Informationszentrum Verantwortlich Handeln

Zur Konzeption: „Informationszentrum Verantwortlich Handeln“

Im Frühjahr 2017 habe ich an der Universität Kassel das „Informationszentrum Verantwortlich Handeln“ gegründet.

Ich bin Mitarbeiterin im Fachbereich 2, Institut für Evangelische Theologie/Religionspädagogik an der Universität Kassel und arbeite in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Mein Arbeitsschwerpunkt ist das „Verantwortliche Handeln“. Ich setze mich mit Auswirkungen unseres Lebensstils auf Menschen, Mitwelt und die gesamte Erde auseinander.

Wir leben auf Kosten anderer. Uns geht es gut, wir konsumieren und leben im Überfluss, weil andere Menschen, vornehmlich im globalen Süden, für unseren Wohlstand arbeiten und ausgebeutet werden und weil wir auf Kosten der Mitwelt leben, die natürlichen Lebensgrundlagen zunehmend beeinträchtigen, verändern und zerstören. Weiterhin leben wir auf Kosten kommender Generationen, denen wir einen geplünderten Planeten hinterlassen. In der Soziologie spricht man von „externalisierendem Lebensstil“ (vgl. z.B. Lessenich), weil die Kosten für unseren Lebensstil ausgelagert werden, d.h. die Kosten zahlen andere, bzw. andere werden durch unseren Lebensstil beeinträchtigt. In der Politologie bezeichnet man dieses auch als „imperiale Lebensweise“ (vgl. z.B. Brand/Wissen).

Gesellschaftliche Veränderungen sind dringend nötig, politische Lösungsansätze gefordert. Die Klimaproblematik drängt zum raschen Handeln! Damit sich aber auf breiter gesellschaftlicher und politischer Ebene etwas ändern kann, in Bezug auf alle Menschen weltweit, die nachfolgenden Generationen, die Mitwelt und Erde (Klimaerwärmung!), muss sich auch bei Verbraucher*innen die Erkenntnis durchsetzen, dass so, wie es bislang geschieht, nicht weiter konsumiert, gelebt und gehandelt werden kann. Verbraucher*innen sind Wähler*innen und werden nur politische, gesellschaftliche und ökonomische Veränderungen und entsprechende politische Entscheidungen mittragen, wenn die Erkenntnis da ist, dass anderes Handeln und Wirtschaften dringend nötig ist. Weiterhin können sie durch nachhaltiges und verantwortliches Handeln und Konsumieren dazu beitragen, dass sich konkret etwas ändert.

Als Ort der Auseinandersetzung mit den Auswirkungen unseres Lebensstils, unseres Konsumhandelns und unseres Wirtschaftssystems bietet sich der Bereich der Bildung an (Schulen und Universitäten). Diese Inhalte können dort noch viel stärker verortet werden.

In verschiedenen Themenbereichen können Reflexionen angestoßen werden: Zum Beispiel Ernährung (Massentierhaltung und Auswirkungen auf Tiere, Hunger in der Welt, Klima, Trinkwasser…) Mobilitätsverhalten (Flugverkehr, Autoverkehr, Klima…), Kleidung (Produktionsbedingungen in Fernost, Verletzung von Menschenrechten, ökol. Folgen…), technische Geräte (Coltangewinnung im Kongo, Kinderarbeit, prekäre Arbeitsbedingungen in der Smartphone-Industrie, ökologische Folgen der Produktion…), Müllproblematik unserer Konsumprodukte, (Plastik in Meeren, Elektroschrott in Afrika…). Viele weitere Themenfelder können angeführt werden und Berücksichtigung finden; auch z.B. die skandalöse Tatsache, dass heute mehr als 38 Millionen Menschen weltweit Sklavenarbeit leisten, vornehmlich für unsere Konsumprodukte, auch wenn Sklaverei „offiziell“ in jedem Land der Erde verboten ist.

Die Reflexionen können dann direkt das eigene Handeln betreffen: Wie nachhaltig ist mein Verhalten? Wie sieht mein ökologischer Fußabdruck aus? Wo ist mein Konsumieren nicht verantwortbar gegenüber Menschen, Mitwelt und der gesamten Erde?

Und natürlich können Perspektiven aufgezeigt werden: Welche gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen Veränderungen sind nötig? Wie sieht verantwortliches Produzieren und Konsumieren aus? Wie kann man konkret nachhaltiger konsumieren?

Es geht darum, Zusammenhänge aufzuzeigen, deutlich zu machen, welche vielfältigen Auswirkungen das eigene Handeln und das Handeln der Menschen des globalen Nordens hat. Dabei ist es sinnvoll, möglichst umfassend zu denken und unterschiedlichste Problemkomplexe in den Blick zu nehmen, d.h. Auswirkungen auf Menschen (Ausbeutungsstrukturen von Menschen weltweit…), die Mitwelt (z.B. Artensterben, Verlust von Biodiversität, Problematik von industrieller Tierhaltung…) und auf die Erde (Klimaerwärmung…). Häufig erlebt man, dass der Fokus nur auf einen Aspekt gelegt wird, z.B. nur auf Menschen oder nur auf die Mitwelt. Die Ausbeutung von Menschen und der gesamten Mitwelt und Erde entsteht aber zum überwiegenden Teil aus demselben Motiv, d.h. einem enthemmten Streben nach einer Maximierung von Profit, das keinerlei ethischmoralische Grenzen zu kennen scheint, das Menschen durch ihr Konsumverhalten unterstützen und das vielfältigste Auswirkungen hat.

Ich mache in Seminarveranstaltungen und mit der Arbeit mit Studierenden zwei Beobachtungen:

