ZFF-Pro­jekt - Was bleibt, sind Holz und Kno­chen

ZFF-Projekt Was bleibt sind Holz und Knochen
Transdisziplinäre Perspektiven aus Kunst, Geschichte und Wildtierwissenschaft auf Spuren kolonialer Großwildjagd im Völkerkundlichen Museum Witzenhausen

Das Projekt setzt sich zum Ziel, das spannungsreiche Verhältnis zwischen kolonialer Objektkultur und der Aushandlung von Tier-Mensch-Verhältnissen anhand von Trophäen der Großwildjagd (Gehörne, Geweihe, Felle, Taxidermien u.ä.) in deutschen Kolonien am Beispiel der in der Sammlung des Völkerkundlichen Museum Witzenhausen befindlichen Objekte zu erschließen. Im Sinne des material turns werden diese Objekte als Wissens- und Erinnerungsspeicher angesehen. Sie gehören zweifellos zum ‚kulturellen Erbe’ der Herkunftsgesellschaften sowie der kolonial geprägten Großwildjagd imperialistischer Europäer.

Trophäen tierlichen Ursprungs besitzen unterschiedliche Halbwertzeiten – je nach Materialität und nach Sorgsamkeit sowie Ort der Aufbewahrung; Knochen und Gehörne sind langlebiger und unempfindlicher als Felle, Tierbälge oder Käfersammlungen. Ihre Jagdgeschichten und einzelbiographische Bedeutung scheinen jedoch mit dem Ableben des Jägers rasch zu verblassen. Beginnend mit der Erschließung der Objektprovenienzen und der Artbestimmung der Tiere, wird innerhalb des Projektes versucht, mögliche Erinnerungen an eine sich wandelnde Kultur und Gesellschaft bzw. ihrer Objekte zu erfassen und zugänglich zu machen. Dabei stehen der Erkenntnisgewinn über die koloniale Jagd neben dem Anliegen, die dunklen Ecken naturkundlicher (Museums-) Depots zu erschließen und neu zu bewerten. Es soll untersucht werden, welche kolonialen und postkolonialen Geschichte(n) diese Objekte erzählen können, um diese mittels Perspektiven aus Kunst und Wissenschaft zu transformieren und zugänglich zu machen.

 

Mitwirkende: 

Marion Hulverscheidt

Linda-J. Knop

Maximilian Preuss

Hubertus Büschel

Mieke Roscher

 

Zum Artikel "Krokodile im Keller. Was Jagdtrophäen über die Kolonialzeit aussagen - und wie Forschende der Uni dies ergründen"