"MOOCs After the Gold Rush: Welchen Einfluss haben offene digitale Lehrformate auf Anbieterstruktur und Geschäftsmodelle in der tertiären Bildung?" (MOOC-AG)


Massive open online courses (kurz: MOOCs) sind Teil der Digitalisierung, die in der gegenwärtigen Hochschulentwicklung und -politik eine überragende Rolle spielt. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die für den deutschen Raum unbeantwortete Frage, inwiefern sich durch MOOCs neue Geschäftsmodelle entwickeln und welche Folgen dies für den Hochschulbereich hat. Erkenntnisse lassen sich aus der internationalen Entwicklung ziehen. Sie sind unter Berücksichtigung interdisziplinärer Theorieansätze zur Marktdynamik und Hochschulsteuerung mit dem deutschen Hochschulsystem und seinen Strukturen in Verbindung zu setzen, um auf das deutsche System bezogene Szenarien entwickeln zu können.

Die Digitalisierung und Öffnung von Lehrveranstaltungen durch MOOCs kann die Anbieterstruktur in der tertiären Bildung drastisch verändern und neue Geschäftsmodelle tragfähig machen. Onlinekurse reputationsstarker Einrichtungen sind eine potenziell attraktive Alternative zum Präsenzstudium an einer weniger angesehenen lokalen Hochschule. Auch im Kontext der Entwicklung transnationaler Bildungsangebote spielen sie zunehmend eine Rolle. Zusätzlicher Wettbewerbsdruck auf die Hochschulen entsteht, wenn auf der Basis innovativer digitaler Geschäftsmodelle neue Anbieter in den tertiären Bildungsmarkt eintreten. 

Das geplante Vorhaben untersucht die Marktdynamik der MOOC-Technologie und die Geschäftsmodelle der Anbieter im MOOC-Markt. Die mittlerweile gesammelten Erfahrungen mit verschiedenen Strategien zur Nutzung der MOOC-Technologie bieten die Gelegenheit, eine vorläufige Bestandsaufnahme vorzunehmen und die zukünftigen Chancen der MOOC-Technologie auf der Grundlage wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Theorien und detaillierter empirischer Daten systematisch zu untersuchen.