Forschungsschwerpunkt Economic Behavior and Governance

Inhalt

Im Forschungsschwerpunkt Economic Behavior and Governance (EB&Go) wird verhaltenswissenschaftlich fundierte wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Forschung auf internationalem Niveau mit klarer Anwendungsorientierung betrieben. Anwendungsorientierung bedeutet dabei, dass sich die wissenschaftliche Analyse primär auf die Behandlung wirtschafts-, rechts- und gesellschaftspolitisch zentraler Probleme und Phänomene fokussiert. Damit leistet der Forschungsschwerpunkt einen Beitrag zur Beantwortung gesellschaftlich relevanter Fragen. Zugleich wird eine bewusste Profilbildung und Abgrenzung gegenüber einer rein an wissenschaftsimmanenter Theoriebildung orientierten wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Forschung vorgenommen.

Der Forschungsschwerpunkt EB&Go verbindet das innovative volkswirtschaftliche Gebiet der Verhaltensökonomik mit der Governance-Forschung, die am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften wie auch an der Universität Kassel insgesamt gut etabliert ist. Die Umsetzung des Forschungsschwerpunkts folgt zwei Leitprinzipien: zum einen Interdisziplinarität, zum anderen eine flexible thematische Orientierung. Interdisziplinarität kennzeichnet sowohl die Verhaltensökonomik als auch die Governance-Forschung. Beide Forschungsfelder werden disziplinübergreifend von wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Ansätzen aufgegriffen; beide Forschungsfelder stehen zudem im engen Dialog mit den anderen Verhaltens- und Sozialwissenschaften. Die in EB&Go angelegte thematische Flexibilität ermöglicht dem Fachbereich, sich an den etablierten Forschungsschwerpunkten der Universität Kassel auszurichten, insbesondere in den Themenfeldern Umweltökonomik, Regionalökonomik und Innovationsökonomik. Dadurch kann das vorhandene Profil von Fachbereich und Universität nutzbar gemacht und weiter ausgebaut werden. Zugleich gewährleistet die Flexibilität die notwendige Anpassungsfähigkeit gegenüber neuen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Herausforderungen.

Kooperationen nach innen und außen

Der Forschungsschwerpunkt EB&Go generiert erhebliches Synergiepotenzial im Fachbereich und in der Universität. Innerhalb der Wirtschaftswissenschaften ist zu konstatieren, dass die Schnittmenge zwischen moderner Volks- und Betriebswirtschaftslehre ständig wächst, was sich in einer Vielzahl bestehender fachübergreifender Kooperationen innerhalb des Fachbereichs (etwa im Bereich des Nachhaltigen Wirtschaftens oder der Wirtschaftspsychologie) ebenso niederschlägt wie in Kooperationen mit auswärtigen Partnern. Ähnliches gilt für die Kooperation zwischen Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, welche weite Bereiche der Corporate Governance und der Public Governance nur gemeinsam untersuchen und verstehen können. Die lange Tradition dieser Kooperation drückt sich im Fachbereich in dem seit über zwanzig Jahren wöchentlich stattfindenden „Kolloquium Recht und Ökonomie“ und wiederum einer großen Zahl gemeinsamer Forschungsprojekte aus.

Hervorzuheben sind beispielsweise

  • die Kooperation von Heike Wetzel, Andreas Ziegler und Astrid Dannenberg im ZFF-Forschungsschwerpunkt "Nachhaltiger Konsum - Eine empirische Analyse der Determinanten und Wirkungen (NaKon)" mit den Kollegen Hamm (FB 11), Sommer (FB 14), Vajen (FB 15), Roßnagel (IWR des FB 07).

  • die institutionalisierten Verbindungen zu Forschungsinstituten: Guido Bünstorf und Ivo Bischoff sind Forschungsprofessoren am IWH Halle, während Holger Bonin, Leiter der Abteilung Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung am ZEW Mannheim, gleichzeitig eine entsprechende Professur am IVWL innehat. Mit beiden Instituten bestehen weitere Forschungskooperationen (z.B. Kosfeld mit dem IWH im Projekt "Impacts of Regional Clusters on Regional Development", Ziegler mit dem ZEW u.a. im Rahmen des Projekts "Die Bedeutung freiwilliger Beiträge und von Fairnesspräferenzen für den Erfolg internationaler Klimapolitik: Eine theoretische und empirische Analyse auf Individualebene (VolFair)").

