Forschungsstelle

Klima ist dynamisch und ein allgegenwärtiger Bestandteil unser Umwelt. Die Begrifflichkeit Klimadynamik löst sich von einer linearen planerischen Reaktion auf die Folgen des Klimawandels und unterliegt einer individuellen geografischen und maßstäblichen Zuordnung. Ursache und Wirkung werden erfasst und planerisch übersetzt um Räume aktiv positiv zu beeinflussen. Das Verständnis der Klimadynamik als Prozess ermöglicht die individuelle und ortsgebundene Bewertung und räumliche Übersetzung klimatischer Wirkprinzipien und Einflussfaktoren.
Die anthropogenen auf unsere Umwelt einwirkenden Einflüsse verändern auch unser Klima. Insbesondere seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Verstärkung dieser Einflussnahme messbar, wodurch natürliche Prozesse der Klimadynamik intensiviert werden und so ein klimatisches Ungleichgewicht geschaffen wird. Dies führt wiederum zur Ausprägung einer kausalen Negativspirale mit dem Ergebnis das erhebliche negative Auswirkungen auf den Raum, die Flora, die Fauna und die Gesellschaft auftreten. Eine erhöhte Vulnerabilität der Menschen durch klimatische Einflussfaktoren lässt sich insbesondere in dicht bebauten Räumen erfassen. Andere Folgen sind in der Entstehung befindlich oder noch nicht evaluiert.
Der Begriff Dynamik induziert jedoch auch, dass wir Klima durch die Planung positiv manipulieren können. Der Begriff Klima erfährt dabei keine isolierte Betrachtung. Klima muss als integraler Parameter des Planungs- und Entwurfsprozesses verstanden werden und nicht als vor- oder nachgeschalteter Schritt einer Maßnahmenkette. Der Umgang mit Klimadynamik soll zugleich qualitätsvolle Lebensräume erschaffen.
Handlungsfelder ergeben sich auf diversen Maßstabsebenen, von der regionalen Planung, über die Quartiersentwicklung bis hin zum Detail der Objektplanung und Materialwahl.
Um mit den sich verändernden klimatisch induzierten Rahmenbedingungen angemessen zu arbeiten und diese vorausschauend einplanen zu können, sind folglich Methoden und Strategien für eine nachhaltige Planung und Entwicklung urbaner und ruraler Räume gefragt, welche die Dynamik des Klimas als entscheidungsrelevanten Faktor von Planung und Entwurf berücksichtigen. Diese Auffassung mündet in der Frage, wie anstelle eines reaktiven und segregierenden Planungsprozesses eine agierende und verbindende Planungs- und Entwurfsmethode geschaffen werden kann.

Die Forschungsstelle „Klimadynamik, Raum + Objekt (KliRO)“ widmet sich deshalb dem Ziel, die aktive Vernetzung des Bereichs Klima in Planung und Entwurf auf Forschungs-, Anwendungs- und Lehrebene zu forcieren. 
Ziel ist die Omnipräsenz und Wechselwirkungen von Klima und Raum als Einheit zu erfassen, zu verstehen und für Wissenschaft, Planung und Gesellschaft nutzbar zu machen.
Die Forschungsstelle KliRO ist am Fachgebiet Landschaftsarchitektur | Technik des Fachbereichs 06 Architektur Stadtplanung Landschaftsplanung an der Universität Kassel verankert. KliRO versteht sich als Kontakt- und Schnittstelle des Themenfelds Planung und Entwurf zur Klimadynamik im Kontext der gebauten Umwelt.  
Im universitären Kontext liegt der erweiterte Fokus auf der Vermittlung von Wissen moderner Geoinformationssysteme deren erweiternden Anwendung und der Entwicklung methodenbasierter und (teil-)automatisierter Datenbanken als Analyse-, Planungs-, Entwurfs, und Kommunikationswerkzeug. Im wissenschaftlichen Eigeninteresse führt die Forschungsstelle eigene Forschungsarbeiten durch und bietet im Fachbereich Lehrinhalte an.
Während interdisziplinäre Forschung und Lehre die Grundlagen bilden, wird das Selbstverständnis durch den Bereich der Vernetzung des spezifischen Wissens sowie der Beratung interessierter öffentlicher und privater Institutionen ergänzt und erweitert.