Soziologische Theorie

Profil des Fachgebietes

Das Fachgebiet Soziologische Theorie widmet sich der kritischen Diskussion, Weitergabe und Weiterentwicklung des breiten sozial- und gesellschaftstheoretischen Inventars der Fachdisziplin. Dabei folgt es der Überzeugung, dass ein soziologischer Theoriediskurs, der sich auf das Wechselspiel verschiedener Schulen und Paradigmen beschränkt, zu kurz greift. Vielmehr wird dieser Diskurs an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen sowie an die Untersuchung sozialer Prozesse ihrer kollektiven und individuellen Bearbeitung rückgebunden und durch die Beteiligung an universitären Forschungszusammenhängen empirisch geerdet. Im Sinne der starken Innovations- und Transferorientierung der Universität Kassel soll die Weiterentwicklung sozialwissenschaftlicher Begriffe und Theorien als Denkwerkzeuge mit der Reflexion von Gestaltungschancen sowie der Erarbeitung neuer Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme auf unterschiedlichen sozialen Handlungsebenen verzahnt werden. Zu den gesellschaftlichen Herausforderungen, auf die im Fachgebiet Soziologische Theorie ein besonderes Augenmerk gelegt wird, gehören unter anderem Fragen der Nachhaltigkeit, der globalen Gerechtigkeit, der Digitalisierung und der Demokratie.

Aktuelles:


Neuerscheinung: Entgrenzungen des Konsums

Kenning, Peter / Lamla, Jörn (Hrsg.) (2018): Entgrenzungen des Konsums. Dokumentation der Jahreskonferenz des Netzwerks Verbraucherforschung. Wiesbaden: Springer Gabler. [Springer Link]

Inhalt:
In diesem Tagungsband gehen renommierte Autoren und Autorinnen aus den Verbraucherwissenschaften der Frage nach, inwieweit die vielschichtigen neueren Praktiken des Konsums die Verbraucherforschung beeinflussen. Im Fokus steht die Problematik, welche Implikationen mit einer Entgrenzung des Konsums für die Verbraucherforschung verbunden sind. Das Ziel des Buches ist es, den Wissenstransfer und Austausch von Ergebnissen der aktuellen Verbraucherforschung in Wissenschaft und Politik zu fördern und Antworten auf die dringende Frage zu finden: Wie kann Verbraucherforschung diese Spannung zwischen Entgrenzung und drohender Konturlosigkeit bei steigendem Forschungsbedarf und Bedeutungszuwachs aushalten und auflösen?


Auftaktveranstaltung mit Podiumsdiskussion: Ökologien des sozialen Zusammenhalts

Das Graduiertenprogramm "Ökologien des sozialen Zusammenhalts" lädt alle Interessierten herzlich zu einer Auftaktveranstaltung ein. Am Dienstag, den 17. Oktober, um 18 Uhr im Gießhaus der Universität Kassel wird es eine öffentliche Podiumsdiskussion mit folgenden Gästen geben:

Prof. Dr. Jörg Niewöhner, Direktor des Integrative Research Institute on Transformations of Human-Environment Systems, HU Berlin
PD Dr. Diana Hummel, Institut für Sozialökologische Forschung Frankfurt (ISOE)
Prof. Dr. Andreas Ernst, Geschäftsführender Direktor des Center for Environmental Research Systems (CESR), Universität Kassel
PD Dr. Uta v. Winterfeld, Projektleiterin zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen, Wuppertal Institut

Diskussionsleitung: Gastprofessorin Dr. Tanja Bogusz, Universität Kassel

Plakat


Neuerscheinung: Kontroversen um Privatheit im digitalen Zeitalter

Baumann, Joel / Lamla, Jörn (Hrsg.): Privacy Arena. Kontroversen um Privatheit im digitalen Zeitalter. kassel university press, ISBN: 978-3-7376-0306-5, 2017, 196 Seiten. [Open Access]

Inhalt:
Privatheit ist in Zeiten von Digitalisierung und Vernetzung umstritten und umkämpft. Nicht nur für Staaten entstehen neue Überwachungsmöglichkeiten, auch für Unternehmen eröffnen sich Geschäftsmodelle, die klassische Vorstellungen von Privatheit in Frage stellen. In dieser Situation der Neuorientierung hilft es, von Definitionsversuchen abzusehen und stattdessen in die vielen Kontroversen um die Zukunft der Privatheit einzutauchen. [mehr]


Neuerscheinung: Informationelle Selbstbestimmung im digitalen Wandel

Friedewald, Michael/Lamla, Jörn/Roßnagel, Alexander (Hrsg.) (2017): Informationelle Selbstbestimmung im digitalen Wandel. Wiesbaden: Springer Vieweg (DuD-Fachbeiträge).

