Die Bausteine des fachübergreifenden Fortbildungsprogramms

Kollegiale Fallberatung

Die Kollegiale Fallberatung (KFB) ist eine strukturierte Form praxisbegleitender Gruppenarbeit, in der die Teilnehmenden die Gelegenheit haben, Fälle aus ihrer eigenen pädagogischen Praxis systematisch zu beraten. Dazu werden konkrete pädagogische Handlungsprobleme analysiert und konkrete Lösungsansätze und Handlungsoptionen entwickelt. Der Austausch unter Kolleg_innen erfolgt in einem strukturierten Setting und folgt einem festgelegten Ablauf.

Die KFB eignet sich insbesondere für den Kontext der Praktikumsbegleitung: Studierende machen in ihren Praxisphasen eine Reihe von Beobachtungen und Erfahrungen, die sie anregen, beschäftigen, verunsichern oder auch verstören können. Aber auch Pädagogische Mitarbeiter_innen und Mentor_innen stoßen bei ihren Tätigkeiten mit den Studierenden auf unerwartete Problemsituationen, für die ad hoc nicht immer eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann. Kollegiale Fallberatung mit moderierender Anleitung schafft dann einen Raum, in dem kollegial über pädagogische Situationen reflektiert werden kann, um gemeinsam neue Handlungsideen und Lösungsansätze zu entwickeln.

Die Form der kollegialen Fallberatung, die hier vorgestellt wird, ist ein zweistufiges Modell und fokussiert damit explizit den kollegialen Austausch bzw. den Austausch auf Peerebene. Das Fortbildungsangebot schult sowohl die Studierenden, als auch die Pädagogischen Mitarbeiter_innen und Mentor_innen in der Methode der KFB.

Stufe 1 : Zunächst findet eine Einführung für die Pädagogische Mitarbeiter_innen und Mentor_innen statt, welche die KFB noch nicht kennen oder ihr Wissen darüber auffrischen möchten. Über das Fachübergreifende Fortbildungsprogramm des Referats für Schulpraktische Studien wird ein gemeinsamer Termin gefunden, zu dem die universitären und schulischen Begleiter_innen durch eine/n Dozent_in des Instituts für Erziehungswissenschaft (IfE) mit der KFB bekannt gemacht werden. In der Sitzung (Dauer: 90 Minuten) wird die Methode vorgestellt und ein Fall gemeinsam beraten. Die Teilnehmerzahl pro Sitzung ist auf mindestens 4 und maximal 12 Personen begrenzt.
Stufe 2: Außerdem kann auch seine/ihre  Seminargruppe (Begleitseminare SPS I oder PS) an KFB teilnehmen. Die Gruppe der Studierenden wird von geschulten, studentischen Fallgruppenleiter_innen angeleitet. Beide Schulungen finden in der Studienwerkstatt des IfE (SELF) statt.
So erfahren sowohl die Begleiter_innen, als auch die Studierenden die Vorteile der kollegialen Beratung, können die Methode in ihre eigenen pädagogische Praxis weiter tragen und die gemeinsame Praxis profitiert von einer neuen Ebene des Austausches auf Augenhöhe.

Stufe 1 ist nicht als notwendige Voraussetzung für Stufe 2 zu verstehen, sondern wird als sinnvolle Vorbereitung empfohlen.