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Stellungnahme von Mitgliedern der Fachschaft ASL zur Räumung der Mönchebergstraße 40-42

Mitglieder der fachschaft asl nehmen Stellung zu den Geschehnissen rund um die Besetzung der Mönchebergstraße 40-42.

"Mit der Pressekonferenz am 19.06. wurde das unkooperative und undemokratische Verhalten des Präsidiums der Universität Kassel direkt in den Räumen unseres Fachbereiches spürbar. Wir sprechen uns für studentische Freiräume an der Universität Kassel und eine offene Diskussionskultur zwischen allen Akteur*innen aus."

Stellungnahme zur Räumung der Mönchebergstraße 40-42

Kulturelle und politische Freiräume sind aus unserer Sicht essentiell für eine kritische Zivilgesellschaft. Sie dienen als Raum für offene Diskussionen und Veranstaltungen aller Art und ermöglichen die Selbstverwirklichung von Einzelnen.

Dafür müssen materielle und institutionelle Hürden abgebaut werden. Diesem Ziel hatte sich die Initiative "Unsere Villa" verschrieben. Ihre Besetzung der Villa Rühl hätte zu einem neuen soziokulturellen Zentrum in Kassel führen können. An einer Schnittstelle zwischen Stadt und Universität liegend, hätte sie insbesondere als Ort des Austausches zwischen der Hochschule und den Stadtbewohner*innen dienen können.

Für uns ist die Universität nicht nur eine Bildungs- und Forschungseinrichtung, sondern auch eine städtische Akteurin, welche die Vielfalt an aktuellen und kritischen Diskursen und Bildungsplattformen in der Stadt fördern sollte. 
Studentisch geprägte Räume, wie der Freiraum des Lucius-Burckhardt-Platzes, wurden ohne große Kooperation und Partizipation umgestaltet. Vor diesem Hintergrund und auch angesichts des Wachstums und der baulichen Entwicklungen sollten ungenutzte Flächen der Universität Kassel neu gedacht werden. Dabei sind durch die Universität gestaltete Räumlichkeiten, wie die Kopfbauten, kein Ausgleich für selbstständig von Studierenden angeeignete Räume. Mit der Initiative “Unsere Villa” entstandene Chancen hätte in einem offenen Dialog diskutiert werden können.

Stattdessen hat sich das Präsidium der Universität Kassel dazu entschlossen, den Entwicklungen gewaltsam ein Ende zu bereiten. Am frühen Montag, den 19. Juni, wurde das besetzte Gebäude geräumt. Damit übergeht die Universitätsleitung die zahlreichen Stimmen aus Politik und Zivilgesellschaft, welche sich mit der Initiative und einer Duldung ihrer Nutzung der Villa solidarisiert hatten. 

Jetzt gilt es, die Initiative und ihre berechtigten Anliegen weiter zu unterstützen und sie nicht zu kriminalisieren. Die Universität sollte sich gemäß ihren Aussagen vom 6.06. in der HNA kooperativ verhalten:  "Man unterstütze das Anliegen, dieses Thema in der Stadtgesellschaft zu platzieren, sagte Uni-Präsident Prof. Dr. Reiner Finkeldey. <Jedwede Vermittlung setzt allerdings voraus, dass der illegale Zustand schnellstmöglich beendet wird>".
Das Vorgehen der Universität steht in scharfem Kontrast zu dieser Aussage. Die Pressekonferenz am 20. Juni hätte als Startpunkt für eine kooperative Auseinandersetzung mit den Forderungen der Besetzer*innen dienen können. Stattdessen war es weder Interessierten, noch dem AstA als Vertretung der Studierendenschaft möglich, an der Veranstaltung teilzunehmen. Deren kurzfristige Bekanntmachung und Verlegung in das periphere ASL-Gebäude erscheinen als Taktik zur Vermeidung von Kritik. Das gesamte Gebäude wurde abgeriegelt. Selbst Studierende und Mitarbeiter*innen des Fachbereichs ASL durften ihre Veranstaltungen und Räumlichkeiten nicht erreichen. Dieses Vorgehen und das massive Polizeiaufgebot kann als Provokation verstanden werden, die sich schließlich am Tag der Pressekonferenz auch in dem eskalativen Verhalten der Polizist*innen zeigte.

