Dienstag, 25.11.2025

Programmübersicht für Dienstag, 25.11.2025

Hier finden Sie die Veranstaltungsübersicht für Dienstag.
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Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Begrüßung & Eröffnung

von 9:00 bis 12:00 Uhr im Gießhaus

Pause / Rahmenprogramm

von 12:00 bis 14:00 Uhr

Grußworte:

Prof. Dr. Ute Clement

Präsidentin der Universität Kassel

 

Dr. Ellen Christoforatou, 

Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrer:innenbildung

 

Eröffnungsvortrag:

Prof. Dr. Sabine Andresen,

Professorin für Familienforschung und Sozialpädagogik und Vizepräsidentin der Goethe-Universität Frankfurt:

"Unter Druck. Wissen und Handlungsperspektiven für Lehrkräfte"

Bildung unter Druck.

Wissen und Handlungsperspektiven für Lehrkräfte

 

Ausgehend von der Intention der Demokratietage, sich mit dem Spannungsfeld von Wissen, Wahrheit und Demokratie in Bildungskontexten zu befassen, geht der Vortrag zwei Fragestellungen nach. Ausgehend von einer Diskursanalyse soll es erstens darum gehen, wie sich rechte Akteuer*innen pädagogische Themen aneignen und welche Bedeutung diese für die Umsetzung von demokratischer Bildung hat. Hier stellt sich auch die Frage, wie Lehrkräfte ihre pädagogische Tätigkeit thematisieren und legitimieren. Zweitens geht es um empirische Befunde dazu, welche Erwartungen Kinder und Jugendliche an eine demokratische Erziehung und Bildung haben. Aus der neueren Forschung ist bekannt, dass junge Menschen insbesondere über soziale Medien ihre Informationen beziehen, daraus resultieren Herausforderungen von Lehrkräften. So ist bei jungen Menschen TiKTok besonders beliebt, eine Plattform, auf der auch die AfD sehr aktiv ist. Wie angesichts dieser Dynamiken eine an Demokratie, Wissen und Wahrheit orientierte pädagogische Arbeit aussehen kann, soll abschließend zur Diskussion gestellt werden.

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Angriffe auf queere Demonstrationen wie den Christopher Street Day, rassistische Hetze gegen Migrant*innen, politische Kampagnen gegen Kandidatinnen für das Verfassungsrichteramt, - die Art und Weise, wie (extrem) rechte* Akteure demokratische Errungenschaften angreifen und in Frage stellen, ist vielfältig. Hochschulen sind Bildungsräumen, die für eine demokratische Gesellschaft unerlässlich sind. Auch hier sehen wir vielerorts die Zunahme(extren) rechter Tendenzen, etwa in Form von rechten Symboliken, rassistischen oder queerfeindlichen Kommentaren und Handlungen. Dieser Trend birgt eine Gefahr für die Demokratie und Gleichberechtigung.   

Deshalb nehmen wir die Demokratie-Tage 2025 zum Anlass, euren Erfahrungen mit rechten Umtrieben an der Uni Kassel Raum und Zeit zu geben. Wir wollen diese Erlebnisse sichtbar machen. Im Rahmen der Demokratietage habt ihr die Möglichkeit eure Erfahrungen in Form anonymer Erzählungen oder Texte sicht- und hörbar zu machen. Diese sollen im Anschluss an die Demokratietage zudem in Form einer Wanderausstellung aufbereitet und an verschiedenen Standorten der Universität präsentiert werden. Wir bitten euch, ab Anfang November eure Erlebnisse und Erfahrungen online zu teilen (Link siehe unten). Zudem könnte ihr an den Demokratietagen täglich zwischen 12 und 14 Uhr eure Erfahrungen aufschreiben oder erzählen. Denn: Nur wenn wir über (extrem) rechte Tendenzen sprechen, können wir gemeinsam Umgangsweisen entwickeln, um für eine demokratische, offene und sichere Uni Kassel einstehen zu können und Hochschulen als Ort kritischer Auseinandersetzung, Emanzipation und Gleichberechtigung zu stärken.