  1. Seit Jahren stelle ich in der Zusammenarbeit mit Theologiestudierenden und Lehramtsstudierenden fest, dass bei vielen Studierenden nur sehr wenig Bewusstsein für das eigene Handeln vorhanden ist. So habe ich z.B. eine Befragung unter Studierenden durchgeführt, das eigene Konsumverhalten betreffend. Die Ergebnisse waren erschreckend, stimmen aber auch mit meinen Beobachtungen, die ich in Seminarveranstaltungen mache, überein. Über 80% der befragten Studierenden machen sich kaum Gedanken darüber, wie z.B. Nahrungsmittel, die sie konsumieren, produziert werden. (Befragt danach, was ihnen beim Kauf von Lebensmitteln wichtig ist, kommen Antworten wie „günstig muss es sein“, „es soll nicht dick machen“ oder auch so pauschale Plattitüden wie „bio kaufe ich nicht, das ist zu teuer und da wird man ja auch betrogen“…) Zusammenhänge z.B. zwischen Massentierhaltung und dem Klimawandel oder dem Hunger in der Welt sind kaum im Bewusstsein. Es werden zum großen Teil Produkte gekauft und konsumiert, die in industriellen Tierhaltungen produziert wurden. Die Problematik, dass man ein Vielfaches an Getreide benötigt, um Fleisch zu produzieren, dass der Regenwald für diesen Getreideanbau abgeholzt wird und dass die gesamte Fleischproduktion so klimaschädlich ist wie der gesamte Auto- und Flugverkehr zusammen, ist bei der großen Mehrheit der Studierenden nicht bekannt. In Bezug auf den Einkauf von Kleidung und fair gehandelten Produkten ist noch weniger Reflexion und Wissen vorhanden. Da machen sich nach meiner Befragung mehr als 90% der Studierenden keine Gedanken z.B. über menschenrechtswidrige Arbeitsbedingungen in Fernost, Südamerika usw. und auch deren gravierende ökologischen Auswirkungen. Fair gehandelte und ökologisch produzierte Kleidung kaufen nur sehr wenige Student*innen. Ebensolche Ergebnisse erhält man, wenn man nach dem Konsum technischer Produkte wie Smartphones, PCs usw. fragt. Hier ist das Preis/Leistungsverhältnis und die Marke des Produkts i.d.R. ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. In den meisten dieser Produkte steckt Kinderarbeit, viele Teile werden menschenrechtswidrig produziert und ökologische Folgen der Produktion sind gravierend. Dennoch kennt und nutzt fast niemand alternative Produkte wie z.B. Fairphones, Shiftphones o.ä., deren ökologische Bilanz deutlich besser ist und bei deren Produktionen menschenwürdige Arbeitsbedingungen angestrebt werden. (Auch Möglichkeiten der Nutzung recycleter/ „refurbishter“ Geräte sind kaum bekannt.) Die Befragung zum Mobilitätsverhalten zeigt ähnliche Ergebnisse. Klimaschädliche Flug- und Urlaubsreisen werden nicht hinterfragt, das eigene Auto wird ohne Bedenken genutzt usw. Viele weitere Beispiele könnten angeführt werden. Die Auswirkungen des eigenen Handelns, die im eigenen ökologischen Fußabdruck ermittelt werden können, sind bei vielen Studierenden kaum im Fokus und werden nur sehr wenig reflektiert. Überlegungen, wie nachhaltiger und verantwortlicher konsumiert werden kann, werden nur sehr wenig angestellt. Zum einen lässt sich also feststellen: Es gibt Aufklärungsbedarf über Produktionsbedingungen, Auswirkungen der konsumierten Produkte auf Menschen, Mitwelt und die gesamte Biosphäre. Nur wenn Wissen über Zusammenhänge bekannt ist, kann anders gehandelt werden.
  2. Zum anderen lässt sich aber auch feststellen: Viele Menschen handeln häufig nicht entsprechend ihrer eigenen ethisch-moralischen Überzeugungen. Zum Beispiel: Fast alle Menschen lehnen Kinderarbeit oder menschenrechtswidrige Arbeitsbedingungen ab, kaufen aber laufend Produkte, die mit Kinderarbeit produziert wurden (Smartphones, Schokolade, Kaffee, Kleidung usw.). Der Anteil an fair produzierten Waren (also Alternativen, die es gibt), an der Gesamtmenge der konsumierten Waren, liegt i.d.R. bei wenigen Prozent. Es lässt sich folgendes Phänomen ausmachen: Man weiß z.T. um die Missstände, d.h. Menschenrechtsverletzungen, Sklavenarbeit, Kinderarbeit usw., kauft aber trotzdem diese Produkte. Oder: Obwohl die meisten Menschen gegen industrielle Massentierhaltung sind, konsumieren und kaufen sie immer wieder diese Produkte. Weniger als 2% des konsumierten Fleischs in Deutschland stammt aus Bioproduktionen, bei denen man am ehesten artgerechte Tierhaltung vermuten kann und die weniger klimaschädlich sind. Oder bei der Thematik Plastik: Man weiß, dass Plastik schädlich für die Mitwelt ist, nimmt es aber im Alltag z.B. aus Bequemlichkeit gerne in Anspruch (Plastikflaschen, - becher, Plastiktüten, Mikroplastik in Reinigungsmitteln usw.). Warum handeln Menschen gegen ihre ethischen Überzeugungen? Es gibt also nicht nur Aufklärungsbedarf über Herkunft und Produktion von Konsumgütern, sondern es gibt auch Bedarf, über Diskrepanzen zwischen eigenen Einstellungen und eigenem Handeln nachzudenken – auch über Verdrängungsmechanismen – und es gilt, diese bewusst zu machen, um andere Handlungsstrategien entwickeln zu können, um dann auch tatsächlich fairer, nachhaltiger (und weniger?) zu konsumieren.

Gerade auch für Lehramtsstudierende ist es wichtig, dass sie sich mit globaler Gerechtigkeit und dem Umgang mit der Mitwelt, insbesondere auch der Klimaproblematik auseinandersetzen. Sie gehen als Multiplikatoren in die Schulen und können dort eine fundierte Thematisierung dieser Inhalte anregen und zur Bewusstseinsbildung von Schüler*innen beitragen, gerade auch in Bezug auf nachhaltiges und verantwortliches Handeln. Zunehmend werden diese Inhalte auch in den Lehrplänen gefordert. Angehende Lehrer*innen müssen dann aber kompetent dafür in den Universitäten ausgebildet werden. Wie sollen sie sonst diese Inhalte angemessen vermitteln?

Seit Jahren versuche ich in Seminarveranstaltungen über Auswirkungen unseres Konsumverhaltens aufzuklären, Alternativen aufzuzeigen und ein Problembewusstsein zu wecken. Nach den Seminaren bekomme ich i.d.R. sehr positive Rückmeldungen und erlebe, wie sehr viele Studierende ihr eigenes Konsumverhalten umstellen und dieses z.B. auch in ihre Unterrichtsplanungen einbringen.

Ich bekomme häufig Rückmeldungen darüber, wie wichtig die Reflexionen des eigenen Lebensstils für die Studierenden waren, dass ihnen „verantwortliches Handeln“ wichtig geworden ist und sie dieses an ihre zukünftigen Schülerinnen und Schüler weitergeben wollen.

Studierende berichten, dass sie anfangen, sich stärker gesellschaftlich und politisch zu engagieren, sich für nachhaltiges und verantwortliches Handeln in Politik und Gesellschaft einsetzen und dass sie an einer nachhaltigen Transformation der Gesellschaft mitwirken wollen.

Zusätzlich zu meinen Seminarveranstaltungen habe ich im Institut für Evangelische Theologie an der Universität Kassel das „Informationszentrum Verantwortlich Handeln“ gegründet, um einen Ort zu haben, an dem über Auswirkungen unseres Konsumund Wirtschaftshandelns informiert wird, an dem Informationen zum verantwortlichen und nachhaltigen Handeln und Konsumieren bereitstehen und Alternativen für nachhaltiges, verantwortliches und faires Handeln und Konsumieren aufgezeigt werden. Es ist ein Ort, an dem das eigene Handeln überprüft, reflektiert und an dem sich mit Diskrepanzen zwischen eigenem ethischen Anspruch und tatsächlichem Verhalten und mit Verdrängungen auseinandergesetzt werden kann.