Wir sehen die oben genannte Aussage des Präsidenten als eine Selbstverpflichtung der Universität an, sich nun erst Recht mit den Inititator*innen von “Unsere Villa” über eine alternative Umsetzung ihrer Vorhaben zu unterhalten. Das bedeutet insbesondere, dass die Universität ihre institutionelle Vernetzung in der Stadt als Ressource für die Inititiator*innen bereitstellen sollte. So kann deren Anliegen weiter auf der stadtpolitischen Agenda gehalten werden. Die Initative "Unsere Villa" sollte nicht kriminalisiert werden. Wir fordern die Universität auf, die Strafverfolgung der Besetzer*innen einstellen zu lassen.

Wollt ihr dieses Stellungnahme ebenfalls mit eurem Namen unterstützen, schickt einfach eine kurze Mail an fachschaft@asl.uni-kassel.de


Unterzeichner*innen: 

Clara von den Driesch (fachschaft asl)

Julian Becker (fachschaft asl)

Vivienne Graw (fachschaft asl)

Helen Hebing (fachschaft asl)

Gamze Yagimli (fachschaft asl)

Pia Bültmann (fachschaft asl)

Rune Hattig (fachschaft asl)

 

 


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Öffentliche Stellungnahme von Wissenschaftlichen Beschäftigten aus dem FB06 /ASL zum Lucius-Burckhardt-Platz und der Planungskultur auf dem Campus der Universität Kassel

Jetzt hat sich auch der wissenschaftliche Mittelbau geäußert - und er schließt sich unserer Stellungnahme (s. unten) weitestgehend an:

Nach der Entfernung der Bäume und Sträucher vor dem Café DesAstA am 23.02.2016 hat die Fachschaft des Fachbereichs 06 die Zerstörung der Vegetation und die fehlende Beteiligung der NutzerInnen an der Planung deutlich kritisiert. Zugleich forderte sie, dass auch studentische Initiativen und AnwohnerInnen bei den Planungen für die Weiterentwicklung des Campus aktiv beteiligt werden.

Als Wissenschaftliche Beschäftigte des FB 06 unterstützen wir die von der Fachschaft vorgetragenen Positionen und das gleich aus mehreren Perspektiven. Als NutzerInnen des Lucius-Burckhardt-Platzes schätzen wir den Platz als Ort des Verweilens, Raum für selbstorganisierte Projekte und Scharnier zwischen Universität und Stadtteil. Als ArchitektInnen und PlanerInnen sehen wir uns in der Tradition einer Planungskultur, die vom Bestand ausgeht und von den Menschen, die ihn nutzen. Diese Tradition wurde in den 1970er und 1980er Jahren von Lucius Burckhardt und anderen Mitgliedern des ehemaligen Fachbereichs Landschaftsplanung, Stadtplanung begründet. Auch die Entscheidung, die Universität am Holländischen Platz anzusiedeln, lässt sich auf eine Initiative der damaligen OE 06 (heute FB 06) zurückführen. (Die ursprüngliche Planung hatte vorgesehen, die Universität auf der Dönche oder an einem anderen externen Standort zu errichten. Stadtentwicklungspolitisch profitiert die Stadt bis heute von der revidierten Entscheidung.) Als Lehrende ist es uns wichtig, diese Tradition lebendig zu halten. Wollen wir unseren Studierenden ein gutes Beispiel auf ihren beruflichen Weg mitgeben, müssen wir uns dafür einsetzen, dass die Planungen der Universität vorbildlich ablaufen. Als Mitglieder der Universität sind wir gewillt daran mitzuwirken.

Aufgrund zeitlich befristeter Arbeitsverträge sind die meisten von uns erst seit kurzem in Kassel und waren daher nicht in die Planung und Umgestaltung des Campus einbezogen. Langjährig Beschäftigte allerdings auch nicht. Wir nehmen aber wahr, dass der Lucius-Burckhardt-Platz einer der wenigen Räume auf dem Campus ist, der von den Nutzerinnen und Nutzern selbst gestaltet wurde. Allein dies sollte nach unserem Planungsverständnis Grund genug sein, auf diesen Ort besondere Rücksicht zu nehmen. Es ist die Aufgabe der für den Bau verantwortlichen KollegInnen, die NutzerInnen aktiv in den Prozess der Umgestaltung einzubeziehen. Teil der Aufgabenbeschreibung der mit der Neuplanung beauftragten LandschaftsarchitektInnen hätte es sein müssen, die NutzerInnen an der Neukonzeption zu beteiligen und die Qualitäten des Bestands zu bewahren.

