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Freitag, 13.01.2023, 10 - 18 Uhr, und Freitag, 27.01.2023, 10 - 18 Uhr
Grundwissenschaften im digitalen Zeitalter (Blockseminar)
Geöffnet für BA HF Modul 6, L2 Modul 5 (2014, 2019), L3 Modul 5 (2010, 2019)

Link zu den aktuellen Lehrveranstaltungen im HISPOS.

  • Wissens- und Kulturgeschichte
  • Kreuzzugsgeschichte
  • Historische Genderforschung
  • Historische Bildwissenschaften
  • Historische Grundwissenschaften

Wissenschaftlicher Werdegang

  • seit 5/2021 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Mittelalterliche Geschichte, Universität Kassel
  • 10/2018 bis 04/2021 Eigene DFG-Stelle zum Forschungsprojekt "Herrschaft zwischen Aufbruch und Rückkehr. Kreuzfahrerfamilien in Champagne und Burgund 1096-1272"
  • 2010-2018 Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Amalie Fößel, Lehrstuhl Mittelalterliche Geschichte, Universität Duisburg-Essen (2015-2016: Mutterschutz und Elternzeit)
  • 2009-2010 Lehrbeauftragte an der Universität Kassel
  • 2007-2008 Arbeit als wissenschaftliche Hilfskraft und als Tutorin bei Prof. Dr. Ingrid Baumgärtner, Lehrstuhl Mittelalterliche Geschichte, Universität Kassel
  • 2006-2011 Promotion im Fach Mittelalterliche Geschichte an der Universität Kassel bei Prof. Dr. Ingrid Baumgärtner; Titel der Dissertation: Hans von Gersdorffs 'Feldbuch der Wundarznei'. Produktion, Präsentation und Rezeption von Wissen.
  • 2002-2005 Beschäftigung als studentische Hilfskraft, zunächst bei Prof. Dr. Dippel, Lehrstuhl für die Geschichte Nordamerikas und Großbritanniens und dann bei Prof. Dr. Ingrid Baumgärtner, Lehrstuhl Mittelalterliche Geschichte, Universität Kassel
  • 2001-2006 Studium der Fächer Englisch/Geschichte für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Kassel; Abschluss: Erstes Staatsexamen
  • 2000-2001 Studium der Human- und Zahnmedizin an der Philipps-Universität Marburg

Stipendien und Fellowships

  • 2014 Karl-Ferdinand-Werner Fellowship am DHI in Paris
  • 2013-2015 Mentoring3-Programm der Universitätsallianz Metropole Ruhr
  • 2009 Stipendium am Kunsthistorischen Institut, Max-Planck-Institut Florenz
  • 2007-2010 Promotionsstipendium der Universität Kassel
  • 2004 Teilnahme am Studienkurs des DHI in Rom

Herrschaft zwischen Aufbruch und Rückkehr. Kreuzfahrerfamilien in Champagne und Burgund 1096-1270

Ziel des Habilitationsprojektes ist es am Beispiel zweier Kreuzfahrerfamilien des Mittelalters aus genderhistorischer Perspektive zu untersuchen, welche Auswirkungen die fortwährenden und wiederkehrenden Kreuzzugsaktivitäten der Familien (1096-1270) auf Macht und Herrschaft in den Herkunftsländern hatten. Grundlegend ist die These, nach der der Aufbruch der Männer zum Kreuzzug zu Verschiebungen der Machtfigurationen am Fürstenhof und in den Herkunftsregionen führte. Es gilt, diese Wandlungsprozesse in ihren Erscheinungsformen, ihrem strukturellen Arrangement und ihrer Dynamik zu untersuchen und nach den Folgen dieser Prozesse auf die machtpolitischen Handlungsspielräume und aktiven Handlungsstrategien der in der Heimat bleibenden weiblichen wie männlichen Familienmitglieder zu fragen.