Weiterhin können hier auch Möglichkeiten für gesellschaftliches Engagement und gesellschaftliche Transformationsprozesse diskutiert und angeregt werden. Nicht zuletzt werden neben Materialien zur eigenen Auseinandersetzung und Information auch Anregungen für die Umsetzung dieser Inhalte in der Schule bereitgestellt.

Das Informationszentrum hat folgende Aufgaben:

  1. Aufklären: Es geht zunächst um die eigene Information. Welches Konsumverhalten ist nicht nachhaltig, ökologisch problematisch, unterstützt menschenrechtswidrige Produktionen usw.? Worin liegt die Problematik unseres Lebensstils, Wirtschaftssystems?...
  2. Verdrängungen und Diskrepanzen bewusstmachen: Über Aufklärung und Reflexionen können Verdrängungen und Diskrepanzen erkannt werden und eine aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten kann geschehen. Es kann deutlich werden, wo problematisch gehandelt wird, wo anders gehandelt werden kann und wo gesellschaftliche Transformationen angestoßen werden können.
  3. Alternativen zum anderen Handeln konkret aufzeigen: Wie kann ich weniger klimaschädlich leben? Wie kann ich meinen ökologischen Fußabdruck verringern? Wo bekomme ich fair gehandelte Produkte? Welche Produkte sind zu meiden? Wo bekomme ich Produkte aus artgerechter Tierhaltung? Welche Siegel sind vertrauenswürdig? Wie kann ich konkret anders und verantwortlich handeln? … Die Auseinandersetzung mit Fragen nach notweniger gesellschaftlicher Transformation und möglichem persönlichen Einsatz dafür, können hier angeregt werden.

Informationszentrum: Verantwortlich Handeln

Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber Menschen (weltweit und kommenden Generationen), Mitwelt und der gesamten Erde

  • Materialien zur eigenen Information
  • Seminare zur Reflexion des eigenen Handelns und Konsumierens, zur Auseinandersetzung mit der Problematik unseres Lebensstils, Wirtschaftssystems und nötigen Schritten zu einer gesellschaftlichen und ökologischen Transformation.
  • Religionspädagogische und schulpädagogische Seminare für die Aufbereitung der Themenkomplexe für die Schule.
  • Lehrer*innenfortbildungen zur Reflexion des eigenen Handelns und zur Thematik „Verantwortlich Handeln“ in der Schule.
  • Unterrichtsmaterialien zu den Themenkomplexen.
  • Kooperationen innerhalb der Universität mit anderen Fächern der Lehramtsausbildung; „Verantwortlich Handeln“ als Inhalt innerhalb der Ausbildung von Lehrer*innen.
  • Verknüpfung mit anderen Fachbereichen und Fächern innerhalb der Universität Kassel, die z.B. Schwerpunkte in Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit setzen.
  • Kooperationen mit anderen Einrichtungen, die zu Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit arbeiten, Bildungseinrichtungen, Universitäten…

Um das Informationszentrum weiter einrichten und an der Universität etablieren zu können, suche ich Unterstützung innerhalb und außerhalb der Universität. 

Kooperationen mit:

  • Karibu Kassel, Zentrum Ökumene der EKKW
  • Umwelthaus Kassel
  • Institut für Theologische Zoologie/ Universität Münster
  • Brookes University Oxford/GB, Social Sculpture Research, Prof. Dr. Shelley Sacks.
  • Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen / Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo), Witzenhausen.
  • Scientists for Future, Universität Kassel
  • Studienprofil InterESD, Universität Kassel
  • Projektstudiengang Lehre für eine nachhaltige Universität, Universität Kassel
  • Sneep, Universität Kassel
  • Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen e.V. …

Weitere Kooperationen befinden sich im Aufbau. Im Laufe des März wird beispielsweise eine Kooperation mit dem Wilberforce Institute der University of Hull / GB eruiert.


Aktuelle Seminarveranstaltungen von Dr. Gudrun Spahn-Skrotzki

Seminare im Institut für Ev. Theologie, FB 02 Universität Kassel

Sommersemester 2020:

  • Gottes Äcker – Quelle grenzenlosen Konsums? Exkursion zum Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) Witzenhausen: Gemeinsam mit Anja Neubauer und Isabelle Herzog Die Landwirtschaft hat sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts stark verändert und ist deutlich produktiver geworden. Immer weniger in der Landwirtschaft tätige Menschen sichern die Ernährung und die Verfügbarkeit nachwachsender Rohstoffe für immer mehr Menschen. Möglich ist dies durch technische Erneuerungen, erfolgreiche Pflanzenzucht, Pflanzenschutz und Düngemanagement. Doch diese Intensivierung hinterlässt Spuren und hat ihren Preis: Agrarlandschaften, die nach der Ernte ausgeräumt sind, Verlust der Biodiversität, Flächenverbrauch, Bodenverdichtung, Grundwassergefährdung, Eutrophierung von Flüssen und Seen, Treibhausgasemissionen und Klimawandel, Gefahr durch schädliche Rückstände aus der Intensivtierhaltung. Biblisch hören wir vom Menschen, der „Bebauen und Bewahren“ soll (Gen 2,15), von der Zusage „solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte…“ (Gen 8,22), von Gott, der „uns die Ernte treulich und jährlich behütet“ (Jer 5,24), dem Sabbat, der auch für gesamte Schöpfung gilt (Dtn 5,14) und dem Sabbatjahr für die Erde (Lev 25 3,4). Wie gehen wir mit der uns anvertrauten Erde um? Ist sie uns gegebene Rohstoffquelle, aus der wir das Maximum herausholen können und sollen? Sind Veränderungen in unserer Art der (Land)Wirtschaft nötig? Können wir die zunehmende Zerstörung von Lebensräumen weiter hinnehmen? In welcher Verantwortung stehen wir als Konsument*innen, als Theolog*innen, als angehende (Religions)- Lehrer*innen? Wie können wir diese Inhalte im Religionsunterricht thematisieren? Mit diesen Fragen und spürbaren Diskrepanzen wollen wir uns im Seminar auseinandersetzen. Außerdem bekommen wir beim „Kompetenzzentrum HessenRohstoffe“ in Witzenhausen einen Einblick in die schöpferische Vielfalt, Nutzung und Bedeutung nachwachsender Rohstoffe und lernen einen interessanten außerschulischen Lernort kennen, an dem viele Materialien zur Information bereitstehen und vielfältige Anregungen für den Unterricht und nachhaltiges und verantwortliches Handeln gegeben werden. Weitere außerschulische Lernorte wie das Tropengewächshaus und den Weltgarten des völkerkundlichen Museums in Witzenhausen können ebenfalls besucht werden. Das Seminar ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen / Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo).
  • … und Gott segnete sie Der Umgang mit Tieren als Thema im Religionsunterricht. Exkursion an das Institut für theologische Zoologie der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Münster: Gemeinsam mit Dr. Rainer Hagencord (vgl. SoSe 2018)
  • Sensibilisierung für ökologische und globale Themen anhand von Filmen und weiteren Medien. Unser Lebensstil ist imperial. Wir leben auf Kosten anderer Menschen (vorwiegend in Ländern des globalen Südens), kommender Generationen und der gesamten Mitwelt. Der Klimawandel, Produktionen in Ländern des globalen Südens, industrielle Massentierhaltung und Artensterben sind einige Beispiele dafür. Auch Theologie und Religionsunterricht sind zur Auseinandersetzung mit der Problematik unseres Lebensstils gefordert. Können wir diese Ausbeutungsstrukturen, in die wir verflochten sind, mit unseren christlichen Grundlagen vereinbaren? Sind wir nicht aufgerufen, anders, d.h. nachhaltiger und verantwortlicher, zu handeln? Doch allein Wissen über Zusammenhänge führt nicht unbedingt zu nachhaltigem und verantwortlichen Handeln. Da offenbart sich ein Problem, das natürlich auch den Religionsunterricht tangiert. Es sollte in diesem also nicht nur um Wissensvermittlung gehen, sondern auch z.B. um die Ansprache von empathischen Fähigkeiten, um zu anderem Handeln anzuregen. Wie kann man empathische Fähigkeiten fördern? Welche Möglichkeiten bieten hier z.B. Filme und andere Medien? Wir werden uns im Seminar mit verschiedenen Filmen und Kurzfilmen auseinandersetzen, sowie mit dem Weltladen Karibu in Kassel zusammenarbeiten, der vielfältige Materialien bereithält. Für einen Leistungsnachweis gibt es auch die Möglichkeit, eine Unterrichtseinheit zu planen und in Kooperation mit dem Weltladen Karibu durchzuführen.
  • Kolloquium oder Beratungssprechstunde für die Entwicklung von Themen für die Examensarbeit. Zur Zeit sind diverse Examensarbeiten zu Inhalten des verantwortlichen Handelns, Nachhaltigkeit, globaler Gerechtigkeit, Klimawandel… in Planung. Wie können hier sinnvolle Forschungsthemen gefunden werden? An welchen Inhalten arbeiten andere? Es gibt die Möglichkeit zu formalem und inhaltlichem Austausch.