Da dies nicht erfolgt ist, waren die Proteste der NutzerInnen vorprogrammiert. Die Demonstrationen auf dem Lucius-Burckhardt-Platz und die Kritik der Fachschaft sind auch nicht ohne Wirkung geblieben. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema hat sich der Präsident der Universität öffentlich für das Vorgehen entschuldigt und versprochen, die Informationspolitik zu verbessern (HNA vom 26.03.2016). Auf der Homepage der Universität wurden detaillierte Pläne für die Freiraumgestaltung veröffentlicht. Schließlich haben die Bauabteilung der Universität und das beauftragte Planungsbüro K1 am 28.04. an einer Ideenwerkstatt der Initiative „Lucius-Burckhardt-Platz bleibt!“ und des AStA teilgenommen.

Im Rahmen dieses Workshops haben sich viele TeilnehmerInnen auf Lucius Burckhardt berufen und eine Planung nach dem „Prinzip des kleinstmöglichen Eingriffs“ gefordert, dazu ein „prozesshafte(s) Vorgehen, das Prüfungen, Reflexionen, Zurücknahme oder Korrekturen ermöglicht“ (aus einem Thesenpapier der einladenden Initiative). Die Vertreter der Bauabteilung und das Büro K1 erläuterten die Neugestaltung des Platzes. Als wesentliche Gründe wurden dabei die Verlegung neuer Infrastruktur im Boden, der Wunsch nach einer einheitlichen Gestaltung der Außenräume auf dem Campus sowie nach erhöhter Offenheit und Funktionalität des Platzes angeführt. Demgegenüber haben Mitglieder der Initiative „Lucius-Burckhardt-Platz bleibt!“, Studierende, Lehrende und Anlieger im Rahmen des Workshops zahlreiche und sehr differenzierte Gestaltungswünsche zusammen getragen. Zu den wichtigsten Forderungen gehörten die Wiederherstellung einer rahmenden Baumpflanzung am Biergarten, eine offene und freie Platzmitte für unterschiedliche Formen temporärer Aneignung und „so viel wassergebundene Decke wie möglich“. Wie die Universität mit diesen Wünschen der NutzerInnen umgeht, blieb dabei zunächst offen. Allerdings hat die Bauabteilung wiederholt auf sogenannte Sachzwänge wie unterirdische Leitungen und die bereits bestellten Bodenplatten hingewiesen.

Als wissenschaftliche Beschäftigte appellieren wir an die Leitung der Universität, trotz der bereits weit fortgeschrittenen Planung ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Gestaltungswünsche der NutzerInnen zu berücksichtigen. Manche Leitungen lassen sich auch ohne große Mehrkosten anders verlegen. Die Einheitlichkeit der Gestaltung sollte kein Fetisch sein, weil die gestalterische Angleichung der Freiräume ihre spezifische Entwicklung überdeckt, die vielfältige Nutzung verkennt und der unterschiedlichen Bebauung widerspricht. Der besondere Charakter des Ortes, wo studentische Initiativen über zwei Jahrzehnte einen öffentlichen Raum geschaffen haben und sich die Universität zum Stadtteil hin öffnet, würde eine abweichende Materialität und Gestaltung rechtfertigen. Dabei sind trotz der Gegensätze zwischen der beauftragten Planung und den Gestaltungswünschen der NutzerInnen auch an vielen Stellen Kompromisse möglich.

Desweiteren möchten wir die Universitätsleitung dazu auffordern, im Sinne von Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Stadtklima und Ökologie, für die die Universität Kassel mit ihrem Forschungsprofil steht, die Planungen und Materialwahl für den nördlichen Campus anzupassen. Im Gegensatz zur Verwendung von aus China importierten Granitplatten halten wir eine ökologische Variante für möglich, die Versickerung von Regenwasser ermöglicht und vor allem lokale Materialien nutzt.

Über den konkreten Ort hinaus hoffen wir, dass die Weiterentwicklung des Campus sich auf Grundlage einer breiten und möglichst ergebnisoffenen Partizipation der NutzerInnen vollzieht. Die Universität Kassel sollte nicht hinter die Planungsprinzipien zurückfallen, die hier zu Zeiten Lucius Burckhardts gedacht und praktiziert wurden. Dass die mit dem Namen des früheren Hochschullehrers verbundene Planungsphilosophie auf der Architektur-Biennale von Venedig (2014) aufgegriffen wurde, zeugt von ihrer Aktualität. Auch der Leiter der nächsten documenta, Adam Szymczyk, der sich positiv zur ehemaligen Platzgestalt äußerte, hat Interesse an dem hier gelehrten Gedankengut angemeldet und zeigt damit, dass eine große internationale Aufmerksamkeit besteht.

