Donnerstag, 27.11.2025
Kann Bildung Menschenfeindlichkeit und Zuspruch zu rechtsextremen Einstellungen bremsen?
Dieser Frage gehen wir im Workshop gemeinsam nach. Dabei beschäftigen wir uns mit dem erfahrungsbezogenen Ansatz: Demokratie lernen durch demokratische Praxis – am Beispiel des Klassenrats. Der ursprünglich von Celestin Freinet entwickelte Klassenrat gewinnt im Kontext von Demokratiebildung an Bedeutung. Er will ein demokratisches Gremium sein, in dem Schüler*innen ihre Anliegen eigenständig regeln, mit ihren Bedürfnissen ernst genommen werden, die Klassengemeinschaft entwickeln und an Unterricht, Schule und Gesellschaft partizipieren.
Die dem Workshop zugrundeliegende These ist: Klassenrat ist Extremismusprävention, wenn er sein Potential entfalten kann. Welche Gelingensbedingungen zu berücksichtigen sind, erarbeiten wir gemeinsam und diskutieren: Inwiefern kann Klassenrat dazu beitragen, Menschenfeindlichkeit und Extremismus zu „bremsen“?
Ort: Campuscenter, Seminarraum 1, 1110
Muss aufgrund von Krankheit leider entfallen!
Roberto Simanowski (2025): Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz.
"Für die Philosophie gehört die Sprache zu den vornehmsten und wichtigsten Eigenschaften des Menschen: Sie ermöglicht es, eine ganze Welt zu erschließen, auch die intimsten Gedanken zu artikulieren, sich über Wertvorstellungen zu verständigen – und ist entscheidend für die besondere Freiheit und Souveränität, mit denen Menschen ihr Leben führen. Was aber geschieht, wenn wir uns von einer Sprachmaschine die Welt erklären, Werte vermitteln und das Denken abnehmen lassen? Der Medienphilosoph und Internetexperte Roberto Simanowski will es genauer wissen und begibt sich auf die Suche nach den atemberaubenden Konsequenzen des großen Souveränitätstransfers, der gerade im Gange ist.
Jede Technik hat die Macht, ihren ahnungslosen Nutzern die eigene Logik aufzudrängen. Gewöhnen uns ChatGPT, Gemini und andere Chatbots das Lesen, Schreiben und Denken ab? Überreden sie uns zu Ansichten, die wir gar nicht haben? Entmündigen sie uns gerade dadurch, dass sie uns so eifrig zu Diensten sind? Und wer hat eigentlich in wessen Auftrag die Sprachmaschinen erzogen? Simanowski geht diesen und weiteren Fragen nach – mit dem philosophischen Gespür dafür, wie die neue Technik die Situation des Menschen subtil, aber enorm folgenreich verändern wird.“ (C. H. Beck Verlag zum neuen Buch von Roberto Simanowski)
In dieser Slow Reading Session lesen und diskutieren wir gemeinsam einen Ausschnitt aus Simanowski neuem Bestseller Sprachmaschinen, in dem sich der Autor intensiv mit KI auseinandersetzt und der Frage nachgeht, welche Konsequenzen es hat, wenn wir unser Denken an Maschinen auslagern.
Ort: Gottschalkstraße 28a (ASL 9 ZUB-Gebäude)
Raum 0150+0160 - EG
Zunehmende Demokratiefeindlichkeit stellt eine aktuelle Herausforderung für die Lehrkräftebildung dar. In Kooperation mit der Studien- und Forschungswerkstatt Diversität, Heterogenität und Inklusion (StuDIo) bietet dieser Workshop, Studierenden und Lehrenden einen Rahmen für einen gemeinsamen Austausch über das Lehren und Lernen im Kontext zunehmender Demokratiefeindlichkeit. Hierbei nehmen wir z.B. die Auseinandersetzung mit Lern- und Lehrmaterialien zum Anlass, um ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen.
Ort: Nora-Platiel-Straße 1, Raum 1108.
"Die Meinungsfreiheit gilt als eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt" (BVerfG 1958). Sie ist konstitutiv für jede Demokratie. Dennoch gibt es heute weiterhin Zensur, nicht nur in Diktaturen. Das Thema scheint sogar an Aktualität zuzunehmen.
