2011

Abitur am Maria Theresia Gymnasium Augsburg

2013 - 2020

Studium Lehramt Germanistik und Geschichte an der Universität Leipzig 

Thema Staatsexamensarbeit: Konzeptionen des neuen Geschichtsunterrichts in der Nachkriegszeit - Über den gewerkschaftlichen Beitrag zum Geschichtsunterricht der Nachkriegszeit. Eine Untersuchung des „Ausschuss für Geschichtsunterricht“ in der „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ 

2011-2012

Freiwilliges Soziales Jahr mit Aktion Sühnezeichen (ASF) in Haifa (Israel) in einer Schule für Kinder mit Behinderungen und einem Altenheim mit Holocaustüberlebenden

2017 - 2019

Studentische Hilfskraft im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig (Stiftungen Haus der Geschichte)

10/2020 - 07/2021

Jugendbildungsreferent der DGB Jugend Sachsen 

Seit 04/2021

Doktorand der Universität Kassel 

  • Geschichte der neueren deutschen Bildungspolitik 
  • Transformationsgeschichte Ostdeutschlands 
  • Geschichte der Arbeiter*innenbewegung und speziell der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit 
  • Kritische Bildungstheorie
  • Geschichte des Geschichtsunterrichts 

Untersuchung der Transformation des ostdeutschen Bildungssystems und Entstehung eines spezifischen ostdeutschen Lehrer*innenhabitus 

In der deutschen Bildungsgeschichte ist die Transformation des Bildungssystems der ehemaligen DDR aufgrund ihrer Schnelligkeit und Tiefe einmalig. In den wenigen Jahren zwischen Mauerfall und der Verabschiedung neuer Schulgesetze wurde das realsozialistische Einheitsschulwesen vollständig aufgehoben und durch neue, den westlichen Bundesländern nachempfundenen Schultypen ersetzt. Das Disserationsprojekt nimmt hierbei die Mikroebene dieses Prozesses in den Fokus und will die professionellen Akteur*innen des Wandels in den Blick nehmen: Die Lehrer*innen durchliefen selbst die Bildungsinstanzen der ehemaligen DDR und wurden im Sinne der „sozialistischen Erziehung“ für ihren späteren Beruf ausgebildet. Als 1989/90 klar wurde, dass keine Sphäre der untergehenden DDR-Staatlichkeit so bleiben wird, mussten sie sich mit den Rufen nach grundsätzlicher Erneuerung ihres Arbeitsplatzes auseinandersetzen. 

Hierbei weisen die Lehrer*innen der ehemaligen DDR eine einzigartige Kontinuität des Berufspraxis auf: Als (fast) einzige Berufsgruppe des öffentlichen Dienstes wurde sie nicht durch neue Eliten aus den westlichen Bundesländern ausgetauscht. Befürchten mussten sie dennoch Entlassungen aufgrund sinkender Schüler*innenanzahlen und politischer Belastungen, den Zwang sich aufgrund neuer Qualifiaktionsrahmen langwierig fortzubilden bzw. die damit zusammenhängende lebenslange tarif- und beamtenrechtliche Benachteiligung. 

Das Dissertationsprojekt geht davon aus, dass sich aus der Erfahrungsgeschichte der ostdeutschen Lehrer*innenprofession ein spezifisch ostdeutscher Lehrer*innenhabitus ausgebildet hat. Dieser basiert pädagogisch zu großen Teilen auf klassischen deutschen Erziehungsidealen der Vorkriegszeit, welche in der DDR zu „sozialistische Erziehungsidealen“ umgetauft wurden. Hinzu kam aber auch die Erfahrung der 1990er Jahre, welche laut Wolfgang Engler aus den Ostdeutschen erst das gemacht haben, was sie heute sind. So haben beispielsweise die Enttäuschungen über die nicht eintretenden „blühenden Landschaften“ (H. Kohl) zu einem tiefen Misstrauen gegenüber staatlichen Behörden geführt. Ein Denktypus, welcher bis heute ostdeutsche Generationen prägt. 

In narrativen Interviews mit eben solche Lehrkräften soll die These des ostdeutschen Lehrer*innenhabitus untersucht und systematisiert werden. Hierbei kann auf Vorarbeiten der späten 1990er Jahre unter anderem von Alexander von Plato und Sabine Reh aufgebaut werden. Flankiert werden soll die Arbeit durch Experteninterviews beispielsweise mit Funktionär*innen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die sich in den frühen 1990ern erfolgreich in den ostdeutschen Ländern aufbauen konnte und die Analyse ausgewählter Publikationsmedien, beispielsweise den Zeitschriften der Lehrer*innenverbände und von Fortbildungsprogrammen.