Aussprachekompetenz

Soziale Akzeptanz von phonetischen Abweichungen und der Einfluss des Faktors 'Alter' auf die fremdsprachliche Aussprachekompetenz von Deutscherner/innen mit den Erstsprachen Arabisch und Persisch (Dari). Entwicklung und Erprobung eines empirisch basierten Aussprachetrainings für studierwillige Geflüchtete.

Das Fachgebiet Deutsch als Fremd- und Zweitsprache beteiligt sich seit April 2018 mit einem Forschungsprojekt am Hessischen Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen und Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Sabina Stolzenberg M.A. und Carina Reez M.A. beschäftigen sich unter der Projektleitung von Prof. Dr. Karin Aguado mit der sozialen Akzeptanz von phonetischen Abweichungen und dem Einfluss des Faktors 'Alter' auf die Aussprachekompetenz von Deutschlerner/innen.

Das Forschungsinteresse bezieht sich auf Geflüchtete mit den Erstsprachen Arabisch und Persisch (sowie der Varietät Dari), die beabsichtigen, in Deutschland ein Studium aufzunehmen. Finanziert wird das Forschungsprojekt durch Mittel des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Neben der Universität Kassel beteiligen sich auch die Universitäten Darmstadt, Frankfurt, Gießen und Marburg mit eigenen Einzelprojekten an der Maßnahme des Ministeriums.

Langfristig soll im Kasseler Projekt ein empirisch basiertes und wissenschaftssprachlich orientiertes Aussprachetraining für Geflüchtete mit Studienperspektive entwickelt werden, das in Deutschkursen für diese Zielgruppe eingesetzt werden kann. Die Grundlage hierfür bilden zwei Einzelprojekte zur sozialen Akzeptanz von fremdsprachlichen Akzenten und phonetischen Abweichungen in der deutschen Sprache sowie zum Einfluss des Faktors ‚Alter‘ auf die fremdsprachliche Aussprachekompetenz, deren Erkenntnisse in die Konzeption des Aussprachekurses einfließen.

Im ersten Projektjahr konnten bereits zwei Pilot-Aussprachekurse für geflüchtete Studieninteressierte mit den Herkunftssprachen Arabisch und Persisch (Dari) durchgeführt werden. Erprobt wurden Methoden und Techniken zur Vermittlung von Intonation und Artikulation. Zur Festlegung von potenziellen Ausspracheabweichungen und Bestimmung von Themen wurden im Vorfeld kontrastive Studien zu den Herkunftssprachen der Teilnehmer/innen herangezogen und Aussprachetests durchgeführt.

Die Teilnehmer/innen wurden auf Grundlage einer Kooperation mit dem Internationalen Sprachenzentrum der Universität Kassel aus INTEGRA- und DSH-Kursen geworben. Inhaltlich setzen sich die Teilnehmer/innen des Aussprachekurses mit der für ein künftiges Studium unabdingbaren Wissenschaftssprache auseinander. Im Kurs wird die korrekte Aussprache in für Studierende möglichst authentischen Kommunikationssituationen geübt. Ein umfassender Hochschulwortschatz dienst als Grundstock für Ausspracheübungen und ermöglicht den Teilnehmer/innen erste Einblicke in den Studienalltag an einer deutschen Hochschule.

Berichtüber das Projekt Aussprachekompetenz in der Stadtteilzeitung HieR, die in Zusammenarbeit mit Geflüchteten erstellt wird.

Link zu der Stadtteilzeitung.