Fallbeispiele des Projekts sind die Häuser Blois-Champagne und Burgund, da es die günstige Quellenlage nicht nur erlaubt Rückkopplungseffekte der Kreuzzüge auf die Familien über einen Zeitraum von 200 Jahren zu analysieren, sondern auch die Handlungsspielräume beider Geschlechter im Kreuzzugskontext zu untersuchen. Da in beiden Familien auch Ehefrauen und Müttern die Regentschaft über die Territorien übertragen wurde, ist zu untersuchen, auf welchen machtpolitischen Ressourcen die Chance der Herrschaftsausübung beruhte. Daneben ist zu klären, welche Rolle dem Kreuzfahrerstatus auf dem politischen Feld zukam und inwiefern Frauen und Männer auf diesen rekurrierten, um sich von anderen Hochadeligen abzuheben oder um ihre Macht zu festigen.

Anregende theoretische Impulse für die Erarbeitung der sich wandelnden familiären Machtfigurationen erhielt das Projekt durch die Implementierung der Kapitaltheorie Pierre Bourdieus in das Forschungsdesign. Seine vier klassischen Kapitalarten (ökonomisches, soziales, kulturelles und symbolisches Kapital) können in ihren Korrelationen als potentielle Machtressourcen verstanden werden und damit als Chancen einer Person, Macht auszuüben und sich auf dem politischen Feld günstig zu positionieren. Die Analyse der sich vor dem Hintergrund der Kreuzzüge fortwährend wandelnden Machtfigurationen und Machtressourcen soll es ermöglichen, Praktiken adeligen Herrschaftshandelns und familiärer Kontingenzbewältigung differenziert zu beschreiben. Die reichhaltige Quellengrundlage, eine genderübergreifende Perspektive auf das überlieferte Material sowie das von Bourdieus Kapitaltheorie inspirierte methodische Vorgehen versprechen neue, vertiefte Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Kreuzzüge auf Macht und Herrschaft in der Heimat. Die Arbeit hat damit das Potential, einen innovativen Beitrag zur Kreuzzugs- und Genderforschung zu leisten. Ziel der Studie ist es, eine neue kulturelle, genderübergreifende Politikgeschichte der Kreuzzüge in den Herkunftsregionen zu schreiben.

Monographien

  • Melanie Panse, Hans von Gersdorffs ‚Feldbuch der Wundarznei’. Produktion, Präsentation und Rezeption von Wissen (Trierer Beiträge zu den historischen Kulturwissenschaften 7). Wiesbaden 2012.
    • Rezensionen dazu:
      J.M. Schütte, in: Sudhoffs Archiv 97:1 (2013), S. 127;
      M. Schuh, in: sehepunkte 13 (2013), Nr. 9 [15.09.2013], URL: www.sehepunkte.de/2013/09/22562.html;
      R. Kolb, in: Archiv für Reformationsgeschichte 42 (2013), S. 68.

Herausgeberschaften

  • Ingrid Baumgärtner u. Melanie Panse (Hg.), Kreuzzug und Gender (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung 21, 2016, Heft 1). Berlin 2016.

Aufsätze in Zeitschriften

  • Melanie Panse, Zwischen Kreuznahme und Aufbruch. Praktiken der Herrschaftssicherung in der Grafschaft Champagne im ausgehenden 12. Jahrhundert, in: Historisches Jahrbuch 138 (2018), S. 141-171.
  • Melanie Panse zusammen mit Ingrid Baumgärtner, Kreuzzüge aus der Perspektive der Genderforschung. Zielsetzung und Forschungsansätze, in: Dies. (Hg.), Kreuzzug und Gender (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung 21, 2016, Heft 1). Berlin 2016, S. 1-21.
  • Melanie Panse, Sichtbare Macht. Herrschaftsinszenierung in Abwesenheit der Kreuzfahrer, in: Ingrid Baumgärtner u. Melanie Panse (Hg.): Kreuzzug und Gender (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung 21, 2016, Heft 1). Berlin 2016, S. 40-60.
  • Melanie Panse, Den Leser in Text und Bild begleiten. Formen medizinischer Wissensvermittlung im ausgehenden Mittelalter, in: Lehre und Schule im Mittelalter - Mittelalter in Schule und Lehre, hg. v. Ursula Kundert (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung 17, 2012, Heft 1). Berlin 2012, S. 127-139.

