Alexander Kather

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Historische Bildungsforschung

Standort
Nora-Platiel-Straße 1
34127 Kassel
Raum
Nora-Platiel 1, Raum 1214

Seit 03/2020

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Historische Bildungsforschung

Seit 11/2015

Studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft im Teilstudiengang Kernstudium, an der Professur für Historische Bildungsforschung und zur Organisation verschiedener wissenschaftlicher Tagungen (u.a. DGfE-Kongress 2016)

06/2019

Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Französisch und Geschichte

09/2016-04/2017

Gaststudium an der Université de Strasbourg (F) und PAD-Fremdsprachenassistent in der Académie de Strasbourg (F)

WiSe 2013/2014 – WiSe 2018/2019

Studium der Geschichtswissenschaften, Romanistik (Französisch, Spanisch) und Bildungswissenschaften an der Universität Kassel

06/2013

Allgemeine Hochschulreife

Wie und warum feiern sich Reformuniversitäten? Die Universitäten Bremen und Kassel im Vergleich. In: Guhl, Anton / Hürlimann, Gisela (Hrsg.): Inszenierte Geschichte. München: De Gruyter Oldenbourg 2021 (in der Begutachtung) (zus. mit Edith Glaser)

Demokratischer Fachunterricht durch demokratische Lehrerbildung? Zur Wissensgeschichte einer veränderten Fremdsprachenlehrerausbildung im Reformprojekt Gesamthochschule Kassel. In: Busch, Matthias / Wegner, Anke (Hrsg.): Bildung und Demokratie im 20. Jh. Frankfurt a.M.: Wochenschau 2020 (im Druck) (zus. mit Edith Glaser)

Kather, Alexander (2020): Romanistik an einer Reformuniversität. Entstehung und Entwicklung eines neuen Modells der Fremdsprachenlehrerausbildung in Zeiten der Bildungsreform. Kassel.

  • Schul- und Universitätsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
     
  • Bildungsreformen in der frühen Bundesrepublik
     
  • Lehrer*innenbildung in Geschichte und Gegenwart
     
  • Geschichte des Fremdsprachenunterrichts und der Fremdsprachendidaktik
     
  • Bildung, Nation und Demokratie
     
  • Geschichte und Gegenwart des französischen Bildungswesens

Alexander Kather

Die Ausbildung von Französischlehrer:innen in Baden und Preußen (1871-1932)

Orte, Akteure, Diskurse und Praktiken des Wissens
 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Ausbildung und Zugang zum höheren Lehramt zunehmend staatlich reglementiert. Für die Ausbildung von Fremdsprachenlehrer:innen verlief dieser Prozess zeitverzögert, erst nach der Jahrhundertmitte wurde sie in größerem Maße staatlich institutionalisiert und verrechtlicht. Mit der verstärkten Nachfrage nach Fremdsprachenkenntnissen und realistischer Bildung sowie aufgrund des zunehmenden Übergangs zum Fachlehrerprinzip stieg der Bedarf an Fremdsprachenlehrer:innen und führte zum Ausbau entsprechender Ausbildungsstrukturen. Der in der geplanten Dissertation angesetzte Zeitraum rekonstruiert die Institutionalisierung der Ausbildung von Fremdsprachenlehrer:innen und ihre Entwicklung im Kontext zahlreicher Veränderungen (Fachdiskussionen um die Reform Fremdsprachenunterricht, Erster Weltkrieg, bildungspolitische Veränderungen).

Aus einer wissensgeschichtlich-praxeologischen Perspektive soll mit kulturwissenschaftlichen Analysekategorien rekonstruiert werden, welches Wissen (deklarative Wissensbestände, Können, Einstellungen) in Diskursen verhandelt wird, an welchen Orten es zirkulierte, welche Akteure es produziert, rezipiert sowie transformiert haben und in welchen Praktiken das Wissens generiert, vermittelt und erworben wurde. Ziel ist es, über die Analyse von Wissensbeständen und -praktiken der Ausbildung der Lehrenden der Geschichte des Fremdsprachenunterrichts dieses Zeitraums eine bisher nicht hinreichend erforschte Dimension hinzuzufügen, die einerseits Hinweise eine dichtere Beschreibung des Handelns und Wissens von Lehrpersonen im Unterricht ermöglicht, andererseits Prozesse der zeitgenössischen, diskursiven wie praxeologischen Konstruktion von Fachlichkeit aufzeigt. Exemplarisch untersucht werden Schulen, Ausbildungsseminare und Universitäten in Baden und Preußen, um im Vergleich zum einen die zentralen Prozesse zu erkennen, zum anderen, um die Bedeutung regionaler Besonderheiten, wie die Nähe zu Frankreich, herauszuarbeiten. Im Vordergrund steht die Ausbildung von Französischlehrer:innen, da das Französische bis zum Ersten Weltkrieg die wichtigste moderne Fremdsprache in den deutschen Schulen war und sich in Preußen letztmalig 1932 als Erste Fremdsprache behaupten konnte.