Ak­tu­ell ge­för­der­te For­schungs­pro­jek­te

In diesem Projekt testen wir ausgehend von den grundsätzlichen Annahmen der Terror Management Theorie ein eigenes theoretisches Modell zum Einfluss von existentieller Bedrohung auf den Prozess der Glaubwürdigkeitsbeurteilung. Dabei unterscheiden wir zwischen unmittelbaren (proximalen) Reaktionen und verzögerte (distale) Reaktionen auf die Bedrohung. Auf proximaler Ebene gehen wir der Idee nach, dass unter Bedrohung die Fähigkeit verbessert wird, wahre von gelogenen Aussagen zu unterscheiden. Auf distaler Ebene erwarten wir unter Bedrohung dagegen eine Verstärkung von Urteilsverzerrungen, d.h. Personen, die das eigene Weltbild nicht teilen, werden eher der Lüge bezichtigt. 

Projektleitung: Simon Schindler & Marc-André Reinhard

wiss. Mitarbeiterin: Nina Reinhardt

Publikationen zu diesem Thema: Schindler, S., Reinhardt, N., & Reinhard, M.-A. (2021). Defending one’s worldviews under mortality salience: Testing the validity of an established idea. Journal of Experimental Social Psychology93, 104087. https://doi.org/10.1016/j.jesp.2020.104087

Die Wirkungen von Achtsamkeitsübungen sind aktuell ein populäres Thema in der Forschung und in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Überraschenderweise gibt es bisher jedoch wenige empirischen Untersuchungen zu möglichen unerwünschten negativen Effekten. In diesem Projekt steht daher folgende Idee im Fokus: Wenn ein Zustand der Achtsamkeit die Regulation von Emotionen verbessert, dann sollte das auch für die Regulation von moralischen Emotionen wir Schuld gelten. Zum einen hätte das unerwünschte Auswirkungen auf die Motivation einen verursachten Schaden wieder gut zu machen. Zum anderen würden verringerte Schuldgefühle das Täuschungsverhalten verstärken und eventuell sogar die Fähigkeit zu Lügen verbessern. Das Projekt hat zum Ziel diese Ideen empirisch zu testen. 

Projektleitung: Simon Schindler & Marc-André Reinhard

Es wird angenommen, dass Unsicherheit („Zweifel oder Unsicherheit in Bezug auf sich selbst, die Welt und die Wechselbeziehung zwischen den beiden“, Arkin, Oleson & Carroll, 2009, S. 8) die Motivation Lügen zu erkennen erhöht und dadurch die Genauigkeit der Lügendetektion verbessert. Diese erhöhte Motivation sollte Personen dazu bringen, vermehrt verbale Hinweise zur Erkennung von Lügen zu nutzen, welche anstrengender zu verarbeiten sind als nonverbale und paraverbale Hinweise. Da verbale Hinweise hinsichtlich der Differenzierung von Lüge und Wahrheit valider sind, sollte sich dadurch die Genauigkeit der Lügenerkennung verbessern. Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, diese Ideen empirisch zu überprüfen, die Mechanismen des Effekts von Unsicherheit auf die Lügenerkennung aufzudecken und Möglichkeiten zur Nutzung dieses Effekts in angewandten Kontexten (z. B. Bewerbungsgespräche) zu testen.

Projektleitung: Sarah Volz & Marc-André Reinhard

Bisherige Forschung zeigt den negativen Einfluss von Lügen in romantischen Beziehungen auf die Beziehungsqualität. Doch trotz dieser negativen Auswirkungen wird angenommen, dass romantische Partner in jeder dritten Interaktion lügen (DePaulo & Kashy, 1998). In dem geplanten Projekt sollen zwei Forschungslinien zusammengeführt werden: Einerseits liefert die Frage, welche Persönlichkeitsfaktoren die Prävalenz des Lügens in romantischen Beziehungen beeinflussen bereits erste Erkenntnisse (z.B. Kashy & DePaulo, 1996), aber die Untersuchung möglicher Zusammenhänge zu dem Persönlichkeitsfaktor Honesty-Humility (aus dem HEXACO Persönlichkeitsmodell; Ashton & Lee, 2009) fehlt bisher. Andererseits erwies sich Honesty-Humility zuverlässig als Hauptprädiktor für Unehrlichkeit in verschiedenen verhaltensökonomischen Betrugsparadigmen (z.B. Hilbig & Zettler, 2015). Mit dem vorliegenden Projekt wollen wir beide Forschungslinien zusammenführen, um die Hypothese zu überprüfen, dass der Persönlichkeitsfaktor Honesty-Humility negativ mit Unehrlichkeit in romantischen Beziehungen verbunden sind. 

Projektleitung: Nina Reinhardt & Marc-André Reinhard