Haus- und Abschlussarbeiten

Schreiben im Studium

Texte im Studium zu schreiben ist ein Handwerk, das sich lernen lässt, indem mensch es praktiziert. Ich möchte Ihnen dazu das Dossier "Wissenschaft als Handwerk" empfehlen, das Sie auf den Seiten des Fachportals Soziopolis finden.

Alle Interessierten finden hier Handreichungen, um das Schreibhandwerk nach und nach zu lernen. Zum einen gibt es hier Tipps und Tricks zu den typischen Arbeitsschritten hin zum abgabereifen Text, zum anderen zu den diversen Formaten, die diese Texte üblicherweise haben. Essays, Interviews und Rezensionen dienen zudem dazu, sich mit besonderen Problemstellungen und Kniffen zu befassen.

(Das Dossier richtet sich dabei an alle Menschen, die in irgendeiner Weise mit dem akademischen Schreiben befasst sind, insbesondere aber an Studierende und Promovierende, die nach Anregungen und Orientierungshilfen suchen, und an Lehrende, die das Schreiben in ihren Seminaren, Übungen und Kolloquien thematisieren möchten.)

Haus- und Abschlussarbeiten konzipieren und fertigstellen

Was bedeutet es, eine schriftliche Arbeit zu konzipieren und schließlich auch fertigzustellen? - Eine zentrale Antwort lautet: Sie sind dabei nicht allein. In meinen Lehrveranstaltungen gibt es immer wieder Schreibwerkstatt-Anteile, die Sie Schritt für Schritt in die Lage versetzen sollen, eine Hausarbeit zu konzipieren und schließlich fertigzustellen. Ich empfehle Ihnen daher die regelmäßige Teilnahme an den Seminarsitzungen, weil wir hier über konzeptionelle Fragen, Anforderungen und Tricks sprechen und Manches direkt ausprobieren.

Kommen Sie zudem gerne auf mich zu, wenn Sie Ihre Überlegungen zu einer schriftlichen Arbeit besprechen möchten. Idealerweise machen Sie dazu einen Termin für eine Sprechstunde. Als Gesprächsgrundlage erwarte ich je nach Stand der Dinge ein erstes oder auch ein fortgeschrittenes Konzept.

Für Ihr Konzept wäre es gut, wenn Sie hier das soziale PHÄNOMEN* erörtern, das Sie untersuchen möchten. (Das ist der erste zentrale Punkt für das Konzept. – *Alternativ zu einem sozialen Phänomen kann der Ausgangspunkt für Ihre Hausarbeit auch eine theoretische Aussage sein, mit der Sie sich kritisch auseinandersetzen möchten. Rekonstruieren Sie die betreffende Aussage und ihren theoretischen Bezugsrahmen daher zunächst einmal in möglichst nachvollziehbarer Weise.) Schildern Sie zudem die PROBLEMSTELLUNG, mit der Sie sich mit Blick auf das von Ihnen erörterte Phänomen beschäftigen möchten (zweiter zentraler Punkt). Was möchten Sie herausfinden und/oder zeigen? - Und erläutern Sie bitte auch, wie Sie für Ihre Untersuchung konkret VORGEHEN werden (dritter zentraler Punkt).

Unternehmen Sie idealerweise bereits eine systematische Literaturrecherche zu Ihrem Untersuchungsfeld und identifizieren Sie einschlägige Titel für sich. Es geht dabei allerdings nicht um Quantität, sondern darum, dass die von Ihnen identifizierten Texte Argumente und Materialien enthalten, die Sie als bedeutsam für Ihre Arbeit erachten. Falls möglich, gehen Sie in Ihrem Konzept gerne schon einmal explizit auf die betreffenden Argumente und Materialien ein.

Schreiben Sie das Konzept in der Form, die Ihnen liegt. Das überlasse ich Ihnen. Gehen Sie aber möglichst auf die drei genannten Punkte Phänomen - Problemstellung - Vorgehen ein. Das Dossier "Wissenschaft als Handwerk" bietet Ihnen dazu die beiden Handreichungen "Fragestellung formulieren" und "Sechszeiler schreiben und Exposés entwickeln". Schauen Sie mal rein.