Sektion Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft

Die Sektion Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft ist ein Zusammenschluss von Politikwissenschaftler*innen in Deutschland, die in diesem thematischen Bereich arbeiten. Sie veranstaltet regelmäßig Sektionstagungen und fördert den Austausch zu Forschung und Lehre in Entwicklungstheorie und -politik. Die Sprecher*innen der Sektion werden auf den Tagungen gewählt und erstatten dort Bericht über ihre Arbeit.

Sprecher*innen der Sektion sind:

Prof. Dr. Aram Ziai, Universität Kassel Email

Dr. Franziska Müller, Universität Kassel Email

Elena Sondermann, INEF Duisburg Email

Prof. Dr. Cord Jakobeit, Universität Hamburg Email

Hannes Warnecke, Universität Leipzig Email


Veranstaltungen

Call for Papers der Sektion Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik für die Sektionstagung 2017 am International Center for Development and Decent Work (ICDD) an der Universität Kassel, 23.11.2017

Dekolonisierung der Entwicklungspolitik: Praktische Konsequenzen der Post-Development Kritik?"

Programm

Seit geraumer Zeit haben die Post-Development-Ansätze und verwandte postkoloniale Kritik der Entwicklungspolitik Eurozentrismus vorgeworfen. Entwicklungspolitik sei strukturell dem ökologisch katastrophalen Vorbild westlicher Industriegesellschaften verhaftet, entpolitisiere Fragen sozioökonomischer Ungleichheit auf globaler und nationaler Ebene als technische „Entwicklungsprobleme“ (Mangel an Kapital, Wissen und Technologie) und reproduziere Machtverhältnisse zwischen Expert_innen und als „weniger entwickelt“ klassifizierten Bevölkerungsgruppen. Letztlich sei Entwicklungspolitik immer noch von kolonialen Mustern geprägt, wie der Verortung von Problemen im Süden und Problemlösungswissen im Norden.

Allerdings ist diese Kritik nicht ohne Folgen geblieben. Partizipation, Ownership und Nachhaltigkeit gehören längst zum Standardrepertoire der Entwicklungszusammenarbeit, Süd-Süd-Kooperation ist en vogue, immer mehr entwicklungspolitische Organisationen befassen sich auch mit Fragen von Neokolonialismus und Rassismus, und auch der Freiwilligendienst „Weltwärts“ hat jüngst eine Reverse-Komponente eingeführt, die es Menschen aus dem globalen Süden ermöglicht, in Deutschland zum gleichberechtigten „interkulturellen Austausch sowie Wissens- und Erfahrungstransfer“ beizutragen.

Man kann also feststellen, dass Elemente der postkolonialen und Post-Development-Kritik zusehends in Entwicklungsdiskurse und -praxen integriert werden und die wechselseitige Reflexion des eigenen Tuns erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Gleichzeitig ist zu befürchten, dass die Integration postkolonialer und Post-Development-Kritik höchst selektiv erfolgt und auch zur weiteren Immunisierung eines Diskurses über „Entwicklung“ beitragen könnte.

Für die kommende Sektionstagung möchten wir fragen, inwieweit diese Initiativen zur institutionellen Reform der Entwicklungspolitik im Sinne ihrer Dekolonisierung beitragen bzw. inwieweit eine solche Veränderung durch institutionelle Strukturen, Beharrungskräfte oder Machtverhältnisse be- oder verhindert wird. Wir beziehen uns hierbei auf ganz unterschiedliche Ebenen und Felder:

- konzeptionell/theoretisch: mögliche oder unmögliche Integration von Post-Development und postkolonialer Kritik in bestehende entwicklungstheoretische und -politische Debatten; insbesondere am Nexus von Entwicklungszusammenarbeit und Umwelt/Klimapolitik und im Kontext der SDGs.

- Governance und Institutionen: Institutioneller Wandel in der globalen EZ-Governance, Rolle zivilgesellschaftlicher und bewegungspolitischer Akteure bei dekolonialen Reformen, Kooperations- und Evaluationspraxen, Machtverhältnisse und Grenzen institutionellen Lernens.

- entwicklungspolitische Praxis: Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, politische Strategien und Leitlinien für dekolonisierte EZ.

Hierfür wünschen wir uns v.a. empirische Analysen, die den Bogen zur theoretischen Debatte um Dekolonialisierung und Post-Development schlagen.

Abstracts von maximal einer Seite sind bis 25.6. an Franziska Müller (fmueller@uni-kassel.de) oder Aram Ziai (ziai@uni-kassel.de) zu schicken. Eine Auswahl findet bis Mitte Juli statt. Deadline für die Einreichung der Beiträge ist der 15.11. Fahrtkosten können leider nicht übernommen werden. Eine Publikation ausgewählter Beiträge als Sammelband in der begutachteten und u.a. von der Sektion herausgegebenen Schriftenreihe „Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik“ im Nomos-Verlag ist anvisiert.

 

 


Entwicklungspolitische Studiengänge

Studienfach

Abschluss

Regelstudienzeit

Hochschule

Lehrsprache

Global Political Economy and Development

Master of Arts

2 Jahre

Universität Kassel

Englisch

Development and Governance

Master of Arts

1 Jahr

Universität Duisburg-Essen

Englisch

Development Management

Master of Arts

4 Semester

Ruhr-Universität Bochum

Englisch

Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik

Master of Arts

4 Semester

Universität Duisburg-Essen

Deutsch

Internationale Entwicklung

Master of Arts

4 Semester

Universität Wien

Deutsch

Geographische Entwicklungsforschung Afrikas

Bachelor of Arts

6 Semester

Universität Bayreuth

Deutsch

Gesellschaften, Globalisierung und Entwicklung

Master of Arts

4 Semester

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Deutsch

Nachhaltige Entwicklungs-zusammenarbeit

Master of Arts

4 Semester

Fernstudium Technische Universität Kaiserlautern

Deutsch

International Development Studies

Master of Arts

4 Semester

Universität Marburg

Deutsch, Englisch

Internationale Soziale Arbeit und Entwicklung

Bachelor of Arts

8 Semester

Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg

Deutsch

Empowerment Studies

Master of Arts

3 Semester

Fachhochschule Düsseldorf

Deutsch

Globalisation and Development

Master of Arts

1 Jahr

Universität Maastricht

Englisch

International and Development Economics

Master of Arts

3 Semester

Hochschule für Wirtschaft und Technik Berlin

Englisch

Sustainable Development Management

Master of Arts

3-4 Semester (abh. vom BA-Degree)

Hochschule Rhein-Waal

Englisch

 

 



Rundbrief der Sektion

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