Wenn Demokratien durch populistische Tendenzen erodieren, wenn Autokratien und Diktaturen erstarken, dann spielt Zensur in diesen Prozessen immer eine zentrale Rolle.
Der Vortrag der Zensurforscherin Nikola Roßbach diskutiert verschiedene Zensurbegriffe und -praktiken. Von wem geht heute die größte Gefahr für die Meinungsfreiheit aus? Diskutieren Sie im Anschluss an den Vortrag mit.
Der Vortrag beginnt um 9:00 (s.t. !!) und endet 10:30 Uhr.
Ort: Campuscenter, Seminarraum 2, 1111.
Die Studienwerkstatt SELF des FB01 der Uni Kassel am Fachgebiet von Prof.in Bennewitz besteht aus einem Team von studentischen Hilfskräften, die Peer-Learning-Formate im Hochschulkontext praktisch durchführen. Im Rahmen der Demokratietage 2025 bieten wir einen Workshop an. Wenn Lehrpersonen mit antidemokratischen, z.B. rassistischen oder queerfeindlichen Vorfällen in Schule und Unterricht konfrontiert sind, dann bietet es sich an, die konkreten Situation mit Kolleg*innen zu analysieren, zu beraten und Handlungsoptionen auszuloten. Wir möchten im Workshop eine Kollegiale Fallberatung (KFB) durchführen, um zu zeigen, wie mit dieser hierarchiearmen Methode partizipativ an pädagogischen Herausforderungen gearbeitet werden kann.
Ort: Kurt-Schumacher Straße 31, Raum 1511
Angriffe auf queere Demonstrationen wie den Christopher Street Day, rassistische Hetze gegen Migrant*innen, politische Kampagnen gegen Kandidatinnen für das Verfassungsrichteramt, - die Art und Weise, wie (extrem) rechte* Akteure demokratische Errungenschaften angreifen und in Frage stellen, ist vielfältig. Hochschulen sind Bildungsräumen, die für eine demokratische Gesellschaft unerlässlich sind. Auch hier sehen wir vielerorts die Zunahme(extren) rechter Tendenzen, etwa in Form von rechten Symboliken, rassistischen oder queerfeindlichen Kommentaren und Handlungen. Dieser Trend birgt eine Gefahr für die Demokratie und Gleichberechtigung.
Deshalb nehmen wir die Demokratie-Tage 2025 zum Anlass, euren Erfahrungen mit rechten Umtrieben an der Uni Kassel Raum und Zeit zu geben. Wir wollen diese Erlebnisse sichtbar machen. Im Rahmen der Demokratietage habt ihr die Möglichkeit eure Erfahrungen in Form anonymer Erzählungen oder Texte sicht- und hörbar zu machen. Diese sollen im Anschluss an die Demokratietage zudem in Form einer Wanderausstellung aufbereitet und an verschiedenen Standorten der Universität präsentiert werden. Wir bitten euch, ab Anfang November eure Erlebnisse und Erfahrungen online zu teilen (Link siehe unten). Zudem könnte ihr an den Demokratietagen täglich zwischen 12 und 14 Uhr eure Erfahrungen aufschreiben oder erzählen. Denn: Nur wenn wir über (extrem) rechte Tendenzen sprechen, können wir gemeinsam Umgangsweisen entwickeln, um für eine demokratische, offene und sichere Uni Kassel einstehen zu können und Hochschulen als Ort kritischer Auseinandersetzung, Emanzipation und Gleichberechtigung zu stärken.