Wir möchten die Universitätsleitung dazu auffordern auf diese internationale Anerkennung zu reagieren, – am Lucius-Burckhardt-Platz ebenso wie bei der weiteren Entwicklung des Nord-Campus – dem Bestand und eingespielten Nutzungen konsequent Vorrang vor dem Entwurf zu geben und wenn nötig auch Entscheidungen aufzuschieben, um eine echte Beteiligung der NutzerInnen und AnwohnerInnen zu ermöglichen. Breite Information über die Ziele der Hochschule ist dabei eine notwendige Voraussetzung. Beteiligung, wie sie Lucius Burckhardt verstanden hat, geht aber weit darüber hinaus und ermöglicht, dass sowohl Ziele auch die Mittel, sie zu erreichen, in Frage gestellt werden können.

In diesem Prozess möchten wir als aktuelle und zukünftige NutzerInnen beteiligt werden, bieten uns aber auch als VermittlerInnen an, wenn dies von der Leitung der Universität gewünscht ist.

Beste Grüße,

Ella von der Haide
Heidrun Hubenthal
Gerhard Kienast
Achim Vorreiter
Frank Lorberg
Daniel Münderlein
Thomas Hauck
Moritz Merten
Simone Theile
Helmut Aebischer
Heike Neusüß
Simone Markert
Christiane Rhede-Bauers
Felix Kühnel
Markus Schwarzer


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Stellungnahme der Fachschaft ASL zum Lucius-Burckhardt-Platz an das Präsidium der Uni Kassel

Sehr geehrte Damen und Herren,

Als am Morgen des 23.2.2016 die Sträucher und Bäume vor dem Café Desasta auf dem Lucius-Burckhardt-Platz entfernt worden waren, war der Aufschrei groß. AnliegerInnen und SympathisantInnen waren entsetzt und sauer. Auch der AStA ließ vernehmen, dass er von dieser Maßnahme nicht unterrichtet worden sei. Die Universitätsleitung bedauert, dass die Information über die bevorstehende Bautätigkeit nicht bis zu den NutzerInnen des Lucius-Burckhardt-Platzes durchgedrungen sei, sie hätte den AStA aber darüber informiert.

Ungeachtet dessen, ob die Informationen verloren gegangen sind oder nicht, reihen sich die Geschehnisse um den Burckhardt-Platz in ein Planungsverständnis ein, das seit langer Zeit überwunden sein müsste und das für eine moderne und zudem demokratisch organisierte Bildungseinrichtung wie die Universität Kassel nicht angemessen ist. Der Umgang mit dem Burckhardt-Platz steht im starken Kontrast zu den Ideen des Namensgebers und der an unserem Fachbereich gelebten Haltung zur Rolle und Aufgabe von Planung und Baumaßnahmen dieser Art.

Bereits die Verlegung der Fahrradwerkstatt, auch durch Studierende unseres Fachbereichs entworfen und errichtet, konnte nur gegen große Widerstände durchgesetzt werden, obwohl sich hier bereits seit 2009 sowohl Studierende, Angestellte und AnwohnerInnen als auch der Ortsbeirat gemeinsam für den Erhalt der Werkstatt und ihrer Bedeutung für den Platz und das Quartier einsetzten. Dass der Aufenthaltsbereich vor dem Desasta während der Bauzeit des HCC überhaupt bestehen konnten, beruht übrigens ebenfalls auf dem starken Engagement dieser Beteiligten - geplant war eigentlich die Belegung der gesamten Fläche des Platzes als Feuerwehrdurchfahrt und Baulogistikfläche.

In der jüngeren Vergangenheit sorgte das Verhalten der Bauabteilung gleich mehrfach für Verwunderung: Den Umbaumaßnahmen vor der Zentralmensa mussten der gesamte Baumbestand und jegliche Freiraumgestaltung weichen. Welches Ziel die Maßnahmen haben oder wie die neue Gestaltung aussehen soll ist unbekannt. Sollte sie nicht wieder hergestellt werden, ist ein durch Studierende gestalteter Grünraum zerstört worden. Aktivitäten wie die in der HNA als „Ärger um Sperrmüll-Kunstwerk an der Uni Kassel“ beschriebene Intervention durch KollegInnen an unserem Fachbereich waren Versuche, mit der neuen Situation zwischen Desasta, neuem Campuscenter und versetzter Fahrradwerkstatt umzugehen. Ohne Feingefühl für die Aneignung des Raums, die von vielen Studierenden binnen weniger Stunden angenommen wurde, drohte die Universitätsleitung noch am nächsten Tag mit weitreichenden Sanktionen, weshalb die Installation bereits am darauffolgenden Tag wieder durch die ErbauerInnen entfernt werden musste. 