  • die enge Zusammenarbeit mit dem INCHER (Kosfeld sowie - als Direktoriumsmitglieder – Bünstorf und Ohly)

  • die Kooperation von Sandra Ohly mit Kollegen in den Fachbereichen 07 und 11 sowie Kollegen der TU Darmstadt im LOEWE-geförderten Forschungsprojekt „Always Online?“ zur Veränderung der Kommunikation von Wissensarbeitern und deren Work-Life Balance.

Sandra Ohly ist ferner am interdisziplinären Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) beteiligt, einem der vier wissenschaftlichen Zentren an der Universität Kassel, das zahlreiche Kooperationen mit anderen Instituten des FB 07 (Fachgebiet Öffentliches Recht, insb. Umwelt- und Technikrecht sowie Fachgebiet Wirtschaftsinformatik) und anderen Fachbereichen institutionalisiert.

Weitere Kooperationen spiegeln zum Teil die regionale Verankerung der Universität Kassel (etwa Projekte von Heike Wetzel mit dem Institut dezentrale Energietechnologien IdE, von Björn Frank mit SMA oder von Frank Beckenbach und Björn Frank mit den Städtischen Werken Kassel), zum Teil die internationale Ausrichtung der Forschung und Lehre im Bereich EB&Go (Kooperationen etwa von Astrid Dannenberg mit Scott Barrett, Columbia University, zu “Experiments in Climate Negotiations and Treaty Design”, mit Alessandro Tavoni, LSE, zu Climate Negotiations, finanziert von der Enel Foundation, mit Peter Martinsson, Universität Göteborg und Randy Bluffstone, Portland State University, zu “Cooperation Among Forest User Groups in Rural Nepal and Ethiopia”, finanziert von der Weltbank) wieder. Das FG Wirtschaftspsychologie kooperiert mit Forschern der Universität Durham in Forschungsprojekten zu täglichem Führungsverhalten sowie zu momentanem Arbeitsverhalten. Im letztgenannten Projekt sind außerdem Forscher der Melbourne Business School sowie der Sapienza University of Rome und Remnin University of China beteiligt. Zur Proaktivität bei der Arbeit kooperiert das FG mit Forschern der Amsterdam Business School, zu Routinen bei der Arbeit mit Shaul Oreg von der Hebrew University of Jerusalem. Im Rahmen einer Gastprofessur kooperiert Guido Bünstorf im Bereich Entrepreneurship mit der Abteilung Entrepreneurship and Organizational Behavior an der Universität Aalborg (Dänemark), ferner kooperiert das Fachgebiet mit der Stanford University (John Ioannidis) im Bereich Meta-Analyse / robuste Inferenz auf der Grundlage von Beobachtungsdaten, mit der Australian National University (David Stern) im Bereich Meta-Analyse / bibliometrische Verfahren, mit der Universität Utrecht (Koen Frenken, Bernhard Truffer) im Bereich Zitierung von Nicht-Patent-Literatur / Green Growth und mit Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa (Alessio Moneta) im Bereich Algorithmen kausaler Inferenz.

Der Forschungsschwerpunkt EB&Go bietet einen hervorragenden Ausgangspunkt für gemeinsame Initiativen zu Verbundforschungsvorhaben. Hierbei hat es sich in der Vergangenheit bewährt, weitere Beteiligte aus der Universität Kassel bzw. ihrem Umfeld mit einzubeziehen. Als Beispiele sind die ZFF-geförderten Initiativen FIT (Bünstorf, Ohly, Roßnagel sowie weitere Beteiligte aus INCHER und ITeG), NaKon (Ziegler, Dannenberg, Wetzel, Roßnagel sowie weitere Beteiligte aus den Agrar- und Ingenieurwissenschaften) und LIVe (Rott, Beckenbach, Blocher, Deckert, Frank, Roßnagel, von Wangenheim) sowie weitere Beteiligten aus dem FB 05 (vgl. Abschnitt B 4.2.6) zu nennen. Aus diesen Initiativen sind weitere Anstöße für drittmittelgeförderte Verbundvorhaben hervorgegangen.

