DaZ-UMF

Deutsch als Zweitsprache bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) sind atypische Lernende, die oft wenig Bildung mitbringen, das schulische Lernen nicht gewöhnt sind und oft nicht oder nur teilweise in ihrer Erstsprache alphabetisiert sind. Bis jetzt gibt es kaum Studien zum Erwerb des Deutschen als Zweitsprache bei UMF oder bei SeiteneinsteigerInnen in deutschsprachigen Ländern. Dieses Defizit betrifft sowohl Untersuchungen zu kognitiven Prozessen des Zweitsprachenerwerbs als auch die Unterrichtsforschung. Um die Lehrkräfte spezifisch für den DaZ-Unterricht mit dieser Zielgruppe ausbilden zu können, ist jedoch noch Grundlagenforschung nötig.

In Kooperation mit dem Institut für Sprachen (IFS) in Kassel werden im Rahmen des DaZ-UMF-Projekts erste Untersuchungen zum Zweitspracherwerb von UMF durchgeführt, die den Grundstein für ein größeres Drittmittelprojekt legen sollen. Das IFS bietet im Rahmen des Projekts UMF-PERSPEKTIVE seit Jahren eine Sofortbeschulung für UMF mit spezifischen DaZ-Kursen an, von denen aus die SchülerInnen an weiterführende Schulen zugewiesen werden. Geplant ist eine mehrteilige Studie, die verschiedene Aspekte des Zusammenhangs zwischen literalen Kompetenzen in bereits erworbenen Sprachen und dem Grammatik- und Schriftspracherwerb im Deutschen bei UMF untersucht. Dabei werden im Rahmen des DaZ-UMF-Projekts sowohl longitudinale Fallstudien als auch Querschnittstudien mit quasi-experimentellen Methoden pilotiert und verschiedene sprachliche Tests auf ihre Tauglichkeit für diese Zielgruppe überprüft. Die Ergebnisse dieser Pilotuntersuchungen gehen dann in den geplanten Drittmittelantrag ein.

Finanzierung: ZFF-Mittel der Universität Kassel

Laufzeit: August 2015 bis August 2016

Wissenschaftliche Hilfskräfte: Astrid Lange, M.A. und Anne-Christin Kothe, M.Ed.

Projektleitung

Bild von Jun.-Prof. Dr. Christine  Czinglar
Jun.-Prof. Dr. Christine Czinglar
Juniorprofessur
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