Fachgebiet

Architektonische Entwurfsarbeit ist ein komplexer Vorgang, der sich gleichermassen aus intuitiven Vorgängen und aus rationalen Strategien zusammensetzt. Aufgabe unserer Lehre ist es, mit den Studierenden den Boden zu bereiten, auf dem sie ihre eigene Entwurfsarbeit zielführend entwickeln können. Nachdem Veränderung die einzige Konstante ist, muss sich Lehre auf die Fähigkeit, Probleme zu lösen, ausrichten, mehr als auf das Lernen fertiger Lösungsmuster. Dazu bedarf es der Schulung von Kreativität und räumlicher Vorstellung, aber auch einer Grundlage solider Kenntnisse und eines Problembewusstseins, das die Studierenden befähigt, zu anderen Zeiten, an anderen Orten und unter anderen Bedingungen die richtigen Fragen zu stellen und Lösungen zu entwickeln.

Die Gebäudelehre ist klassisch ein breit angelegtes Fach mit einem Spektrum von den städtebaulichen Rahmenbedingungen bis zu den ergonomischen Anforderungen an Gebäude – Massstab 1:1000 bis Massstab 1:1. Auf der Basis historischer, soziokultureller und architekturtheoretischer Analysen werden die Eigenheiten von Raum, Struktur, Funktion und Gestalt diskutiert. Anhand typologischer Gruppierungen – wie Wohnungsbau, Arbeitsstätten, Bauten für Bildung, Kultur oder Gesundheit – und anhand von Sonderthemen – wie Barrierefreiheit, Brandschutz, Akustik oder Belichtung – werden Problemverständnis und Qualitätsbewusstsein exemplarisch geschult. Weiter sind die einflussreichen Regelwerke auf den unterschiedlichen Massstabsebenen kennenzulernen und zu hinterfragen. Die kritische Auseinandersetzung mit Geplantem und Gebautem dient der Anreicherung von konkretem Wissen ebenso wie der Entwicklung eines  G e s p ü r s  für Sinn, Inhalt und Qualität von Architektur. Und sie dient der Erfahrung von Räumen und Zusammenhängen.

Dieses screening versetzt uns in die Lage, vorhandene Qualitäten, aber auch Missstände zu identifizieren, aktuelle Strömungen zu prüfen und, wenn es geboten ist, neue Konzepte zu entwickeln.