Vergangene Seminarveranstaltungen

Wintersemester 19/20:

  • Klimawandel, Verlust von Biodiversität… – Herausforderungen für Theologie und Religionsunterricht: Gemeinsam mit dem Theologen und Non-Profit-Manager Christoph Kuhnke (2 SWS) In theologischer und religionspädagogischer Literatur ebenso wie in theologischen und religionspädagogischen Seminarveranstaltungen wird der Klimawandel bislang kaum thematisiert, obwohl die Problematik seit Jahrzehnten bekannt ist. Schon im ersten Bericht des Club of Rome von 1973 wurde deutlich: Es kann in einer begrenzten Welt kein unbegrenztes Wachstum geben. Seitdem warnen Wissenschaftler immer wieder vor den ökologischen Folgen unseres Wirtschaftssystems und Lebensstils, ohne dass dies zu tatsächlichen Änderungen unseres Handelns führt. Alle sind wir in die Problematik eingebunden, denn mit unserem Konsumverhalten unterstützen wir dieses System. Die Bewegung Fridays for Future führt uns vor Augen, dass zum einen der entgrenzte und enthemmte Kapitalismus massiv zur Zerstörung der Lebensgrundlagen aller auf unserem Planeten beiträgt, zum anderen aber auch versäumt wurde, der Entwicklung Einhalt zu gebieten. Die jungen Menschen werfen den älteren Jahrgängen vor, die Zukunft der Kinder und Jugendlichen zu verspielen, da sich für sie die Lebensbedingungen auf der Erde verschlechtern werden – wie das schon jetzt für viele Menschen des globalen Südens gilt. Auch Theologie und Religionspädagogik sind herausgefordert, sich mit den Vorwürfen der Kinder und Jugendlichen, d.h., der Thematik des Klimawandels auseinanderzusetzen, sich darüber hinaus an die Seite der Schülerinnen und Schüler zu stellen, wie das bereits mehr als 26.000 Wissenschaftler*innen (Scientists for Future) tun, um einen nachhaltigen und verträglichen Umgang mit der Erde und der gesamten Mitwelt einschl. aller Menschen einzufordern. Theologisch sprechen wir von „Schöpfung“, deren Abschluss der „Sabbat“, der schaffensfreie Ruhetag bildet. Damit wird dem Ausbeuten und Verbrauchen von Ressourcen Grenzen gesetzt. Das impliziert ein ethisches Verständnis vom Umgang mit der anvertrauten Erde, ebenso ein verantwortliches und nachhaltiges Verhalten und Solidarität mit dem „gemeinsamen Haus“ (Papst Franziskus) aller, das von Klimawandel, Artensterben, Monokulturen, Zerstörung vielfältiger Biotope usw. bedroht wird. In dem Seminar werden wir uns mit den Auswirkungen unseres Lebensstils auseinandersetzen (neben der Mitwelt auch mit den Auswirkungen auf Menschen weltweit) und Fragen nachgehen, zu welchem Handeln wir – theologisch begründet – herausgefordert sind und wie wir diese Thematik im Religionsunterricht behandeln können. Das Seminar findet in Kooperation mit dem Theologen und Non-Profit-Manager Christoph Kuhnke statt, der als langjähriger Meditationslehrer Impulse für einen „Lebensstil des Genug“ geben wird. 

Sommersemester 2019:

