Untersuchung von Gebäuden mit Infrarot-Kameras

Anwendungsbereich

Die Infrarot-Thermografie stellt derzeit das wohl wichtigste Verfahren zur Erfassung thermischer Schwachstellen von Gebäuden dar. Das Prinzip der Thermografie beruht darauf, dass jeder Körper aufgrund seiner Temperatur eine charakteristische elektromagnetische Strahlung, auch Temperatur- oder Wärmestrahlung genannt, abgibt. Bei Umgebungstemperatur liegt diese Strahlung in dem für Menschen unsichtbaren, langwelligen Infrarot-Bereich (0,8 - 1000 µm). Mit Hilfe von Wärmebildkameras wird die von der betrachteten Fläche ausgehende Strahlung in elektrische Signale umgewandelt und kann dann als Falschfarbenbild dargestellt werden. Somit werden also bildhafte Informationen über die Oberflächentemperaturen der untersuchten Gebäude geliefert.

Im Bauwesen ermöglicht die Thermografie unter anderem:

  • Überrüfung von Gebäuden hinsichlich wärmetechnischer Schwachstellen
  • Sichtbarmachung verdeckter Konstruktionen (z.B. verputztes Fachwerkhaus Betonständer in Mauerwerk, Stahlträger in Beton, etc.)
  • Wärmebrücken nachzuweisen bzw. zu dokumentieren
  • Lokalisierung von Durchfeuchtungen
  • Auffinden von Warmwasserleitungen bzw. Leckagen in Fußbodenheizungen
  • Abschätzung von Wärmedurchlasswiderständen von Außenbauteilen
  • Visualisierung von Leckagen (in Verbindung mit einem Blower Door System)

Wärmebild eines Fachwerkhauses

Anwendungsbeispiel

Das Wärmebild zeigt ein verputztes Fachwerkhaus. Unter dem Außenputz ist deutlich die Fachwerkkonstruktion zu erkennen. Ausgeprägte Wärmebrücken sind in den Gefachen, am Gebäudesockel und im Bereich der Fenstern zu erkennen.