Plagiat-Zerstörung Wagenfeld Leuchten (2019)

Neue Galerie Kassel, Samstag, den 7. September 2019 (Kasseler Museumsnacht)

In der Ausstellung bauhaus | documenta. Vision und Marke (24 Mai bis 8. September 2019 in der Neuen Galerie Kassel) spielte nicht nur die berühmte Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld eine zentrale Rolle, sondern auch die unzählbaren Plagiate, die von dieser Bauhaus-Ikone gefertigt werden. Um das stetig wachsende Interesse und die weltweite Verbreitung dieser Leuchte zu veranschaulichen, wurden für die Ausstellung zahlreiche Plagiate sowohl in einer großen Lichtinstallation eingesetzt als auch zur Ausleuchtung der Ausstellung benutzt.

Wilhelm Wagenfeld hat zur Herstellung der Reeditionen ausschließlich die Firma Tecnolumen autorisiert, weshalb der Bremer Produzent ein wachsames Auge auf die Nachahmer und Produzenten von Plagiaten hat. Der Ausstellung hat er die eigens gesammelten Nachahmungen zur Verfügung gestellt unter der Auflage, diese mit Beendigung der Ausstellung zu vernichten.

Am vorletzten Ausstellungstag wurden im Rahmen der Kasseler Museumsnacht diese Plagiate in einer gemeinsamen und öffentlichen Veranstaltung zerstört, wie es in der Industrie mit Fälschungen von markenrechtlich geschützten Produkten regelmäßig geschieht. Das provokante Format – bei dem funktionstüchtige Leuchten zerstört werden, weil sie nicht den Urheber- und Markenrechtskriterien entsprechen – verweist auf die Paradoxien der Marke Bauhaus in Hinsicht auf Fragen von Gebrauchswert und Tauschwert.

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