  • Kann denn Kaufen Sünde sein? Die Geringsten in Matthäus 25,40. (2 SWS) Wir leben auf Kosten anderer. Uns geht es gut, weil es anderen schlecht geht. Da gibt es einen direkten Zusammenhang: Unsere Kleidung wird für einen Hungerlohn in Fernost genäht. Für unsere Smartphones arbeiten Kinder in Coltanminen. Für unsere Schokolade werden Kindersklaven in die Elfenbeinküste verkauft. Für unsere Lebensmittel wird die Landwirtschaft zunehmend industrialisiert auf Kosten von Tieren und Natur. Durch unseren Ressourcenverbrauch treiben wir den Klimawandel voran mit gravierenden Auswirkungen für Menschen und Mitwelt weltweit. Was ihr den Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan, sagt Jesus. Wen meinte Jesus damals und wer sind die „Geringsten“ heute? Wir sind an gravierenden Ausbeutungsstrukturen beteiligt. Die Befreiungstheologie hat dafür den Begriff der „strukturellen Sünde“. In der Soziologie spricht man von der „Externalisierungsgesellschaft“ (S. Lessenich), in der Politologie von der „Imperialen Lebensweise“ (Brand/Wissen). In der Wirtschaftswissenschaft wird eine „Postwachstumsökonomie“ gefordert (N.Paech). Unser Lebensstil und Wirtschaftssystem wird aus diesen Ansätzen massiv kritisiert und ein anderes Handeln und Wirtschaften gefordert. Wie positioniert sich die Theologie? Sollte sie nicht auch Stellung beziehen und anderes Handeln einfordern? Gibt es nicht viele Parallelen zwischen christlichen Anliegen und denen einer Postwachtumsökonomie? Ist unser externalisierender/imperialer Lebensstil mit christlichen Werten vereinbar? Wie können wir konkret anders handeln und diese Inhalte für den Religionsunterricht aufbereiten? Im Seminar gibt es eine Kooperation mit dem Weltladen Karibu in Kassel und dem Zentrum Ökumene der EKKW. Es können Unterrichtsbausteine entwickelt werden, die dann ausgehend vom Weltladen Karibu Schulen angeboten werden, d.h. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können Unterrichtsbausteine erarbeiten und diese dann direkt mit Schulklassen erproben.
  • Nachhaltigkeit leben und erleben. Ein Thema für den Religionsunterricht? Gemeinsam mit Prof. Dr. Shelley Sacks, Oxford (2 SWS) An der Universität Kassel gibt es das „Informationszentrum Verantwortlich Handeln“. Im ersten Teil des Seminars setzen wir uns anhand von Materialien des Informationszentrums mit Auswirkungen unseres Lebensstils auseinander, informieren uns über Zusammenhänge, denken über nachhaltige Handlungsstrategien für unser Leben nach. Aber: Wissen allein führt häufig noch nicht zum nachhaltigeren Handeln. Dafür werden u.U. auch andere Erfahrungen benötigt. Die Professorin für „Social Sculpture“ von der Brookes University in Oxford und ehemalige Schülerin des Documenta-Künstlers Joseph Beuys initiiert seit Jahrzehnten weltweit Projekte, die Menschen in inneren und sozialen Prozessen zum nachhaltigen Handeln anregen, und sie ist damit sehr erfolgreich. Es geht darum, eigene Denkgewohnheiten zu hinterfragen, andere Einstellungen und Werte sowie Achtsamkeit und Wertschätzung erfahrbar zu machen, so dass anderes, nachhaltigeres Handeln folgen kann. Sowohl der/die einzelne kann aus diesen Prozessen profitieren, aber es können auch soziale und gesellschaftliche Bewegungen angestoßen werden, die auch andere Menschen, zu mehr nachhaltigem Handeln anregen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung werden Fragen der Nachhaltigkeit, Schöpfungsverantwortung und globalen Gerechtigkeit stehen. „Wie können wir leben, ohne so viel zu zerstören?“ Diese Frage betrifft jeden einzelnen, aber auch unsere gesamte Gesellschaft. Wie können wir für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisieren? Bietet der Ansatz der „Social Sculpture“ dafür Möglichkeiten, z.B. über Ansprache empathischer Fähigkeiten? Es wird in dem Seminar auch überlegt, wie das Thema „Nachhaltigkeit und Lebensstil“ in der Schule z.B. im Religionsunterricht unterrichtet werden kann und welche Perspektiven hier der Ansatz von Shelley Sacks bietet. 

Wintersemester 2018/2019:

  • Soziale Plastik: Verantwortlich Handeln und Gesellschaft nachhaltig gestalten Gemeinsam mit Prof. Dr. Shelley Sacks, Oxford (2 SWS) Die Professorin für „Soziale Plastik“ Dr. Shelley Sacks von der Brookes University in Oxford und ehemalige Schülerin des Documenta-Künstlers Joseph Beuys bietet zusammen mit dem „Informationszentrum Verantwortlich Handeln“ des Fachbereichs 2 ein Projekt auf dem Campus an. Die Theorie der „Sozialen Plastik“ besagt, dass jeder Mensch durch kreatives, gemeinschaftliches Handeln die menschliche Gesellschaft gestalten und verbessern kann. Jeder Mensch ist nach diesem Verständnis Künstler und hat die Freiheit und Verantwortung in der Gesellschaft tätig zu werden und an ihren Problemen zu arbeiten. Im Mittelpunkt der als „Sozialen Plastik“ ausgerichteten Veranstaltung werden Fragen der Nachhaltigkeit, Schöpfungsverantwortung und globalen Gerechtigkeit stehen. „Wie können wir leben, ohne so viel zu zerstören?“ Diese Frage betrifft jeden einzelnen, aber auch das Leben auf dem Campus der Universität und unsere Gesellschaft. Wie können wir für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisieren? Bietet der Ansatz der „Sozialen Plastik“ dafür Möglichkeiten, z.B. über Ansprache empathischer Fähigkeiten? Es kann dabei auch überlegt werden, ob Ansätze der „Sozialen Plastik“ Perspektiven für den Unterricht in der Schule aufzeigen.
  • Theologie und Religionsunterricht in der Externalisierungsgesellschaft. (2 SWS): Der Soziologe Stefan Lessenich beschreibt in seinem Buch „Neben uns die Sintflut“ unsere Gesellschaft als externalisierende. Die Politologen Brand/Wissen zielen mit ihrem Buch „Imperiale Lebensweise“ in dieselbe Richtung. Das heißt, wir leben auf Kosten anderer. Uns geht es so gut, weil es anderen schlecht geht. Für unseren Wohlstand zahlen andere Menschen i.d.R. auf der Südhalbkugel unserer Erde einen hohen Preis. Sie arbeiten unter menschenrechtswidrigen Bedingungen für unsere Smartphones, Kleidung, Kaffee, Schokolade usw. Auch unsere Ernährung geht auf Kosten anderer Menschen. Massentierhaltung trägt zum Hunger in der Welt bei (90% der Futtermittel stammen aus Ländern, in denen Menschen Hunger leiden), sie ist ein Hauptverursacher des Klimawandels unter dem jetzt schon viele Menschen weltweit leiden. Davon abgesehen sind auch die Haltungsbedingungen für die Tiere katastrophal. Wie positioniert sich die Theologie zu diesen Missständen unseres Lebensstils? Sind wir nicht als Theologinnen und Theologen gefordert, Position zu beziehen? Sind diese Missstände nicht ein Skandal für unsere christlichen Werte? Papst Franziskus sagt z.B.: “Diese Wirtschaft tötet“. Müssen wir als Theologinnen und Theologen nicht ähnlich Position beziehen wie dieses z.B. inzwischen Soziologen und Politologen tun? Sind wir nicht gefordert anders zu handeln und fairer zu konsumieren, anstatt unser Wirtschaftssystem durch unseren täglichen Konsum stillschweigend zu unterstützen? Was kann die Theologie zur Nachhaltigkeits- und Gerechtigkeitsdebatte und zur politischen Bildung beitragen? Wie handeln wir bislang? Wie können wir anders handeln? Wie kann sich unsere Gesellschaft verändern? Wie positionieren wir uns als Religionslehrerinnen und Religionslehrer? Mit diesen Fragen wollen wir uns in dem Seminar auseinandersetzen.