Verortung im Wettbewerb

Die Universität Kassel konnte gemeinsam mit dem IVWL in den letzten Jahren Rufe auf Professuren attraktiver Universitäten abwehren (Bischoff/Marburg, Frank/Weimar, Ohly/Leipzig) und bei Neuausschreibungen Erstplatzierte oder sehr gute Zweitplatzierte von den Listen berufen: Die Kolleginnen Dannenberg (vorgezogene Beckenbach-Nachfolge), Ohly (Wirtschaftspsychologie) und Wetzel (Juniorprofessur Energieökonomik). Das IVWL freut sich nicht nur über die Stärkung in der Forschung, sondern auch über die gleichzeitige (Etablierung und) Erhöhung des Frauenteils. Die Erfolge bei Rufabwehr und Besetzungen wären - zumal angesichts der angespannten Haushaltslage und Lehrbelastung - nicht möglich gewesen ohne die kollegiale und produktive Zusammenarbeit im IVWL, die niemand für selbstverständlich hält. Vielmehr ist sie einer der bedeutenden Wettbewerbsvorteile des Instituts.

Im EB&Go-Bereich hat die Universität Kassel komparative und absolute Vorteile gegenüber relevanten Wettbewerbern. Mit dem Bereich der Verhaltensökonomik hat sich der Fachbereich eines der derzeit innovativsten Gebiete der Wirtschaftswissenschaften zum Schwerpunkt gewählt. Kassel kann hier zum einen mehrere experimentell arbeitende Ökonomen (Dannenberg, Bischoff, Frank) vorweisen, die überregional und international vernetzt sind. Zudem sind die evolutorische Ökonomik sowie die Analyse mittels agenten-basierter Systeme durch mehrere Kollegen (Beckenbach, Bünstorf, Voßkamp) in Kassel vertreten. Die seit vier Jahren bestehende Professur für Wirtschaftspsychologie im IVWL ist ein wichtiger Beitrag dazu, die verhaltenswissenschaftlich orientierte Forschung weiter zu stärken. Der Governance-Bereich ist ohnehin stark durch die traditionell gute interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftswissenschaftlern und Juristen am Fachbereich. Die Integration der beiden Forschungsbereiche im Forschungsschwerpunkt EB&Go bündelt daher vorhandene Ressourcen und führt zu einer verstärkten Profilbildung, die auf den vorhandenen Stärken und Alleinstellungsmerkmalen basiert und diese weiter ausbaut. Dabei werden auch besondere Methodenkompetenzen, etwa im Bereich der räumlichen Ökonometrie, einem breiten Anwendungsfeld zugänglich gemacht.

Relevante Wettbewerbsvorteile entstehen darüber hinaus durch die Einheit von Forschung und Lehre. Für den EB&Go-Master, der fachlich genauso zugeschnitten ist wie der Forschungsschwerpunkt, gilt dies offensichtlich. Auch der Masterstudiengang "Wirtschaft, Psychologie und Management" (WPM) profitiert von der breiten verhaltensökonomischen Fundierung der Forschung am IVWL. Der noch junge EB&Go-Master ist bereits gut ausgelastet und zieht zahlreiche internationale Studierende an. Die Bewerberzahlen für WPM übertreffen die Kapazität um ein Mehrfaches. Auch an der guten Stellung des Studiengangs Wirtschaftsrecht hat das IVWL einen Anteil, denn die gestaltenden Juristen, die hier ausgebildet werden, benötigen für diese Form der angewandten Governance passende wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse.

Die verhaltenswissenschaftlich fundierte Ausbildung in EB&Go mit ihrer starken Anwendungsorientierung führt zu einem Qualifikationsprofil mit breiten Arbeitsmarktchancen innerhalb und außerhalb des Forschungsbereichs. Durch die Fokussierung auf Governance-Fragen sind die Absolventen für die Arbeit in Regierung, Verwaltung, supranationalen Organisationen, NGOs sowie auch in Unternehmen gut vorbereitet. Die Absolventen der ersten Kohorten des WPM-Masters sind bereits problemlos am Arbeitsmarkt untergekommen, viele davon in der Forschung.