*Mit der Formulierung ‚extrem rechts‘ orientieren wir uns an der Definition aus dem Handlungskonzept gegen (extrem) rechte Einflussnahme der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, „die eine Alternative zu topo-logischen Konzepten eröffnet, mit denen vereinfacht formuliert im sog. Hufeisenansatz oder in der Extre-mismustheorie bedrohliche politische ‚Ränder‘ und gleichzeitig eine ‚gute Mitte‘ der Gesellschaft konstruiert werden. Unter Rechtsextremismus wird die Gesamtheit von undemokratischen, antipluralistischen, geschichtsrevisionistischen und autoritaristischen Einstellungen, Verhaltensweisen, politische Aktivitäten und Aktionen von (nicht-) organisierten Einzelpersonen und Gruppen gefasst, die eine Ungleichheit von Menschen proklamieren und entsprechende Macht- und Herrschaftsverhältnisse etablieren bzw. verstärken (Jaschke 2001, 30; Virchow 2016, 13-17). Extrem rechte Ideologie legitimiert Gewalt, bereits die Vorstellung einer Ungleichwertigkeit von Menschen impliziert dies. Als zentrale Bestandteile der Ideologie des modernen Rechtsextremismus gelten Antisemitismus, Rassismus, Gadje-Rassismus (der sich gegen Sinti, Roma und Jenische richtet), (Hetero-)Sexismus und Antifeminismus, ableism/ Behindertenfeindlichkeit, Nationalismus, Ethnozentrismus, Sozialdarwinismus, Heteronormativität und Feindlichkeit gegenüber Trans*Personen. Diese Einstellungen und damit verbundene Formen von Diskriminierung werden überall in der Gesellschaft vertreten, sie sind nicht auf einen ‚rechten Rand‘ begrenzt.“ (Handlungskonzept gegen (extrem) rechte Einflussnahme an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg 2022)  

 

 

Ort: Nora Platiel Straße 3, Raum 0217

 

Link zur Umfrage (deutsch):      https://umfrage.uni-kassel.de/index.php?r=survey/index&sid=478326&lang=de

Link zur Umfrage (englisch): https://umfrage.uni-kassel.de/index.php?r=survey/index&sid=478326&lang=en

Raum für studentisches Wissen. 

Du wolltest schon immer einmal wissen, wie eine gelungene Seminararbeit oder wissenschaftliche Hausarbeit aussieht? An allen drei Tagen werden ausgewählte studentische Arbeiten ausgestellt, in denen geblättert werden und von denen Inspiration gesammelt kann. Zusätzlich stehen manche der studentischen Autor:innen während der Mittagspause von 12-14 Uhr für eure Fragen zu ihren Arbeiten bereit.

 

Ort & Datum: Die Arbeiten werden im Orga Büro, Konferenzraum des Studierendenhauses(EG), jeden Tag zwischen 12 und 14 Uhr ausgestellt.

Programme

von 14:00 bis 17:00 Uhr

„Niemand hat je bezweifelt, dass es um die Wahrheit in der Politik schlecht bestellt ist […].“ – Bereits im zweiten Satz ihres Essays Wahrheit und Politik, verfasst vor über 60 Jahren, benennt Hannah Arendt ein Problem, das uns heute mehr denn je beschäftigt. Sie denkt darin die Rolle von Wahrheit, Vernunft und Interesse in politischen Auseinandersetzungen grundlegend durch. Schnell wird deutlich, dass einfache Gegenüberstellungen – etwa zwischen Wissen, Meinung, Lüge, Bullshit oder falschen Aussagen, die sich durch Faktenchecks aufdecken lassen – häufig zu kurz greifen. Denn sobald Vernunftwahrheiten in den Bereich der Meinung überführt werden, verschiebt sich die Auseinandersetzung in ein Terrain, in dem, wie Arendt schreibt, „die Überzeugungskraft durchaus von der Zahl derer bestimmt ist, von denen man annimmt, dass sie die gleiche Meinung hegen“. Wahrheit erscheint in diesem Kontext oft ohnmächtig. Warum ist das so? Und mit welcher Begründung? Diesen Fragen wollen wir nachgehen – textnah, gemeinsam und mit Zeit. In ausgewählten Passagen des Essays lesen, diskutieren und befragen wir Arendts Überlegungen auf ihre Gegenwartsrelevanz hin.

 

Ort: Nora-Platiel-Straße 1, Raum 1108

Zunehmende Queerfeindlichkeit als eine Form von Demokratiefeindlichkeit zeigt sich z.B. in den aktuellen Ergebnissen der Leipziger Autoritarismus-Studie in Form von Transfeindlichkeit. Die breiten Mobilisierungen gegen geschlechtliche Vielfalt betreffen auch Schule und Unterricht. Damit stellt sich für (angehende) Lehrkräfte die Frage nach Strategien im Umgang mit Queerfeindlichkeit und zugleich Möglichkeiten des Empowerments für trans*, inter*, ageschlechtliche und nicht-binäre Schüler*innen.

