Das Fachgebiet ‚Landschaftsplanung und Kommunikation‘ präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse auf dem Workshop des AK Landschaftsforschung in Schweden
Prof. Dr. Markus Leibenath reflektierte gemeinsam mit Prof. Dr. Ludger Gailing (BTU Cottbus) Themen und Möglichkeiten für Landschaftsforschung in einer Zeit von ‚Post-Nachhaltigkeit‘. Ausgehend von der Beobachtung, dass landschaftsbezogene Fragen von Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit zunehmend von Themen wie Sicherheit und Stabilität überlagert werden, knüpften sie an kritische Literatur zu aktuellen gesellschaftlich-politischen Entwicklungen an. Sie stellten unter anderem heraus, dass Narrative über Fortschritt zunehmend von Narrativen über Verlust und Resilienz abgelöst werden.
Svenja Bochinski stellte Ergebnisse aus ihrem Dissertationsvorhaben im Forschungsprojekt „Stadtregionale, beteiligungsorientierte Landschaftspolitik ‚in the making‘“ innerhalb der DFG-geförderten Forschungsgruppe „Neue Suburbanität“ vor. Am Beispiel des Stadterweiterungsvorhabens Dietenbach in Freiburg i. Br. zeigte sie die Maßstäblichkeit divergierender Nachhaltigkeitsverständnisse für die Entwicklung suburbaner Freiflächen auf. Sie argumentierte, dass skalensensible Diskursanalysen das Verständnis von Planungskonflikten um Großprojekte über den vermeintlichen Gegensatz „öffentliches Interesse an nachhaltiger Raumentwicklung vs. NIMBYs“ hinaus vertiefen können.
Ebenfalls im Rahmen dieses Forschungsprojekts gab Nadja Diemunsch Einblicke in Ergebnisse ihres Dissertationsvorhabens. Sie stellte heraus, wie auf Partizipationsveranstaltungen zu einem umstrittenen Siedlungserweiterungsvorhaben im Münchner Norden unterschiedliche Vorstellungen guter Beteiligung sprachlich und materiell-praktisch hervorgebracht (performt) werden. Anhand von Methodenliteratur und eigenen Ergebnissen diskutierte sie, wie sich praxeologisch informierte Ethnografie und poststrukturalistische Diskursanalyse integrieren lassen, um die jeweiligen blinden Flecken der Ansätze zu reduzieren.