Aktuelles

Zwei internationale Tagungen im Januar und Februar 2019

Tagung "Powerful Women" (c) Lion Arendt
Tagung "Markets" (c) Falk Ruttloh

Am Teilgebiet Alte Geschichte wurden zu Beginn des Jahres gleich zwei interdisziplinäre Tagungen veranstaltet. Während sich die Tagung "(Self-)Presentation and Perception of Powerful Women in the Ancient World", organisiert von Dr. Kerstin Droß-Krüpe (Kassel) und Dr. Sebastian Fink (Helsinki) damit befasst, wie der - meist männliche - Blick antiker Autoren und späterer Rezipienten auf mächtige Frauen der Klassischen Antike und des antiken Vorderen Orients ausfällt, ging es in der zweiten Tagung "Market(s) – Market Buildings – Market Squares" (Organisation: Prof. Dr. Kai Ruffing und Dr. Kerstin Droß-Krüpe) um ökonomische Fragen zum antiken Marktgeschehen zwischen Euphrat und Atlantikküste.

Weitere Details zu beiden Tagungen sind auf den Tagungsseiten zu finden.

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Adressatengerechtes Präsentieren im Rahmen einer Poster Session geübt

Studierende aus zwei althistorischen Lehrveranstaltungen präsentieren eigene wissenschaftliche Poster in einer ganztägigen Poster Session

Insgesamt 31 Studierende aus zwei Lehrveranstaltungen des Teilgebiets Alte Geschichte (Leitung: Louisa D. Thomas, MA; Rebecca Frei, MA) hatten am vergangenen Samstag die Gelegenheit, ihre wissenschaftlichen Poster im Rahmen einer simulierten Tagungssituation zu präsentieren. Die Poster Session fand als Blocktermin statt und gab den teilnehmenden Studierenden die Möglichkeit, ihre im Laufe des Semesters erarbeiteten Forschungsfragen und -ergebnisse in Form eines wissenschaftlichen Posters zu präsentieren. Im Mittelpunkt standen dabei die forschungsorientierte Erarbeitung und adressatengerechte Präsentation fachlicher Inhalte an teils themenfremde Zuhörerinnen und Zuhörer. Die zugrundeliegenden Seminare befassten sich mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und rückten damit auch unterschiedliche Quellengattungen in den Fokus der Untersuchungen. Während sich die Teilnehmenden des Seminars „Herodot“ in erster Linie mit der literarisch-historiographischen Verhandlung von Stoffen beschäftigten, lag der Fokus beim Seminar „Ostia antica – Inschriften zur Geschichte einer römischen Hafenstadt“ auf der epigraphischen Überlieferung. Die Kurzvorträge und anschließenden Poster Sessions boten Raum zur inhaltlichen wie methodischen Diskussion am Poster sowie die Gelegenheit, die eigene Fach- und Präsentationskompetenz zu erweitern.
Die thematische und methodische Vorarbeit zur Postererstellung fand im Rahmen der regulären Lehrveranstaltungen während des Wintersemesters 2018/19 statt. In den Planungsprozess der Poster Session waren die Studierenden ebenfalls aktiv eingebunden – einzelne Arbeitsgruppen erarbeiteten ein Programm, einen einführenden thematischen Überblick, Vorgaben und Tipps zur Posterpräsentation sowie ein online verfügbares Abstimmungstool, mit dessen Hilfe abschließend die fünf besten Poster gewählt und gekürt werden konnten.

alle Fotos (c) L. Thomas/R. Frei

 

 

Mit Krapp gefärbte Tuchproben aus Wolle.
Trockende Tuchproben nach dem ersten Zug Resedafärbung und der Doppelfärbung Reseda/Krapp.
Weben am Modell eines antiken Gewichtswebstuhls

Praxisworkshop zur antiken Textilarchäologie in Kassel

Studierende der Geschichte färben, spinnen und weben nach antiken Techniken

In einem ganztägigen Workshop im Rahmen der Lehrveranstaltung „Die antike Textilökonomie“ (Dr. Kerstin Droß-Krüpe) erhielten 11 engagierte Studierende die Gelegenheit, Techniken und Produktionsprozesse der antiken Textilherstellung unter der Leitung der Textilarchäologin Barbara Köstner aus Sinzig praktisch zu erproben. 