In der volkswirtschaftlichen Doktorandenausbildung werden die im Fachbereich vorhandenen Kompetenzen insbesondere durch das Kursangebot im MAGKS-Verbund ergänzt, das sowohl methodische Inhalte als auch thematische Veranstaltungen im Bereich EB&Go umfasst. Ergänzt durch internationale Kursangebote ermöglicht der MAGKS-Verbund eine strukturierte Doktorandenausbildung, wie sie international etabliert ist und auch national im Wettbewerb mit anderen Universitäten um gute Doktoranden immer bedeutsamer wird. Über MAGKS hinaus bestehen weitere Kooperationen in der Doktorandenausbildung, so die von Guido Bünstorf mit den Universitäten Marburg (Thomas Brenner, Michael Stephan) und Hannover (Tom Brökel) im Rahmen des strukturierten IIDEOS-PhD-Programms ("Innovation, Industrial Dynamics, Entrepreneurship, Organisation and Space").

Beispielhafte Veröffentlichungen

Dies ist eine Auswahl: Maximal zwei Publikationen je Fachgebiet, keine älter als 2013:

Economic Behavior

Sandra Ohly & Antje Schmitt (2013), What Makes us Enthusiastic, Angry, Feeling at Rest or Worried? Development and Validation of an Affective Work Events Taxonomy using Concept Mapping Methodology. Journal of Business and Psychology, 1-21.

Antje Schmitt, Sandra Ohly & N. Kleespies (in press). Time pressure promotes work engagement: Test of illegitimate tasks as boundary condition. Journal of Personnel Psychology.

Frank Beckenbach, Maria Daskalakis & David Hofmann (2013), Agent-based modelling of novelty creating behavior and sectoral growth effects - Linking the creative and destructive side of innovation, Journal of Evolutionary Economics 22, 513-542.

Björn Frank & Stefan Krabel (2013), Gens una sumus?! – Or Does Political Ideology Affect Experts' Aesthetic Judgment of Chess Games?, Journal of Economic Behavior & Organization 92, 66-78.

Björn Frank (2014), Laboratory Evidence on Face-to-Face: Why Experimental Economics is of Interest to Regional Economists, International Regional Science Review 37, 411-435.

Sebastian Kube, Sebastian Schaube, Hannah Schildberg-Hörisch und Elina Khachatryan (2015), Institution Formation and Cooperation with Heterogeneous Agents, European Economic Review 78, 248-268.

Rainer Voßkamp & Angela Laging (2014), Teilnahmeentscheidungen und Erfolg: Eine Fallstudie zu einem Vorkurs aus dem Bereich der Wirtschaftsmathematik. In I. Bausch, R. Biehler, R. Bruder, P. R. Fischer, R. Hochmuth, W. Koepf, S. Schreiber & T. Wassong (Eds.), Mathematische Vor- und Brückenkurse: Konzepte, Probleme und Perspektiven, Heidelberg: Springer, 67-83.

Angela Laging & Rainer Voßkamp (2015), Identifizierung von Nutzertypen bei fakultativen Angeboten zur Mathematik in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen. In: Biehler, R., Hochmuth, R., Rück, H.-G., Hoppenbrock, A. (Eds.): Mathematik im Übergang von Schule zur Hochschule und im ersten Studienjahr. Wiesbaden: Springer (forthcoming).

Governance

Christian Schubert (2014), Generalized Darwinism and the quest for an evolutionary theory of policy-making, Journal of Evolutionary Economics 24, 479-513.

Jochen Michaelis & Marco de Pinto (2015), The Labor Market Effects of Trade Unions: Layard meets Melitz, International Economics and Economic Policy, forthcoming.

Jochen Michaelis & Marco de Pinto (2014), International Trade and Unemployment – the Worker-Selection Effect, Review of International Economics 22, 226-252.

