In situ Quantifizierung von Leckagen bei Gebäuden in Holzbauart

Zusammenfassung

In der Deutschen Normung sind Grenzwerte für die Luftdichtheit von Gebäuden vorgegeben. Auch im Rahmen der Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1995 werden Grenzwerte für die Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle genannt. Mit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird erstmals die Dichtheitsprüfung von Gebäuden verbindlich vorgeschrieben, falls eine Anrechnung mechanisch betriebener Lüftungsanlagen im Nachweisverfahren der EnEV erfolgt. Die Möglichkeit, den rechnerischen Luftwechsel bei natürlich gelüfteten Gebäuden bei Einhaltung der entsprechenden Luftdichtheit von n=0,7 h-1 auf n=0,6 h-1 zu reduzieren, stellt eine äußerst wirtschaftliche Maßnahme dar. Damit ist davon auszugehen, dass Luftdichtheitsmessungen zur Prüfung der ausreichenden Dichtheit von Gebäuden künftig zum Standard werden.

Als Kenngröße zur Beschreibung der Luftdichtheit hat sich der Luftwechsel bei einer Druckdifferenz zwischen dem Gebäudeinneren und der Umgebung von 50 Pa als Vergleichswert durchgesetzt. Dieser 'n50-Wert' wird mit einer Blower Door-Messung ermittelt und stellt eine integrale Betrachtung der Leckagen des Gesamtgebäudes dar, läßt jedoch keine Aussage hinsichtlich der Leckageverteilung auf einzelne Bereiche und Konstruktionen des Gebäudes zu.

Bei Luftdichtheitsmessungen, so auch bei vielen Messungen im Rahmen des Forschungsvorhabens "Die Luftdichtheit von Holzhäusern", wird seitens der Bauherren bzw. Bauausführenden jedoch immer wieder die Quantifizierung einzelner Leckagen gewünscht. Auch Mitglieder der Holz-Fertigbaubranche haben diesbezüglich mehrfach Interesse bekundet. Im Rahmen von 'normalen' Messungen für den inzwischen in weiten Bereichen üblichen Nachweis der Luftdichtheit der Gebäudehülle können detaillierte Untersuchungen einzelner Leckagen kaum durchgeführt werden. Bei den meisten Messteams ist weder das erforderliche know-how noch sind die notwendigen Messgeräte vorhanden. Entscheidend ist jedoch, dass in der Regel der Auftraggeber trotz des meist vorhandenen Interesses nicht zu der zusätzlichen Investition bereit ist. Es ist somit davon auszugehen, dass die interessierenden Daten (im Gegensatz zu integralen Gebäudekenngrößen) nicht 'sowieso' ermittelt werden können. Eine gezielte Untersuchung ist hierfür notwendig.

Auf Grund bislang fehlender messtechnischer Möglichkeiten gibt es praktisch keine detaillierten Daten darüber, wie sich die Gesamtleckage auf individuelle, maßgebliche Leckagen verteilt. Auch fehlen quantitative Aussagen zu einzelnen typischen Leckagen. In einigen wenigen Fällen konnten lediglich Teile der ermittelten Gesamtleckage eines Gebäudes durch zusätzlich durchgeführte Messungen verschiedenen Bereichen des Gebäudes zugewiesen werden. Messmethoden, die es erlauben, bei Luftdichtheitsmessungen die Dichtheit einzelner Gebäudebereiche zu quantifizieren, wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens Reproduzierbarkeit von Luftdichtheitsmessungen sowie im Vorhaben Quantifizierung einzelner Leckagen und Leckagewege bei Gebäuden in Holzbauart detailliert untersucht. Damit stehen zuverlässige, gut abgesicherte und flexibel einsetzbare Messmöglichkeiten für die bereichsweise Messung von Gebäuden zur Verfügung.

Laufzeit

10 / 2000 - 02 / 2003

Mittelgeber

Bundesministerium für Wirtschaft, AIF Forschungsprojekt 12611

Detaillierte Infos

Abschlussbericht