Die vorbereitende Lehrveranstaltung hatte von Oktober bis Dezember Einblicke in die komplexen Abläufe der antiken Textilherstellung auf Basis von Textquellen geboten. Nun ging es im Rahmen des Workshops darum, eigene praktische Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. Die Studierenden lernten die Haptik verschiedener Faserarten und textiler Qualitäten kennen, spannen selbst mit einer Handspindel einen Faden, färbten Stoffe mit Reseda, Krapp und Indigo und erhielten einen Einblick in die antike Weberei. Am Ende des Tages blieb v.a. das vielfache Staunen, über die Kunstfertigkeit der antiken Textilhandwerker, über die lange Dauer der einzelnen Arbeitsschritte und die Freude, theoretisches historisches Wissen einmal ganz konkret anwenden zu können.

alle Fotos (c) K. Droß-Krüpe 

 

 

 

Festakt zur Übergabe der Gesammelten Schriften "Kilo und die Nationalsozialisten" an Dr. Volker Losemann

Festakt Dr. Volker Losemann, 14.7.2017, Kassel

Es ist schöne akademische Tradition, das Lebenswerk herausragender Vertreter/innen einer Disziplin durch "Gesammelte Schriften" zu ehren. Es gibt wohl wenige Forscherinnen und Forscher auf dem Gebiet der Althistorie, die sich in den letzten Jahrzehnten in ähnlich produktiver Weise um die Erforschung der Wissenschafts- und Wissenschaftlergeschichte der Alten Geschichte in der NS-Zeit verdient gemacht mit ihrem Œuvre eine vergleichbare Wirkung entfaltet haben, wie der Marburger Althistoriker Dr. Volker Losemann. Nicht ohne Grund betonte der Festredner, Prof. Dr. Reinhold Bichler (Innsbruck), dass auch seine eigenen Arbeiten maßgeblich durch die Vorarbeiten von Volker Losemann ermöglicht wurden.

Rund 40 langjährige Freunde, sowie Angehörige von Volker Losemanns leiblicher wie akademischer Familie haben sich am 14. Juli in Kassel versammelt, um der Übergabe des von Kai Ruffing (Kassel), Claudia Deglau (Berlin) und Patrick Reinard (Trier) herausgegebenen Bandes "Klio und die Nationalsozialisten" beizuwohnen. Der Laudatio von Kai Ruffing folgten ein Vortrag von Reinhold Bichler zum Thema "Alexander-Bilder der Forschung im Wechsel der Zeiten – vom Ersten Weltkrieg bis zum Kalten Krieg" sowie ein Empfang, bei dem viele Erinnerungen ausgetauscht, aber auch neue Kontakte zwischen den akademischen Generationen geknüpft wurden.

Volker LOSEMANN
Klio und die Nationalsozialisten. Gesammelte Schriften zur Wissenschafts- und Rezeptionsgeschichte


Herausgegeben von Deglau, Claudia / Reinard, Patrick / Ruffing, Kai


Wiesbaden 2017 (Philippika 106)
ISBN: 978-3-447-10771-6

alle Fotos (c) K. Droß-Krüpe

 

 

Tagung "Crises in Early Religion" in Tartu (Estland)

Tagungsteilnehmer ICAEM 2017 (c) Vladimir Sazonov

Vom 8.-11. Juni 2017 fand in Tartu (Estland) die 17. International Conference for Ancient East-Mediterranean Studies (ICAEM 2017) statt, die von Marit Kõiv, Irmas Nõmmik, Märt Läänemets, Ivo Volt und Thomas R. Kämmerer vom Research Center of Ancient Near Eastern and Mediterranean Cultures sowie von Sebastian Fink und Kerstin Droß-Krüpe vom Teilgebiet Alte Geschichte der Universität Kassel organisiert wurde.

Rund 35 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 12 Ländern präsentierten ihre Forschungen und diskutierten unterschiedlichste Aspekte von antiken Krisenphänomenen aus dem Kontext der Religion.

