Migration, Geschlecht und Gesundheit (DAAD)

DAAD-Projekt mit der Marmara Universität Istanbul, Türkei

Migration, Geschlecht und Gesundheit – Türk-Alman Etkileşimine Farklı Bir Bakış (dt.: Ein anderer Blick auf deutsch-türkische Kontaktzonen)

Migrationsbewegungen zwischen Deutschland und der Türkei haben sich seit der Anwerbung der sog. ‚Gastarbeiter_innen‘ vor mehr als 50 Jahren stark gewandelt. Die sozialwissenschaftliche Migrationsforschung entwickelt angesichts dieser Dynamik, neben den klassischen, ökonomisch orientierten Migrationstheorien neue Ansätze: unter Stichworten wie Intersektionalität und Transnationalität werden neben der kulturellen, religiösen und ethnischen Zugehörigkeit nun mit der sozioökonomischen Situation, Geschlecht und Gesundheit weitere Merkmale kultureller Diversität von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund berücksichtigt. Migrationsforschung in der Türkei setzt sich u.a. mit Binnenmigration, aber auch der zunehmenden Bedeutung der Türkei als Einwanderungsland auseinander. Vor dem Hintergrund der besonderen geopolitischen Lage der Türkei, den sozialpolitischen Veränderungen in den umliegenden Ländern und der EUBeitrittsverhandlungen ist ein Hochschulaustausch zum Thema Migration für beide beteiligte Universitäten höchst interessant. Mit dem Projekt soll ein fachwissenschaftlicher Dialog im Bereich der Migrations- und Geschlechterforschung aufgebaut und intensiviert werden. Daneben soll durch Gastdozenturen und die gemeinsame Bearbeitung des Themas "Migration, Geschlecht und Gesundheit" in der Lehre die Curriculumentwicklung sowie der Austausch zur Lehr- und Lernmethoden gestärkt und damit letztendlich ein Beitrag zur Internationalisierung der Lehre geleistet werden. Auch wird die internationale Mobilität und damit die Qualifikation von (Nachwuchs-)Wissenschaftler_innen, insbesondere von Frauen, erhöht sowie zur fachlichen und interkulturellen Qualifizierung der Studierenden beigetragen. Das Projekt ist in vier aufeinander aufbauende Bausteine wie Blockseminare für Studierende und (Nachwuchs-)WissenschaftlerInnen, Kurzdozenturen, Netzwerktreffen der Wissenschaftler_innen und Nachwuchswissenschaftler_innen
und Symposien mit außeruniversitären Akteuren, die sowohl in Deutschland als auch in der Türkei stattfinden, gegliedert. Es soll langfristig dazu beitragen, dass gesellschaftliche Realitäten sich in Lehre, fachlichem Austausch und Forschung nicht nur thematisch, sondern auch in Form einer gleichberechtigten und wertschätzenden Zusammenarbeit widerspiegeln.


Projektmitarbeiterin: Dr. Pinar Tuzçu

Projektleitung: Prof. Dr. Elisabeth Tuider

Finanzierung: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Laufzeit: 2013–2016