Laura Jácome-Orozco
Laura Jácome Orozco hat Wirtschaftswissenschaften an der Universidad del Rosario (B.A.)
und Geschichte an der Universidad de los Andes (M.A.) in Bogotá, Kolumbien, studiert. Seit
2024 promoviert sie in Ästhetik und Kunstgeschichte an der Universität São Paulo und
verfolgt ein Cotutelle-Promotionsprogramm mit der Universität Kassel, unterstützt durch ein
Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD, Deutschland). Ihre
Forschung untersucht die Legitimation der modernen Kunst in Kolumbien zwischen 1950
und 1970.
Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an Projekten zur sozialen, politischen und
kulturellen Geschichte Kolumbiens sowie im Archiv des kolumbianischen öffentlichen
Rundfunks und Fernsehens. Sie ist Mitglied der Forschungsgruppe Ästhetische Rezeption
und Kunstkritik (Brasilien). Zwischen März und August 2026 wird sie ein
Forschungspraktikum am Lab for Cognitive Research in Art History (CReA), Abteilung
Kunstgeschichte, Universität Wien, absolvieren, unterstützt durch ein Stipendium der
Österreichischen Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD).
Ihr aktuelles Forschungsprojekt untersucht den Prozess der Legitimation moderner Kunst in
Kolumbien zwischen 1950 und 1970 und fokussiert dabei drei Hauptaspekte: i) die
Ausstellungen und Wettbewerbe, die in verschiedenen kolumbianischen Städten organisiert
wurden, wie Museen, Bibliotheken und Galerien, sowie die Rolle europäischer Intellektueller
wie Karl Buchholz und Hans Ungar, Eigentümer von Galerien und Buchhandlungen in
Bogotá, bei der Verbreitung eines modernistischen Kunstgeschmacks; ii) Kolumbiens
Teilnahme an internationalen Veranstaltungen wie der Biennale von São Paulo, die die
Spannungen rund um die moderne Kunst sowohl in diesen globalen Räumen als auch im
kolumbianischen Kunstfeld aufzeigt; iii) der Diskurs von Kunstkritikern wie Casimiro Eiger,
Walter Engel und Marta Traba über moderne Kunst in der nationalen Presse. Durch die
Analyse dieser transnationalen Netzwerke zielt das Projekt darauf ab, das Zusammenspiel
von Migration, kulturellem Austausch und der Institutionalisierung moderner Kunst in
Kolumbien in den frühen Jahrzehnten des Kalten Krieges zu beleuchten. Diese Arbeit wird
auf Englisch verfasst.