Kirsten Bänfer
Seit 06/2025: Promotionsstipendium der Gerda Henkel Stiftung
Seit 12/2024: Doktorandin an der Universität Kassel; Arbeitstitel des Dissertationsvorhabens im Fach Geschichte: „Zwischen Erholung und Gewalterfahrung: Das hessische Kinderkurwesen 1945-1990“
04/2024 – 12/2024: Exposé-Stipendium der Universität Kassel zur Vorbereitung eines Promotionsprojektes
01/2024: Stipendium der Nordhessischen Musik- und Geschichtsstiftung für die Masterarbeit „Das Kinderkurheim Reinhardshausen 1945-1976: Zwischen Kurerfolg und Traumatisierung“
04/2022 – 10/2024: Masterstudium Geschichte und Öffentlichkeit, Universität Kassel
06/2021 – 09/2024: Studentische Hilfskraft am Fachgebiet Geschichte Westeuropas 18.-20. Jahrhundert, Universität Kassel
07/2020 – 12/2023: Studentische Hilfskraft am Fachgebiet Politisches System der BRD/Staatlichkeit im Wandel, Universität Kassel
10/2018 – 04/2022: Bachelorstudium Geschichte und Politikwissenschaft, Universität Kassel
Zwischen Erholung und Gewalterfahrung: Das hessische Kinderkurwesen 1945-1990 (Arbeitstitel)
Was als gesundheitliche Fürsorgemaßnahme gedacht war, wurde für viele Kinder zu einer traumatischen Erfahrung: Kinderkuren im Rahmen der sogenannten Kinderverschickung galten in der alten Bundesrepublik als gängige Methode zur Stärkung und Regeneration von Kindern mit gesundheitlichen Auffälligkeiten – doch hinter dem Versprechen von Erholung und Genesung verbargen sich häufig strenge Disziplin, Isolation und verschiedenste Formen von Gewalt.
Das Dissertationsprojekt untersucht das hessische Kinderkurwesen zwischen 1945 und 1990 und widmet sich insbesondere den vielfältigen Formen von Gewalt, die Kinder während der Kuraufenthalte erfahren haben. Ziel ist es, die Gewaltformen und deren institutionelle, soziale und pädagogische Hintergründe zu analysieren. Die Methodik kombiniert Archivforschung mit Zeitzeugeninterviews, um sowohl institutionelle Perspektiven als auch individuelle Erfahrungen einzubeziehen. Ein Fokus liegt auf der Untersuchung einer Korrelation von Verschickungsgründen und Gewalterfahrungen sowie auf der Frage, wie zeitgenössische Erziehungsideale und medizinische Konzepte zur Legitimation der Gewalt beitrugen. Erste Befunde deuten darauf hin, dass auf bestimmte Verschickungsgründe – etwa dem „Bettnässen“ – gezielte Maßnahmen folgten, die unter dem Deckmantel medizinischer Behandlung oftmals selbst zur Quelle traumatisierender Erfahrungen wurden. Durch Fallstudien zu einzelnen hessischen Kurheimen werden Vergleichsperspektiven zwischen unterschiedlichen Trägerschaften und Praktiken in den Einrichtungen geschaffen, um die Dynamiken und Variationen innerhalb des Systems der Kinderverschickung in Hessen sichtbar zu machen. Schließlich leistet das Projekt einen Beitrag zur Aufarbeitung einer bisher wenig erforschten Geschichte von Gewalt in Fürsorgeeinrichtungen.
Das Forschungsvorhaben wird durch ein Promotionsstipendium der Gerda Henkel Stiftung gefördert.
Bänfer, Kirsten, Das Kinderkurheim Reinhardshausen 1945-1976. Zwischen Kurerfolg und Traumatisierung, Unveröffentlichte Masterarbeit Universität Kassel 2024.
Bänfer, Kirsten, „Ich dachte, ich bin in der Hölle!“. Das Mädchenjugendheim Fuldatal, in: G-Öff Kassel 1/2024, online verfügbar unter: https://göff-kassel.de/ausgabenarchiv/ausgabe1/ich-dachte-ich-bin-in-der-hoelle/, letzter Zugriff: 11.02.2025.
Bänfer, Kirsten/ Hofeditz, Carmen, Vitos: eine starke Marke, ein starkes Unternehmen. In: Landeswohlfahrtsverband Hessen (Hg.), 70 Jahre, 70 Geschichten aus fünf Jahrhunderten. Zum Jubiläum des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen aus seinem Archiv, Petersberg 2024, S. 148-149.
Schroeder, Wolfgang/ Bänfer, Kirsten/ Karschnia, Jasper, Das hessische Parteiensystem: Von der Polarisierung zwischen CDU und SPD zur gemeinsamen Regierung. In: Anna-Sophie Heinze/ Uwe Jun/ Torsten Oppelland (Hgg.), Regionale Vielfalt? Neue Trends subnationaler Parteiensysteme in Deutschland, Wiesbaden 2025, S. 259-283.