Aufsätze in Sammelbänden

  • Melanie Panse, To his beloved daughter in Christ.Papal protection and its enforcement in 13th century Champagne, in: Stilus Curiae. Spielregeln der Konflikt- und Verhandlungsführung am Papsthof des Mittelalters (12.-15. Jahrhundert), hg. von. Jessika Nowak und Georg Strack (in Vorbereitung).
  • Melanie Panse, Der Wundarzt. Kommunizieren und Handeln mit Gott, in: Gottes Werk und Adams Beitrag – Formen der Interaktion zwischen Mensch und Gott im Mittelalter. Symposium des Mediävistenverbandes, hg. v. Thomas Honegger, Gerlinde Huber-Rebenich u. Volker Leppin. Jena 2014, S. 142-155.
  • Melanie Panse, Schloss Rheinfels, in: Wilhelm Dilich. Landtafeln hessischer Ämter zwischen Rhein und Weser 1607-1625, hg. v. Ingrid Baumgärtner, Martina Stercken u. Axel Halle. Kassel 2011, Nr. 22-25, S. 86-94.

Rezensionen zu

  • Frédérique Lachaud, Michael Penman (Hg), Absentee Authority across Medieval Europe (im Druck für Zeitschrift für historische Forschung).
  • Kurt Villads Jensen, Kirsi Salonen u. Helle Vogt (Hg.), Cultural Encounters during the Crusades (Studies in History and Social Sciences 445), Odense 2013, in: HZ 306 (2018), S. 533-534.
  • Chiara Benati: Die niederdeutsche Fassung des Feldtbuchs der Wundarzney in Kopenhagen, Kongelige Bibliotek, GKS 1663 4°. Edition und Kommentar. Göppingen: Kümmerle, 2017. 191 S. ISBN 978-3-86758-042-7, in: Germanistik 58:1 (2017), Nr. 1558.
  • Isabelle Cochelin/Karen Smyth (Hg.), Medieval Life Cycles. Continuity and Change. (International Medieval Research 18.) Turnhout 2013, erscheint in: Dominique Dirlewanger, Alix Heiniger, Sonja Matter, Anja Rathmann-Lutz, Matthias Ruoss (Hg.) Lebensalter – Les âges de la vie (traverse 2017, Heft 2), Zürich 2017, S. 148-149.
  • Wendy J. Turner u. Sara M. Butler (Hg.), Medicine and the Law in the Middle Ages. Leiden, Boston 2014, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 9 [15.09.2015], URL: www.sehepunkte.de/2015/09/25236.html
  • Ildikó Cspregi u. Charles Burnett (Hg.), Ritual healing. Magic, Ritual and Medical Therapy from Antiquity until the Early Modern Period (Micrologus’ Library 48). Florenz 2012, in: HZ 298 (2014), S. 719.
  • Thomas Haas, Geistliche als Kreuzfahrer. Der Klerus im Konflikt zwischen Orient und Okzident 1095-1221. Heidelberg 2012, in: sehepunkte 13 (2013), Nr. 11 [15.11.2013], URL: http://www.sehepunkte.de/2013/11/22710.html.
  • Steffen Arndt u. Andreas Hedwig (Hg.), Visualisierte Kommunikation im Mittelalter. Legitimation und Repräsentation (Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg 23). Marburg 2010, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde (ZHG) 117/118 (2012/13), S. 289–290.
  • Nolte, Cordula, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters (Geschichte kompakt). Darmstadt 2011, in: Perspicuitas. Internet-Periodicum für mediävistische Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft. Online unter: http://www.uni-due.de/imperia/md/content/perspicuitas/rezpanse2012.pdf
  • René Wetzel u. Fabrice Flückiger (Hg.), Au-delà de l'illustration. Texte et image au Moyen Age, approches méthodologiques et pratiques (Medienwandel - Medienwechsel - Medienwissen 6). Zürich 2009, in: Das Mittelalter 15.2 (2010), S. 31.