Christian Growitsch, Raimund Malischek, Sebastian Nick & Heike Wetzel (2014), The Costs of Power Interruptions in Germany: A Regional and Sectoral Analysis, German Economic Review (forthcoming).

Massimo Filippini & Heike Wetzel (2014), The Impact of Ownership Unbundling on Cost Efficiency: Empirical Evidence from the New Zealand Electricity Distribution Sector, Energy Economics 45, 412-418.

Kosfeld, R., Titze, M. (2015), Benchmark Value-Added Chains and Regional Clusters in R&D-Intensive Industries, International Regional Science Review, OnlineFirst.

Reinhold Kosfeld, Arnt von Bodelschwingh, Franziska Gückelhorn, Armin Raatz, Matthias Wangelin, Thomas Duwe, Hanna Steinbrink & Dr. Manfred Miosga (2013), Regionalwirtschaftliche Effekte erneuerbarer Energien II - Einfluss der Regionalplanung und Raumordnung auf regionale Wertschöpfung, MVBS-Online-Publikation 22/2013, Hrsg.: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)

Stephan B. Bruns, Christian Gross & David I. Stern (2014), Is There Really Granger Causality Between Energy Use and Output? The Energy Journal 35, 101-134.

Economic Behavior and Governance

Guido Buenstorf & Alexander Schacht (2013), We need to talk - or do we? Geographic distance and the commercialization of technologies from public research, Research Policy 42, 465–480.

Scott Barrett & Astrid Dannenberg (2014), On the Sensitivity of Collective Action to Uncertainty about Climate Tipping Points, Nature Climate Change 4, 36–39.

Astrid Dannenberg (2015), Leading by Example Versus Leading by Words in Voluntary Contribution Experiments, Social Choice and Welfare (forthcoming).

Ulrich Oberndorfer, Peter Schmidt, Marcus Wagner & Andreas Ziegler (2013), Does the Stock Market Value the Inclusion in a Sustainability Stock Index? An Event Study Analysis for German Firms, Journal of Environmental Economics and Management 66, 497-509.

Andreas Ziegler (2014), Disentangling Technological Innovations: A Micro-Econometric Analysis of their Determinants, Journal of Environmental Planning and Management (forthcoming).

Frank Beckenbach (2014), Innovative behavioral approaches to analyse the incentives of environmental instruments – a survey, in: Beckenbach, F./Kahlenborn, W. (Hrsg., 2014): New Perspectives for Environmental Policies through Behavioral Economics, Berlin, Springer.

Ivo Bischoff, Friedrich Heinemann & Tanja Hennighausen (2013), What makes me see inequality as just? Schmollers Jahrbuch 133, 1-21.

Ivo Bischoff, & Henrik Egbert (2013), Social information and bandwagon behavior in voting: an economic experiment, Journal of Economic Psychology 34, 270-284.

Christian Schubert (2015), Opportunity and Preference Learning, Economics & Philosophy, forthcoming.

Aktuelle Forschungsprojekte (Auswahl)

Dies ist eine Auswahl, beispielsweise sind solche Projekte nicht enthalten, die schon im Abschnitt zu Kooperationen erwähnt wurden.

Selbstwirksamkeit als Indikator einer effektiven Regulation von Emotionen und Stimmungen (Sandra Ohly)

Basierend auf Theorien der Selbstregulation wird in diesem Projekt untersucht, inwiefern sich die Selbstwirksamkeit von Arbeitnehmern als Indikator einer effektiven Regulation von negativen und positiven Emotionen und Stimmungen entwickelt. Selbstwirksamkeit ist die Erwartung oder Überzeugung, bestimmte Handlungen und Aufgaben in konkreten Bereichen erfolgreich auszuführen und auch schwierige Situationen gut bewältigen zu können. Die zentrale Annahme dieses Projekts ist, dass Personen eine hohe Selbstwirksamkeit entwickeln, wenn sie die Erfahrung gemacht haben, in schwierigen, herausfordernden Situationen ihre negativen und positiven Emotionen und Stimmungen gut zu regulieren. Ziel des Projekts ist die Erweiterung bestehender Ansätze der Affektregulation und der Forschung zur Selbstwirksamkeit. Um die Forschungsfrage zu untersuchen wird im ersten Teil des Projekts eine experimentelle Studie im Labor durchgeführt. Der zweite Teil besteht aus einer Tagebuchstudie im Unternehmenskontext (gefördert durch ZFF-Mittel).

