehrerbildung an der Universität Kassel. Hier werden Unterrichtsmaterialien und -medien entwickelt, erprobt, untersucht und gesammelt, werden Filme über Unterricht gedreht und analysiert sowie praktische Lehreinheiten mit Schülerinnen und Schülern exemplarisch durchgeführt. Sie sind in die Forschung ebenso einbezogen wie in die Lehre – nicht zuletzt im Rahmen der Schulpraktischen Studien. Gleichzeitig dienen sie als Vorbild für Lernwerkstätten der Schulen und werden für die Lehrerfortbildung genutzt. Die gemeinsame Konzeption beruht auf der Überzeugung, dass Werkstattpädagogik in Schule und Hochschule die Selbstständigkeit fördert und Lernen ein aktiver Prozess ist, der auch forschend ausgerichtet sein kann. Für die insgesamt 20 Studienwerkstätten besteht seit nunmehr zehn Jahren eine Arbeitsgruppe, in der sich die Verantwortlichen über konzeptionelle und organisatorische Fragen austauschen und sich mit dem Zentrum für Lehrerbildung über den Ressourcenbedarf abstimmen, soweit er nicht seitens der Fachbereiche gedeckt werden kann. Die gemeinsame Entwicklungsarbeit hat dazu geführt, dass die Werkstätten zu einem Profilmerkmal der Kasseler Lehrerbildung geworden sind. 2011 hat die Arbeitsgruppe eine gemeinsame Dokumentation über Konzepte und Praxis der Studienwerkstätten vorgelegt. Derzeit werden die Arbeitsweise der Studienwerkstätten und ihre jeweilige Nutzung evaluiert. Die Untersuchung zielt darauf ab, das Potential der Studienwerkstätten hinsichtlich einer reflektierten praxisorientierten Lehrerbildung zu ermitteln und die Ergebnisse der Untersuchung zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Studienwerkstätten zu nutzen. Damit sollen die Studienwerkstätten in ihrem Verbund als wichtiger Bestandteil der Kasseler Lehrerbildung gestärkt werden.

Was sind Lehr-Lern-La­bo­re?

Lehr-Lern-Labore stellen ein besonderes (und neues) Format in der Lehrer*innenbildung dar. Sie bilden den Rahmen für eine Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang und den Bedingungen des Lehrens und Lernens. In Lehr-Lern-Laboren sollen Student*innen typische bzw. beispielhafte Lernsituationen ermitteln und daran orientiert authentische Lernumgebungen für Lernende konzipieren, diese erproben und schließlich reflektiert weiterentwickeln. In diesem Entwicklungsprozess werden wissenschaftliches Wissen (fach- und fachdidaktisches, pädagogisches und didaktisches sowie lerntheoretisches Wissen) und Handlungswissen (Organisation von Lernprozessen, wertschätzende Haltungen, Reflexion, Materialwissen, Aktivierung und Motivation, herausfordernde Aufgabenstellungen) miteinander verknüpft, so dass ein intermediärer Experimentalraum entsteht. Eine Qualitätsentwicklung findet dadurch statt, dass die Lernumgebung, wenn sie einmal erstellt ist, nicht immer wieder auf gleiche Weise genutzt wird, sondern im Sinne eines zirkulären Prozesses (ähnlich dem Modell einer Curriculumspirale) im Sinne forschenden Lernens hinsichtlich der Qualitätsverbesserung untersucht wird.


Charakteristisch für Lehr-Lern-Labore ist zudem die wissenschaftlich fundierte Evaluation, die einen Schulterschluss zwischen Erprobtem in den Praxisphasen und fachdidaktischen Theorien ermöglicht. Die Reflexion ist Gegenstand der Weiterentwicklung des Lernarrangements. Dafür bietet sich die Reflexion in drei Schritten an: Zum ersten direkt nach der Erprobung anhand einer offenen Reflexionsrunde, zum zweiten an der Anfertigung eines Portfolios (Lerntagebauch) und zum dritten an Hand von Analysen aufgezeichneter Videosequenzen. Somit ist das Wissen und der Umgang mit Messinstrumenten und -methoden unabdingbar. Lehr-Lern-Labore haben letztendlich das Ziel, mit diesem besonderen Setting die Student*innen in ihrer Entwicklung zu selbstbestimmten, autonomen und kompetenten Lehrenden zu unterstützen. Diese Aspekte sollen durch die eigens entwickelten Lernumgebungen zu einem Transferprozess auf Seiten der Schüler*innen führen.