*Mit der Formulierung ‚extrem rechts‘ orientieren wir uns an der Definition aus dem Handlungskonzept gegen (extrem) rechte Einflussnahme der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, „die eine Alternative zu topo-logischen Konzepten eröffnet, mit denen vereinfacht formuliert im sog. Hufeisenansatz oder in der Extre-mismustheorie bedrohliche politische ‚Ränder‘ und gleichzeitig eine ‚gute Mitte‘ der Gesellschaft konstruiert werden. Unter Rechtsextremismus wird die Gesamtheit von undemokratischen, antipluralistischen, geschichtsrevisionistischen und autoritaristischen Einstellungen, Verhaltensweisen, politische Aktivitäten und Aktionen von (nicht-) organisierten Einzelpersonen und Gruppen gefasst, die eine Ungleichheit von Menschen proklamieren und entsprechende Macht- und Herrschaftsverhältnisse etablieren bzw. verstärken (Jaschke 2001, 30; Virchow 2016, 13-17). Extrem rechte Ideologie legitimiert Gewalt, bereits die Vorstellung einer Ungleichwertigkeit von Menschen impliziert dies. Als zentrale Bestandteile der Ideologie des modernen Rechtsextremismus gelten Antisemitismus, Rassismus, Gadje-Rassismus (der sich gegen Sinti, Roma und Jenische richtet), (Hetero-)Sexismus und Antifeminismus, ableism/ Behindertenfeindlichkeit, Nationalismus, Ethnozentrismus, Sozialdarwinismus, Heteronormativität und Feindlichkeit gegenüber Trans*Personen. Diese Einstellungen und damit verbundene Formen von Diskriminierung werden überall in der Gesellschaft vertreten, sie sind nicht auf einen ‚rechten Rand‘ begrenzt.“ (Handlungskonzept gegen (extrem) rechte Einflussnahme an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg 2022)
Ort: Die Lernfläche im EG des Studierendenhauses
Link zur Umfrage (deutsch): https://umfrage.uni-kassel.de/index.php?r=survey/index&sid=478326&lang=de
Link zur Umfrage (englisch): https://umfrage.uni-kassel.de/index.php?r=survey/index&sid=478326&lang=en
Raum für studentisches Wissen.
Du wolltest schon immer einmal wissen, wie eine gelungene Seminararbeit oder wissenschaftliche Hausarbeit aussieht? An allen drei Tagen werden ausgewählte studentische Arbeiten ausgestellt, in denen geblättert werden und von denen Inspiration gesammelt kann. Zusätzlich stehen manche der studentischen Autor:innen während der Mittagspause von 12-14 Uhr für eure Fragen zu ihren Arbeiten bereit.
Ort & Datum: Die Arbeiten werden im Orga Büro, Konferenzraum des Studierendenhauses(EG), jeden Tag zwischen 12 und 14 Uhr ausgestellt.
In der Veranstaltung sollen die Themen Diskriminierung und Antisemitismus im Schulkontext analysiert und debattiert werden. Im Rahmen eines Podiumsgespräches und einer interaktiven Diskussion soll mit Expert:innen erörtert werden, wann und wie Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus in die Schulen gelangt und welche Konsequenzen sich daraus für Schüler:innen und Lehrkräfte ergeben.
Hinweis: Die Veranstaltung findet 16-18 Uhr im Rahmen der Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Andreas Eis in der Arnold-Bode-Straße 12, Hörsaal 5 statt.
Die Rede von „alternativen Fakten“ und „Fake News“ prägt längst öffentliche Debatten und die Objektivität von „Faktenchecks“ erweisen sich dabei als kaum wirksam. Das alternative Wissen der stets anderen stellt demokratische Gesellschaften vor neuartige Herausforderungen, denen etablierte Wissensinstitutionen nur begrenzt begegnen können. Der Workshop fragt nach den Grundstrukturen solcher Wissenskonflikte und danach, wie sich mit konfligierenden Wirklichkeitsbeschreibungen umgehen lässt, ohne in einem bloßen Entlarven des Gegenübers zu münden und damit in die Falle eines populistischen Wettstreits um (scheinbar simple) Wahrheiten zu tappen.
Ort: Konferenzraum Studihaus
Mit der Partycipation in der Alten Färberei ziehen die Demokratietage offiziell die Schuhe aus. Nach drei Tagen des geduldigen Verkomplizierens wird kollektiv beschlossen: Ab 19 Uhr interpretieren wir maximal die Getränkekarte. Die Party steht allen offen, die Wissenschaft auch mal von ihrer rhythmischen Seite kennenlernen wollen. Wir treten den Beweis an, dass Demokratie lebt – besonders, wenn alle gleichzeitig hüpfen. Ab 18 Uhr stärkt die Küfa (Küche für alle) im Foyer des Studihauses den kollektiven Stoffwechsel – denn ohne Basis: keine Demokratie.
Datum: 27.11.2025
Einlass 19 Uhr & Eintritt FREI
Ort: Kulturzentrum Färberei
SPECIAL: Ab 18 Uhr KüfA (Küche für Alle) im Foyer Studihaus