Animal-Aided Design

Forschung zur Integration von Tierbedürfnissen in die Stadtentwicklung

Die Kernidee der Methode Animal-Aided Design (AAD) ist, das Vorkommen von Tieren als Teil der Gestaltung von Freiräumen integrativ zu planen. Von der Forschungsgruppe Animal-Aided Design wurde dafür eine Methode entwickelt, um die Habitatansprüche von Tierarten für Gestalter*innen so aufzubereiten, dass diese so einfach wie möglich in den Entwurf integriert werden können. Die sogenannten Kritischen Standortfaktoren leiten sich aus dem Lebenszyklus ab und können je nach Lebensphase unterschiedlich sein. Detaillierte Beschreibungen der kritischen Standortfaktoren geben Anhaltspunkte für eine artgerechte Planung, anhand derer das bevorzugte Umfeld der Tiere im jeweiligen Planungsgebiet gestaltet werden kann. AAD ist dabei keine Planung allein für Tiere. Die Planer*innen gleichen die funktionalen Ansprüche, also auch die Bedürfnisse der Zielart, im Entwurfsprozess miteinander ab, entwickeln dafür gestalterische Ideen und vereinen diese im Entwurf. AAD besteht aus vier Arbeitsschritten:


(A) In der Analyse- und Konzeptphase wird das Habitatpotential des Projektstandortes, aber auch dessen Einschränkungen für die Besiedlung mit Tieren erarbeitet. Gleichzeitig werden die Werte, Ängste und Nutzungsansprüche der Stakeholder identifiziert. Daraus abgeleitet erfolgt die Auswahl von Zielarten und die Erarbeitung eines räumlichen Konzeptes für die Erfüllung der Habitatansprüche dieser Arten.

(B) In der Entwurfs- und Detailplanungsphase werden die Bedürfnisse der Tiere an ihr Habitat direkt in die Gestaltung des Standorts miteingeplant.

(C) In der Ausführungs- und Bauphase ist es vor allem wichtig, dass die Maßnahmen korrekt umgesetzt werden. Dies kann zum Beispiel durch ein gezieltes Training der Mitarbeiter*innen der Baufirma erreicht werden. In der Ausführungs- und Bauphase muss auch auf vorhandene Tierbestände Rücksicht genommen werden und der Bau möglichst schonend gestaltet werden.

(D) Ein Monitoring ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte und deren Evaluation bietet Möglichkeiten der Anpassung und dient der Erfolgskontrolle. Wurden die Maßnahmen von den Zielarten angenommen? Wie stehen die Anwohner*innen zu den Maßnahmen? Verursachen die Maßnahmen zusätzliche Kosten bei der Pflege? Die Ergebnisse sollten mit den Stakeholdern besprochen werden und können in die Optimierung des nächsten Planungsprozesses miteinfließen.

Projektleitung
Dr.-Ing. Thomas E. Hauck, Fachgebiet Freiraumplanung, Universität Kassel
Prof. Dr. Wolfgang W. Weisser, Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie, Technische Universität München

Mitarbeiter*innen Uni Kassel
Robert Bischer
Christine Jakoby
Antonia Hille

Mitarbeiter*innen TU München
Beate Apfelbeck
Maximilian Mühlbauer
Jan Piecha
Mona Holy
Vera Thielen
Emanuel Boas Steffani

Animal-Aided Design© ist eine geschützte Wortmarke.

Lehrstuhl für terrestrische Ökologie, TUM

Animal-Aided Design wurde und wird im Rahmen von drei Forschungsprojekten entwickelt:

AAD 1 – Animal-Aided Design – Tiergerechte Gestaltung von Freiräumen im Rahmen der Klimaanpassung
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AAD 2 – Anwendung der Methode Animal-Aided Design im Rahmen von Umsetzungsprojekten zur Mitigation von Effekten des Klimawandels auf die Tiere in der Stadt
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AAD 3 – Animal-Aided Design – Einbeziehung von Tierbedürfnissen in die Planung und Gestaltung von Freiräumen
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