Human Cooperation to Protect the Global Commons (Astrid Dannenberg)

ERC Starting Grant 2014 über 5 Jahre und 1,5 Mio. €. - The objectives of this research are to reveal the nature of large-scale human cooperation and to develop strategies for the protection of our global environment. Human activities are now the major driver of change in the biosphere, including the climate, the water cycle, and the distribution of species and biodiversity – with adverse effects that range from the local to the global scale. Since there is no world government that can enforce the protection of the global commons we have to rely on voluntary cooperation by sovereign actors. Previous findings from various disciplines have taught us important lessons about the nature of human cooperation. However, these literatures have almost exclusively focused on local or regional cooperation problems and their findings cannot be readily transferred to the international level. The research proposed here will fill this crucial gap. The methodological approach is genuinely interdisciplinary. In particular, the project will use and combine theoretical, experimental, evolutionary, and empirical methods. The interdisciplinary research team will start by analyzing case studies of international cooperation (or lack thereof). In an iterative process, the case-specific results will be explored in a rigorous context-free analysis using theoretical modeling, experiments, and simulations. With this, the project will: systematically analyze human cooperation from the local to the global scale and the differences between those scales; investigate which institutional arrangements enhance or prevent cooperative behavior at the global level; investigate whether individuals and groups are able to choose the right institutions and which factors determine their choice; synthesize the results to derive theoretical and practical insights about human cooperation and develop effective strategies for the management of the global commons; bring forward the integration of concepts and methods across disciplines for the study of human cooperation.

Wissenschaftliche Karrieredynamiken in Deutschland im Zeitablauf: Disziplinäre Muster und Effekte der Arbeitsmarktsituation bei der Rekrutierung des akademischen Nachwuchses (WISKIDZ) (Guido Bünstorf)

Ein BMBF-Projekt (2013-16), dessen Ziel es ist, Karriereverläufe und Rekrutierungsmuster von Wissenschaftlern in ausgewählten Disziplinen der Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften für den Zeitraum seit 1945 zu rekonstruieren. Hierzu werden verschiedene Längsschnittinformationen über individuelle Lebensläufe miteinander verknüpft. Durch die langfristige Betrachtung kann zum Beispiel untersucht werden, wie sich die Bedeutung der Habilitation, der Ausbildung an renommierten Universitäten oder der Zugehörigkeit zu „Schulen“ prominenter Forschungspersönlichkeiten im Zeitablauf entwickelt hat.

Meta-Research in Economics (Unabhängige Nachwuchsgruppe geleitet von Dr. Stephan Bruns)

Ziel der Nachwuchsgruppe (ZFF; 2014-2016) ist die Entwicklung von Methoden der Forschungssynthese, welche auf zuverlässige Inferenz bei Beobachtungsdaten abzielen - jenseits von Verzerrungen in der empirischen Literatur. Insbesondere in Wissenschaftsgebieten mit starken theoretischen Vorüberzeugungen und verschiedensten Interessensgruppen – wie z.B. in der Umwelt- und Klimaforschung - ist die Wahrscheinlichkeit von Verzerrungen in der empirischen Literatur erhöht. Forschungssynthese kann helfen, robuste Evidenz für empirische Zusammenhänge bereitzustellen. Sie liefert damit eine wesentliche Grundlage für evidenzbasierte Wirtschaftspolitik.

