Promotionsthema Dipl. Ing. Kerstin Schneider

"Neue Wege" in der Landschaftsarchitektur - Eine landschaftsarchitektonische Analyse des Orientierungsverhaltens im öffentlichen Freiraum am Beispiel des Bergparks Kassel-Wilhelmshöhe

Mobilitätsmuster von 60 Personen im Nov. 2013

Vielerlei Beobachtungen in der Praxis gaben den Anstoß für das Thema des Promotionsvorhabens, die Gestaltung und Funktion von Orientierungs- und Leitsystemen im öffentlichen Freiraum zu untersuchen. Ein klassisches
Leitsystem zeichnet sich durch die Funktion aus, Personen beim Erkennen und Auffinden ihrer Ziele bestmöglich zu unterstützen und sie mit einer ihnen unbekannten Umgebung vertraut zu machen. Menschen werden durch
solche Systeme in Empfang genommen und im bestmöglichen Fall begleitet es sie vom Ausgangspunkt bis hin zum individuellen Ziel. Es sollte jedoch genau darauf geachtet werden, an welchen Orten solche Systeme Sinn ergeben,
und inwieweit eine bessere Orientierung im Detail gelingen kann. Hierzu muss sich unter anderem mit Vorgängen der Raumkognition und Strategien zur Orientierung und Erschließung auseinander gesetzt werden. Der Fokus der
Arbeit konzentriert sich auf öffentliche, historische Freiräume, welche einst eine private, repräsentative Funktion besaßen, beispielsweise als fürstliche Gärten dienten, inzwischen aber öffentliche Erholungsräume und/ oder
Bildungsstätten sind.

Als Untersuchungsraum dient daher der Bergpark in Kassel Wilhelmshöhe, welcher aufgrund des frisch anerkannten UNESCO Weltkulturerbetitels (Juni 2013), einen hohen Besucheransturm erfährt. Zahlreich kommen Gäste
von überall angereist und wollen zielorientiert die Anlage besichtigen. Weiterhin nutzen das Gebiet viele Anwohner aus Kassel und Umgebung zur Naherholung. Diese sollen wiederum nicht das Gefühl vermittelt bekommen, sich in einer Art Freilichtmuseum aufzuhalten. Dieser Problematik wird auf den Grund gegangen. Ist es möglich ein Orientierungs- und Leitsystem zu entwickeln, welches nutzerorientiert anwendbar ist und sich in den Ort behutsam einfügt? Wie können Planer eine intuitivere Leitung
fördern?

Empirie:
Mittels einer GPS- Erfassung (GPS- Tracking) und einer anschließenden Befragung wurden Daten ermittelt, die einen Nachweis über das aktuelle Bewegungsverhalten
von 450 Parkbesuchern geben. Durch die Verbindung beider Datensätze  können die Bewegungsabläufe der Besucher sehr differenziert betrachtet werden. Beispielsweise kann festgestellt werden, wie sich die Besucher derzeit orientieren oder wie stark Bereiche des Ortes frequentiert sind. Weiterhin kann durch die Befragung bspw. nach Nutzergruppen, Herkunftsort u.v.m. differenziert werden.

betreut von Univ.- Prof. Dipl.-Ing. W. Riehl , Prof. Dr. Dr. Kai Schuster vorraussichtliches Einreichen der Dissertation: Frühjahr 2015
Fachbereich 06 Architektur - Stadtplanung - Landschaftsplanung, Universität Kassel