Diese Liste ließe sich mit den Auseinandersetzungen um den Schallschutz und den Fortbestand des K19 oder der Umsetzung des städtebaulichen Konzepts beim Science Center fortsetzen, alles Beispiele, die daran zweifeln lassen, dass Universitätsleitung und Bauverwaltung Interesse an einer gemeinsamen und zielorientierten Entwicklung des Lern- und Forschungsumfeldes haben.

An diesen Beispielen wird deutlich, welche Haltung zur Führung einer Institution in Teilen der Universität Kassel besteht. Die Maßnahmen am Burckhardt-Platz sind nur der vorläufige Höhepunkt des restriktiven und wenig kooperativen Verhaltens.

Dass solche Verfahren auch anders ablaufen könnten zeigt der studentische Wettbewerb um das möglicherweise entstehende Studierendenhaus im Zentrum des neuen Campus Nord. Auch wenn hier die Einbindung der breiten Studierendenschaft und des AStA an vielen Stellen ausbaufähig und der Prozess insgesamt sehr intransparent ist, kann der Ansatz „Studierende planen für Studierende“ als eine richtige Tendenz genannt werden. Auch bei dem Projekt „Entwerfen für die Lücke“ zwischen Kopfbauten und K19 nahm die Bauverwaltung die professionelle Unterstützung der Studierenden in Anspruch. So geht es doch auch! 

Von einer der bekanntesten Positionen Lucius Burckhardts, dem Credo des kleinstmöglichen Eingriffs, ist auf dem nach ihm benannten Platz selbst heute leider nichts mehr zu sehen. Der Platz fungierte seit über 20 Jahren als Treffpunkt verschiedenster NutzerInnen, als identitätsstiftende Plattform im Zusammenleben von Universität und Stadtteil. Ein besonderer Ort mit einer langen Geschichte und vielen Geschichten, gestaltet und belebt durch eine Vielzahl selbstorganisierter Projekte und eine bunte Mischung an NutzerInnen. Es stellt sich die Frage, wie die Interessen von NutzerInnen und BürgerInnen aus dem Quartier wahrgenommen werden können, wenn selbst so artikulationsfähige Institutionen wie das Desasta und der AStA sich beim Präsidium und der Bauabteilung kein Gehör verschaffen können. Ein wertschätzendes Verhalten gegenüber dieser lebendigen und offenen Tradition an der Universität Kassel wäre wünschenswert gewesen. Im Sinne Burckhardts besteht gute Planung auch darin, an bestehende Strukturen anzuknüpfen und sie weiterzudenken, um alte Qualitäten zu erhalten und Neues zu ermöglichen.

Der Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung unterstützt die Bemühungen, den Lucius-Burckhardt-Platz in seiner wichtigen Funktion für Universität und Stadtteil zu erhalten und seine Gestaltung durch einen kooperatives Verfahren zu verhandeln. Es wird zudem grundlegend begrüßt und gefördert, dass studentische Initiativen, AnwohnerInnen und Projekte, nicht nur des Fachbereichs 06, an der Gestaltung aktiv und kooperativ beteiligt werden. Das Weiterbauen am Campus ist nötig. Doch ohne verstärkte Kommunikation und ein kooperativeres Planungsverfahren wird es keine versöhnliche Lösung geben.

gezeichnet

fachschaft asl


Umzug verschiebt sich weiter

Anders als bisher geplant zieht unser Fachbereich nun doch noch nicht zum Sommersemester um - mit etwas Glück (und gründlicher Planung?) wird es vielleicht im Wintersemester was..

Was daran gut ist?
Wir können Euch noch ein weiteres Semester Arbeitsräume zur Verfügung stellen - die fallen im Neubau nämlich leider erstmal weg. Vielleicht ändert sich das dann mit Fertigstellung der Produktionshalle..


Neue Öffnungszeiten während der vorlesungsfreien Zeit