WISKIDZ - Wissenschaftliche Karrieredynamiken in Deutschland im Zeitablauf: Disziplinäre Muster und Effekte der Arbeitsmarktsituation bei der Rekrutierung des akademischen Nachwuchses

Projektbeteiligte

Laufzeit

  • 2013 - 2019

gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Forschung und Lehre sind die traditionellen Aufgaben der Universität. An der Schnittstelle beider Aufgaben liegt die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dieser erwirbt in der Promotions- und Habilitationsphase das notwendige Wissen und die notwendigen Kompetenzen, um anschließend selbstständig zu forschen und zu lehren. Zugleich ist die Rekrutierung der ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler der zentrale Mechanismus, über den sich das Wissenschaftssystem reproduziert.

Aber wie verändern sich die empirischen Muster dieser Reproduktion im Zeitablauf? Dieser Frage möchte das Fachgebiet Allgemeine Wirtschaftspolitik (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften) in Kooperation mit dem INCHER-Kassel in einem neuen Forschungsprojekt mit dem Titel WISKIDZ („Wissenschaftliche Karrieredynamiken in Deutschland im Zeitablauf:  Disziplinäre Muster und Effekte der Arbeitsmarktsituation bei der Rekrutierung des akademischen Nachwuchses“) nachgehen. Ziel des WISKIDZ-Projekts ist es, Karriereverläufe und Rekrutierungsmuster von Wissenschaftlern in ausgewählten Disziplinen der Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften für den Zeitraum seit 1945 zu rekonstruieren. Hierzu werden verschiedene Längsschnittinformationen über individuelle Lebensläufe miteinander verknüpft. Durch die langfristige Betrachtung kann zum Beispiel untersucht werden, wie sich die Bedeutung der Habilitation, der Ausbildung an renommierten Universitäten oder der Zugehörigkeit zu „Schulen“ prominenter Forschungspersönlichkeiten im Zeitablauf entwickelt hat.

Da Nachwuchswissenschaftler auch Karrierewege außerhalb der Wissenschaft offen stehen, wird im WISKIDZ-Projekt außerdem untersucht, wie stark sich Unterschiede zwischen akademischen und außer-akademischen Arbeitsmärkten auf die individuelle Karriereentscheidung auswirken. Inwieweit sind spätere Karriereentscheidungen bereits durch die Selbstselektion in verschiedene Promotionsumfelder, also beispielsweise unterschiedlich forschungsstarke Universitäten und Lehrstühle, vorgegeben? Inwieweit werden sie durch Lern- und Sozialisationserfahrungen innerhalb des Promotionsumfelds (Betreuer, Peer Group, Institution, Region) geprägt? Und welche Bedeutung haben letztlich die objektiven Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt für den weiteren Karriereverlauf?