Inhalt:
Die Autoren des Buches untersuchen die historische und sachliche Bedingtheit des Konzepts der informationellen Selbstbestimmung, das zum Zweck des Persönlichkeitsschutzes in der modernen Datenverarbeitung zu einer Zeit und für Umstände entwickelt wurde, die inzwischen längst überholt sind. Thematisiert werden seine auch in absehbarer Zukunft erhaltenswerten Kernaussagen sowie die Änderungen, die in seinem Verständnis und seinen Umsetzungen notwendig sind, um die Ziele der informationellen Selbstbestimmung in einer veränderten digitalen Welt zu erreichen. [mehr]


Ringvorlesung: Das soziale Band der Gegenwartsgesellschaft

Wie verbinden wir uns miteinander in der Welt von heute? Über soziale Medien haben wir augenscheinlich immer mehr Möglichkeiten, mit anderen in Kontakt zu treten. Die rechnerische Verwaltung großer Datenmengen erlaubt es, immer genauer zu bestimmen, was bei den Einzelnen der Fall ist. Wir interagieren immer selbstverständlicher mit intelligenten Maschinen, die dadurch unentwegt selbst lernen, sich auf neue Situationen einzustellen. Wir spielen mit Apps, mit denen man über Bilder auf begehrenswerte Partner jeden Geschlechts in der näheren Umgebung aufmerksam wird. Gleichzeitig steigt der Bedarf nach Gemeinschaft, orientiert sich aber häufig eher am situativen Erleben und wird als Event konsumiert. Zuschauersportarten wie Fußball, Eishockey oder Tennis erfahren größeren Zuspruch denn je. Stand-Up-Comedians füllen Hallen, die Popmusik entwickelt immer neue Genres mit intimen Kenntnissen von Effekten und Historien, die Pop-Präferenzen zeigen sich in enorm differenzierten Szenen mit stillen Zeichen und impliziten Verpflichtungen. Schließlich verkörpert eine globale Ikone wie Papst Franziskus die sozialmoralische Sensibilität selbst für Nicht-Christen. Wie hängt das alles zusammen?... [mehr]


Ausstellung: Privacy Arena - Kontroversen um Privatheit im digitalen Zeitalter

Vom 01.12. bis 11.12.2016 veranstaltete das BMBF-Projekt "Kartographie und Analyse der Privacy-Arena" eine Ausstellung im Interim in Kassel. Die Schau ist wichtiger Baustein der Veröffentlichung der Visualisierungen des Projektverbunds. Die interaktiven und multimedialen Installationen der Ausstellung machen die Kämpfe um den Stellenwert von Privatheit erlebbar. In der Ausstellung können Besucher*innen die komplexen Arenen begehen, in denen diverse soziale Welten ihre Konflikte aushandeln.

Die Ausstellung wird durch eine Webseite begleitet (www.privacy-arena.net), die es Interessierten und Besucher*innen ermöglicht, die Beschäftigung mit den Forschungsergebnissen fortzusetzen und zu vertiefen. Das Zusammenspiel von wissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Intervention soll dazu beitragen, die Öffentlichkeit an der Diskussion um die Zukunft von Privatheit und Demokratie zu beteiligen.


Neuerscheinung: Die Reterritorialisierung des Digitalen

Büttner, Barbara/Geminn, Christian L./Hagendorff, Thilo/Lamla, Jörn/Ledder, Simon/Ochs, Carsten/Pittroff, Fabian (2016): Die Reterritorialisierung des Digitalen. Zur Reaktion nationaler Demokratie auf die Krise der Privatheit nach Snowden. Kassel: Kassel University Press: [Open Access].

Inhalt:
In Reaktion auf die Enthüllungen Edward Snowdens und die dadurch aktualisierte Krise der Privatheit tritt die Reterritorialisierung des Digitalen als Reaktionsweise zeitgenössischer Demokratien auf den Plan. Verwerfungen im Zuge zunehmend globalisierter Datenströme sollen nach altbekanntem Muster der territorialen und nationalen Containergesellschaften gekittet werden. Reterritorialisierung adressiert dabei einen digital induzierten Wandel und versucht, Antworten zu geben auf Fragen der gegenwärtigen Neukonfiguration des Verhältnisses von Demokratie und Gesellschaft... [mehr]