Eine Publikation der Beiträge, die aus den Bereichen Philosophie, Altorientalistik, Althistorie, Archäologie und Indologie stammten, ist geplant.

Details unter: https://sisu.ut.ee/caemc/icaem2017

 

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Gastvortrag am 07.07.2016

Das Teilgebiet Alte Geschichte lädt ein zum Gastvortrag von

Valeska Hartmann (Marburg)

Caligula – Aufstieg und Fall eines Tyrannen (1979)

Monumentaler Cäsarenporno oder quellengetreue Antikenrezeption im Historienfilm?

 

im Rahmen des Seminars
"Caligula"
(Dr. Kerstin Droß-Krüpe)

Donnerstag, 07.07.2016
12–14 Uhr
Arnold-Bode-Str. 12, Hörsaal 4


Erfolgreiche Sektion zu Antikenrezeption in der Oper bei der ESSHC in Valencia

Die Referenten der Sektion beim ESSHC.
v.l.n.r.: K. Weiand, M. Ortega, A. Garcia, V. Hartmann, K. Droß-Krüpe (Foto: privat)

Initiiert von Dr. Kerstin Droß-Krüpe (Universität Kassel) fand im Rahmen der European Social Science and History Conference (ESSHC) im spanischen Valencia am 30. April eine Sektion zur Antikenrezeption in der Oper statt. 

"The Reception of Ancient Rulers in Baroque Opera" vereinigte Vorträge aus den Fachdisziplinen Alte Geschichte, Altorientalistik, Gender Studies, Kunstgeschichte und der Geschichte der Frühen Neuzeit. Den Vorsitz der Sektion führte Arjan Zuiderhoek (Ghent).

Kerstin Droß-Krüpe (Kassel)
"Semiramide riconosciuta – The queen of Babylon as seen by Baroque opera"
 

Agnès Garcia-Ventura (Rom) & Marta Ortega Balanza (Barcelona)
"Agrippina – femininity between history and stories: redemption through music"
    

Valeska Hartmann (Marburg)
"The power of imagination: The reception of antiquity in the stage design of the 18th century"

Kerstin Weiand (Frankfurt)
"The polyvalence of ancient images in early modern discourses"

 

 

Gastvortrag am 28.01.2016

Das Teilgebiet Alte Geschichte lädt ein zum Gastvortrag von

Valeska Hartmann (Marburg)
Kleopatra und die Oper – eine verhängnisvolle Affäre

im Rahmen des Seminars
"Kleopatra VII. Philopator und ihre Rezeption"
(Dr. Kerstin Droß-Krüpe)

Donnerstag, 28.01.2016
10–12 Uhr
Nora-Platiel-Str. 6, Raum 0211


Tagung zum antiken Textilhandel ein voller Erfolg

Tagungsfoto 'Textile Trade & Distribution in Antiquity 2' (c) R. Frei

Wissenschaftler/innen aus elf Ländern kamen vom 11. bis 14. November 2015 in Kassel für eine Tagung zum antiken Textilhandel zusammen und diskutierten gemeinsam mit rund 20 Tagungsgästen lebhaft über Fragen der antiken Textilökonomie.

Die Tagung mit dem Titel „Textile Trade and Distribution in Antiquity 2“ fand unter der Federführung von Dr. Kerstin Droß-Krüpe (Kassel) und Prof. Dr. Marie-Louise Nosch (Kopenhagen) statt.

Die Tagung setzte dabei eine 2013 an der Universität Marburg veranstaltete Tagung gleichen Titels fort und erweiterte das Themenfeld um moderne wirtschaftshistorische Ansätze. Ermöglicht wurden so neue Einblicke und neue Interpretationsansätze der komplexen Natur antiker Warenaustauschprozesse.

Die Referenten/innen präsentierten unterschiedlichstes antike Quellenmaterial und kombinierten dieses neben den ‚klassischen’ Methoden ihrer jeweiligen Fachdisziplin, oftmals auch mit modernen Analysemethoden und Erklärungsmodellen (Netzwerktheorien, Archäobotanik etc.). Der Blick der richtete sich dabei auf nicht-lokale Textilien oder textile Rohmaterialien, Transportwege, Absatz- und Beschaffungsmärkte und die involvierten Akteure.

