Muezzine, Fluglärm, Touristification & mehr – Vorstudie zu aktuellem bürgerschaftlichen Protest in der lokalen räumlichen Planung in Berlin

In den vergangenen Jahren sind bürgerschaftliche Proteste mit Bezug zur lokalen räumlichen Planung vermehrt beobachtet worden. Erste Untersuchungen aus den Sozialwissenschaften sowie verschiedene Beiträge im planungswissenschaftlichen Diskurs deuten auf eine veränderte Qualität gegenüber früheren Protestphasen an. Das Projekt soll eine empirisch fundierte Grundlage für eine stärkere Integration der Protest-Perspektive in planungstheoretische Diskurse wie die um Partizipation, Konflikt und Macht schaffen, die bislang aufgrund diskontinuierlicher Beforschung weitgehend fehlt. Aufbauend auf Erkenntnissen der sozialwissenschaftlichen Protesttheorie, deren Übertragbarkeit zu überprüfen ist, wird das Vorhaben aktuelle lokalpolitische bürgerschaftliche Proteste – verstanden als eigenständige kollektive politische Strategie, die anlassbezogen auf eine öffentliche Zuspitzung von Konflikten abzielt – in bundesdeutschen Großstädten erheben (Art und Umfang), typologisieren, auf die Beziehungen zwischen Planung und Protest hin analysieren und die Ergebnisse in den planungstheoretischen Diskurs einordnen. Das Forschungsdesign verbindet quantitative, qualitative und partizpatorische Forschungsmethoden. Die Vorstudie am Beispiel Berlins dient der Überprüfung des vorgesehenen Methoden-Mixes aus einer erweiterten Protestereignisanalyse und vertiefenden Fallstudien, die durch einen partizipativen Ansatz zur Integration von Beforschten und weiteren Wissenschaftlern gerahmt werden.

Projektlaufzeit: Juni 2015 bis Mai 2016
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektmitarbeit: Prof. Dr. Uwe Altrock, Dipl.-Ing. Grischa Bertram