Biohorizons

Biohorizons – Horizon Scanning the European Bioeconomy

Zielsetzung

Das Biohorizons Pathfinder-Projekt wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen des EIT Climate-KIC Programms gefördert. Ziel war eine Erhebung zur Situation der Bioökonomie in der EU mit Fokus auf Akteuren, insbesondere Unternehmen, Supply Chains und Märkten. Hierzu wurden regionale Unterschiede, Marktversagen sowie Chancen und Barrieren analysiert, um nachhaltige bio-basierte Geschäftsmodelle ableiten zu können. Eine Analyse auf EU Ebene sollte dazu dienen, einen Vergleich der Entwicklung in verschiedenen Mitgliedsstaaten zu ermöglichen.

Das Konsortium unter der Leitung des Institut IBERS, Universität Aberystwyth in Wales bestand aus verschiedenen Forschungsinstitutionen aus England, Frankreich, Spanien, Ungarn und Italien, sowie des CESR an der Universität Kassel.

Methodik

Kern des Projekts war eine breit angelegte Umfrage zur Identifikation von Hemmnissen und Problemen, regionalen Unterschieden sowie weiteren relevanten, die Bioökonomie beeinflussenden Faktoren. Ergänzt wurde die Umfrage mit Analysen bestehender Daten und Strategien, sowie einer Auswertung von Unternehmensdaten aus dem Bereich Bioökonomie.

Das zweistufige Vorgehen bei der Befragung gliederte sich in einen allgemeinen Teil, der grundlegende Informationen, wie Zielmärkte, Unternehmensinformationen, Rohstoffe und Produkte umfasste. Im zweiten Teil wurde das MaxDiff (Best-Worst Scaling) Verfahren angewendet. Hierbei wurden den Befragten jeweils ein Set von 5 Maßnahmen vorgestellt, aus denen die am meisten und am wenigsten wichtige ausgewählt werden sollte. Bei ausreichender Wiederholung dieser Abfrage ließ sich somit eine Rangfolge der Items erstellen. Vorteile dieser Methodik ist eine relative Bewertung der Items (trade-off), welche Tendenzen wie „alles ist wichtig“ ausschließt.

Die Umfrage wurde im Konsortium erstellt, von den Experten der Partnerinstitutionen auf die jeweilige Landessprache übersetzt und national unter Stakeholdern aus den Bereichen Industrie, Forschung und Politik bekannt gemacht.

Ergebnisse

In Deutschland konnten 81 Experten für eine Teilnahme an der Umfrage gewonnen werden. Projektweit wurden 370 Teilnehmer erreicht.

Insgesamt gibt es einen hohen Grad an Übereinstimmung zwischen den Stakeholdern der biobasierten Sektoren. In allen Fällen wurden als größte Hemmnisse die Schaffung von Legitimität und die Bekämpfung des Widerstands gegen Veränderungen wahrgenommen. Die Steigerung der Zuversicht der Investoren durch Werbung und Vorführung von neuen Technologien und die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für biobasierte Produkte sind dabei wesentliche Anknüpfungspunkte. Des Weiteren wurde die Notwendigkeit der Ausweitung industrieller Symbiosen und der Einführung besserer Standards und Regelungen für die Bioökonomie von den Befragten hervorgehoben.

Während  sich die Befragten aus der deutschen Industrie vor allem eine Mobilisierung von Ressourcen durch Zugang zu Finanzierung und Rohstoffen wünschen, betonen die Befragten aus dem akademischen Bereich den Wunsch der Entwicklung von Netzwerken, um besser mit der Industrie kommunizieren zu können. Zudem geht aus den Antworten das Erfordernis einer Festlegung der besten Nutzungspfade für verschiedene Rohstoffe bzw. Informationen darüber hervor.

Weitere Informationen zum Biohorizons Projekt und zu den beteiligten Institutionen finden Sie unter http://www.climate-kic.org/projects/biohorizons