Der Workshop vermittelt Grundlagen zum Verständnis geschlechtlicher Vielfalt und gibt einen Überblick über zentrale Begriffe aus dem queeren Kontext. Dabei gibt es Raum für Fragen, Unsicherheiten und Austausch.

Im zweiten Teil arbeiten wir in interaktiven Kleingruppen daran, welche Voraussetzungen und Strategien es braucht, um geschlechtliche Vielfalt im Alltag sensibel und unterstützend zu begleiten.

 

 

Der Workshop wird durchgeführt von:

Teo Odendahl, Pronomen: keins/er, Dipl. Sozialarbeiter*in/Systemische Therapeut*in (SG), Berater*in mit Schwerpunkt Eltern-/Angehörigenarbeit, Fort- und Weiterbildung, T*räumchen Kassel, Beratungs-und Begegnungsort für geschlechtliche Vielfalt in Nordhessen

Silas Samland, Pronomen: er, Ergotherapeut/ Systemischer Anti-Gewalt- und Deeskalationstrainer, Sozialarbeiter in Ausbildung, Gruppenangebote, Fort- und Weiterbildung, T*räumchen Kassel, Beratungs-und Begegnungsort für geschlechtliche Vielfalt in Nordhessen

 

Die Veranstaltung findet nur bei einer Mindestanzahl von 6 und höchstens 20 Teilnehmenden statt.

 

Ort: Nora-Platiel-Straße 3, Raum 0217 - EG - (WISO B-Nora Kinder)

Offener Gesprächsraum: Demokratie und der Umgang mit der Angst für das Fremde

 

Die Demokratie ist ein kostbares Gut, das nicht in Stein gemeißelt ist. In einer Zeit, in der viele Krisen gleichzeitig auftreten, ist die illiberale Demokratie mit ihrer populistischen Denkweise und ihren authoritaristischen Politiker:innen auf dem Vormarsch. Gleichzeitig beobachten wir in der psychischen Gesundheitsversorgung einen Anstieg der Zahl junger Menschen und junger Erwachsener, die sich mit Fragen zu ihrer Identität sowie dem Übergang ins Erwachsenenleben und der Suche nach ihrem Platz darin auseinandersetzen. Mit Hoffnung, aber auch mit Zweifeln suchen sie auch im Bildungssystem an Hochschulen und Universitäten nach Lichtblicken und Möglichkeiten.

Mit unserem Angebot während der Demokratietage möchten wir Studierenden einen Raum zum Nachdenken bieten, um diese komplexe Situation zu diskutieren und ihr Engagement und ihre Neugierde für die Zukunft zum Ausdruck zu bringen. Ein reflexiver Raum bietet insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit, Gemeinschaft zu finden, Peers, Solidarität, um der Vereinzelung und dem Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit entgegenzuwirken. Dies ist besonders wichtig für junge Menschen, die sich im Leben, Studium und/oder Beruf mit Vielfalt auseinandersetzen, aber zugleich zunehmend mit Ausgrenzung und Ablehnung im politischen Diskurs konfrontiert sind.  


Reinhard Lindner und Patrick Meurs 

 

Ort: Campuscenter, Seminarraum 2, 1111

Programme

ab 17:30 Uhr

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Kasseler Schulgespräche: Wie politisch darf/soll/muss Schule sein? 

Wann: Dienstag, 25. November 2025, 18:00 Uhr 

Wo: UNI:Lokal, Wilhelmsstraße 21, 34117 Kassel

 

Anlässlich der Demokratietage der Universität Kassel finden die Kasseler Schulgespräche als öffentliche Veranstaltung statt. 
In den Kasseler Schulgesprächen sprechen Lehrer:innen und Forscher:innen gemeinsam über schulpädagogische Praxis. Sie präsentieren ihre Sichtweisen auf ausgesuchte Themen im Feld von Schule und Unterricht und kommen miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch.
Das Thema des Abends lautet: Wie politisch darf/soll/muss Schule sein?

Neben der Frage, wie Bildungseinrichtungen mit dem Erstarken rechter Parteien umgehen (können), steht insbesondere die politische Teilhabe von Schüler:innen im Mittelpunkt: Wie kann sie ermöglicht und in schulischem Alltag konkret umgesetzt werden?

Diskutant:innen: N.N. – Dauer: ca. 90 Minuten