Sommersemester 2018:

  • Exkursion an das Institut für theologische Zoologie der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Münster: Das Tier als Herausforderung für die christliche Anthropologie. Philosophischtheologische und verhaltensbiologische Argumente für einen Perspektivwechsel und religionspädagogische Konsequenzen. Gemeinsam mit Dr. Rainer Hagencord, Münster (2 SWS) Mit unserem Lebensstil sind wir direkt an der Ausbeutung der Mitwelt und auch an der Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlagen (und die der kommenden Generationen) beteiligt. Theologisch sprechen wir von Schöpfung! Was impliziert dieser Begriff eigentlich? Wie sehen biblische Positionen zum Umgang mit der Schöpfung aus? In der Bibel kommen z.B. Tiere auf fast jeder zweiten Seite vor, doch fast alle theologischen Disziplinen schweigen sich über sie aus. „Ein Irrtum über die Geschöpfe mündet in ein falsches Wissen über den Schöpfer und führt den Geist des Menschen von ihm fort." Dieses Wort des Kirchenlehrers Thomas von Aquin macht deutlich, dass eine falsche Sicht auch auf die Tiere sowohl eine verfehlte (Schöpfungs-) Theologie als auch eine unangemessene Spiritualität nach sich zieht. In diesem Seminar begeben wir uns auf eine Spurensuche (praktisch und theoretisch), um uns der Wahrheit über unsere Mitgeschöpfe zu nähern. Dazu sichten wir sowohl philosophisch-theologische als auch evolutions- und verhaltensbiologische Denkfiguren. Zudem werden wir in der Begegnung mit den beiden Poitou-Eseln und den Bienen auf dem schönen Gelände eigene Erfahrungen sammeln und deuten. Wir setzen uns damit auseinander, welche Handlungskonsequenzen aus den theologischen und biologischen Erkenntnissen folgen sollten: Wie leben wir Christen glaubwürdig, wenn wir unsere Mitwelt als Gottes Schöpfung ernst nehmen? Wie sieht eine angemessene Umsetzung des Perspektivwechsels im Religionsunterricht aus?
  • Verantwortlich Handeln. Reflexionen über eigenes Konsumverhalten, theologisch-religionspädagogische Bezüge und Einbringen dieses Themas in den Alltag der Universität Kassel. (2 SWS) Text s. WS 2017/18.

Wintersemester 2017/2018:

  • Verantwortlich Handeln. Reflexionen über eigenes Konsumverhalten, theologisch-ethische Bezüge und Einbringen dieses Themas in den Alltag der Universität Kassel (2 SWS) In dieser Seminarveranstaltung wollen wir uns mit aktuellen Problemlagen – sowohl gesellschaftlich und global, als auch ökologisch – auseinandersetzen. Folgende Fragen werden dabei thematisiert: Wie sind wir in unserem täglichen Handeln in Strukturen eingebunden, bei denen Menschen und Mitwelt ausgebeutet werden? Wo bin ich z.B. mit meinem Konsum an Menschenrechtsverletzungen beteiligt, wo ist mein Verhalten ökologisch problematisch und nicht nachhaltig usw.? Häufig lassen sich Diskrepanzen zwischen Anspruch und tatsächlichem Handeln ausmachen. Über diese Diskrepanzen werden wir nachdenken und alternative Handlungsstrategien entwickeln. Im Institut für Evangelische Theologie an der Universität Kassel wurde im Sommersemester 2017 das „Informationszentrum Verantwortlich Handeln“ gegründet. Das Informationszentrum intendiert, gerade diese oben genannten Fragestellungen zu thematisieren. Konsum ist nicht reine Privatsache – nämlich dann nicht, wenn durch unser Verhalten, Menschen, Mitwelt und Umwelt geschädigt werden. Hier über Zusammenhänge aufzuklären ist wichtig, denn oftmals ist wenig Bewusstsein für Zusammenhänge vorhanden. Das Informationszentrum befindet sich erst im Aufbau. Mit diesem Projektseminar soll das Informationszentrum unterstützt werden, um das Informationszentrum und seine Inhalte stärker im Unialltag sichtbar zu machen. Studierende der Ev. Theologie haben in dem Seminar auch die Möglichkeit, sich aus theologisch-ethischer Perspektive mit aktuellen Problemstellungen auseinander zu setzen, daraus erwachsende Handlungsanforderungen zu reflektieren und Konsequenzen für den Religionsunterricht zu ziehen. Unterrichtsbausteine können entwickelt werden. Es geht in diesem Projektseminar darum, konkret das „Informationszentrum Verantwortlich Handeln“ zu unterstützen und so zu nachhaltigen Reflexionen zum Konsumverhalten im eigenen Verhalten von Studierenden und im Uni-Alltag beizutragen. Deshalb können als Leistungsnachweis z.B. Materialien (Informationsmaterialen, Arbeitsmaterialien, Unterrichtsentwürfe, Vorträge, Präsentationen usw.) für das Zentrum entwickelt werden, die dort zu Einsatz kommen. Auch andere Art von Unterstützung kann im Rahmen eines Leistungsnachweises erbracht werden, z.B. die Einwerbung von Geldern, der Aufbau von Kooperationen usw. Für den Erwerb eines Leistungsnachweises in Theologie müssen Inhalte des Seminars auch theologisch/religionspädagogisch reflektiert und angebunden werden. Das Seminar ist aber auch für alle Studiengänge geöffnet. Es ist angebunden an den Projektstudiengang Nachhaltigkeit der Universität Kassel. 
  • Was würde Jesus heute sagen und tun? Wie können wir Christen heute glaubwürdig leben? In dieser Seminarveranstaltung wollen wir uns mit aktuellen Problemlagen – sowohl gesellschaftlich und global, als auch ökologisch – auseinandersetzen und überlegen, wie dazu christliche Positionen aussehen. In einem nächsten Schritt denken wir darüber nach, welche Handlungskonsequenzen daraus folgen sollten. Diskrepanzen zwischen Anspruch und tatsächlichem Handeln im eigenen Lebensstil werden dabei reflektiert und alternative Handlungsstrategien erarbeitet. (Verantwortliches Handeln!) Im unterrichtspraktischen Teil des Seminars diskutieren wir, welche Schlüsse aus den Erkenntnissen für den Unterricht gezogen werden können und entwickeln Unterrichtsbausteine.

Sommersemester 2017:

  • Lernen an Biografien (2 SWS) Blick in die Nachrichten zeigt, dass die Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Kriege erschüttern die Welt, Millionen Menschen leiden Hunger, immer mehr Menschen sind auf der Flucht, die natürlichen Lebensgrundlagen werden zunehmend zerstört.... Auf der anderen Seite wird ein kleiner Teil der Menschheit immer reicher. Sollen wir angesichts dessen resignieren? Es gibt Menschen, die engagiert gegen Missstände eintreten, die Zeichen setzen, Zivilcourage zeigen, gegen den Strom schwimmen. Das kann ganz im Kleinen geschehen, aber auch z.T. weitreichende Auswirkungen haben, weltbewegend sein. Wir wollen im Seminar den Blick auf diese Menschen richten und Fragen nachgehen, wie sie dazu kamen, sich einzusetzen. Woher nehmen sie den Mut und die Kraft dafür? Wo spielen z.B. auch religiöse Überzeugungen eine Rolle? Fordert nicht insbesondere der christliche Glaube zum Einsatz gegen Ungerechtigkeit, zum engagierten Handeln heraus? Wir werden überlegen, was wir anhand der Auseinandersetzung mit Biografien anderer Menschen für das eigene Leben lernen können. Wo sind wir herausgefordert zum engagierten Handeln? In einem weiteren Schritt werden wir uns dann mit der Frage auseinandersetzen, welche Chancen das Lernen an Biografien für den Religionsunterricht und für die Schülerinnen und Schüler bietet und wo diese Lernform sinnvoll an bestehende Lehrpläne/Curricula angebunden werden kann. Es wird von Ihnen erwartet, dass Sie sich im Vorfeld des Seminars mit einer Person intensiv auseinandersetzen und diese dann im Seminar vorstellen.

