Räumliche Planung und wohnungspolitische Standortentscheidungen in Südafrika

Ndancama housing development and TRA, Republic of South Africa (RSA)

Viele Jahre lang mussten Südafrikas Gemeinden mit Rechtsunsicherheit bezüglich ihrer Planungsbefugnisse und mit der Überlagerung von Planungsgesetzen umgehen, die unterschiedliche Regeln und Institutionen beförderten. Viele Städte und Gemeinden sind mit einer riesigen Nachfrage nach Wohnungen für Geringverdiener konfrontiert, die von den Bewohnern informeller Siedlungen ausgeht. Gleichzeitig fordern übergeordnete Regierungsstellen die Umsetzung von Wohnungsbauprogrammen, die nicht immer den lokalen Prioritäten entsprechen.

Vor diesem Hintergrund versucht die Studie das gesicherte Wissen über die Akteure zu vergrößern, die innerhalb und außerhalb der Regierung an der Governance der Landnutzung und des Wohnungswesens beteiligt sind, und über die (formalen und informellen) Regeln und Institutionen, auf die sich die Akteure in diesem Prozess berufen. Die Studie wird untersuchen, inwieweit wohnungspolitische Standortentscheidungen von gesetzlich geforderten Planungsinstrumenten wie Raumentwicklungsplänen (spatial development frameworks) und den „Wohnungskapiteln“ der integrierten Entwicklungsplanung geleitet werden. Analytische Governance-Konzepte werden angewandt um strukturelle und kulturelle Einflussfaktoren auf konkrete Planungspraxen zu erklären. Fallstudien aus verschiedenen Provinzen, die sich sowohl auf die Aufwertung informeller Siedlungen als auch auf neue Wohnungsbauvorhaben beziehen, sollen zur komparativen Erforschung der Raumplanungssysteme beitragen. Durch die Verbindung von Governance- und Performanzanalysen der Planungspraxen will die Studie auch zur internationalen Debatte über angemessene Ansätze der Raumplanung in Schwellenländern beitragen, die von sehr großen wirtschaftlichen Disparitäten und kultureller Differenz geprägt sind.

Projektlaufzeit: September 2017 bis August 2020
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektmitarbeit: Prof. Dr. Uwe Altrock, Dipl.-Ing. Gerhard Kienast