KERNiG

Kommunale Ernährungssysteme als Schlüssel zu einer umfassend-integrativen Nachhaltigkeits-Governance

Regionale Gemüsevielfalt auf dem Wochenmarkt (Foto: Ulla Ernst)
Regionale Gemüsevielfalt auf dem Wochenmarkt (Foto: Ulla Ernst)
Regionale Gemüsevielfalt auf dem Wochenmarkt (Foto: Ulla Ernst)
Krummes Gemüse - zu schade für die Tonne (Foto: Ulla Ernst)

Maßnahmen für die Etablierung einer nachhaltigen Stadtentwicklung konzentrieren sich bislang auf die Bereiche Mobilität und Energie. Aufgrund der hochgradigen Komplexität der Produktion und Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln scheint ein aktives Eingreifen in das Ernährungssystem durch die Kommunen kaum möglich. In dem interdisziplinären durch den BMBF geförderten Verbundprojekt KERNiG sollen die Ernährungssysteme zweier Kreisstädte in Süddeutschland analysiert sowie Gestaltungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung durch die Kommune herausgearbeitet, erprobt und evaluiert werden.

In dem Teilprojekt, welches an der Universität Kassel durchgeführt wird, werden Ernährungssysteme als durch soziale Milieus geprägte Systeme betrachtet. Eine Aufgliederung der Bevölkerung in Milieus, die neben dem sozioökonomischen Status auch die vorherrschenden Werte in den Blick nimmt, ermöglicht ein differenziertes Verständnis des Ernährungsverhaltens. In dem Projekt sollen milieuspezifische Einstellungen, soziale Einflüsse sowie situative Barrieren, die das Ernährungsverhalten bedingen erfasst und zusätzlich geografisch abgebildet werden. Auf Basis dieser geografischen Milieudifferenzierung sollen Veränderungspotentiale hin zu einem nachhaltigen Ernährungssystem aufgedeckt und in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern auch realisiert werden. In einer weiteren Befragung soll eine erste Evaluation der im Rahmen des Projektes durchgeführten Interventionsmaßnahmen stattfinden.