ZumWert

Umweltfreundliche Aktivitäten von Individuen und Gruppen leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung gesellschaftlicher Umweltschutzziele. Vor diesem Hintergrund sind Werte und Normen und deren Einfluss auf das umweltrelevante Verhalten in den Fokus umweltpsychologischer, -soziologischer und -ökonomischer Forschung gerückt. Die Fragen danach wie sich Normen in der Gesellschaft als auch im Individuum bilden und über die Zeit hinweg verändern, bleiben bislang jedoch ungeklärt.

In dem interdisziplinären Forschungsprojekt ZumWert wird untersucht, wie Normen entstehen, sich verändern und internalisiert werden. In einem weiteren Schritt wird der Einfluss politischer Maßnahmen sowie Handlungs- und Kommunikationsstrategien auf diese Prozesse erforscht, mit dem Ziel ein für die Gemeinschaft förderliches Gesamtergebnis zu erreichen. Mittels labor- und feldexperimenteller Methoden sowie Modellierungen und Simulationen werden kausale Einflüsse und dynamische Prozesse untersucht.

In dem am CESR durchgeführten Teilprojekt wird als integrierende Methode die agentenbasierte Modellierung eingesetzt, welche die zeitliche Dynamik der Norminternalisierungsprozesse und die Interaktion der empirisch belegten Effekte untersucht. Dafür werden verschiedene Arten von Normen unterschieden und deren Interaktion untereinander, sowie deren direkte Effekte auf Entscheidungsprozesse untersucht. Die Einflüsse von Normen werden in eine psychologische Theorie des Handelns im Umweltkontext eingebettet und vor dem Hintergrund weiterer psychologischer Verhaltenseinflüsse abgebildet. Eine globale und dynamische Theorie der Interaktion verschiedener Normen innerhalb eines Individuum sowie in der Gesellschaft ermöglicht es, Konflikte zwischen Normen zu untersuchen und Internalisierungsprozesse abzubilden.

Das gemeinsame Ziel des interdisziplinären Verbunds ist die Entwicklung einer von den empirischen Ergebnissen gestützten dynamischen und kausalen Theorie der Norminternalisierung im Umweltbereich, bei der psychologische, spieltheoretische, verhaltensökonomische und rechtliche Aspekte integriert werden.