APIKS - Academic Profession in Knowledge Societies

Projektbeteiligte

Nicolai Götze MA

Lars Müller M.A.

Dr. Christian Schneijderberg (Projektleitung)

 

 

Laufzeit

Juli 2016 bis Juni 2020

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen M522200 gefördert.

 

 

Die deutsche Teilstudie des internationalen Projekts „Academic Profession in Knowledge Society (APIKS)“ untersucht breit und international vergleichend die Arbeitsbedingungen in den Hochschulen - in Forschung, Lehre, dem forschungs- und lehrbezogenen Wissens- und Technologietransfer sowie der Governance bzw. akademischen Selbstverwaltung, die Beschäftigungsbedingungen und die Einstellungen von Wissenschaftler*innen. Für die Untersuchung wurde eine repräsentative Zufallsstichprobe von 24 öffentlichen deutschen Hochschulen gezogen, 12 Fachhochschulen und 12 Universitäten. Die Stichprobe berücksichtigt die regionale Verteilung und Größenunterschiede von Hochschulen sowie Technische Universitäten und als exzellent ausgezeichnete Universitäten. An der APIKS-Untersuchung beteiligen sich Forschungsteams aus etwa 30 Ländern in fünf Kontinenten (z. B. Argentinien, China, Japan, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Südafrika, Südkorea und USA). In manchen Ländern ist (2020) die Datenerhebung noch nicht abgeschlossen.

Die APIKS-Erhebung 2018 ist die dritte Untersuchung dieser Art; sie ist jedoch keine Panelerhebung – ähnliche Befragungen fanden schon 1992 und 2007 statt. 2007 wurden die Studie The Changing Academic Profession (= CAP) und 1992 die so genannten Carnegie-Studie durchgeführt – auch an diesen beiden Untersuchungen war das INCHER-Kassel mit den jeweiligen deutschen Teilstudien beteiligt. Diese drei Befragungen von Wissenschaftler*innen (Professor*innen und wissenschaftliche Mitarbeiter*innen) an Hochschulen bieten die einmalige Chance, die Entwicklung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in Forschung und Lehre über fast drei Jahrzehnte hinweg zu erfassen.

Ein neues Thema ist in der APIKS Untersuchung der mit Forschung und Lehre verbundene Wissens- und Technologietransfer. In einem Mixed-Methods-Forschungsdesign wurden in einer vertiefenden Untersuchung mit Interviews mit Wissenschaftler*innen von Fachhochschulen und Universitäten und deren wissenschaftsexternen Kooperationspartner*innen Prozesse der Wissensgenerierung in Kooperation zwischen hochschulischen und externen Partner*innen gachgezeichnet.

7.283 Professor*innen und wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (Rücklaufquote: 28 Prozent), haben sich im Durchschnitt 37 Minuten Zeit genommen, um den doch recht langen APIKS-Fragebogen auszufüllen – an dieser Stelle sei Ihnen dafür gedankt!

Im Vergleich von APIKS 2018, CAP 2007 und Carnegie 1992 zeichnen sich teilweise überraschend klare Trends über die etwa drei Jahrzehnte deutscher Hochschul- und Wissenschaftsentwicklung ab. Die Entwicklungen haben wir mit den Kategorien „organisiert“, „metrifiziert“ und „exzellent“ erfasst. Im (vermeintlichen) Zeitalter der Wissensgesellschaft und Wissensökonomie hätten Kategorien wie gesellschaftliche Relevanz und ökonomischer Nutzen von Forschung und Lehre bzw. Vergesellschaftung von Wissenschaft als eine vierte Kategorie in die vorangestellte Liste mit aufgenommen werden können. Wir haben uns jedoch dagegen entschieden, sie neben die Kategorien „metrifiziert“, „organisiert“ und „exzellent“ zu stellen, denn der Wissens- und Technologietransfer spielt trotz der starken Thematisierung in den 1990er Jahren keine zentrale Rolle in den großen Reformen des Hochschul- und Wissenschaftssektors in den vergangenen drei Dekaden, wie auch die hier vorgelegten ausgewählten Ergebnisse zeigen. Dennoch ist Wissens- und Technologietransfer eine von vielen Wissenschaftler*innen ergriffene Möglichkeit der Wissensschaffung unter Beteiligung von Kooperationspartner*innen, die nicht zur Hochschule und Wissenschaft gehören. Entsprechend war der forschungs- und lehrbezogene Wissens- und Technologietransfer das Schwerpunktthema bei der APIKS 2018-Untersuchung. Im APIKS-Fragebogen wurde eine große Breite von Aktivitäten des Wissens- und Technologietransfers erhoben, welche sowohl die MINT-Fächer als auch die Geistes- und Sozialwissenschaften berücksichtigt.