Wintersemester 2016/2017:

  • Und Gott sah, dass es gut war. Schöpfung im Religionsunterricht. (2 SWS) Natürliche Lebensräume werden zunehmend zerstört. Tausende von Tier- und Pflanzenarten sterben jährlich aus. Millionen Tiere werden in Massenzuchtanlagen gehalten, die ihnen die elementarsten Lebensbedürfnisse verweigern. Die CO2-Emissionen der Massentierhaltung sind gravierend für den Klimawandel. Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen. Mit unserem Lebensstil sind wir direkt an der Ausbeutung der Mitwelt und auch an der Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlagen (und die der kommenden Generationen) beteiligt. Theologisch sprechen wir von Schöpfung! Was impliziert dieser Begriff eigentlich? Wie sehen biblische Positionen zu dieser Thematik aus? Welche Stellung beziehen Theologie und Kirche zu unserem Umgang mit der Mitwelt? Es gibt Theologen wie Günter Altner, Eugen Drewermann, Rainer Hagencord u.a. (auch übrigens Papst Franziskus), die es als theologisch begründet und biblisch geboten ansehen, unseren Umgang mit der Mitwelt zu überdenken, und eine radikale Änderung fordern. Wie leben wir Christen glaubwürdig, wenn wir unsere Mitwelt als Gottes Schöpfung sehen? Sind wir als Christen nicht herausgefordert, uns für einen anderen Umgang mit der Schöpfung zu engagieren, anders zu handeln? Im Religionsunterricht ist diese Thematik wichtig. Schülerinnen und Schüler haben hier Möglichkeiten, darüber nachzudenken, was biblisch/theologisch zum Thema Schöpfung ausgesagt wird, was daraus eigentlich folgen sollte, was unser derzeitiger Lebensstil bewirkt und welche alternativen Handlungsmöglichkeiten u.U. auch für sie eine Option sein können.

Sommersemester 2016:

  • Widerstandskämpfer/innen und ihre Motivation: Was führte zum „verantwortlichen Handeln“? (2 SWS) In diesem Seminar möchten wir uns Biographien von Widerstandskämpfern und Widerstandskämpferinnen im Nationalsozialismus genauer anschauen. Warum haben diese Menschen anders gehandelt als die Mehrheit der Deutschen? Welche biografischen Erfahrungen lassen sich ausmachen, die zum anderen Handeln führten? Woher nahmen diese Menschen ihren Mut zum Widerstand? Welche Rolle hat die Erziehung, das Elternhaus, evtl. auch der Glaube gespielt? Ein besonderes Augenmerk soll auch auf die Schule gelegt werden. Gab es hier Vorbilder? Gab es Lehrerinnen oder Lehrer, die sie bestärkten auf ihrem Weg in den Widerstand? Es wird von Ihnen in diesem Seminar erwartet, dass sie sich mit einem Menschen und seiner Biographie intensiv auseinandersetzen – auch in gründlicher Arbeit zu Hause –, dass Sie versuchen, seine/ihre Motivation nachzuzeichnen und Ihre Ergebnisse dann im Seminar präsentieren. Im Seminar werden wir Motivationen für „verantwortliches Handeln” der einzelnen Menschen gegenüberstellen, Parallelen und Unterschiede herausarbeiten und darüber nachdenken, wo uns die Beschäftigung mit diesen Menschen und ihrem Leben auch heute zu verantwortlichem Handeln anregen kann. Weiterhin überlegen wir, wie eine angemessene Auseinandersetzung mit dieser Thematik im Religionsunterricht aussehen kann.

Wintersemester 2015/2016:

  • Forschungswerkstatt: Verantwortlich Handeln (4 SWS) s. SoSe 2015

Sommersemester 2015:

  • Forschungswerkstatt Verantwortlich Handeln (4 SWS) Unser Alltag bietet vielfach Möglichkeiten, ethisch verantwortlich zu handeln. Zum Beispiel können wir fair produzierte Produkte kaufen und Nahrungsmittel konsumieren, die ohne Ausbeutung von Menschen, Tieren und Natur hergestellt wurden. Es gibt Schokolade, Fußbälle, Kleidungsstücke, Handys, Bananen usw., die ohne Kinderarbeit angefertigt, für die die Produzenten fair bezahlt wurden. Es gibt Fleisch, Milchprodukte usw., für die die Tiere nicht in Massentierhaltungen vegetieren mussten. Trotzdem handeln wir im Alltag oft anders. Wir wissen häufig um den problematischen Hintergrund unserer Konsumgüter, verdrängen diesen aber und greifen zu Produkten, deren Herstellung problematisch ist und eigentlich nicht mit unseren ethischen Maßstäben übereinstimmt. Warum handeln wir häufig nicht gemäß unseren ethischen Vorstellungen? Warum konsumieren wir Produkte, von denen wir wissen, dass Menschen, Tiere und Natur dafür ausgebeutet wurden? Wie kann man diese Thematik angemessen in der Schule unterrichten und Schülerinnen und Schüler zu Handlungskonsequenzen anregen? Die Forschungswerkstatt will dazu Unterrichtsbausteine entwickeln und Fragen zu verantwortlichem Handeln in theologischen Gesprächen reflektieren. Aus den intensiven Gesprächen können wichtige Hinweise zur künftigen Bearbeitung dieser Themen erwachsen. Die Forschungswerkstatt findet voraussichtlich in einer 6. Klasse der IGS Kaufungen statt. (Diese Veranstaltung wurde in unterschiedlichen Klassen und Semestern durchgeführt.)