Die Publikation der Beiträge ist für 2016 geplant.

Referenten/innen (in alphabetischer Reihenfolge):



  • Ines Bogensperger (Wien)
  • Charlène Bouchaud (Paris)
  • Wim Broekaert (Ghent)
  • Cecilie Brøns (Copenhagen)
  • Brendan Burke (Victoria)
  • Sebastian Fink (Innsbruck)
  • Miko Flohr (Leiden)
  • Monika Frass (Salzburg)
  • Agnès Garcia Ventura (Rome)
  • Margarita Gleba (Cambridge)
  • Laetita Graslin-Thomé (Nancy)
  • Herbert Graßl (Salzburg)
  • Peter Herz (Regensburg)
  • Evelyn Korn (Marburg)

  • Barbara Köstner (Bonn)
  • Elisabetta Lupi (Hannover)
  • Maria Papadopoulou (Copenhagen)
  • Helmuth Schneider (Kassel)
  • Eivind Heldaas Seland (Bergen)
  • Orit Shamir (Jerusalem) 

  • Stella Spantidaki (London)
  • Sabrina Tatz (Bonn)

Die Tagung wurde gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Alexander von Humboldt Stiftung, dem Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) sowie der Groupe de Recherche International ‚Ancient Textiles from Orient to the Mediterranean’ (ATOM). 

Kontakt:
Dr. Kerstin Droß-Krüpe
Universität Kassel - Teilgebiet Alte Geschichte
kerstin.dross-kruepe(at)uni-kassel.de

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2000 Jahre Germanicus-Feldzug

Eine Veranstaltungsreihe der Universität Kassel und der vhs Region Kassel

 

Donnerstag, 24.09.2015, 18 Uhr, 5 €
Kassel, vhs, Wilhelmshöher Allee 19–21, Saal

Dr. Patrick Reinard (Philipps-Universität Marburg):

Rom und Germanien unter Augustus und Tiberius
Thema des Vortrags sind die Beziehungen zwischen Rom und Germanien in der Zeit der ersten beiden Kaiser, Augustus und Tiberius. Wie wurde römische Herrschaft damals organisiert und welche Ziele verfolgte Augustus? Eine Zäsur stellt die sog. Varuskatastrophe 9 n. Chr. dar. Jedoch muss gefragt werden, ob Rom wirklich nach dem Untergang des Varus von einer offensiven Strategie abgesehen hat oder ob dies erst in der Zeit des zweiten Kaisers Tiberius erfolgt ist.

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Donnerstag, 1.10.2015, 18 Uhr, 5 €
Kassel, vhs, Wilhelmshöher Allee 19–21, Saal

Dr. Roland Steinacher (Österreichische Akademie der Wissenschaften):

Die Germanen? Zwischen Konstruktion und Realität
Der scheinbar so geläufige und vertraute Germanenbegriff ist weitgehend eine Konstruktion. Caesar hatte den Begriff eingeführt, und der Historiker Tacitus hat ihn dann erneut verwendet. Erst im ausgehenden 15. Jahrhundert beginnt die wissenschaftliche Verwendung des Germanenbegriffs, der aber auch hier immer widersprüchlich blieb.
Wie es dazu kam und was uns die römischen und griechischen Quellen dazu berichten, ist Thema dieses Vortrags.

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Donnerstag, 5.11.2015, 18 Uhr, 5 €
Kassel, vhs, Wilhelmshöher Allee 19–21, Saal

Dr. Stephan Berke (Universität Trier):

Haltern und Germanicus
In der Zeit der römischen Eroberungsversuche rechts des Rheins (12 v. Chr. bis 16 n. Chr.) stellte der Lippeverlauf eine der Hauptachsen des römischen Vordringens dar. Die zahlreichen römischen Militärstützpunkte entlang des Flusses übernahmen den Schutz des logistischen Rückgrates. Der umfangreichste und bedeutendste Komplex dieser Anlagen liegt bei Haltern, etwa 45 km östlich der Mündung der Lippe in den Rhein bei Wesel. Es scheint sich bei diesem römischen Stützpunkt um die Schaltstelle zur Eroberung des nordwestlichen Germaniens gehandelt zu haben. Haben diese Anlagen mit der Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. ihr Ende gefunden? Was sagen neuere archäologische Forschungen zum Ablauf der römischen Militäroperationen in den Jahren 10 bis 16 n. Chr. unter Tiberius und seinem Nachfolger Germanicus?