Sozialpolitische Konsequenzen der Energiewende (Andreas Ziegler)

Vom ZEW koordiniertes Projekt für den Zeitraum August 2013 bis Juli 2016, gefördert vom BMBF. Das Ziel des Projektes "SOKO Energiewende" ist die Identifikation möglicher kritischer Interaktionen zwischen Energie- und Sozialpolitik. Ein wichtiger Projektbestandteil sind neben der ökonomischen Analyse von Verteilungseffekten der Energiepolitik auch Fragen der Gerechtigkeit und der Akzeptanz sowie mögliche Folgen für Staat und Gesellschaft, etwa im Hinblick auf einen steigenden Anteil der Ausgaben für Energie (Strom und Wärme) an den Gesamtausgaben privater Haushalte. Vor diesem Hintergrund sollen insbesondere auch generelle Einschätzungen privater Haushalte zu Energiepreisentwicklungen und Verteilungswirkungen durch die Energiewende sowie deren Einstellungen zu unterschiedlichen Ausgleichsmechanismen empirisch untersucht werden.

Finanzmarktstabilität als geldpolitisches Ziel (Jochen Michaelis)

Die Debatte, inwieweit Finanzmarktstabilität als eigenständiges Ziel der Geldpolitik anzusehen ist, wird seit der Finanzmarktkrise 2007 ff. in Wissenschaft und (Geld‑)Politik intensiv geführt. Insbesondere drei Fragenkomplexe stehen im Mittelpunkt: 1) Wie ist die Verknüpfung zum Ziel Preisstabilität? 2) Wie wirksam ist das geldpolitische Instrumentarium zur Sicherstellung von Finanzmarktstabilität? 3) Wie ist das optimale institutionelle Arrangement? Soll die makroprudenzielle Politik bei der Zentralbank oder bei einer eigenständigen Institution angesiedelt sein? In dem geplanten Forschungsprojekt soll ein DSGE-Modell erarbeitet werden, das als Grundlage für die Diskussion verschiedener angesprochener Aspekte dienen kann und soll. Um den Bezug zur Europäischen Geldpolitik herzustellen, bietet es sich an, ein Zwei-Länder-Modell einer Währungsunion zu konzipieren, das einen Bankensektor integriert und insbesondere länderspezifische Imperfektionen auf Güter-, Arbeits- und Kapitalmärkten abbildet.

Zur Pluralität der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre in Deutschland - Eine empirische Untersuchung des Lehrangebotes und der Einstellung der Lehrenden (Plus) (Frank Beckenbach)

Das von der Hans-Böckler-Stiftung finanzierte Projekt soll Aufschluss darüber geben, wie vielfältig die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge an deutschen Universitäten tatsächlich sind. Dazu wird eine Darstellungsform entwickelt, die Vielfalt je nach Standort zeigt, ohne dabei in die für Rankings übliche Besser-Schlechter-Distinktion zu verfallen. Im Rahmen des Projekts wird außerdem ein Instrumentarium entwickelt und getestet, das für ähnliche Untersuchungen in größerem Umfang angewendet werden soll.

Interkommunale Kooperation (Ivo Bischoff)

Von der Hans-Böckler-Stiftung gefördertes Projekt für die Jahre 2014 bis 2017 mit dem IWH Halle, in dem untersucht wird, welche Faktoren das Entstehen von interkommunalen Kooperationen (IKZ) bestimmen und welche Wirkungen IKZ auf die Kosten der Leistungserstellung auf lokaler Ebene sowie das dortige Leistungsbündel haben.

Heterogenität der mathematischen Vorkenntnisse und Selbstwirksamkeitserwartungen von Studienanfänger/innen in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen (Rainer Voßkamp)

Gegenstand des Projektes sind Selbstwirksamkeitserwartungen der Studienanfänger/innen in Bezug auf die eigenen mathematischen Kenntnisse und damit zusammenhängende Variablen wie Motivation, Interesse, Einstellung, Selbsteinschätzung, Lernstrategien und Arbeitsverhalten. Anhand von Eingangstests, Zwischentests und Fragebögen werden diese Variablen erfasst und auf ihren Zusammenhang zur Leistung und Leistungsentwicklung untersucht. Ausgehend von den gewonnenen Daten und Erkenntnissen werden zielgruppenspezifische Lehrinnovationen entwickelt, eingeführt, ausgewertet und verglichen. Das Projekt wird im Rahmen des Kompetenzzentrums Hochschuldidaktik Mathematik (khdm) durch die Stiftung Mercator und die Volkswagenstiftung gefördert.