Wintersemester 2014/2015:

  • Ethische Themen im Religionsunterricht (2 SWS) Wie entwickelt sich das ethisch-moralische Denken von Kindern und Jugendlichen? Haben Kinder und Jugendliche eigene Fähigkeiten, ethisch zu reflektieren? In Kohlbergs Stufenmodell zur moralischen Entwicklung wird davon ausgegangen, dass sich das moralische Reflexionsvermögen von Kindern und Jugendlichen bei entsprechenden Anregungen von einfachen Formen zu immer komplexeren Fähigkeiten entwickelt. Sie können sozusagen zum ethischen Reflektieren „erzogen“ werden. Es stellt sich aber die Frage, ob bei Kindern und Jugendlichen nicht auch eigenes Potenzial bezüglich ethischer Fähigkeiten vorhanden ist, dem weitaus mehr Raum zur Entwicklung gegeben werden sollte. Wäre es dann nicht sinnvoll, eine Kinder- und Jugendethik im Rahmen der Kinder- und Jugendtheologie zu entwickeln? Wir wollen im Seminar überlegen, wie Ansätze für eine Kinder- und Jugendethik gestaltet sein könnten. Zu bedenken ist dabei auch, dass Wissen, d.h. ethische Reflexionen nicht automatisch zum Handeln führen. Auch wenn Menschen auf einem hohen ethischen Niveau reflektieren können, handeln sie häufig nicht den ethischen Grundsätzen entsprechend. Gutem Unterricht sollten aber auch Handlungskonsequenzen folgen. Deshalb wollen wir im Seminar folgenden Fragen nachgehen: Wie kommen Schülerinnen und Schüler zum ethisch verantwortlichen Handeln? Wie sollte Unterricht gestaltet sein, der Schülerinnen und Schüler anregt, im Unterricht Erfahrenes auch in ihrem Leben umzusetzen? In unserem Seminar wollen wir an konkreten Beispielen, auch bezogen auf Themen des Rahmenplans, Unterrichtseinheiten bzw. -bausteine entwickeln, die ethisch-verantwortliches Handeln thematisieren und zum Handeln anregen.

Sommersemester 2014:

  • Schulen und verantwortliches Handeln- Ein Forschungsprojekt zu verantwortlichem Handeln in Theorie und Praxis von Schulen (2 SWS) Schulprogramme und Lehrpläne verschiedener Fächer (insbesondere auch im Fach Religion) thematisieren auf vielfältige Weise verantwortliches Handeln im ökologischen, sozialen und globalen Kontext. Schülerinnen und Schüler werden theoretisch dazu angeregt, verantwortlich und reflektiert zu handeln. Es ist offenkundig, dass Vorbilder wichtig für Lernprozesse sind. Schulen haben natürlich auch Vorbildfunktion. Doch werden Schulen in ihrer Praxis diesem Anspruch gerecht? Werden z.B. fair gehandelte Produkte verkauft, kommen ökologisch erzeugte Lebensmittel zum Einsatz, engagiert sich die Schule in sozialen Projekten usw. Das heißt, verkörpert die Schule auch das, was sie theoretisch den Schülerinnen und Schülern vermittelt? Diesen Zusammenhang zwischen Theorie (insbesondere auch auf Anspruch und Inhalte des Religionsunterrichts bezogen) und Praxis wollen wir in dem Forschungsseminar untersuchen und auch überlegen, was es z.B. für Schülerinnen und Schüler bedeuten könnte, wenn Theorie und Praxis weit auseinander liegen. Es ist geplant, mit verschiedenen Kasseler Schulen zusammen zu arbeiten. Weiterhin soll in dem Forschungsseminar darüber nachgedacht werden, welche Faktoren überhaupt verantwortliches Handeln bei Schülerinnen und Schülern fördern. 

Wintersemester 2013/2014:

  • Forschungsseminar zu ethisch verantwortlichem Handeln von Schülerinnen und Schülern (2 SWS) Es ist eine Intention des Religionsunterrichts, Schülerinnen und Schüler zu ethisch verantwortlichem Handeln zu motivieren. Doch zeigt es sich, dass Wissen allein nicht unbedingt zu ethisch verantwortlichem Handeln führt. In diesem Forschungsseminar wollen wir uns mit diesem Phänomen auseinandersetzen und untersuchen, was über Wissen hinaus von Bedeutung sein könnte, damit Menschen verantwortlich handeln. Es ist beabsichtigt, gemeinsam Forschungsthesen zu erarbeiten und diese in der Schule mit Schülerinnen und Schülern (z.B. in Form von Interviews) zu überprüfen.

 

Folgende Seminare wurden auch für den Projektstudiengang „Lehre für eine nachhaltige Universität“ angeboten:

Wintersemester 2017/2018:

  • Projektseminar: Verantwortlich Handeln. Reflexionen über eigenes Konsumverhalten und Einbringen dieses Themas in den Alltag der Universität Kassel. (2 SWS) Das Seminar findet in Kooperation mit dem Seminar der Ev. Theologie „Was würde Jesus heute sagen und tun“. Es ist für alle Studiengänge geöffnet und findet statt in Kooperation mit dem Projektstudiengang Nachhaltigkeit der Universität Kassel. Interdisziplinäres Arbeiten ist gewünscht. Inhalte: > Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil. Erkennen in welchen Bereichen das eigene Leben z.B. nicht nachhaltig ist, wo es eine Einbindung in problematische Konsumstrukturen gibt. > Erkennen von Diskrepanzen zwischen eigenem Anspruch zu handeln und tatsächlichem Handeln. > Entwicklung von alternativen, nachhaltigen Handlungsstrategien. > Interdisziplinäre Betrachtung von Zusammenhängen (naturwissenschaftliche Zusammenhänge, wirtschaftliche Verflechtungen, ethisch moralische Überlegungen usw.). > Methodische Aufbereitung der im Seminar angesprochenen Themenfelder für eine Implementierung in der Universität Kassel.

Sommersemester 2018:

  • Verantwortlich Handeln. Reflexionen über eigenes Konsumverhalten, theologisch-ethische Bezüge und Einbringen dieses Themas in den Alltag der Universität Kassel. (2 SWS) Text s. oben

Wintersemester 2018/2019:

  • Soziale Plastik: Verantwortlich Handeln und Gesellschaft nachhaltig gestalten. (2 SWS) Text s. oben. Seminartext Religionspädagogik.

Sommersemester 2019:

  • Nachhaltigkeit leben und erleben. (2 SWS) Text s. oben. Seminartext Religionspädagogik.

 

Auswahl von Seminaren aus meiner Zeit als wiss. Mitarbeiterin in der Erziehungswissenschaft FB 01 Universität Kassel

Wintersemester 2001/2002:

  • Fächerübergreifendes Lernen

Wintersemester 2006/2007:

  • Alternativen zum Regelschulsystem in Kassel (2 SWS)

Sommersemester 2007

  • Die Laborschule in Bielefeld (2 SWS)

Februar 2000

  • Organisation des ARGOS-Forums: Fächerübergreifendes Lernen in der Praxis. Realisierungsformen und Probleme der Leistungsbewertung.



Dr. Gudrun Spahn-Skrotzki

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Religionspädagogik
Anschrift Institut für Evangelische Theologie
Fachbereich 02
Kurt-Wolters-Str. 5
34109 Kassel (Postanschrift)
34125 Kassel (Besucheranschrift)
Raum 1002
Telefon +49 561 804-7718
Telefax +49 561 804-3855
Bild von Dr. Gudrun  Spahn-Skrotzki

Dr. Gudrun Spahn-Skrotzki - Informationszentrum Verantwortlich Handeln

Universität Kassel, Institut für Ev. Theologie, Kurt-Wolters-Str. 5 Raum 1002, 34127 Kassel Tel.: +49 (0) 561 804 7718 Mail: g.spahnsk@uni-kassel.de