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Donnerstag, 12.11.2015, 18 Uhr, 5 €
Kassel, vhs, Wilhelmshöher Allee 19–21, Saal

Dr. Armin Becker (Goethe Universität Frankfurt am Main, Römisches Forum Waldgirmes e.V.)

Rom und die Chatten
Die Chatten (lateinisch: Chatti) waren ein germanischer Volksstamm, der im Bereich der Täler von Eder, Fulda und des Oberlaufes der Lahn siedelte, also in Bereichen des heutigen Nord- und Mittelhessens. Man geht davon aus, dass die Chatten vor 2000 Jahren an den kriegerischen Auseinandersetzungen infolge des Germanicus-Feldzuges beteiligt waren. Diesem und anderen Aspekten wird Dr. Armin Becker in seinem Vortrag nachgehen und erläutern, welche Beziehung zwischen Rom und den Chatten tatsächlich nachweisbar ist.



Neuerscheinung

Kerstin Droß-Krüpe (Hrsg.)

Textile Trade and Distribution in Antiquity – Textilhandel und -distribution in der Antike

Philippika 73

228 Seiten, 50 Abbildungen

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Die Wirtschaft der antiken Welt steht zunehmend im Mittelpunkt des Interesses der althistorischen Forschung. Vor allem um die quantitative wie qualitative Beurteilung des Handels in der Antike wird seit Jahrzehnten in der althistorischen Forschung erbittert gerungen, dennoch wird vielfach in der Forschungsliteratur nicht scharf zwischen Handel und Distribution differenziert. Die im April 2013 in Marburg abgehaltene Tagung „Textile Trade and Distribution in Antiquity“, deren Tagungsakten hier vorgelegt werden, strebte nach einem interdisziplinärem Ansatz, um die Auswertung des antiken Quellenmaterials aus dem Mittelmeerraum mit dem aus dem Vorderen Orient zu verbinden. Der zeitliche Rahmen reicht dabei vom 2. Jahrtausend v.Chr. bis ins frühe 2. Jahrtausend n.Chr.

Gerade am Beispiel der Textilien ist es möglich, Einblicke in die Funktionsweise von antikem Warenaustausch zu erhalten. In vielen Disziplinen gibt es bereits Forschungen zu Handel und Distribution von Textilien, die aber häufig über die jeweiligen Fächergrenzen hinaus nicht wahrgenommen werden. Diesem Desiderat möchte dieser Sammelband entgegenwirken, in dem internationale Experten/-innen ihre Forschungen präsentieren. Ihre Analyseansätze sind dabei so vielfältig wie die vertretenen Fachdisziplinen – Alte Geschichte, Altorientalistik, Archäologie, Textilforschung und Naturwissenschaften bildeten den analytisch-methodischen Rahmen.

Der relativ neue Ansatz der Verknüpfung dokumentarischer Quellen mit archäologischen Funden und naturwissenschaftlichen Analysemethoden erlaubt einen tiefgreifenden Einblick in die Funktionsweise antiker Warendistribution. Das ‚Wer?‘, das ‚Wie?‘ und das ‚Warum?‘ interessieren gleichermaßen. Neben dem Warenaustausch im engeren Sinne spielen ebenso Überlegungen zu Absatz- und Beschaffungsmärkten, Warenpreisen und involvierten Akteuren (Institutionen) eine entscheidende Rolle. Außerdem haben die Posterpräsentationen internationaler Nachwuchswissenschaftler/innen zu Themenfeldern der Textilforschung und/oder antiken Wirtschaftsgeschichte Eingang in den Band gefunden.